Wu Ming

 4 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor*in von Kriegsbeile: Roman, Altai und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Seit 1994 trat unter dem Phantomnamen Luther Blissett eine Gruppe subkultureller Aktivisten aus Bologna auf, die nach zahlreichen spektakulären Aktionen im Stile der Kommunikationsguerilla ihr Tätigkeitsfeld auf die Literatur verlegten. Ihr Reformationsepos »Q« wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und avancierte zum internationalen Bestseller. Anschließend setzten die Autoren ihre Arbeit unter dem Namen »Wu Ming« fort. Seitdem hat das Kollektiv mehrere Romane veröffentlicht, welchen gemein ist, die offizielle Geschichte gegen den Strich zu bürsten. Im Verlag Assoziation A erschienen neben »Q« bisher die Romane »54«, »Altai«, »Kriegsbeile«, »Manituana« und »Die Armee der Schlafwandler«.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Wu Ming

Cover des Buches Altai (ISBN: 9783862414529)

Altai

 (1)
Erschienen am 01.08.2016
Cover des Buches Kriegsbeile: Roman (ISBN: 9783862414598)

Kriegsbeile: Roman

 (1)
Erschienen am 01.08.2017
Cover des Buches 54 (ISBN: 9783862414567)

54

 (0)
Erschienen am 01.06.2021
Cover des Buches Altai (ISBN: 9783862414949)

Altai

 (0)
Erschienen am 01.11.2022
Cover des Buches Ufo 78 (ISBN: 9783862415007)

Ufo 78

 (0)
Erschienen am 01.10.2023
Cover des Buches '54 (ISBN: 9780099472339)

'54

 (1)
Erschienen am 06.04.2006

Neue Rezensionen zu Wu Ming

Cover des Buches Kriegsbeile: Roman (ISBN: 9783862414598)
S

Rezension zu "Kriegsbeile: Roman" von Wu Ming

Roman von Aktivisten
sKnaerzlevor 18 Tagen

Inhalt: Ein junger Anwalt aus Imola stößt zufällig auf die Geschichte eines ehemaligen italienischen Partisanen aus der Emila Romagna, der angeblich für den Vietcong gekämpft hat. Er fängt an zu recherchieren und befragt ehemalige Partisanen. Dabei erfährt er viel über den Krieg gegen die Deutschen, über die Zustände in Italien in der Nachkriegszeit, die Verfolgung von Kommunisten, die in der Tschechoslowakei ins Exil gingen und schließlich auch über den Krieg in Laos und Vietnam, wo wirklich italienische Freiwillige auf der Seite der kommunistischen Partisanen gekämpft haben. Aus diesen Geschichten zieht der Anwalt den Mut, sich noch stärker für den Kampf der papierlosen ausländischen Flüchtlinge zu engagieren.

Die vielen historischen Hintergründe: Der Erzähler betont es immer wieder, die Geschichten, die hier erzählt werden, sind fast unglaublich und der Leser kann das bestätigen. Zwar wundern einen Berichte über die Brutalität der Nazis nicht mehr, die Darstellung der Armut und des Elends in Imola in dieser Zeit aber schon. Auch von der Gewalt in der Nachkriegszeit habe ich noch nichts gehört, als der italienische Staat auf Versöhnung und Amnestie setzte, und dabei all zu sehr ins Fahrwasser der Restauration geriet, während ehemalige Kollaborateure und Faschisten privater Rache zum Opfer fielen. Auch über die Rolle der KP in Italien hat man außer gröbster Schlagworte noch wenig gehört.

Breiten Raum nimmt auch der Bericht über den Bürgerkrieg in Laos ein, der schließlich in den Vietnamkrieg einmündet. Hier erfährt man viele Fakten, aber die reichen doch nicht, um die Geschichte dieses Landes, von ich vorher nichts wusste, zu verstehen.Im Grunde war das langweilig

Die Personen: differenzieren kann dieses Autorenkollektiv kaum, die sind eher Klischees als lebendige Menschen, aber da das Ziel auch die Darstellung politischer Inhalte ist, passt das sogar eher zum Thema.

Das Ergebnis: man ist ein wenig peinlich berührt, weil man so wenig über das liebste Urlaubsland der Deutschen weiß und ich hoffe, dass mir ein glücklicher Zufall ein Sachbuch über die italienische Nachkriegsgeschichte in den Weg stellen wird.

Überraschender Pluspunkt: Was ich auch nicht wusste: offensichtlich denken die Italiener sehr föderal, gesprochene Dialekte und regionale Besonderheiten spielen eine große Rolle


Cover des Buches '54 (ISBN: 9780099472339)
walli007s avatar

Rezension zu "'54" von Wu Ming

McGuffin TV
walli007vor 8 Jahren

Im Jahr 1954 in Italien verliebt sich der junge Tänzer Pierre in die schöne, aber verheiratete Angela. Von seinem Vater, der in Jugoslawien kämpfte, hat er seit einem Jahr keine Nachricht mehr. In Amerika bekommt der Schauspieler Cary Grant das „Angebot“ vom britischen Geheimdienst, eine Reise nach Jugoslawien zu unternehmen und dort den Regierungsführer Tito zu treffen. Ein echtes Filmangebot erhält er auch noch, er soll in Frankreich bei der Krimikomödie „Über den Dächern von Nizza“ mitwirken. Lucky Luciano ist aus Amerika ausgewiesen worden und führt nun Geschäfte in Italien. Und das TV-Gerät der Marke „McGuffin Premium Deluxe“ wird gestohlen.


Wie soll das alles zusammen gehen, fragt man sich. Doch das Autoren-Team, dass sich hinter dem Pseudonym Wu Ming (chinesisch für ohne Namen) verbirgt, hat einen sehr amüsanten Roman geschaffen. Auch wenn man als Leser in der heutigen Zeit vermutlich einen großen Teil des kalten Krieges altersbedingt verpassen durfte, kann man sich gut in die lebendigen Schilderungen hineinfühlen. Pierres durch den frühen Tod der Mutter und das Dasein des Vaters als Partisanenkämpfer zerrissene Familie bildet einen Mittelpunkt des Geschehens. Der junge Mann ist auf der Suche nach der großen Liebe, nach seinem Vater und wohl auch nach einem besseren Leben. Er macht sich auf nach Jugoslawien, das er nur über geheime Wege erreichen kann, um dort einige wahrhaft unglaubliche Erlebnisse zu haben. Gleichzeitig entwickelt Lucky Luciano seine dunklen Geschäfte auch in Italien, doch nicht jeder arbeitet für ihn. Und die Geschichte um Cary Grant setzt dem Ganze noch die Krone auf.


Ein Buch wie ein Film, den Alfred Hitchcock kaum besser hätte erfinden können. Mit den deutlichen Anspielungen auf das Werk des Meisters werden gekonnt neue Ideen verknüpft und auch die Gedanken des bedauernswerten geklauten TV-Gerätes auf seinen verschiedenen Stationen kommen nicht zu kurz. Die wunderbar verschlungenen Fäden dieses Romans, die sich zwar zunächst etwas zu verlieren scheinen, entwirren sich zu einem sinnvoll gesponnenen Werk, dass man gerade wegen seines Bezugs zum Film auch gerne verfilmt sehen würde.

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