Die Verschwörung von Shanghai

von Xiao Bai 
3,5 Sterne bei18 Bewertungen
Die Verschwörung von Shanghai
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Positiv (9):
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Tolles Stimmungsbild einer spannenden Zeit – und dazu noch eine aufregende Geschichte. Allerdings für fortgeschrittene Leser.

Kritisch (4):
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Ich glaube für den Schreibstil von Xiao Bai bin ich einfach nicht bereit. Es war eine andere Geschichte als ich zunächst erwartet hatte, was

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Inhaltsangabe zu "Die Verschwörung von Shanghai"

Ein Attentat im Hafen und die bildhübsche Ehefrau an der Seite des Opfers verschwunden. Die Spur führt in die Französische Konzession: 1931 eine zu Reichtum gekommene Enklave Frankreichs mitten in Shanghai, bevölkert von Gangstern, korrupten Polizisten, Revolutionären und Spionen … Xiao Bai spinnt eine meisterhafte Intrige rund um ein verhängnisvolles Begehren, literarisch, spannend, atmosphärisch.
An Deck des Ozeandampfers mit Kurs auf Shanghai schießt Hsueh heimlich ein Bild von ihr. Er ist Fotograf, sie wunderschön, nichts weiter. Doch als nach den Schüssen unten am Hafen ihr Gesicht in jeder Zeitung auftaucht und er ihr dann in den Gassen der Französischen Konzession wiederbegegnet, verfällt er ihr hoffnungslos. Um in ihrer Nähe zu sein, wird er Teil eines doppelbödigen Spiels, als Spitzel für die Polizei, Kämpfer für die Revolution und Waffenhändler. Nur Leidenschaft allein hat in der Französischen Konzession noch niemanden vor einer Kugel bewahrt, das weiß er ganz genau …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783458177173
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:426 Seiten
Verlag:Insel Verlag
Erscheinungsdatum:07.08.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    anderfeldts avatar
    anderfeldtvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Tolles Stimmungsbild einer spannenden Zeit – und dazu noch eine aufregende Geschichte. Allerdings für fortgeschrittene Leser.
    Unbedingt lesenswert



    Erst mal vorweg: Der Roman ist kein ganz einfacher. Schon allein die chinesischen Namen sind eine Herausforderung für westliche Leser (zum Glück findet sich am Ende des Buchs ein Namenregister). 
    Wer sich aber für diese Epoche oder China interessiert, dem sei der Roman wärmstens empfohlen. Vorkenntnisse sind nicht nötig, im Gegenteil – der Protagonist versteht auch nicht so recht, wer da wer ist, da passt es, wenn man es ebenfalls nicht versteht. 
    Ich fand die Geschichte sehr spannend. Ich finde, es macht einen besonderen Reiz aus, dass sie aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird. Und jeder der Blickwinkel ist plausibel durch die Motivation der jeweiligen Figur – es gibt keinen "Schurken", aber auch keinen strahlenden Helden. 

    Wer sich auf den Roman einlässt, kann damit viel Freude haben. 
    Ich hatte sie. :-)

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    YumikoChan28s avatar
    YumikoChan28vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Definitiv ein Roman auf den man sich einlassen muss, um ihn zu mögen. Ich konnte durchaus verstehen, warum er in China ein Bestseller ist...
    Verwirrend, komplex und doch... irgendwie gut...

    Der aus China stammende Roman Die Verschwörung von Shanghai von Xiao Bai ist ein sehr außergwöhliches Buch, welches man bestimmt nicht mal so nebenbei lesen kann...

    Inhalt:

    Ein Attentat im Hafen und die bildhübsche Ehefrau an der Seite des Opfers verschwunden. Die Spur führt in die Französische Konzession: 1931 eine zu Reichtum gekommene Enklave Frankreichs mitten in Shanghai, bevölkert von Gangstern, korrupten Polizisten, Revolutionären und Spionen … Xiao Bai spinnt eine meisterhafte Intrige rund um ein verhängnisvolles Begehren, literarisch, spannend, atmosphärisch

    An Deck des Ozeandampfers mit Kurs auf Shanghai schießt Hsueh heimlich ein Bild von ihr. Er ist Fotograf, sie wunderschön, nichts weiter. Doch als nach den Schüssen unten am Hafen ihr Gesicht in jeder Zeitung auftaucht und er ihr dann in den Gassen der Französischen Konzession wiederbegegnet, verfällt er ihr hoffnungslos. Um in ihrer Nähe zu sein, wird er Teil eines doppelbödigen Spiels, als Spitzel für die Polizei, Kämpfer für die Revolution und Waffenhändler. Nur Leidenschaft allein hat in der Französischen Konzession noch niemanden vor einer Kugel bewahrt, das weiß er ganz genau …


    Die Hauptcharaktere:
    Hier kommt ja normalerweise meine Beschreibung, der einzelnen Hauptcharaktere, aber wer nun die größeren Rollen und wer nur die Nebenakteure sind, ist in Die Verschwörung von Shanghai genauso schwer zu sagen, wie etwa das Zahlensystem zu konkretisieren. Wann ist Schluss und gibt es diese eine allerletzte Zahl überhaupt?
    Schon im ersten Drittel gibt es so viele Personen, dass man sie ALLE durcheinander bringt und durch die allesamt chinesischen Namen ist das sogar noch schwieriger. (Hier hilft aber das Personenverzeichnis, das man am Ende des Buches findet ein bisschen sich zurecht zu finden.)
    Doch verzeiht, wenn ich an dieser Stelle auf die Charakterbeschreibungen verzichte...

    Meine Meinung:

    Der Roman von Xiao Bai ist in China ein fulminanter Bestseller und ich kann auch durchaus verstehen warum.
    Viele habe ich jetzt durch meine obigen Worte vielleicht abgeschreckt, dieses Buch überhaupt in die Hand zu nehmen, aber auf irgendeine Art und Weise lohnt es sich doch...
    Natürlich verwirrte mich der Autor mit seinen teils sehr sprunghaften Szenenwechsel und ja, auch ich hatte nicht selten das Gefühl hier die Flinte einfach ins Korn werfen und sagen zu wollen: „Lass mich doch was anderes lesen..“, aber... genauso gab es Abschnitte, bei denen ich wirkich jede einzelne Seite genossen habe und gedacht habe: „Ja ich freu mich. Man gut, dass ich nicht aufgegeben habe.“
    Außerdem: Durch seine Kompläxität fordert diese Geschichte, die in Shanghai der 30er Jahre spielt, den Leser regelrecht heraus... er fordert nachzudenken und alles irgendwie für sich ins Reine zu bringen.
    Ob man den Roman am Ende verstanden hat und ob man ihn gut oder schlecht findet, dass muss hinterher jeder für sich selbst entscheiden.
    Ich für meinen Teil muss aber sagen, dass ich die Gedankengänge von Xiao Bai zwar nicht immer nachvollziehen konnte, aber er mich schlussendlich doch irgendwie gekriegt und faszniert hat...

    Mein abschließendes Fazit:

    Kompläxität und Verwirrung trifft auf Fazination.
    Definitiv ein Roman auf den man sich einlassen muss, um es zu mögen. Ich konnte durchaus verstehen, warum er in China ein Bestseller ist...






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    BookfantasyXYvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Verwirrend, komplex und trotzdem spannend.
    Komplexe fiktive Geschichte mit wahren Begebenheiten

    Man muss anfangs erwähnen, dass dieser Roman komplex beginnt. Zum einen liegt es an der Vielzahl der Figuren, und zum anderen an den wechselnden Schauplätzen innerhalb des Plots. Die Geschichte beginnt im Jahr 1931 in Shanghai. In Shanghai agieren Besatzer, die Kommunisten und die Funktionäre der Volksmacht. Im Mittelpunkt steht der Pressefotograf Hsueh, der zum Spielball innerhalb der französischen Konzession – als Polizeispitzel – einer weißrussischen Geschäftsfrau und einer chinesischen Geliebten wird. Wobei anzumerken ist, dass die Weißrussin ebenso Hsuehs Geliebte darstellt. Auslöser der Entwicklungen in dem besagten Jahr ist ein Mordopfer im Hafen von Shanghai. Als Hsueh die Zeitung aufschlägt, stellt er fest, dass er die Witwe des Mordopfers bereits auf dem Schiffsdampfer gesehen hat. Heimlich fotografierte er die Frau. Von ihrer Schönheit vom ersten Augenblick an geblendet, geht er der Frau nach. Es stellt sich heraus, dass sie eine weißrussische Waffenhändlerin mit dem Namen Therese ist. Gleichzeitig ist sie Hsuehs Geliebte, aber nicht nur seine Geliebte. Ihr Zweitname ist Lady Holly. Aufgrund dessen, dass Hsueh bei der Presse arbeitet, bekommt er eher Insiderwissen als andere Bürger Shanghais. Somit wird er von der französischen Polizei indoktriniert, um einerseits hinter den Geschäften von Therese zu kommen, und andererseits gerät er in politische Auseinandersetzungen zwischen der chinesischen Kuomintang – eine revolutionäre Partei – und den Anhängern der Volksmacht. Hsuehs zweite Geliebte ist Leng, die ebenso zwischen die Fronten gerät wegen ihres ersten Ehemanns, der der Volksmacht angehörte. Leng entwickelt sich ebenso als Spielball zwischen den Gruppierungen.

    Xiao Bai zeigt einen Teil der asiatischen Geschichte vor Beginn des Zweiten Weltkrieges, der für die Mehrheit der Leserschaft eher unbekannt ist. Französische Konzession, die Briten, die Volksmacht und die revolutionäre Bewegung im damaligen China bilden diesen komplexen Roman. Hauptprotagonist ist der Pressefotograf Hsueh, um den herum das Geschehen aufgewirbelt wird, weil er sich manches Mal mit den falschen Leuten einlässt. Schutz findet er in der Regel bei der französischen Polizei. Momente der Liebe findet er bei Therese, und Momente der Zweisamkeit sind für kurze Dauer bei Leng. Therese stellt eine dominante und nicht ungefährliche Geschäftsfrau dar. Leng dagegen muss zwischenzeitlich mit ihrem Leben kämpfen. Lengs Mann wurde Opfer von Folter und Demütigungen, die auch Leng noch zu spüren bekommt. Nach der ersten Hälfte des Romans wird die Geschichte verständlicher, und zum Ende hin sogar rasant und spannend erzählt.

    Man merkt, dass dieser Roman kein leichter Lesestoff ist, und nicht eben nebenher gelesen werden kann. Entweder liest man den Roman in einem Rutsch, oder setzt Pausen zum Nachdanken und Absacken ein. Mit Fragen und Verwirrungen steht man trotzdem am Ende Nach meiner Erfahrung bietet es sich an, diesen Roman nach einiger Zeit nochmal zu lesen, um die geschichtlichen Hintergründe genauer verstehen zu können. Ohne historische Hintergründe, die in einem Anhang im Buch kurz umschrieben werden, kommt man nicht aus. Begrüßenswert ist auch das Personenregister im Anhang, um die einzelnen Figuren einordnen und verstehen zu können. Hilfreich sind auch die Funktionen der Figuren. Da dieser Roman auf wahre historische Begebenheit beruht, die ebenso nicht leicht zu verstehen sind. Dennoch stellt man fest, dass der Autor sich Mühe gibt, einen unterhaltsamen Roman darzubieten. Fazit: anspruchsvoll, lehrreich und nachdenklich.

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    S
    Starbucksvor einem Jahr
    Die Vergangenheit klar vor Augen

    Da ich schon viermal länger in Shanghai war – immer mit Besuch im historischen (Wachsfiguren-)Museum im Pearl Tower – ist mir die Vergangenheit Shanghais sowieso in Bildern und auch historisch klar vor Augen, und so habe ich mich sehr über das Buch „Die Verschwörung von Shanghai“ vom chinesischen Autor Xiao Bai gefreut. Das Buch entführt in die Zeit am Anfang des 20. Jahrhunderts, in der Shanghai sehr viel lebendiger und fortschrittlicher schien als die Jahrzehnte danach.

    Zum Inhalt: Shanghai in den 30er Jahren ist eine vor Leben sprudelnde Stadt. Ausgangspunkt des Romans ist ein Attentat im Hafen der Großstadt und das Verschwinden der Frau des Opfers. Man wird hier mitgenommen in eine Welt mit zwei Gesichtern, in eine Welt der Intrige und des Verbrechens, der Gangsterwelten und der europäischen Invasoren.

    Bai gelingt es, das vielfältige Gesicht der Stadt Shanghai zu zeichnen. Dabei merkt man als deutscher Leser aber auch, dass sich dieses Buch anders liest, als man es gewohnt ist. Die Figuren bleiben distanziert, der Leser kann kaum eine große Nähe aufbauen.

    Für mich ist die „Verschwörung von Shanghai“ dennoch ein 4,5-Sterne-Buch, wobei der halbe Stern Abzug noch nicht einmal der Beziehung des Lesers zu den Figuren geschuldet ist. Es ist eher das fulminante Ende, das mich nicht ganz überzeugen konnte.

    Man darf diesen Roman kaum mit westlicher Literatur vergleichen, sondern immer im Hinterkopf behalten, dass ein chinesischer Autor zwangsläufig komplett anders denkt und schreibt. Das sollte man aber als Chance wahrnehmen, solange es diese Unterschiede noch gibt, bevor die Verwestlichung und Globalisierung auch komplett in China Einzug gehalten hat. 

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    simsavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich glaube für den Schreibstil von Xiao Bai bin ich einfach nicht bereit. Es war eine andere Geschichte als ich zunächst erwartet hatte, was
    Ich wurde mit dem Schreibstil nicht warm

    Shanghai 1931

    Am Hafen der Stadt findet ein Attentat statt. Eine Person stirbt und die Frau des Opfers verschwindet spurlos. War sie das ausführende Organ bei diesem Vorfall?

    Die Suche führt in ein Shanghai, welches nicht nur durch seine Schönheit glänzt, sondern von Rebellengruppen, Gängstern und dem Waffenhandel geprägt ist.




    Für mich ist es durchaus mal interessant, etwas andere Bücher zu lesen. Fernab vom Mainstream und vom allgemeinen Hype.
    Aus diesem Grund war ich sehr froh, „Die Verschwörung von Shanghai“ von Xiao Bai in einer Lovelybooks-Leserunde versuchen zu dürfen.


    Xiao Bai, der Autor des Buches, ist einer der wenigen asiatischen Schriftsteller die mir auf dem deutschen Buchmarkt spontan einfallen würden. Ansonsten wäre mir nur Haruki Murakami einfallen, den ich persönlich großartig finde.


    Zum Buch muss ich sagen, dass es seinen ganz eigenen Charme hat. Es ist sicherlich keine Geschichte, die man in einem Rutsch lesen kann und kein Buch, welches einfach zu lesen ist.


    Mein erster Eindruck nach den ersten 50 Seiten war, dass es von den Personen her sehr überladen ist. Natürlich sind es auch zumeist asiatische Namen die hier die Charaktere zieren, aber auch westliche Personen spielen in der Geschichte eine Rolle.


    Wenn man sich an diese Vielzahl gewöhnt hat, kann man mit der eigentlichen Geschichte beginnen, so erging es mir zumindest.


    Allerdings war auch hier das Problem, dass mir der Stil nicht zusagte. Ich kam einfach zu keinem flüssigen Lesegenuss, weil ich das Gelesene nicht mitleben konnte. Man muss sich halt vorstellen, dass ich beim Lesen in der Geschichte bin. Ich lebe sie mit, bin vor Ort und laufe durch Shanghai, die Gefahr immer im Nacken. Doch der Funke sprang einfach nicht über.


    Gleichzeitig muss ich trotzdem positiv erwähnen, dass die Schauplätze und die Atmosphäre sehr gut transportiert wurden. Diesen Aspekt hatte ich vor Augen und konnte ihn fast spüren. Ich hatte lediglich das Problem, dass ich mich auf keine Person gezielt einlassen konnte. Gerade dies ist für mich der wichtigste Punkt beim Lesen.

    Jedes Kapitel befand sich aus der Sichtweise einer anderen Person erzählt, natürlich waren sie mit der Zeit vertraut, für mich kam damit immer ein großer Cut, der mir alles zerstörte, was ich gerade genossen hatte.


    Zum Ende hin nimmt die Geschichte allerdings an Fahrt auf und ein Durchhalten wurde für mich damit belohnt. Es wird spannend, unterhaltend und ich war dann doch zufrieden.


    Was auch noch lobenswert zu erwähnen ist. Am Ende des Buches gibt es ein Personenverzeichnis, auf das man bei Fragen natürlich immer zurückgreifen kann.


    Mein Fazit:

    Ich glaube für den Schreibstil von Xiao Bai bin ich einfach nicht bereit. Es war eine andere Geschichte als ich zunächst erwartet hatte, was allerdings damit zusammenhängt, dass ich mich in dem Schreibstil nicht fallenlassen konnte.


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    TochterAlicevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wer gerne in fremde Welten und Zeiten eintaucht & einen extrovertierten Schreibstil zu schätzen weiß, den wird das Buch gefangen nehmen.
    Nur das Überleben zählt

    und manchmal nicht einmal das im Shanghai der 1930er Jahre.

    Zunächst treffen wir auf den Fotografen Hsueh, die quasi Hauptperson des Romans. Er hat nicht nur diesen einen Beruf, sondern verdient sein hauptsächliches Auskommen als Begleiter der Österreicherin Therese, die inzwischen verwitwet, in Shanghai gestrandet ist und die Geschäfte ihres Mannes übernimmt.

    Dass dies ein Hauen und Stechen sondergleichen wird, schreckt die Geschäftsfrau, die sich schon bald als eiskalte Verhandlungspartnerin herausstellt, nicht. Nahtlos fügt sie sich in das in Shanghai vorherrschende "jeder gegen jeden und jeder für sich selbst" ein, das umso erschreckender erscheint, als dass der Autor Xiao Bai hier hauptsächlich wahre Ereignisse "verbraten" hat.

    Spannend ist der Roman durch den unterkühlten Stil nur am Rande, doch gibt er einen treffenden Einblick in die Atmosphäre des Shanghai der frühen 1930er Jahre, man hat es bildlich vor sich und kann sich das Geschilderte auch gut als Film vorstellen.

    Hsueh gerät ein bisschen aus dem Gleichgewicht, da er eine Frau auf einem Schiff entdeckt hat, die ihn verzaubert. Sie spielt in einer anderen Liga, nämlich der der Politik und ihr bedeuten Emotionen durchaus etwas. Werden sie ihr bzw. beiden möglicherweise zum Verhängnis?

    Wer gerne in fremde Welten und Zeiten eintaucht sowie einen extrovertierten, dabei eloquenten Schreibstil zu schätzen weiß, wird sich möglicherweise von dem Buch einfangen lassen. Ein wenig Exotik im Alltag und eine fremde, ein wenig unheimliche Welt! Etwas für Liebhaber ungewöhnlicher Literatur und historischer Themen!

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    naninkavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich war nicht so begeistert... zu distanziert, emotionslos, zu viele farblose Charaktere...
    Die Verschwörung von Shanghai

    Es beginnt vielversprechend- China in den 30ern, ein Fotograf, der kurz den Blick einer schönen, sehr traurigen Frau erhascht und ihr auf erstem Blick verfällt. Man begegnet sich immer zwei Mal im Leben - so auch hier. Inmitten politischer Intrigen und Spionage-Machenschaften erwartet man einen leidenschaftlichen Liebes-Thriller. Doch es handelt sich vielmehr um eine Nacherzählung von wahren Gegebenheiten. Zwar sind diese gespickt mit pikanten und erotischen Details - doch irgendwie sehr distanziert und emotionslos nacherzählt. Es kommen so viele Charaktere vor, dass man immerzu überlegen muss, wer zu wem gehört und das macht das Lesen nicht gerade einfach. Schade, trotz der Komplexität der Geschichte und auch der unnötigen detaillierten Schilderung von Gewaltszenen, hätte das Buch durchaus ein spannender historischer Liebesroman sein können, doch ist der Schreibstil derart distanziert geschrieben, dass bei mir als Leser so gar keine Leseleidenschaft entstehen konnte. Dennoch bedanke ich mich herzlich dafür, dass ich mitlesen durfte.

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    Helen13s avatar
    Helen13vor einem Jahr
    Abenteuer im Wilden Osten

    Wenn auch der Geist der Zeit kein poetischer war, schreibt Xiao Bai eine poetische Geschichte über das Shanghai der dreißiger Jahre und seine Menschen, die dort lebten, liebten, kämpften und ihr Überleben sichern wollten.. Überall in Asien, in Afrika, in Südamerika hat die Atmosphäre der Zeit zu brodeln begonnen, ähnlich wie ein unterirdischer Vulkan seine Eruptionen nach oben schleudern will. Noch regieren die Kolonialmächte Shanghai, doch chinesische revolutionäre Kämpfer und Zellen, darunter auch die Kuomintang, haben ein dichtes Netz in der Stadt und um sie herum gewebt, um ihre Pläne durchzuführen: Shanghai zurück zu erobern, es dem Kommunismus zuzuführen und die Kolonialmächte abziehen zu sehen.

    Die Geschichte entwickelt sich, wie ein Photo im Entwicklerbad, am Schluss scheinen wir klar zu sehen, was am Anfang verschwommen und verborgen war.
    Wir blicken auf viele Einzelkämpfer in diesem Netz die miteinander verwoben sind: ein Fotograf, mehrere Journalisten, eine russische Waffenschieberin, Clubbesitzer, Kämpfer der Volksmacht und der verschiedenen kommunistischen Zellen in China. Namen wie Mao-Tse tung, Chiang Kai-shek, Tchou En-Lai werden erwähnt. Banker und Waffenhändler werden gebraucht. Der Machtkampf und der Kampf um die Hafenstadt Shanghai findet statt, verschiedene Polizeiformationen, - die Französische, die Amerikanische – und andere, alle kochen ihr Süppchen. Liebe und Sex, Verrat und Zusammenhalt, geschrieben in einer bildhaften Sprache. Similes illustrieren das Narrativ mit den Mitteln der chinesischen Kalligrafie. Wir durchkreuzen Shanghai, den Hafen, die Französische Konzession, die bis heute als ein Denkmal dieser bewegten Zeit zu besichtigen ist. Mit den Protagonisten schleichen wir uns in dunkle Gassen und noch dunklere Innenhöfe, nur erleuchtet von den Feuern, die Wokpfannen erhitzen, denn das ganze pulsierende Leben findet statt neben Crime und War in diesem Shanghai, dass es einst gab. Nächtliche mondübergossene Gärten, wo Liebespaare flüstern und spielen, immer auf der Hut, werden durch plötzliche Detonationen erschüttert und es rette sich, wer kann, während in Nebenstraßen Geldräuber ihre Beute erzwingen. Schuldige und Unschuldige werden von grausamen Genossen der Zellen verhört, gefoltert, getäuscht, wieder hochgepäppelt und wie ein Wunder wieder freigelassen.
    Ein erregendes und spannendes Szenario begegnet uns in dieser Geschichte, es lohnt sich, manche Abschnitte zweimal zu lesen. Wie erwartet, genießen wir am Schluss ein fulminantes Ende.
    Das Personenverzeichnis hätte besser am Anfang gestanden. Die Zeittafel am Schluss ist hilfreich.
    Vergleichbare Romane, die diese Zeit beleuchten, wurden von Robert Elegant und Han Suyin geschrieben, die als Ergänzung zu diesem in modernerer Sprache geschriebenen Roman wunderbar zu lesen und zu empfehlen sind.

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    PMelittaMs avatar
    PMelittaMvor einem Jahr
    Ein Roman, auf den man sich einlassen muss

    Shanghai, französische Konzession, 1931: Durch ein mehr oder weniger zufällig entstandenes Foto einer jungen Frau gerät der Fotograf Hsueh Weiss in turbulente Geschehnisse …

    Der Autor, selbst in Shanghai geboren, nimmt den Leser mit in das Shanghai Anfang der 1930er Jahre, einer Zeit, die offenbar nicht nur in Europa turbulent gewesen ist. Der Start in den Roman ist nicht unbedingt einfach, denn der Leser wird fast erschlagen von der Fülle der Personen, von vielen Perspektivewechseln und von den Geschehnissen, die erst nach und nach eingeordnet werden können, es lohnt sich aber, dabei zu bleiben. Die Atmosphäre erscheint mir stimmig und ich fühlte mich mitgenommen in jene Zeit und an jenen Ort.

    Im Anhang findet man ein Personenverzeichnis, das es etwas erleichtert, den Überblick über die vielen Charaktere, deren asiatische Namen zudem nicht immer leicht auseinanderzuhalten sind, zu behalten. Auch die Zeittafel im Anhang kann nützlich sein, wenn man etwas über die historischen Hintergründe der Geschehnisse erfahren will. Diese finden ihren Platz auch in der Geschichte, wenn auch nur knapp und oft als Momentaufnahmen, machten mir aber immer wieder Lust, mich weiter damit zu beschäftigen und ein bisschen selbst zu recherchieren. Leider findet sich keine Karte im Buch und auch ein Glossar habe ich vermisst.

    Auch einige der Charaktere erhalten interessante Hintergründe, dennoch legt der Autor eher weniger Wert auf tiefgreifende Charakterzeichnungen, sein Fokus liegt klar auf dem Geschehen. Das ist ein bisschen schade, denn so kann man als Leser kaum Emotionen für die Charaktere aufbauen, auch ihre Handlungen kann man nicht immer nachvollziehen.

    Ich finde die Geschichte interessant geschrieben und war oft gespannt, wohin sie mich führen würde. Das Ende finde ich gelungen und zur Geschichte passend. Dass die Erzählung auf tatsächlichen Ereignissen basiert, die aber viel Spielraum für die Fantasie des Autors ließen, hat mir gut gefallen, in seinem Nachwort erzählt der Autor ein bisschen darüber.

    Ich habe den Roman gerne gelesen. Man muss sich auf ihn und die zum Teil fremden Mentalitäten der Akteure, sowie die Erzählweise des Autors einlassen, was sicher nicht jedem leicht fallen wird. Ich vergebe 3,5 Sterne, die ich aufrunde.

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    abunchofcatss avatar
    abunchofcatsvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Buch erfüllt nicht die Erwartung des Klappentextes
    Komplexe Handlung mit farblosen Protagonisten

    Ein junger Mann macht im Shanghai der frühen 1930er Jahre ein Foto von einer Frau, in die er sich verliebt. Doch schon bald führt ihn diese Frau in einen Strudel aus Verbrechen, Korruption und Spionage.
    Soweit so gut und der Klappentext erweckt hohe Erwartung und Unterhaltungswert.
    Was recht lesenswert beginnt, wird schon bald zu einem kaum nachvollziehbaren Kampf mit Namen, Orten und immer neuen Verflechtungen und Handlungssträngen. Dabei bleiben die Personen sehr blass und unausgereift und man kann ihr Handeln nicht immer nachvollziehen. Dem Buch wohnt zwar eine gewisse Faszination über diese fremde Welt und Zeit inne, jedoch wird es den Erwartungen leider nicht gerecht und viele Dinge bleiben am Ende offen. Daher gibt es auch nur 3 Sternchen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Insel_Verlags avatar

    Liebe und Intrigen im Shanghai der 1930er Jahre

    Shanghai, 1931: An Deck eines Ozeandampfers schießt der Fotograf Hsueh heimlich ein Bild von einer wunderschönen Frau. Wenig später wird deren Mann im Hafen von Shanghai Opfer eines Attentats – und sie verschwindet spurlos. Als Hsueh ihr später in den Gassen der Französischen Konzession wiederbegegnet, verfällt er ihr hoffnungslos. Um in ihrer Nähe zu sein, wird er Teil eines doppelbödigen Spiels, als Spitzel für die Polizei, Kämpfer für die Revolution und Waffenhändler. Nur Leidenschaft allein hat in der Französischen Konzession noch niemanden vor einer Kugel bewahrt, das weiß er ganz genau …

    »Als schriebe Balzac über das Shanghai der 30er.« China Daily

    In Die Verschwörung von Shanghai hat der chinesische Autor Xiao Bai eine meisterhafte Intrige rund um ein verhängnisvolles Begehren gesponnen.

    Jetzt wollt Ihr mal reinlesen? Hier geht’s zur Leseprobe »

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    Über den Autor: Xiao Bai wurde 1968 in Shanghai geboren und ist Autor von mehreren Romanen und Essaybänden. Für sein Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Literaturpreis Shanghai 2013. Die Verschwörung von Shanghai ist Xiao Bais erstes Buch in deutscher Übersetzung, er recherchierte dafür lange Zeit in den Archiven der Stadt.

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