Yaa Gyasi

 4.7 Sterne bei 124 Bewertungen
Autorin von Heimkehren, Homegoing und weiteren Büchern.
Yaa Gyasi

Lebenslauf von Yaa Gyasi

Yaa Gyasi wurde 1989 in Mampong, Ghana, geboren, doch aufgewachsen ist sie in Huntsville in Alabama. Als sie zwei Jahre alt war, zog ihre Familie in die USA, da ihr Vater dort eine Professur erhielt. Er ist Professor für Französisch. Gyasi studierte in Stanford und schloss dort mit einem Bachelor of Arts ab. Anschließend absolvierte sie den Master of Fine Arts eines Iowa Writers' Workshop. Schon kurz nach ihrem Abschluss begann sie an ihrem Debütroman zu schreiben und veröffentlichte diesen in den USA im Jahr 2009. Heute lebt Gyasi in Berkeley in Kalifornien.

Neue Bücher

Heimkehren

 (97)
Neu erschienen am 08.10.2018 als Taschenbuch bei DuMont Buchverlag.

Alle Bücher von Yaa Gyasi

Heimkehren

Heimkehren

 (97)
Erschienen am 08.10.2018
Heimkehren

Heimkehren

 (9)
Erschienen am 04.08.2017
Homegoing

Homegoing

 (18)
Erschienen am 05.10.2017

Neue Rezensionen zu Yaa Gyasi

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Rezension zu "Heimkehren" von Yaa Gyasi

Eines meiner Jahreshighlights
philo_und_phievor einem Monat

Heimkehren von Yaa Gyasi hat mich zutiefst berührt.

Die Handlung erstreckt sich über sieben Generationen, 14 Personen und zwei Kontinente. Es geht um Kolonialismus und Sklaverei in Ghana und Amerika und vor allem darum, was sie mit den Betroffenen macht.

Alles beginnt mit zwei Halbschwestern, die sich nie kennenlernen werden: Effia wird an einen Engländer verheiratet und führt ein komfortables Leben in Cape Coast. Ihrem Strang der Familie folgen wir größtenteils in Ghana. Esi hingegen wird an einen Sklavenhändler verkauft und nach Amerika gebracht.

Es ist kaum zu glauben, dass Gyasi es geschafft hat, diese Familiensaga auf gerade mal 300 Seiten zu erzählen, ohne dass es sich gehetzt oder nicht detailliert genug anfühlt. Stattdessen vermittelt sie auf diesen 300 Seiten dem Leser unglaublich viel wissen über die Geschichte der Kolonialisierung und des Sklavenhandels, über die Schicksale, die befreite Sklaven in Amerika zu erleiden hatten und über die Herausforderungen vor denen die Bevölkerung von Ghana in den vergangenen Jahrhunderten stand.

Gyasi schreckt dabei nicht vor blutigen und brutalen Details zurück, so dass ich das Buch einige Male beiseite legen musste und eine Pause brauchte.

Ich bin aber sehr froh, Homegoing gelesen zu haben – es wird mich sicherlich noch eine ganze Zeit beschäftigen.

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Rezension zu "Heimkehren" von Yaa Gyasi

Lese-Highlight
Nadezhdavor 4 Monaten

Die Geschehnisse in diesem Buch sind so eindringlich, so dicht und erschütternd, dass ich das Buch nur sehr langsam und in kleinen Portionen lesen konnte. Habe mich von einer Generation zur nächsten vorangearbeitet, alles in Ruhe auf mich wirken lassen und zwischendurch mehrere andere Bücher gelesen. Anders wäre es nicht gegangen.

Ich hatte zunächst nicht verstanden, warum Yaa Gyasi am Anfang ihres Romans so viele innerfamiliäre Konflikte aufwirft und die Streitigkeiten zwischen den Asante und Fante so hervorhebt. Im Licht der letzten Kapitel betrachtet, ergibt es jedoch Sinn und schließt das Geschehen des Romans wieder zu einem Kreis: Gewalt und Unrecht in der Gesellschaft sind zuerst in den Familien sichtbar. Natürlich bedingt sich das gegenseitig; eine instabile Gesellschaft schafft nicht gerade die besten Voraussetzungen für das Wachstum stabiler familiärer Beziehungen.

Und das hat mir Yaa Gyasis Geschichten-Roman mehr als jede andere meiner Lektüren zu diesem Thema vor Augen geführt: Wie sehr die Sklaverei und die damit verbundenen Lebensumstände die betroffenen Menschen entwurzelt und daran gehindert haben, sich selbst und ihre Angehörigen in eine stabile Familiengeschichte einzubetten. Viele waren immer wieder neu auf sich allein gestellt. Manche hatten das Glück, dass Angehörige da waren. Die Erzählweise, immer nur eine oder ein paar wichtige Schnittstellen im Leben der jeweiligen Hauptfigur aus dem Gesamtgeschehen herauszureißen, passt perfekt zu den Realitäten, mit denen diese Menschen umgehen mussten, nämlich selbst jeden Moment damit rechnen und klarkommen zu müssen, willkürlich aus allem herausgerissen zu werden. So, wie es mir allein beim Lesen schon Mühe gemacht hat, den einzelnen Generationen zu folgen und mich dabei noch an die Bruchstücke der letzten Generation zu erinnern, weil deren Leben nur so ausschnitthaft dargestellt wurde und man kaum genug Zeit hatte, mit ihnen warmzuwerden, so standen auch diesen im Roman dargestellten Menschen oft nur Bruchstücke (wenn überhaupt) an Familiengeschichte zur Verfügung, viele mussten mehrmals in ihrem Leben von vorn beginnen, allzu oft nicht auf selbstbestimmte Weise.

Am Anfang der Lektüre hatte mir schmerzlich das Licht am Horizont gefehlt; in den letzten Kapiteln versteht es die Autorin, verloren geglaubte Stränge wieder zusammenzuführen, mehrere Kreise auf gelungene und z.T. überraschende Weise zu schließen und Figuren mit sich selbst und ihrer Herkunft zu versöhnen, auch wenn sich vieles davon den ProtagonistInnen selbst in Träumen und mystischen Ahnungen offenbart. Als LeserIn weiß man diese Dinge genauer zu deuten, und so konnte ich das Buch am Ende zufrieden aus der Hand legen und nicht mit den destruktiven Gefühlen, die sich am Anfang noch oft bei mir eingestellt hatten.


Ich vergebe fünf dicke Sterne, werde gern mehr von der Autorin lesen, falls sie nachlegt, und dieses Buch ganz weit oben auf meine Liste zu verschenkender Bücher setzen.

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leseleas avatar

Rezension zu "Heimkehren" von Yaa Gyasi

„Wie leicht ein Leben einen Weg einschlug statt eines anderen.“ (S. 238)
leseleavor 4 Monaten

Es sind zwei Schicksale, die den Ausgangspunkt der Geschichte bilden, zwei Schicksale, die aufs engste miteinander verbunden sind und doch getrennt voneinander ihren Laufen nehmen, zwei Schicksale, die ihre Schatten noch weit über die Jahrhunderte auf ihre Kinder, Kindekindern und so weiter werfen. Es sind die Schicksale von Effia und Esi, zwei Schwestern, die sich nicht kennen: die erste heiratet einen Briten, der sein Geld mit der Versklavung der schwarzen ghanaischen Bevölkerung verdient, die zweite wird als Sklavin nach Amerika verschifft. Beides prägt die jeweiligen Generationslinien bis in die Gegenwart über Stammesglaube, Rassentrennung, Heimatlosigkeit und Ausbeutung hinweg – bis sich am Ende der Kreis zu schließen scheint. Doch ist damit alles gut?

Und in meinem Dorf gibt es eine Redensart über getrennte Schwestern. Sie sind wie eine Frau und ihr Spiegelbild, dazu verdammt, auf unterschiedlichen Seiten des Teichs zu bleiben. (S. 59)

Yaa Gyasi legt mit Heimkehren einen überaus ambitionierten Debütroman vor! Ihr Erstling ist ein weit umgreifender Generationen- und Familienroman, der – wie man es nur selten liest – schwarzes Leben und schwarze Identität in den Vordergrund in allen Facetten in den Vordergrund stellt. Heimkehren beleuchtet sowohl die Kultur in den Stämmen der Fante und Asanti als auch die Identität als Afroamerikaner in den heutigen Staaten, beides aufs engste verbunden mit der Geschichte der Sklaverei und der Rassentrennung, die bis heute andauert, sich jedoch anders ausdrückt. Dabei verfolgt Yaa Gyasi ganz eindeutig den Anspruch, sich es nicht einfach zu machen und die geschichtlichen Entwicklungen nicht schablonenartig zu skizzieren. In Heimkehren gibt es keine simple Unterscheidung zwischen „Schwarz“ und „Weiß“, zwischen „Gut“ und „Böse“, ohne dabei jedoch vergangenes Leid zu relativieren, das Amerika der Weißen aus der Verantwortung zu entlassen und zu vergessen, warum die Forderung „Black Lives Matter“ auch oder gerade im 21. Jahrhundert von Relevanz ist.

Diese thematische Komplexität wird im Heimkehren dabei im Grunde auf sehr simple durch die Erzählweise wiedergegeben: Yaa Gyasi widmet jedes Kapitel einer bestimmten Figur, alle zwei Kapitel schreitet sie in den Generationen voran. Die einzelnen Abschnitte fungieren so als Schlaglichter, die die Verschiedenheit schwarzen Lebens beleuchten, aber auch als Spieglung und Gegenüberstellung, um Gemeinsamkeiten und Trennendes zu verdeutlichen. So ist jede Figur Teil der großen, Jahrhunderte umspannenden Erzählung, eigebettet in bestimmte Strukturen, die es zu analysieren gilt, dabei aber auch immer Individuum mit einer persönlichen, unverwechselbaren Geschichte.

Das alles ist unheimlich kunstvoll, gekonnt, literarisch wertvoll – und war mir doch beim Lesen immer etwas zu wenig. Die Tiefe und die Intensität von Heimkehren wird allein im Querschnitt der Geschichte erreicht, in den einzelnen Kapiteln bliebt mir das Erzählte jedoch häufig zu oberflächlich, zu fern und daher zu emotionslos: Gerade in dem Moment, in dem man zu einer Figur Zugang gefunden, sich auf sie eingelassen hat, ging es schon weiter im Stammbaum, ohne die Möglichkeit, zu den früheren Schicksalen zurückzukehren. Im Hinblick auf die Lobpreisungen des Romans, die 2017 durch alle Kanäle gingen, hatte ich mir diesbezüglich etwas Größeres erwartet, etwas was mich als Leser getroffen und zur Verantwortung gezogen hätte. Doch das Fragmentarische der Geschichte machte es mir zu leicht, mich emotional aus der Affäre zu ziehen, die Schicksale über die Zeiten hinzunehmen und am Ende der Botschaft des Romans relativ nüchtern gegenüberzustehen. Daher gibt es für Heimkehren, obwohl es zweifelslos ein sehr guter und sehr wichtiger Roman ist, nur 4 Sterne.

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Gespräche aus der Community

Neu
DER AUDIO VERLAGs avatar

Neue Hör-Runde mit einem großen Titel:

Yaa Gyasi: Heimkehren, eine Produktion mit 14 Sprechern auf 2 mp3-CDs!

Effia BIBIANA BEGLAU . Esi JULE BÖWE
Quey JOHANN VON BÜLOW
Ness BRITTA STEFFENHAGEN
James WANJA MUES . Kojo BJARNE MÄDEL
H GÖTZ SCHUBERT . Abena RIKE SCHMID
Akua JUDITH ENGEL . Willie LISA WAGNER
Yaw STEFAN KAMINSKI . Sonny FELIX GOESER
Marjorie JODIE AHLBORN . Marcus MAX MAUFF

Darum geht es:

Ghana, 18. Jahrhundert: Die beiden Mädchen Effia und Esi wachsen auf, ohne zu wissen, dass sie Halbschwestern sind. Geboren von derselben Mutter, könnten ihre Lebenswege kaum unterschiedlicher sein: Effia heiratet als eine der ersten Frauen des Dorfes einen weißen Engländer, der eine Schlüsselrolle im Sklavenhandel spielt, und folgt ihm auf die Festung Cape Coast, auf der sie fortan lebt. Effia, ihre Halbschwester, wird dagegen bei einem Überfall auf das Dorf gefangen genommen und mit Tausenden anderen erst in die Verliese von Cape Coast und dann auf die Baumwollplantagen Amerikas verschifft. Und mit einer fesselnden erzählerischen Kraft folgt die Autorin Yaa Gyasi den Nachkommen beider Frauen über acht Generationen hinweg bis in die Gegenwart hinein: Von den Baumwollplantagen im Süden der USA über die Große Migration, von den Missionaren und dem Kampf gegen die Briten in Ghana, bis hin zu den Jazzclubs in Harlem entsteht ein berührendes Epos, das tief in die Geschichte der Sklaverei, der Schwarzen in Amerika, des Kolonialismus und der Befreiung eintaucht.

In »Heimkehren« fängt jedes Kapitel die Stimme eines weiteren Nachkommen von Effia und Esi auf der afrikanischen und der amerikanischen Seite der Familie ein. Die acht Generationen bis in die Gegenwart hinein werden von einem hochkarätigen Sprecherensemble aus 14 Schauspielern verkörpert: Bibiana Beglau, Jule Böwe, Johann von Bülow, Britta Steffenhagen, Wanja Mues, Bjarne Mädel, Götz Schubert, Rike Schmid, Judith Engel, Lisa Wagner, Stefan Kaminski, Felix Goeser, Jodie Ahlborn und Max Mauff. Und noch in der Gegenwart sind die Lebenslinien beider Familienzweige eng miteinander verknüpft…

Hier geht´s zur Hörprobe:

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Für die neue Hör- und Leserunde verlosen wir unter allen Teilnehmern 6 Hörbücher und 4 Bücher!
Vielen Dank dafür an den DuMont Verlag!

Was Ihr dafür tun müsst? Antwortet einfach auf unsere Gewinnspielfrage:

Habt Ihr euch mit eurer eigenen Familiengeschichte auseinandergesetzt? Kam dabei etwas Unerwartetes oder Spannendes heraus?

Schreibt hier Eure Beiträge zu unserer Gewinnspielfrage bis einschließlich Dienstag, 01.08.2017 ein. Die glücklichen Gewinner werden dann am Mittwoch, 02.08.2017 von unserer DAV-Glücksfee gezogen und benachrichtigt.

Die Gewinner sind gebeten, im Anschluss an die Hör- und Leserunde ihre Rezensionen hier bei lovelybooks und auch in weiteren Foren (eigenen Blogs, bei amazon etc.) zu verfassen und uns diese gern zu mailen. Vielen Dank!

Liebe Grüße, Euer Team von DAV :)!

Zur Leserunde
TanjaMaFis avatar

Two sisters, two destinies and their long legacies

Sometimes the fate of two people can influence the lives of many generations to come. Homegoing tells such a story. Yaa Gyasi's debut takes us from Africa to the US and even further as the lives of Effia and Esi unfold and the destinies of the descendants unravel ...

Join our  Let's Read in English book club and discuss great novels each month. Usually, there won't be any free books but you are welcome to discuss every book at your own convenience. If you participate actively (around 5 substantial posts), you can also earn a lottery ticket for the raffle at the end of the year! 

More about the book 
Effia and Esi: two sisters with two very different destinies. One sold into slavery; one a slave trader's wife. The consequences of their fate reverberate through the generations that follow. Taking us from the Gold Coast of Africa to the cotton-picking plantations of Mississippi; from the missionary schools of Ghana to the dive bars of Harlem, spanning three continents and seven generations, Yaa Gyasi has written a miraculous novel - the intimate, gripping story of a brilliantly vivid cast of characters and through their lives the very story of America itself. Epic in its canvas and intimate in its portraits, Homegoing is a searing and profound debut from a masterly new writer. 

More about the author
Yaa Gyasi was born in Ghana. She moved to the US when she was 2 years old because her father worked towards his PhD at Ohio State University. She earned a Bachelor of Arts at Stanford and a Master of Fine Arts from the Iowa Writer's Workshop. Homegoing, inspired by a trip to Ghana, is her first novel..

That sounds like a novel you'd enjoy? Great, come and join our book discussion. I'm looking forward to a great book club in July with you! 

You are welcome to discuss the book in English. If you feel more comfortable doing it in German - no problem! Please feel free to use whatever language you are most comfortable with. 

You love to read in English? Perfect! You can now join the Let's Read in English Challenge 2017 to read and discuss books with other readers.
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Yaa Gyasi im Netz:

Community-Statistik

in 188 Bibliotheken

auf 32 Wunschlisten

von 3 Lesern aktuell gelesen

von 3 Lesern gefolgt

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