Wunibald Müller Zwischen Schicksal und Freiheit

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Inhaltsangabe zu „Zwischen Schicksal und Freiheit“ von Wunibald Müller

Zwischen Freiheit und Schicksal bewegt sich unser Leben. Der Mensch wird ins Leben hineingeworfen und mit unzählig vielen Situationen konfrontiert, bei denen er sich entscheiden muss. Vieles scheint vorgegeben zu sein, unser Spielraum, uns für oder gegen etwas zu entscheiden, scheint sehr begrenzt zu sein.
Doch der Mensch hat die Verantwortung für das Leben selbst in der Hand. Auch wenn er die Verantwortung nicht übernehmen will. Der Autor bettet den Begriff Freiheit in das Schicksal ein und fragt, wie sie sich zueinander verhalten. Dabei unterscheidet er auch zwischen äußerer und innerer Freiheit und geht auf die spirituelle Dimension von Schicksal und Bestimmung ein.

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  • Zur Verbindung lebensentscheidender Momente

    Zwischen Schicksal und Freiheit

    michael_lehmann-pape

    15. April 2014 um 14:49

    Zur Verbindung lebensentscheidender Momente Ist es das Schicksal, sprich unkontrollierbare und nicht in der eigenen Hand liegende Umstände und Ereignisse, die den eigenen Lebensweg maßgeblich entscheiden, oder ist des zu allererst der „freie Wille“, der dem eigenen Leben grundlegend Richtung und Gestalt gibt? Schicksal oder Freiheit, so scheint es in den Polen die Glaubensfrage zu sein. Und es stimmt ja auch in Teilen, denn es gibt sie auf jeden Fall, schicksalhafte Situationen, welche die Möglichkeiten der eigenen Freiheit stark beschränken, denen der Mensch wehrlos ausgesetzt ist, vor denen er, wie Müller es nennt, nur „Kapitulieren“ kann. Aber auf der anderen Seite, und das zeigt sich bereits im ersten Teil der Lektüre, einfach schwarz oder weiß gibt es nicht. Denn die Grautöne mischen sich. Von Ereignissen, die gesetzt sind (allein der Ort der Geburt hat bereits einen hohen Einfluss auf den späteren Lebensstil und die Entfaltungsmöglichkeiten, ganz zu schweigen von Naturkatastrophen, Unfällen oder anderen „Entscheidungsereignissen) über Ereignisse, bei denen Menschen zumindest „mitentscheiden“ können, Richtungen beeinflussen können bis ihn zu „freien Entscheidungen“ reicht die Palette der Erfahrungen im Leben. Also ist eine der wichtigsten Grundregeln, die der Theologe und Psychotherapeut Müller eingängig und mit griffigen praktischen Beispielen versehen vermittelt jene, sich nicht zu schnell oder zu leicht in ein „Schicksal“ zu ergeben. Denn es könnte nur ein „vermeintliches“ Sein, es könnte nur eine „innere festgefahrene Illusion“ sein. So liest sich aus der Lektüre vor allem heraus, dass die eigene Verantwortung beim Menschen liegt und verbleibt. Und sei es nur mehr die Verantwortung, gegebene Dinge als gegeben bewerten und annehmen zu können. Auf der anderen Seite der Medaille, auch das liest sich bei Müller heraus: Es gibt sie eben, die Dinge, die uns energisch auf unsere Grenzen verweisen. Ob dabei dann jeder Leser mit Müllers Postulat einer „höheren Macht“ einhergeht, das darf natürlich bezweifelt werden. Hier ist auch eine Grenze in der Lektüre zu erkennen. Zwischen den persönlichen und theologischen Glaubensüberzeugungen (die Müller undogmatisch und unaufdringlich mitschwingen lässt) und den klaren Beobachtungen einer „Existenz in Spannung“ zwischen „Schicksal“ und „Eigenverantwortung“. Aber auch mit theologischer Distanz lohnt die Lektüre, denn Müller schärft die Eigenverantwortung deutlich und vermag durchaus, den Leser zu einem längeren Nachdenken, zu einer klareren Reflexion zu bewegen, nicht zu schnell die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen und sich Ereignissen gegenüber zu fatalistisch zu verhalten. „Befreit leben wir, wenn wir der Realität nicht ausweichen“. Auf welcher Basis der Leser dies dann vollzieht, ob „mit einer höheren macht“ oder einfach „den Zufall hinnehmend“ spielt letztendlich dann weniger eine Rolle. Wenn auch der teils pathetische Stil Müllers und das religiöse Primat hier und da die Lektüre ein wenig erschweren, ein begründeter und verständlicher Aufruf zu einem „das Leben Schaffende“ werden, sein und bleiben liest sich überzeugend aus dem Buch heraus.

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