Inhalt:
London im Jahr 1858: Die junge Mary Quinn steht wegen Diebstahls vor Gericht und wird zum Tode verurteilt. Doch kurz vor ihrer Hinrichtung erhält sie überraschend eine zweite Chance. Sie wird an Miss Scrimshaws Mädcheninstitut aufgenommen, wo sie nicht nur eine Ausbildung erhält, sondern auch lernt, sich in der Gesellschaft zurechtzufinden.
Ein paar Jahre später bekommt Mary ein ungewöhnliches Angebot: Sie soll für eine geheime Organisation als Spionin arbeiten. Ihr erster Auftrag führt sie in den Haushalt der wohlhabenden Familie Thorold, wo sie als Gesellschafterin der Tochter Angelica eingesetzt wird. Dort soll sie herausfinden, ob der Familienvater in illegale Geschäfte verwickelt ist.
Während ihrer Nachforschungen gerät Mary immer wieder in gefährliche Situationen. Gleichzeitig stößt sie nicht nur auf dunkle Geheimnisse, sondern wird auch mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. Besonders die Begegnung mit dem geheimnisvollen James Easton bringt zusätzlich Spannung und einige komplizierte Gefühle mit sich.
Eigene Meinung:
Das Buch konnte mich schnell fesseln. Schon der Einstieg im Gerichtssaal sorgt direkt für Spannung und macht neugierig darauf, wie Marys Geschichte weitergeht. Besonders gut gefallen hat mir das viktorianische Setting. London wirkte atmosphärisch und lebendig beschrieben, sodass man sich die engen Gassen, die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und das raue Leben dieser Zeit sehr gut vorstellen konnte.
Mary ist eine wirklich interessante Hauptfigur. Durch ihre Vergangenheit als Diebin besitzt sie Fähigkeiten, die ihr bei ihren Ermittlungen immer wieder helfen. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass sie mit ihrer Herkunft und ihrer eigenen Identität zu kämpfen hat.
Der Fall selbst war spannend aufgebaut und brachte einige überraschende Wendungen mit sich. Mary gerät mehrfach in brenzlige Situationen, wodurch die Spannung konstant erhalten bleibt. Besonders mochte ich, dass die Geschichte nicht nur aus Ermittlungen besteht, sondern auch persönliche Themen mit einfließen. Dadurch wirkte die Handlung abwechslungsreich und emotionaler.
Der Schreibstil von Y. S. Lee hat mir ebenfalls sehr gefallen. Das Buch lässt sich angenehm und flüssig lesen und schafft es gleichzeitig, Spannung und Atmosphäre aufzubauen. Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage gelesen, weil ich immer wissen wollte, wie es weitergeht.
Auch die Dynamik zwischen Mary und James hat mir gut gefallen. Beide begegnen sich zunächst mit viel Misstrauen und wissen nie so genau, ob sie dem anderen vertrauen können. Trotzdem suchen sie immer wieder die Nähe und den Austausch miteinander. Dieses vorsichtige Annähern wirkte glaubwürdig und hat der Geschichte zusätzlich etwas Besonderes gegeben.
Fazit:
Ein gelungener Auftakt einer historischen Jugendkrimireihe mit einer starken Hauptfigur, einem spannenden Fall und einer atmosphärischen Kulisse. Besonders die Mischung aus Spionage, Ermittlungen und persönlichen Konflikten konnte mich überzeugen. Wer historische Geschichten mit Spannung, Geheimnissen und einer starken weiblichen Hauptfigur mag, sollte sich dieses Buch definitiv näher anschauen.


















