Xinran

 4 Sterne bei 93 Bewertungen
Autorin von Himmelsbegräbnis, Die namenlosen Töchter und weiteren Büchern.
Autorenbild von Xinran (© Jana Kay)

Lebenslauf von Xinran

Die chinesische Autorin und Journalistin Xinran, 1958 in Beijing geboren, wurde mit ihrer Radiosendung "Words on the Night Breeze" in ganz China berühmt. Die Sendung diente ihr später als Grundlage für ihr Buch-Debüt "Verborgene Stimmen. Chinesische Frauen erzählen ihr Schicksal." Der Titel wurde in viele Sprachen übersetzt und wurde so international ein riesiger Erfolg. Xinran ließ mit "Himmelsbegräbnis" und "Die namenlosen Töchter" weitere erfolgreiche Romane folgen. 2009 veröffentlichte sie "Gerettete Worte. Reise zu Chinas verlorener Generation". 1997 wanderte Xinran gemeinsam mit ihrem Ehemann von China nach England aus, wo sie noch heute in London lebt und ihre Werke verfasst. Darüber hinaus schreibt sie für den Guardian und ist die Gründerin der Wohltätigkeitsorganisation "The Mothers' Bridge of Love“, die sich um chinesische Kinder kümmert, die von westlichen Pflegeeltern adoptiert wurden, und bei denen es sich in erster Linie um im Zuge der chinesischen Ein-Kind-Politik verstoßene Mädchen handelt. Im Oktober 2011 erscheint ihr aktueller Roman "Wolkentöchter".

Alle Bücher von Xinran

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Buchformat:
Cover des Buches Himmelsbegräbnis9783426790434

Himmelsbegräbnis

 (35)
Erschienen am 01.03.2019
Cover des Buches Die namenlosen Töchter9783426638385

Die namenlosen Töchter

 (19)
Erschienen am 01.10.2009
Cover des Buches Verborgene Stimmen9783426416549

Verborgene Stimmen

 (12)
Erschienen am 02.05.2012
Cover des Buches Verborgene Stimmen9783426273005

Verborgene Stimmen

 (9)
Erschienen am 22.09.2003
Cover des Buches Chinesen spielen kein Mao-Mao9783426780749

Chinesen spielen kein Mao-Mao

 (4)
Erschienen am 01.07.2008
Cover des Buches Gerettete Worte9783426198384

Gerettete Worte

 (4)
Erschienen am 01.10.2009
Cover des Buches Der Himmel hat einen Preis9783426789575

Der Himmel hat einen Preis

 (2)
Erschienen am 01.08.2019
Cover des Buches Sehnsucht groß wie meine Einsamkeit9783426214473

Sehnsucht groß wie meine Einsamkeit

 (1)
Erschienen am 03.09.2018

Neue Rezensionen zu Xinran

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Rezension zu "Die namenlosen Töchter" von Xinran

Chinesen sind auch nur Menschen wie du und ich
Beustvor einem Jahr

Der chinesisch-amerikanischen Journalistin Xinran ist ein entzückender Roman gelungen, der uns westlichen Lesern ein unbekanntes China durch die Augen dreier ungleicher Schwestern zeigt: ein China an der Schwelle zur Neuzeit, zur Urbanität und zur postkommunistischen Zeit - im Jahre 2001. Das Gefälle zwischen Stadt und Land beträgt etwa 500 Jahre, wie im Roman übertrieben gewitzelt wird. Oft ist man erstaunt über das rückständige und ärmliche Leben in der ländlichen Provinz und den Mangel an Bildung, den es trotz des „Großen Marschs“ des Genossen Mao offenbar noch 2001 gab.

Erzählt wird der Ausbruch dreier Schwestern aus dieser Welt - drei von sechs, ein schweres Schicksal in einer Gesellschaft, in der nur männliche Nachkommen zählen. Zählen tut man dann nur die Mädchen, für echte Namen reicht die Wertschätzung nicht. Drei, Fünf und Sechs ziehen nach Nanjing und schlagen sich fortan in der großen Stadt durch. Sie spiegeln ihr bisheriges ländliches Leben in der sich selbst zur Moderne wandelnden Stadt und überwinden jede Menge naiver Vorurteile, um in sich die Stärken zu finden, als Frauen zu bestehen. Alle drei beweisen ihrem Dorf und ihren Eltern, dass sie als „Stäbchen-Mädchen“ dennoch gleichwertige Menschen sein können.

Das ist eine schöne und lehrreiche Geschichte, die allerdings manchmal an Rande des Kitsches entlangfließt und sich einer Fülle von Klischees bedient. Das fällt beim Lesen nicht so auf, weil der Blick ins fremde China und die exotischen Gebräuche oftmals davon ablenkt. Schade ist nur, dass an manchen Stellen geschlampt wurde, etwa wenn nicht nur die wertlosen Mädchen durchnummeriert wurden, sondern auch deren Onkel: Wie kann es Onkel „Zwei“ und Onkel „Drei“ geben, wenn beide doch vermeintlich höherwertige männliche Nachkommen waren?

Geschenkt. Ein entzückender Roman, dessen Schwung auch dadurch nicht verloren geht, dass immer wieder Einzelheiten umständlich erklärt und seltsame Witze zitiert werden oder der moralische Zeigfinger hin und wieder seinen Schatten wirft.

Kommentare: 2
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Rezension zu "Himmelsbegräbnis" von Xinran

Himmelsbegräbnis - Xinran
Schnutschevor 3 Jahren

~Erster Satz~
Als ich fünf  Jahre alt war, hört ich auf der Straße von Beijing Bruchstücke eines Gesprächs, die sich in meiner Erinnerung festsetzten und mich nicht mehr losließen:"Die Tibetaner haben seine Leiche in tausend Stücke zerteilt und an die Geier verfüttert."
~Meine Meinung~
Dieses Buch habe ich in einem Bücherschrank entdeckt. Ich fand das Cover so wunderschön, dass ich es mitgenommen habe, obwohl Liebesgeschichten eher nicht so mein Genre sind. Ich fing als eines Tages einfach an zu lesen und war erstaunt, dass wir hier die unheimlich interessante und bewegende Geschichte von Shu Wen und ihrem Ehemann Kejun. Das Buch ist keine Liebesgeschichte, sondern die Geschichte einer liebenden Frau und einer langen Suche. Neben der Geschichte von Shu Wen erfahren wir viel über Tibet, und die buddhistische Lebensweise einer Nomadenfamilie und bekommen einen Eindruck von dem Konflikt, der 1958 zwischen China und Tibet herrschte. Das Buch hat eindeutig einen Eindruck bei mir hinterlassen. 

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S

Rezension zu "Kleine Kaiser" von Xinran

Eine Entschuldigung für verwöhnte Kinder
Starbucksvor 4 Jahren

„Kleine Kaiser“, Xinrans Untersuchung zu den Einzelkindergenerationen Chinas, habe ich wirklich verschlungen. Unglaubliche Erlebnisse und Fakten werden hier geschildert, die ganz sicher nicht alle darauf zurückzuführen sind, dass wir es hier mit Einzelkindern zu tun hat; wenn man dies beim Lesen für sich selbst einfach etwas in den Hintergrund rückt, erfährt man in „Kleine Kaiser“ allerdings sehr viel über China und seine jüngeren Generationen, die gezwungenermaßen eben meist Einzelkinder sind.

Zum Inhalt: Xinran ist eine Chinesin, die seit vielen Jahren in Großbritannien lebt. Sie hat bereits mehrere Bücher, z.B. über die Frauen oder die verlassenen Mädchen in China geschrieben. Sie hat nun insgesamt neun junge Leute aus China, die sie größtenteils zufällig kennengelernt hat, beschrieben und analysiert. Außerdem hat sie noch viele weitere Studenten aus China befragt. Sie wollte herausfinden, was für Menschen die Ein-Kind-Politik hervorgebracht hat.

Der Leser findet in diesem Buch vor allem sehr junge, sehr naive Chinesen und Chinesinnen, die nicht gelernt haben, allein zu (über)leben, da sie von der ganzen Familie wie kleine Kaiser verhätschelt worden. Das mag an der Ein-Kind-Politik liegen, hat aber sicher auch Ursachen in der Geschichte Chinas. Das heißt: Nicht alles sollte man nur mit der Ein-Kind-Politik des Landes erklären wollen.

Die Geschichten über die jungen Chinesen sind für den westlichen Leser fast unglaublich. Wer selbst schon in China war, wird aber feststellen, dass vieles zwar fast schockierend, aber dennoch sehr glaubhaft ist.

Man sollte das Buch vielleicht etwas weniger im Hinblick auf die Ein-Kind-Politik lesen, sondern sehen, was die gesamte, oft grausame, Politik des Landes über Jahrzehnte mit den Menschen gemacht hat. Warum fahren die 5% der sehr reichen Chinesen ins Ausland und decken sich unverschämt unfreundlich in Läden mit Markenkleidung ein, während wir schon wieder daran denken, unseren materiellen Lebensstil zu minimieren? Auch auf solche Fragen findet der Leser hier Erklärungen, und gerade da wird das Buch interessant.

Die Geschichten der jungen Chinesen selbst sind oft ähnlich, die Diskussionen über China aber hochinteressant. Auch die Anhänge mit näheren Erläuterungen, z.B. eben zur Ein-Kind-Politik, finde ich sehr gut.

Fazit: Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen und werde es in mein Behalt-Regal stellen. Beim nächsten Chinabesuch werde ich vielleicht ein wenig mehr Verständnis für einige Dinge haben, obwohl man wirklich nicht verstehen kann, warum ein junger Chinese z.B. noch nicht einmal seinen Koffer selbst packen kann.

Ich habe großes Interesse, die anderen Bücher der Autorin auch zu lesen und habe sie schon auf meine Wunschliste gesetzt. Das Buch, das sicher auch kleine Schwächen hat, bekommt von mir auf jeden Fall fünf Sterne!

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