Wsewolod M.. Garschin Die Erzählungen.

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Inhaltsangabe zu „Die Erzählungen.“ von Wsewolod M.. Garschin

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  • Rezension zu "Die Erzählungen." von Wsewolod M.. Garschin

    Die Erzählungen.
    Sokrates

    Sokrates

    19. April 2011 um 14:14

    Garschin, einer der wohl unbekanntesten russischen Schriftsteller des 19. Jh., hat Kurzgeschichten veröffentlicht, die insgesamt von einem sehr melancholischen, depressiven und resignativen Grundton getragen sind. Der vorliegende Band beinhaltet u.a. die bekannten und als Anti-Kriegs-Literatur berühmt gewordenen Erzählungen aus dem russisch-türkischen Krieg, an dem Garschin 1877/78 teilnahm und traumatisiert überlebte. Ein Studium brach Garschin ab, danach arbeitete er als Sekretär, nebenher schrieb er, konnte jedoch von diesen Einkünften nicht leben. Offensichtlich auch als Folge der traumatisierenden Eindrücke aus seinen Kriegseinsätzen konnte Garschin nie wieder die Einöde der Melancholie verlassen; dies zeigen auch seine Kurzgeschichten. Er schreibt sehr gut, erinnert ein wenig an Turgenjew; er selbst gilt literaturhistorisch als Vorläufer Tschechows. Die wohl bekannteste Kurzgeschichte "Die rote Blume" erzählt die Geschichte eines Mannes, der in ein Irrenhaus eingeliefert wird, Essen, Trinken und Schlaf verweigert und dadurch zusehends mehr und mehr dem Tod näher tritt. Zum Ende hin sieht er eine Blume, deren Blüten er um alles in der Welt besitzen und zertreten/zerstören muss; sie wären die Verkörperung alles Bösen. Ob seine Anwandlung dem Delirium zuzuschreiben ist, in dem er sich - da völlig ausgemerkelt und unter Opium gesetzt - zum Ende hin nur noch befindet, kann man als Leser nicht eindeutig ausmachen. Garschin schafft es jedoch durch seine Erzählweise den Leser zu fesseln; der Leidensprozess wird erfahrbar, das manische Suchen nach der Blume zu einem Exzess, der das Ende des Irren bereits ankündigt. - Sehr empfehlenswerte und m.E. zu Unrecht vergessene Literatur Russlands!

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