Xavier-Marie Bonnot

 3,5 Sterne bei 19 Bewertungen
Autor*in von Der erste Mensch, Die Melodie der Geister und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Xavier-Marie Bonnot, geboren 1962 in Marseille, promovierte in Geschichte und studierte Soziologie und französische Literatur. Seine berufliche Karriere begann er als Filmregisseur von Dokumentarsendungen und Reportagen. 2002 feierte er mit der Veröffentlichung seines ersten Kriminalromans La première empreinte sein literarisches Debüt. Seither erschienen weitere Fälle mit dem Marseiller Polizeikommandanten Michel de Palma. Sie wurden mehrfach ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Xavier-Marie Bonnot

Cover des Buches Der erste Mensch (ISBN: 9783293209152)

Der erste Mensch

(7)
Erschienen am 12.07.2021
Cover des Buches Die Melodie der Geister (ISBN: 9783293207486)

Die Melodie der Geister

(5)
Erschienen am 14.07.2016
Cover des Buches Im Sumpf der Camargue (ISBN: 9783293207943)

Im Sumpf der Camargue

(1)
Erschienen am 16.04.2018

Neue Rezensionen zu Xavier-Marie Bonnot

Cover des Buches Der erste Mensch (ISBN: 9783293005556)
aus-erlesens avatar

Rezension zu "Der erste Mensch" von Xavier-Marie Bonnot

aus-erlesen
Famose Spurensuche über und unter der Erde

Drei Wochen noch, dann hat er endlich Ruhe vor den Gesetzlosen. Michel de Palma, Hauptkommissar in Marseille, sehnt den Ruhestand sicherlich nicht herbei. Dennoch ist es Fakt: Der Baron geht in Rente! Was er dann machen wird, steht in den Sternen. Doch zuvor gibt es noch einen kniffligen Fall zu lösen. 

Pauline Barton holt ihn aus seinem Büro heraus. Sie ist Archäologin. Ihr Kollege Rémy Fortin, Höhlenforscher und exzellenter Taucher hatte bei seinen Forschungen in den Unterwasserhöhlen der Calanques einen schweren Unfall. Das heißt, sie glaubt nicht recht an einen Unfall. Dafür war Rémy viel zu erfahren. Sofort kommt auch der Name Christine Autran ins Spiel. Ihr Vater war vor vierzig Jahren nicht minder berühmt in Fachkreisen wie Rémy heute. Ihre Abhandlungen über die Bedeutung von Relikten aus Urzeiten sind legendär. Ebenso ihr Bruder Thomas. Der machte auch von sich reden. Allerdings auf abscheuliche Art: Als Serienmörder. Dabei hinterließ er Handabdrücke wie man sie aus Urzeiten kennt. Die Spuren des Vaters…

Die Folgen des Unfalls haben bei Rémy Fortin Spuren hinterlassen. Lediglich die Lider kann er noch als Kommunikationsmittel benutzen. De Palma reicht das vorerst. Ein anderes Mal werde er weitere Fragen stellen, und er verabschiedet sich. Es wird aber kein anderes, kein weiteres Mal geben. Rémy Fortin ist seinen Verletzungen erlegen. Die letzte Hinterlassenschaft sind Fotos seines letzten Tauchganges. Dabei ist ein so genannter Hirschkopfmensch zu erahnen, kaum zu sehen. Eine Wiederentdeckung? Denn schon vierzig Jahre zuvor wurde eine ähnlich – dieselbe? – Skulptur entdeckt. Eine Sensation. Mit dabei war Pierre Autran, dessen Tochter die Fußstapfen des Vater vergrößerte und dessen Sohn in psychiatrischer Sicherheitsverwahrung den Rest seines Lebens verbringen wird. Beziehungsweise sollte, so war der Plan. Doch Thomas Autran kann den Klauen der Justiz entkommen.

Michel de Palma sieht darin eine Riesengefahr. Denn Thomas ist unberechenbar in dem, was er tut. Die einzige Konstante – die sich bewahrheiten wird – ist, dass er weiter töten wird! De Palma weiß, was das heißt. Schließlich war er es, der Thomas einst dingfest machte! Und das werden weder er noch Thomas je vergessen können.

Xaver-Marie Bonnot schickt den Baron auf eine Jagd durch eine der schönsten Gegenden Südfrankreichs. Zerklüftete Felsen, das Meer, das tosend gegen sie kracht, eine historische Fundgrube – und zwischendrin ein Mörder, dessen Weg von frühester Kindheit an vorgeschrieben schien. Ein Mann, der immer noch nicht weiß, ob er wirklich geliebt wurde oder nur ein Spielball derer war, die ihn zu einem wahren Menschen formen sollten. Doch dieser Mann ist gefährlich. Davon sind der Baron und der Leser überzeugt. Es ist kein Phantom, das von Michel de Palma gejagt wird. Er weiß, wen er finden muss, um den Fall zu lösen. Bis … ja bis die entscheidende Wendung ihn und den Leser ins Mark trifft.

Der dritte auf Deutsch erschiene Roman um den nicht aus der Ruhe zu bringenden Baron von Marseille, Michel de Palma, überzeugt durch die zahlreichen Wendungen und verführt durch die ruhige Hand des Autors zum nicht endenden Lesen bis zur letzten Seite! Hier kommt jeder auf seine Kosten! 


Cover des Buches Im Sumpf der Camargue (ISBN: 9783293005013)

Rezension zu "Im Sumpf der Camargue" von Xavier-Marie Bonnot

Ein LovelyBooks-Nutzer
Den Titel kann man wörtlich nehmen

Im Sumpf der Camargue: der Titel des Kriminalromans ist wörtlich zu nehmen. Dort wird nämlich die Leiche von William Steinert gefunden. Steinert ist ein schwerreicher deutscher Industrieller, der mit seiner Frau Ingrid schon lange in der Provence lebt. Seine Frau ist es auch, die sich an Michel de Palma wendet, da die Polizei von einem Unfall ausgeht.

De Palma ist ein unangepasster Polizist, er kommt selbst aus einem ähnlichen Milieu, wie seine „Kundschaft“. De Palma, meist der „Baron“ genannt, ist zur Zeit im Krankenstand und lässt sich von Ingrid Steinert überreden, sich einzumischen. Was für ihn nicht nur beruflich brisant wird, sondern auch ausgesprochen gefährlich. Zwei Schusswunden in kurzer Zeit zeigen, dass er in ein Wespennest gestochen hat.
Wer hier einen Krimi erwartet, wie er in den letzten Jahren die Bestsellerlisten stürmt, ist falsch. Keine Urlaubsidylle mit tiefenentspannten Kommissaren und lukullischen Inhalt erwartet den Leser. Aber eine Beschreibung der Camargue mit ihren geheimnisvoll-schönen, aber auch durch Raffinerien zerstörten Ecken.

Die Provenzalen, die ihre alten Traditionen und Mythen verlieren und ihr Land, das zum Vergnügungspark der reichen ausländischen Grundbesitzer wird, ist ein Hintergrundthema.  Dazu Marseille als Mittelpunkt der organisierten Kriminalität, Drogenschmuggel, Prostitution, Geldwäsche, dazu die fast offen agierende Mafia, das alles  wird realistisch und schonungslos offengelegt. Der Ton ist lakonisch und knapp gehalten, die Polizei desillusioniert und hart.


Ein anspruchsvoller Krimi, literarisch eher ein „Roman Noir“, der mich an den französischen Autor Jean-Claude Izzo erinnert. Die verschlungen Handlungsstränge und der Sprachstil unterhalten auch den anspruchsvollen Leser. Jedenfalls lohnt sich die Bekanntschaft mit Michel de Palma und seinen Kollegen für alle, die nicht nur Mainstream Krimis lesen möchten.

 

 

Cover des Buches Die Melodie der Geister (ISBN: 9783293004849)
walli007s avatar

Rezension zu "Die Melodie der Geister" von Xavier-Marie Bonnot

walli007
Geisterflöte

In Marseile wird ein alter Kunstsammler tot aufgefunden. Ihm wurde eines seiner Sammelstücke aufs Gesicht gesetzt. Zunächst wird vermutet, er sei erschossen worden. Polizeikommandant Michel de Palma wird durch einen anonymen Anrufer zum Tatort gerufen. Er folgt den Tönen einer Flöte durchs Haus, doch weder eine Flöte noch ein Flötenspieler ist zu finden. Tief in die Vergangenheit des Opfers muss er eintauchen, um eine Spur zu finden. Der alte Mann war vor langen Jahren Teilnehmer einer Forschungsreise nach Papua Neuguinea. Mit dieser Reise wurde bei den Ureinwohnern nicht nur Gutes bewirkt und auch die Reisenden wurden für ihr weiteres Leben geprägt.


Kommandant de Palma, auch Baron genannt, macht sich auf den Weg, den Spuren zu folgen. Dabei trifft er seine Jugendliebe Eva wieder und er muss hinabsteigen in die Unterwelt Marseiles. Doch auch auf dem Parkett des internationalen Kunsthandels muss er sich zurechtfinden, denn die Artefakte des Toten waren begehrte Sammlerstücke. Intensiv beschäftigt sich der Ermittler mit einer unbekannten Welt der Kopfjäger, der Ureinwohner entrückter Regionen, die den Weg in die Moderne gegangen sind und dabei ihre Identität verloren haben. Ihre alten Riten und Gebräuche sind als barbarisch verunglimpft, die neuen können kein adäquater Ersatz sein. 


Es wird Gutes gewollt, doch gute Absichten sind manchmal etwas, das zu gar keinem guten Ergebnis führt. Das muss hier auch der Kommandant erfahren und mit ihm der Leser, der sich in eine doch sehr ferne Welt begibt. Schon die Hafenstadt Marseile scheint sehr weit weg und Papua Neuguinea vor Australien gelegen, ferner geht es kaum. Und so befremdlich sind auch die beschriebenen Sitten, die zwar nicht nachvollziehbar sind, deren Ausrottung doch einem Verlust von Kultur gleichkommt. Die ehemaligen Naturvölker sind nur noch ein Schatten ihrer selbst, zu einem Dasein als Touristenattraktion verdammt. Mischlingen geht es allerdings wie überall auf der Welt, sie gehören nirgends richtig hin, eine Tatsache, die durchaus zu Verzweiflung führen kann. Ein Krimi, der verstört und sehr nachdenklich macht. Ausgesprochen gut dargestellt und recherchiert sind die Hintergründe, die schließlich zur Tat geführt haben, gespickt mit vielen Informationen über nahezu unbekannte Völker und Kulturen, gerät der Fall ein wenig in den Hintergrund. Dennoch ein Krimi, der aus seine Art aus dem Rahmen fällt und gerade durch seine Andersartigkeit fesselt.

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