Kleine Kaiser

von Xinran Xue Eady 
3,0 Sterne bei1 Bewertungen
Kleine Kaiser
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Inhaltsangabe zu "Kleine Kaiser"

Die chinesische Journalistin Xinran eröffnet einen Blick auf ihr Land, der unvergleichlich ist.

2015 stoppt China seine umstrittene Ein-Kind-Politik. Wohin entwickelt sich die Nation? Dieser Frage spürt Xinran aus einer ungewöhnlichen Perspektive nach. In dem sich mit Lichtgeschwindigkeit wandelnden Land müssen nun die ersten erwachsenen Sprösslinge der chinesischen Ein-Kind-Politik die Verantwortung für die anstehenden gigantischen Umwälzungen meistern – junge Erwachsene, die in ihrer Kindheit, von besorgten Eltern behütet und abgeschottet von der Welt, kaum auf den Alltag und das Leben vorbereitet wurden. Da gibt es beispielsweise Du Zhuang, den Sohn eines Geschäftsmanns, der nicht weiß, wie man einen Koffer öffnet und Kleidung aufhängt, oder Golden Swallow, die zwar im Ausland studiert, aber noch nie in ihrem Leben eine Küche betreten oder gar ein Messer berührt hat. In 10 Geschichten erzählt Xinran mitfühlend und kritisch, was Chinas Ein-Kind-Politik Eltern und Kindern angetan hat und zeichnet das facettenreiche Panorama eines Landes, das die Weltpolitik maßgeblich prägt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426305256
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:Droemer Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.10.2018

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    Viv29s avatar
    Viv29vor einem Monat
    Viel Gerede, wenig Information

    In diesem Buch untersucht Xinran, eine Chinesin, die seit Jahrzehnten in Grossbritannien lebt, die Auswirkungen der chinesischen Ein-Kind-Gesetzgebung. Als in der chinesischen Kultur aufgewachsene, zugleich aber auch mit der westlichen Kultur vertraute Frau ist sie in einer guten Rolle, vieles zu erklären und zusammenzubringen. Leider funktioniert es nicht so gut.

    Der Großteil der Buches besteht aus Gesprächen, die Xinran mit chinesischen Einzelkindern führt, die sie durch verschiedene Situation kennt oder kennenlernt. Jedes Kapitel ist einem dieser Kinder gewidmet, die zu der Zeit meistens Studenten sind und ihre ersten Erfahrungen im Ausland machen. Für den Großteil der Kapitel kommen diese Kinder selbst zu Wort, ihre Gespräche mit Xinran werden nacherzählt, Briefe oder Emails wörtlich wiedergegeben . Das ist leider auch schon eine Schwäche des Buches, denn es ist bei allen viel zu viel Nebensächliches enthalten. Weitschweifig und blumig lassen sie sich über ihr Leben aus. Das entspricht dem chinesischen Kommunikationsstil, hätte aber in einem an ein westliches Publikum gerichtetes Buch verkürzt werden können. Es kommt viel zu Sprache, was nicht für das Thema relevant ist und zudem gleichen sich die Geschichten in de einzelnen Kapiteln sehr und so langweilen die ausschweifenden Monologe der um sich selbst Kreisenden auch immer mehr.

    Xinran berichtet über ihre jeweilige Beziehung zu diesen jungen Menschen ebenfalls mit großer Detailverliebtheit (und nutzt zudem mehrere Gelegenheiten, um recht penetrant auf ihre anderen Bücher hinzuweisen). Es ist durchaus interessant, wenn sie als Chinesin einer anderen Generation und mit mittlerweile auch westlicher Kulturprägung ihre eigenen Ansichten mitteilt, ein wenig als Mittler zwischen dem westlichen Leser und den jungen Chinesen fungiert. Nur hätte es nicht geschadet, wenn sie sich selbst ein wenig zurückgenommen hätte. Ihre Emotionen überlagern viele der Geschichten und wenn sie zu dritten Mal völlig ungläubig, entsetzt und in Tränen über etwas ist, daß in vorherigen Geschichten schon vorkam, dann wirkt das übertrieben und anstrengend. Auch hier spielt sicher die andere Kultur mit herein, aber fast jeder im Buch hat starke Emotionsausbrüche und das war mir zu viel.

    Über die Situation dieser Einzelkinder und ihrer Familien erfahren wir etwas, Xinran gibt auch nützliche Informationen über die jeweilige politische und gesellschaftliche Lage in China. Diese Hintergrundtexte sind der interessanteste Teil des Buches. Aus den Gesprächen mit den Einzelkindern kristallisieren sich nämlich letztlich wenig wirkliche Informationen heraus, die sich dann auch ständig wiederholen. Erst im letzten Kapitel des Buches geht Xinran weg von den verwöhnten Stadtkindern, die durch ihr Leben mit Dienstboten, Chauffeuren und verwöhnende Eltern nicht mal wissen, wie man ein Obstmesser benutzt (was wir in Kapitel 1 schon verstanden haben, aber ständig bei allen widerholt wird) und widmet sich den Einzelkindern der Landbevölkerung, die ein gänzlich anderes Leben führen und in deren Umfeld Babymord angesichts der Ein-Kind-Regel und dem Wunsch nach Söhnen Alltag war. Nachdem neun privilegierte verwöhnte Einzelkindern das ganze Buch lang um sich selbst kreisen konnten, wird diesem viel ernsteren Thema gerade mal ein Kapitel gewidmet.

    Letztlich schließe ich das Buch und überlege, was ich nun gelernt habe. Etwas schon, interessante Einblicke gab es auch. Am informativsten war das letzte Kapitel, in dem auch ein Artikel zitiert wird, der die Folgen der Ein-Kind-Politik so gut zusammenfaßt, wie ich es mir von dem Buch erhofft hatte. Weniger Emotionen, weniger Drumherum, weniger schwülstige Sprache und mehr Informationen, das hätte das Buch um einiges besser gemacht.

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