Xu Zechen Im Laufschritt durch Peking

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Inhaltsangabe zu „Im Laufschritt durch Peking“ von Xu Zechen

"Am meisten Spaß hatte Dunhuang auf der Hangtian-Brücke. Von dort schaute er hinab auf die niedrigen Wohnhäuser und Straßen, die sich über Nacht in eine einzige lehmgelbe Fläche verwandelt hatten. Er fühlte sich wie im Winter, wenn die Welt unter einer Schneedecke lag - und doch auch wieder ganz anders, weil die unter dem Sand begrabenen Häuser und Straßen so still und leblos wirkten wie Ruinen." Dunhuang ist Mitte zwanzig. Getrieben vom Traum, in der Hauptstadt das große Geld zu machen, reist er nach Peking. Er schließt sich einer Bande von Dokumentenfälschern an, mit seinem Freund Baoding arbeitet er als Anwerber und Auslieferer auf der Straße. Das Geschäft läuft gut, bis sie unvorsichtig werden und die Polizei sie einbuchtet. Drei Monate später kommt Dunhuang frei und gerät gleich wieder auf die schiefe Bahn. Er lernt die etwas ältere Xiaorong kennen, sie verkaufen DVD-Raubkopien, sie haben Sex, dann versöhnt sich Xiaorong wieder mit ihrem Exfreund, und Dunhuang muss sich alleine durchschlagen. Er verkauft Pornos und trifft die hübsche Qibao, sie werden ein Paar. Aber Qibao führt ein reichlich exzentrisches Leben und wird verhaftet ... Im Laufschritt durch Peking ist ein illusionsloses Porträt der chinesischen Gesellschaft als gnadenloses Haifischbecken - temporeich, aufregend und lakonisch direkt.

Eine atmosphärische Geschichte, die mich von der Stimmung her, an Lost in Translation erinnert hat.

— BluevanMeer

Ohne wirklichen Plot, aber voller Atmosphäre.

— Zen-Cola

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  • Asphaltmelancholie

    Im Laufschritt durch Peking

    Zen-Cola

    11. October 2014 um 00:50

    Dunhuang, Mitte zwanzig, und sein Freund Baoding wurden dabei erwischt, wie sie gefälschte Dokumente unters Volk gebracht haben. Nun hat Dunhuang seine Haftstrafe gerade abgesessen - und steht vor dem Nichts. Einen Neuanfang findet er im ebenfalls illegalen Verkauf von DVD-Raubkopien. Er lernt Xiaorong kennen und quartiert sich bei ihr ein; solange, bis diese sich mit ihrem Freund versöhnt und ihn vor die Tür setzt. Also beschließt er, wie Baoding ihm geheißen hat, das Mädchen Qibao aufzusuchen ... (Ich empfehle, den inneren Klappentext nicht zu lesen, da er eigentlich bereits die gesamte Handlung erzählt!) Wenn man es genau nimmt, dann hat der Roman "Im Laufschritt durch Peking" - ebenso wie das/die Leben seines bzw. seiner Protagonisten - weder Plot noch Spannungsbogen im engeren Sinne. Das ist aber nicht störend, sondern lässt die Geschichte nur umso authentischer wirken. Gespannt schaut man dem sympathischen Protagonisten Dunhuang dabei zu, wie er vom einen Tag in den andren lebt, hier und da ein paar DVDs verkauft, sich hin und wieder mit Xiaorong trifft und auf die Suche nach Qibao begibt ... Das mag auf den ersten Blick nicht besonders spannend klingen?! Ist es aber! In dieser Monotonie entfaltet sich erst die gesamte Stimmung und Stärke der Geschichte: diese graue Asphaltmelancholie, dieses Ziellose, Uferlose, Bodenlose. Diese Atmosphäre spiegelt sich auch in der ziemlich nüchternen Sprache des Buches wider, die stellenweise recht derb und umgangssprachlich ist, teilweise aber auch subtil witzig ... Doch zwischen allem scheint nahezu ununterbrochen die Trauer, Einsamkeit und Desorientiertheit der Protagonisten durch und verleiht dem Buch eine seltsame urban-melancholische Aura. Ein sehr empfehlenswertes Buch eines noch recht "jungen" (*1978) Autors! P.S.: Häufig stößt man bei der Übersetzung zeitgenössischer chinesischer Literatur auf Vermerke, die darauf hinweisen, dass das Buch in China auf dem Index steht. Da ist es doch mal erfrischend, wenn - wie hier - im Buchdeckel Folgendes zu lesen ist: "Der Verlag dankt dem Übersetzungsfonds des Amtes für Presse und Publikationswesen der VR China für die großzügige Förderung der Übersetzung."

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  • Rezension zu "Im Laufschritt durch Peking" von null null

    Im Laufschritt durch Peking

    dzaushang

    27. November 2010 um 21:03

    Der Sandsturm in Bejing treibt Dunhuang, einen 25 jährigen, gerade aus dem Gefängnis entlassenen Kleinkriminellen direkt in die Arme von Xia Xiaorong, alias Kuangxia, die, trotz der widrigen Bedingungen, versucht Raubkopien von DVDs auf der Straße zu verkaufen. Ziemlich mittellos findet er zunächst in ihrer kleinen Wohnung und in ihrem Bett Unterschlupf. Doch das kleine Glück bleibt nur von kurzer Dauer. „Geschäftlich“ trennen sich die Wege schon nach wenigen Tagen, denn Dunhuang will unbedingt auf eigenen Beinen stehen und vor allem mehr Geld verdienen und steigt deshalb in den sehr riskanten, dafür aber um so lukrativeren Verkauf von Pornos ein. Darüber hinaus meldet sich nach ziemlich genau drei Wochen dann auch noch Xia Xiaorongs langjähriger Freund zurück und mit dem Auszug Dunhuangs aus der Wohnung endet auch die Beziehung zu Xia Xiaorong. Was bleibt ist Dunhuangs Hoffnung, dass ihm sein beruflicher Neuanfang auch ein neues Leben in Peking ermöglicht. Xu Zechen führt den Leser ins Gewirr der Straßen von Bejing, nicht zu den Reichen und Gewinnlern der diversen ökonomischen Reformen des Reiches, sondern zu den Armen, Vergessenen, denen, die nichts zu verlieren haben und denen, die von der Hand in den Mund leben. Zu jungen Leuten, mit der Sehnsucht es irgendwie vielleicht doch zu schaffen, ein Stück vom Glück zu erhaschen. Für mein Empfinden ist der Text zu oberflächlich, fast ohne Identifikationswert für den Leser, auch weil die Protagonisten leider viel zu blass bleiben und Peking - diese große Stadt mit ihren eigenen Gerüchen, Farben, ihrer Atmosphäre - gar nicht stattfindet. Schade.

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  • Rezension zu "Im Laufschritt durch Peking" von null null

    Im Laufschritt durch Peking

    KleinNase20

    15. May 2010 um 09:55

    Hmm, war ganz okey - man konnte halt ein paar infos rausfiltern über das leben in den Gassen von Peking.

  • Rezension zu "Im Laufschritt durch Peking" von null null

    Im Laufschritt durch Peking

    aurelianagemeina

    18. February 2010 um 18:55

    Ich fand's ganz nett. Kommt mir vor, als wäre ich in Peking gewesen, dabei habe ich ja nur dieses Büchlein gelesen. Ein wenig klischeehaft das ganze. Schnell gelesen.

  • Rezension zu "Im Laufschritt durch Peking" von null null

    Im Laufschritt durch Peking

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. November 2009 um 14:31

    Dunhuang ist nach 3 Monaten gerade aus dem Knast raus und versucht sich eine eigene Bleibe zu schaffen was jedoch ohne Geld nicht ganz so einfach ist. Bis er auf die junge Xiaorong trifft die ihm versucht Raubkopien von DVD´s zu verkaufen. Man freundet sich schnell an und genau so schnell landet auch Dunhuang in ihrer Wohnung und in ihrem Bett. Vor seiner Zeit im Knast hat der junge Mann mit gefälschten Papieren gehandelt nun will er es mit Raubkopien versuchen. Nicht nur will er sich, wie so viele andere junge Menschen hier in Peking, eine eigene Existenz aufbauen sondern auch genug Kohle zusammentragen um seinen Freund Baoding mit Schmiergeld aus dem Gefängnis freizukaufen. Im Wust der Veröffentlichungen anlässlich der Buchmesse in Frankfurt überschlug man sich ja mit literarischen Neuerscheinungen aus dem Reich der Mitte wo dieses kleine Büchlein von Xu Zechen wohl etwas untergegangen ist. Im Laufschritt durch Peking zeigt das brodelnde Treiben in der BoomTown Peking in der das Neue kaum Zeit hat alt zu werden da schon wieder etwas viel Neueres nachdrängt. Wo Kapitalismus auf die Hoffnungen und Träume vieler Jugendlicher trifft. Und wirklich sind es auch hauptsächlich jugendliche Charaktere die man in diesem Büchlein antrifft. Noch niemand über 30, oft vom Lande hier her gezogen um sein Glück zu machen ähneln sich die Schicksale die sich in einer Schattenrealität abspielen. Es geht nur um Geld, es zu haben ist nun mal besser als ihm hinterher zu jagen und jene die es haben wollen natürlich mehr. Und dies ist auch der Dreh- und Angelpunkt des Buches. Gegen einen bestimmten Gegenwert an Geld ist jeder käuflich. Seien es Beamte die kleine Gefälligkeiten für einen erbringen sollen oder seien es die 5000 Yuan die man standardmäßig zahlen muss um jemand aus der Untersuchungshaft freizukaufen. Und hat man mal Geld fliegt danach aber auf die Fresse fängt alles wieder von vorne an. Genau auf diesen Prozess legt Zechen einen recht ungeschönten und schnörkellosen Blick. Mit geradliniger Erzählweise fängt er den Puls der Stadt ein und vermittelt dem Leser was die Jugendlichen so träumend macht. Der einzige Schönheitsfehler den das Buch hat ist die an manchen Stellen doch etwas holprige Übersetzung aus dem Chinesischen, wo man augenscheinlich etwas mehr Zeit hätte investieren müssen um nicht ständig den Leser mit eingedeutschten Slang zu ärgern. Aber ansonst kann ich dieses Buch jedem Interessierten empfehlen der mal in die moderne Chinesische Literatur schnuppern möchte. Und auch Leser die keine Zeit oder genügend Aufmerksamkeit für sollche Schwarten wie jene von Mo Yan (Der Überdruss) oder Yu Hua (Brüder) haben werden sich über dieses Büchlein freuen.

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