Xiaolu Guo Stadt der Steine

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Inhaltsangabe zu „Stadt der Steine“ von Xiaolu Guo

Die ergreifende Reise einer jungen Chinesin zu ihren Ursprüngen. Als die junge Chinesin Coral eines Tages einen getrockneten Aal aus ihrem Heimatdorf zugeschickt bekommt, bricht die Vergangenheit mit Macht über sie herein. In ihrer winzigen Wohnung im lärmenden Beijing erscheint er ihr wie ein Bote aus einer längst vergessenen Welt: das Fischerdorf an der ostchinesischen Küste, in dem sie aufwuchs, die gewaltigen Stürme, die wortkargen Menschen, gefangen in ihren strengen Traditionen. Und Coral erinnerst sich an die tief in ihrem Inneren vergrabenen Erlebnisse, die damals in dem Mädchen nur einen einzigen Wunsch wachsen ließen - diesem Ort zu entkommen und sich weit fort in der pulsierenden Metropole ein neues Leben aufzubauen …

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  • Rezension zu "Stadt der Steine" von Xiaolu Guo

    Stadt der Steine
    HarryF

    HarryF

    14. July 2010 um 21:12

    "Stadt der Steine" ist mein erstes und sicher nicht letztes Buch einer chinesischen Autorin. Intensiv, schnörkellos und nachdenklich. Es geht um Coral, eine junge Chinesin, die mit ihrem Freund, einem arbeitslosen angehenenden Frisbee-Profi in einem dristen 25-stöckigen Hochhaus in Peking lebt. Sie arbeitet in einem Videoladen (Stereotype: Alle Filme sind Raubkopien gg) und freut sich, wenn sie es schafft, morgens die 45 Minuten Sonne auf ihrem Balkon zu genießen. Als sie eines Tages ein Paket aus ihrer Heimatstadt bekommt, verändert dass ihr Leben radikal. Sie weiß weder von wem das Paket ist, noch was für einen Zweck der Sender damit erreichen will (Der Leser übrigens auch nie!) aber es genügt, um Coral uns ihr Leben zu erzählen. Mit eindringlichen Worten wird das Leben eines südchinesischen Hafenstädtchens geschildert, das harte und raue Leben auf See, die Tragödien von Zwangsheiraten, der verzweifelte Versuch einer Familie nach 7 Töchtern endlich einen Sohn zu bekommen, einer Geiselnahme mit Vergewaltigung und und und. Damit dies alles auf nicht mal 300 Seiten Platz hat, bedient sich die Autorin kurzer, aber vielleicht gerade deshalb intensiver Sätze, wo vieles der Phantasie des Lesers überlassen ist. Auch fehlen großen Teilen der Erzählung die Emotionen, was vor allem Gewalt & antisoziales Verhalten umso dramatischer erscheinen lassen.

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  • Rezension zu "Stadt der Steine" von Xiaolu Guo

    Stadt der Steine
    dzaushang

    dzaushang

    23. May 2010 um 12:21

    Coral Jiang hat sie vor vielen Jahren verlassen, die Stadt der Steine, heute lebt sie, fern der Heimat ihrer Kindheit am ostchinesischen Meer, in Beijing. Längst hat sie jeden Gedanken an diesen Ort und ihre Zeit dort verdrängt. Mit ihrem Freund Red lebt sie im Erdgeschoss eines Hochhauses mitten in einem Hochhausviertel und nur für wenige Minuten am Tag schafft es die Sonne mit ihren Strahlen in ihre Wohnung. Es ist ein tristes, gleichförmiges Leben, das die beiden dort unten, tief im Bauch des Hochhauses, leben. Es scheint auch so, dass Coral und Red mehr nebeneinanderher leben als miteinander und keiner eigentlich so recht etwas vom anderen weiß. Man hat sich aneinander gewöhnt, teilt sich eine Wohnung und geht doch mehr oder weniger seinen eigenen Interessen nach. Doch das ändert sich völlig überraschend, als Coral eines Tages ein Paket erhält. Der Name des Absenders ist unleserlich, aber der Ort der Herkunft lässt sich noch entziffern: die Stadt der Steine. Kreisen die Gedanken Corals zunächst darum, wer der Unbekannte sein könnte, ist sie auch zutiefst verblüfft über den Inhalt: es ist ein riesiger, nach alter Tradition der Stadt, gesalzener, getrockneter Aal. Und so wie der alles überwältigende Duft des Aals langsam und eher unbemerkt jeden Raum der Wohnung durchdringt schleichen und drängen sich zwischen diese ersten, eher oberflächlichen Gedanken und Überlegungen, immer tiefere und intensivere, lange vergessen und verdrängt geglaubte Erinnerungen Corals an ihre Kindheit und Jugend in dieser Stadt an die Oberfläche ihres Bewusstseins. Dort, in dieser Stadt der Steine, einem kleinen von Regen gepeitschten und Taifunen umtosten Fischerdorf, durchlebt Coral von jüngsten Jahren an ein nicht enden wollendes Martyrium: von den Eltern verwaist, den Großeltern mehr geduldet als geliebt, mit sieben Jahren von einem unbekannten Stummen verfolgt und schließlich immer wieder sexuell missbraucht, verliebt sie sich schließlich mit fünfzehn Jahren in einen ihrer Lehrer, wird schwanger und muss letztlich, um der Schande ein weiteres Mal zu entgehen, abtreiben. Aber sie fliegen auf und Coral verlässt diesen Ort für immer. Die düsteren Erinnerungen die Coral eingeholt haben beginnen Einfluss zu nehmen auf ihr jetziges Leben, alles daran scheint auf der Kippe zu stehen und dann wird sie wieder schwanger und es steht eines Tages plötzlich ein alter Mann vor ihrer Tür. „Stadt der Steine“ von Xiaolu Guo ist ein wort- und bildgewaltiger Roman voller Gerüche und Geräusche. Sprachlich ohne jeden Schnörkel, mit einfachen aber umso intensiveren Sätzen wird der Leser von einem Sog erfasst, der ihn immer schneller und immer tiefer in die Geschichte hineinzieht und darin bannt. Der Leser erfährt von extrem beklemmenden und das Leben bedrohenden Situationen und fragt sich, wie ein kleines Mädchen, ohne jeden Schutz und ohne jede Unterstützung und Hilfe überlebt haben konnte. Als Waise bei Großeltern aufgewachsen, die nie ein Wort untereinander wechselten und nur das nötigste mit ihr besprachen, in einem stillen, düsteren Haus, dessen einzige Geräusche das Quietschen der Türen beim öffnen oder schließen waren. Dieses Geräusch der Einsamkeit und des Unglücks zieht sich durch den ganzen Roman. Wenn man denkt, schlimmer kann es eigentlich doch nicht mehr kommen, so trügt dieser Schein schon bald und es geht noch tiefer hinab. Es wird deutlich, dass sich so eine Kindheit und Jugend nicht einfach verdrängen lässt, das hat Auswirkungen auf das weitere Leben und das ganze Elend wird dem Leser deutlich vor Augen geführt wenn Red zu seiner Freundin sagt: „Du sagst, dass du mich liebst, aber du fühlst es nicht.“ Dieser eine Satz enthält alles, mehr muss Guo dazu nicht schreiben, der Leser hat plötzlich seinen eigenen Roman im Kopf. Der einzige Weg ins Leben hinein führt über den steinigen Pfad der Auseinandersetzung mit dem Geschehenen. Das große Glück der Coral macht aus, dass sie durch ein Paket einen Anstoß dazu erhalten hat. Das von den Göttern gegebene und zu ertragende Schicksal braucht nicht das letzte Wort zu sein. Die Liebe kann den Bann brechen.

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