Xavier-Marie Bonnot

 3.8 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Die Melodie der Geister, Im Sumpf der Camargue und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Xavier-Marie Bonnot

Die Melodie der Geister

Die Melodie der Geister

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Erschienen am 16.02.2015
Im Sumpf der Camargue

Im Sumpf der Camargue

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Erschienen am 16.04.2018
Die Melodie der Geister

Die Melodie der Geister

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Erschienen am 14.07.2016
Le pays oublié du temps

Le pays oublié du temps

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Erschienen am 01.01.2013

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Bibliomaries avatar

Rezension zu "Im Sumpf der Camargue" von Xavier-Marie Bonnot

Den Titel kann man wörtlich nehmen
Bibliomarievor 2 Jahren

Im Sumpf der Camargue: der Titel des Kriminalromans ist wörtlich zu nehmen. Dort wird nämlich die Leiche von William Steinert gefunden. Steinert ist ein schwerreicher deutscher Industrieller, der mit seiner Frau Ingrid schon lange in der Provence lebt. Seine Frau ist es auch, die sich an Michel de Palma wendet, da die Polizei von einem Unfall ausgeht.

De Palma ist ein unangepasster Polizist, er kommt selbst aus einem ähnlichen Milieu, wie seine „Kundschaft“. De Palma, meist der „Baron“ genannt, ist zur Zeit im Krankenstand und lässt sich von Ingrid Steinert überreden, sich einzumischen. Was für ihn nicht nur beruflich brisant wird, sondern auch ausgesprochen gefährlich. Zwei Schusswunden in kurzer Zeit zeigen, dass er in ein Wespennest gestochen hat.
Wer hier einen Krimi erwartet, wie er in den letzten Jahren die Bestsellerlisten stürmt, ist falsch. Keine Urlaubsidylle mit tiefenentspannten Kommissaren und lukullischen Inhalt erwartet den Leser. Aber eine Beschreibung der Camargue mit ihren geheimnisvoll-schönen, aber auch durch Raffinerien zerstörten Ecken.

Die Provenzalen, die ihre alten Traditionen und Mythen verlieren und ihr Land, das zum Vergnügungspark der reichen ausländischen Grundbesitzer wird, ist ein Hintergrundthema.  Dazu Marseille als Mittelpunkt der organisierten Kriminalität, Drogenschmuggel, Prostitution, Geldwäsche, dazu die fast offen agierende Mafia, das alles  wird realistisch und schonungslos offengelegt. Der Ton ist lakonisch und knapp gehalten, die Polizei desillusioniert und hart.


Ein anspruchsvoller Krimi, literarisch eher ein „Roman Noir“, der mich an den französischen Autor Jean-Claude Izzo erinnert. Die verschlungen Handlungsstränge und der Sprachstil unterhalten auch den anspruchsvollen Leser. Jedenfalls lohnt sich die Bekanntschaft mit Michel de Palma und seinen Kollegen für alle, die nicht nur Mainstream Krimis lesen möchten.

 

 

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walli007s avatar

Rezension zu "Die Melodie der Geister" von Xavier-Marie Bonnot

Geisterflöte
walli007vor 3 Jahren

In Marseile wird ein alter Kunstsammler tot aufgefunden. Ihm wurde eines seiner Sammelstücke aufs Gesicht gesetzt. Zunächst wird vermutet, er sei erschossen worden. Polizeikommandant Michel de Palma wird durch einen anonymen Anrufer zum Tatort gerufen. Er folgt den Tönen einer Flöte durchs Haus, doch weder eine Flöte noch ein Flötenspieler ist zu finden. Tief in die Vergangenheit des Opfers muss er eintauchen, um eine Spur zu finden. Der alte Mann war vor langen Jahren Teilnehmer einer Forschungsreise nach Papua Neuguinea. Mit dieser Reise wurde bei den Ureinwohnern nicht nur Gutes bewirkt und auch die Reisenden wurden für ihr weiteres Leben geprägt.


Kommandant de Palma, auch Baron genannt, macht sich auf den Weg, den Spuren zu folgen. Dabei trifft er seine Jugendliebe Eva wieder und er muss hinabsteigen in die Unterwelt Marseiles. Doch auch auf dem Parkett des internationalen Kunsthandels muss er sich zurechtfinden, denn die Artefakte des Toten waren begehrte Sammlerstücke. Intensiv beschäftigt sich der Ermittler mit einer unbekannten Welt der Kopfjäger, der Ureinwohner entrückter Regionen, die den Weg in die Moderne gegangen sind und dabei ihre Identität verloren haben. Ihre alten Riten und Gebräuche sind als barbarisch verunglimpft, die neuen können kein adäquater Ersatz sein. 


Es wird Gutes gewollt, doch gute Absichten sind manchmal etwas, das zu gar keinem guten Ergebnis führt. Das muss hier auch der Kommandant erfahren und mit ihm der Leser, der sich in eine doch sehr ferne Welt begibt. Schon die Hafenstadt Marseile scheint sehr weit weg und Papua Neuguinea vor Australien gelegen, ferner geht es kaum. Und so befremdlich sind auch die beschriebenen Sitten, die zwar nicht nachvollziehbar sind, deren Ausrottung doch einem Verlust von Kultur gleichkommt. Die ehemaligen Naturvölker sind nur noch ein Schatten ihrer selbst, zu einem Dasein als Touristenattraktion verdammt. Mischlingen geht es allerdings wie überall auf der Welt, sie gehören nirgends richtig hin, eine Tatsache, die durchaus zu Verzweiflung führen kann. Ein Krimi, der verstört und sehr nachdenklich macht. Ausgesprochen gut dargestellt und recherchiert sind die Hintergründe, die schließlich zur Tat geführt haben, gespickt mit vielen Informationen über nahezu unbekannte Völker und Kulturen, gerät der Fall ein wenig in den Hintergrund. Dennoch ein Krimi, der aus seine Art aus dem Rahmen fällt und gerade durch seine Andersartigkeit fesselt.

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M

Rezension zu "Die Melodie der Geister" von Xavier-Marie Bonnot

Totem und Tabu
michael_lehmann-papevor 4 Jahren

Totem und Tabu

Ein toter, alter Gelehrter in seinem Haus mit einem Loch in der Stirn, wobei es bei der Mordwaffe eine faustdicke Überraschung geben wird.

Primitive Kunst in Form von Masken und kunstvoll hergerichteten Schädeln von Feinden.

Dr. Delorme, der Tote, war als jüngerer Mann mit einem Vertrauten auf Reisen. Weit weg von der Zivilisation in Neuguinea, bei den Papua mit ihren harten und kriegerischen Bräuchen.

Hat der ermordete Mann dort etwas aufgerührt, was nun, Jahrzehnte später seinen Tribut fordert? Oder ist er „nur“ ins Fadenkreuz moderner Krimineller geraten, die über den Hafen in Marseille diese teure Kunst in alle Welt verschieben?

Was aber hat es mit diesem Flötenklang auf sich, der bedrängend und bedrohlich durch das Haus erklingt, als der Kommissar Michel de Palm, der „Baron“ als erster am Tatort sich einfindet und alleine erste Spuren sichert.

Die „Melodie der Geister“ und das Wissen um alte Flüche, beschworene Kräfte, um „Totem“ und „Tabus“ wird de Palma den gesamten weiteren Fortgang des Falles hin immer wieder begleiten, bis er, ganz am Ende, dem Täter gegenüberstehen wird.

Neben einem durchaus verwickelten Fall und immer wieder Eindrücken der pulsierenden, leicht heruntergekommenen Stadt Marseille mit ihren vielen gefährlichen Ecken (der Mord an Dr. Delorme wird bei weitem nicht der letzte Mord im Buch bleiben) führt Bonnot den Leser immer wieder erzählerisch und sachkundig ein in die Welt der Papua. Eine Welt, die in der Gegenwart nicht mehr besteht, die durch intensive Missionierung fast vollständig zerstört wurde und doch aus alten Zeiten noch in die Gegenwart hinein wirkt.

Immer wieder lässt Bonnot seinen Kommissar im alten Logbuch der Expedition lesen und rückt so die ersten Kontakte zu dieser „Ur-Welt“ und diesem „Ur-Volk“ mit in den Mittelpunkt des Interesses.

Hier und da wirkt dies ein wenig zu sehr den Ablauf der Ermittlungen unterbrechend, das ein oder andere Puzzlestück der Auflösung des Falles kommt dabei zu abrupt, manchmal zu zufällig daher, wie auch die Liebesgeschichte des Kommissars doch zu unverbunden und wie nebenbei mit abgehandelt wird.

Dennoch ein spannendes Leseerlebnis und ein interessanter Einblick in die Welt der „primitiven Kunst“ und ihres Ursprungs, in dem Bonnot seine Figuren vielschichtig und fassbar anlegt. Und zugleich die Widerlegung der alten Theorie Freuds der Gleichsetzung von Urvolk und Unbewusstem dem Leser ebenso nahe bringt.

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