Heimkehren

von Yaa Gyasi 
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Heimkehren
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Schwarze Identität vom 18. Jahrhundert bis heute. Ein komplexer Roman, der es sich und dem Leser nicht einfach macht.

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Inhaltsangabe zu "Heimkehren"

Obwohl Effia und Esi Schwestern sind, lernen sie sich nie kennen, denn ihre Lebenswege verlaufen von Anfang an getrennt. Im Ghana des 18. Jahrhunderts heiratet Effia einen Engländer, der im Sklavenhandel zu Reichtum und Macht gelangt. Esi dagegen wird als Sklavin nach Amerika verkauft. Während Effias Nachkommen über Jahrhunderte Opfer oder Profiteure des Sklavenhandels werden, kämpfen Esis Kinder und Kindeskinder ums Überleben: auf den Plantagen der Südstaaten, während des Amerikanischen Bürgerkrieges, der Großen Migration, in den Kohleminen Alabamas und dann, im 20. Jahrhundert, in den Jazzclubs und Drogenhäusern Harlems. Hat die vorerst letzte Generation schließlich die Chance, einen Platz in der Gesellschaft zu finden, den sie Heimat nennen kann und wo man nicht als Menschen zweiter Klasse angesehen wird?
Mit einer enormen erzählerischen Kraft zeichnet Yaa Gyasi die Wege der Frauen und ihrer Nachkommen über Generationen bis in die Gegenwart hinein. ›Heimkehren‹ ist ein bewegendes Stück Literatur von beeindruckender politischer Aktualität.

New-York-Times-Bestseller

Das Hörbuch erscheint am 4. August bei DAV, gelesen von 14 Sprecherinnen und Sprechern:
Bibiana Beglau, Wanja Mues, Britta Steffenhagen, Götz Schubert, Johann von Bülow, Stefan Kaminski, Felix Goeser, Bjarne Mädel, Max Mauff, Rike Schmid, Jodie Ahlborn, Jule Böwe, Judith Engel, Lisa Wagner

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783832198381
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:DuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum:29.11.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 04.08.2017 bei Der Audio Verlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Nadezhdavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Lese-Highlight
    Lese-Highlight

    Die Geschehnisse in diesem Buch sind so eindringlich, so dicht und erschütternd, dass ich das Buch nur sehr langsam und in kleinen Portionen lesen konnte. Habe mich von einer Generation zur nächsten vorangearbeitet, alles in Ruhe auf mich wirken lassen und zwischendurch mehrere andere Bücher gelesen. Anders wäre es nicht gegangen.

    Ich hatte zunächst nicht verstanden, warum Yaa Gyasi am Anfang ihres Romans so viele innerfamiliäre Konflikte aufwirft und die Streitigkeiten zwischen den Asante und Fante so hervorhebt. Im Licht der letzten Kapitel betrachtet, ergibt es jedoch Sinn und schließt das Geschehen des Romans wieder zu einem Kreis: Gewalt und Unrecht in der Gesellschaft sind zuerst in den Familien sichtbar. Natürlich bedingt sich das gegenseitig; eine instabile Gesellschaft schafft nicht gerade die besten Voraussetzungen für das Wachstum stabiler familiärer Beziehungen.

    Und das hat mir Yaa Gyasis Geschichten-Roman mehr als jede andere meiner Lektüren zu diesem Thema vor Augen geführt: Wie sehr die Sklaverei und die damit verbundenen Lebensumstände die betroffenen Menschen entwurzelt und daran gehindert haben, sich selbst und ihre Angehörigen in eine stabile Familiengeschichte einzubetten. Viele waren immer wieder neu auf sich allein gestellt. Manche hatten das Glück, dass Angehörige da waren. Die Erzählweise, immer nur eine oder ein paar wichtige Schnittstellen im Leben der jeweiligen Hauptfigur aus dem Gesamtgeschehen herauszureißen, passt perfekt zu den Realitäten, mit denen diese Menschen umgehen mussten, nämlich selbst jeden Moment damit rechnen und klarkommen zu müssen, willkürlich aus allem herausgerissen zu werden. So, wie es mir allein beim Lesen schon Mühe gemacht hat, den einzelnen Generationen zu folgen und mich dabei noch an die Bruchstücke der letzten Generation zu erinnern, weil deren Leben nur so ausschnitthaft dargestellt wurde und man kaum genug Zeit hatte, mit ihnen warmzuwerden, so standen auch diesen im Roman dargestellten Menschen oft nur Bruchstücke (wenn überhaupt) an Familiengeschichte zur Verfügung, viele mussten mehrmals in ihrem Leben von vorn beginnen, allzu oft nicht auf selbstbestimmte Weise.

    Am Anfang der Lektüre hatte mir schmerzlich das Licht am Horizont gefehlt; in den letzten Kapiteln versteht es die Autorin, verloren geglaubte Stränge wieder zusammenzuführen, mehrere Kreise auf gelungene und z.T. überraschende Weise zu schließen und Figuren mit sich selbst und ihrer Herkunft zu versöhnen, auch wenn sich vieles davon den ProtagonistInnen selbst in Träumen und mystischen Ahnungen offenbart. Als LeserIn weiß man diese Dinge genauer zu deuten, und so konnte ich das Buch am Ende zufrieden aus der Hand legen und nicht mit den destruktiven Gefühlen, die sich am Anfang noch oft bei mir eingestellt hatten.


    Ich vergebe fünf dicke Sterne, werde gern mehr von der Autorin lesen, falls sie nachlegt, und dieses Buch ganz weit oben auf meine Liste zu verschenkender Bücher setzen.

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    leseleas avatar
    leseleavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Schwarze Identität vom 18. Jahrhundert bis heute. Ein komplexer Roman, der es sich und dem Leser nicht einfach macht.
    „Wie leicht ein Leben einen Weg einschlug statt eines anderen.“ (S. 238)

    Es sind zwei Schicksale, die den Ausgangspunkt der Geschichte bilden, zwei Schicksale, die aufs engste miteinander verbunden sind und doch getrennt voneinander ihren Laufen nehmen, zwei Schicksale, die ihre Schatten noch weit über die Jahrhunderte auf ihre Kinder, Kindekindern und so weiter werfen. Es sind die Schicksale von Effia und Esi, zwei Schwestern, die sich nicht kennen: die erste heiratet einen Briten, der sein Geld mit der Versklavung der schwarzen ghanaischen Bevölkerung verdient, die zweite wird als Sklavin nach Amerika verschifft. Beides prägt die jeweiligen Generationslinien bis in die Gegenwart über Stammesglaube, Rassentrennung, Heimatlosigkeit und Ausbeutung hinweg – bis sich am Ende der Kreis zu schließen scheint. Doch ist damit alles gut?

    Und in meinem Dorf gibt es eine Redensart über getrennte Schwestern. Sie sind wie eine Frau und ihr Spiegelbild, dazu verdammt, auf unterschiedlichen Seiten des Teichs zu bleiben. (S. 59)

    Yaa Gyasi legt mit Heimkehren einen überaus ambitionierten Debütroman vor! Ihr Erstling ist ein weit umgreifender Generationen- und Familienroman, der – wie man es nur selten liest – schwarzes Leben und schwarze Identität in den Vordergrund in allen Facetten in den Vordergrund stellt. Heimkehren beleuchtet sowohl die Kultur in den Stämmen der Fante und Asanti als auch die Identität als Afroamerikaner in den heutigen Staaten, beides aufs engste verbunden mit der Geschichte der Sklaverei und der Rassentrennung, die bis heute andauert, sich jedoch anders ausdrückt. Dabei verfolgt Yaa Gyasi ganz eindeutig den Anspruch, sich es nicht einfach zu machen und die geschichtlichen Entwicklungen nicht schablonenartig zu skizzieren. In Heimkehren gibt es keine simple Unterscheidung zwischen „Schwarz“ und „Weiß“, zwischen „Gut“ und „Böse“, ohne dabei jedoch vergangenes Leid zu relativieren, das Amerika der Weißen aus der Verantwortung zu entlassen und zu vergessen, warum die Forderung „Black Lives Matter“ auch oder gerade im 21. Jahrhundert von Relevanz ist.

    Diese thematische Komplexität wird im Heimkehren dabei im Grunde auf sehr simple durch die Erzählweise wiedergegeben: Yaa Gyasi widmet jedes Kapitel einer bestimmten Figur, alle zwei Kapitel schreitet sie in den Generationen voran. Die einzelnen Abschnitte fungieren so als Schlaglichter, die die Verschiedenheit schwarzen Lebens beleuchten, aber auch als Spieglung und Gegenüberstellung, um Gemeinsamkeiten und Trennendes zu verdeutlichen. So ist jede Figur Teil der großen, Jahrhunderte umspannenden Erzählung, eigebettet in bestimmte Strukturen, die es zu analysieren gilt, dabei aber auch immer Individuum mit einer persönlichen, unverwechselbaren Geschichte.

    Das alles ist unheimlich kunstvoll, gekonnt, literarisch wertvoll – und war mir doch beim Lesen immer etwas zu wenig. Die Tiefe und die Intensität von Heimkehren wird allein im Querschnitt der Geschichte erreicht, in den einzelnen Kapiteln bliebt mir das Erzählte jedoch häufig zu oberflächlich, zu fern und daher zu emotionslos: Gerade in dem Moment, in dem man zu einer Figur Zugang gefunden, sich auf sie eingelassen hat, ging es schon weiter im Stammbaum, ohne die Möglichkeit, zu den früheren Schicksalen zurückzukehren. Im Hinblick auf die Lobpreisungen des Romans, die 2017 durch alle Kanäle gingen, hatte ich mir diesbezüglich etwas Größeres erwartet, etwas was mich als Leser getroffen und zur Verantwortung gezogen hätte. Doch das Fragmentarische der Geschichte machte es mir zu leicht, mich emotional aus der Affäre zu ziehen, die Schicksale über die Zeiten hinzunehmen und am Ende der Botschaft des Romans relativ nüchtern gegenüberzustehen. Daher gibt es für Heimkehren, obwohl es zweifelslos ein sehr guter und sehr wichtiger Roman ist, nur 4 Sterne.

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    Yolandes avatar
    Yolandevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Interessanter Ansatz eine Geschichte zu erzählen, liest sich eher wie Kurzgeschichten
    Kraftvolle Bilder

    Yaa Gyasi wurde 1989 in Ghana geboren. Ihre Eltern stammen aus der Ashanti-Region, die Familie emigrierte 1991 in die USA, wo der Vater eine Anstellung an einer Universität fand.

    Seit ihrem zehnten Lebensjahr wuchs Gyasi in Huntsville, Alabama auf. 
    Gyasi studierte Englische Literatur an der Stanford University und hat einen Abschluss des Iowa Writer`s Workshop.
    Zu ihrem ersten Roman "Homegoing" wurde sie durch ihre erste Heimatreise nach Ghana inspiriert, die als Erwachsene unternahm.
    Der Roman erhielt verschiedene Preise, u.a. einen Hemingway Foundatin PEN Award und einen American Book Award.
    Yaa Gyasi lebt in Berkeley, Kalifornien.

    Inhalt (lovelybooks):  Obwohl Effia und Esi Schwestern sind, lernen sie sich nie kennen, denn ihre Lebenswege verlaufen von Anfang an getrennt. Im Ghana des 18. Jahrhunderts heiratet Effia einen Engländer, der im Sklavenhandel zu Reichtum und Macht gelangt. Esi dagegen wird als Sklavin nach Amerika verkauft. Während Effias Nachkommen über Jahrhunderte Opfer oder Profiteure des Sklavenhandels werden, kämpfen Esis Kinder und Kindeskinder ums Überleben: auf den Plantagen der Südstaaten, während des Amerikanischen Bürgerkrieges, der Großen Migration, in den Kohleminen Alabamas und dann, im 20. Jahrhundert, in den Jazzclubs und Drogenhäusern Harlems. Hat die vorerst letzte Generation schließlich die Chance, einen Platz in der Gesellschaft zu finden, den sie Heimat nennen kann und wo man nicht als Menschen zweiter Klasse angesehen wird?  

    Was mich an diesem Buch vor allem beeindruckt hat, war die Sprache. Ohne blumige Ausführungen schafft es Yaa Gyasi schnell, ein Bild zu erschaffen, von den Örtlichkeiten, von der Atmosphäre, von den Menschen. 
    Das Buch hat keine durchgehende Handlung, es handelt sich vielmehr um Kurzgeschichten, in denen der Hauptprotagonist, bzw, die Hauptprotagonistin jeweils der nachfolgenden Generation angehört. 
    Ich bin kein Fan von Kurzgeschichten, weil ich finde, dass man meistens keinen richtigen Bezug zu den handelnden Personen aufbauen kann. Kaum ist das Interesse geweckt, ist es auch schon wieder vorbei. So war es auch leider dieses Mal. Ich hätte sehr gern mehr über Effia und Esi, Quey und Ness und wie sie alle heißen erfahren. Gerade bei den ersten Geschichten hätte ich die Protagonisten gerne noch etwas länger begleitet. Oft endeten die Kapitel etwas unvermittelt. Man erfuhr zwar grob in den weiteren Kapiteln noch etwas, aber das fand ich für mich unzureichend. Je weiter das Buch voranschritt, umso weniger konnten mich die Schicksale berühren, auch weil sie nicht genug Zeit hatten mir nahe zu kommen. 
    Schade, so fand ich das Thema etwas verschenkt.

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    jenvo82s avatar
    jenvo82vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein bewegender, epochaler Roman über Sklaverei, die falsche Hautfarbe und die Kraft sich von ganz unten wieder an die Oberfläche zu kämpfen.
    Eine steinige Reise durch die Untiefen der Menschlichkeit

    „Sein Vater hasste die Weißen abgrundtief. Es war ein Hass wie eine mit Steinen gefüllte Tasche, ein Stein für jedes Jahr, in dem die Ungleichheit weiterhin die Norm in Amerika war. Diese Tasche trug er immer mit sich.“


    Inhalt


    Die beiden dunkelhäutigen Halbschwestern Effia und Esi wachsen getrennt voneinander auf und durchleben ganz verschiedene Schicksale. Während Effia einen Sklavenhändler heiratet und das Leid der Menschen nur aus der Ferne miterlebt. Muss Esi eingepfercht mit zahllosen anderen rechtlosen Frauen, die Reise nach Amerika antreten, nur um dort mit ihren Nachkommen in den anscheinend nie enden wollenden Strudel des Menschenhandels zu versinken. Doch eigentlich umfasst dieser Roman viel mehr als diese zwei Protagonisten, denn der Leser begleitet kapitelweise die Nachfahren der beiden und bekommt einen Einblick in deren Leben und auch in die Entwicklung der Sklaverei, die zwar mit dem Verlauf der Zeit andere Formen annimmt aber Menschen mit dunkler Hautfarbe auch Jahrhunderte später noch als zweitklassig behandelt.


    Meinung


    Dieser Debütroman der in Ghana geborenen jungen Autorin Yaa Gyasi, stand wochenlang auf den Bestsellerlisten in den USA und setzt sich sehr vielschichtig und ehrlich mit der Thematik der Sklaverei auseinander, in dem er Einzelschicksale aufgreift und ein wahres Netzt an Verbindungen zwischen den Menschen knüpft, die alle kein einfaches Leben führen dürfen, einfach nur weil sie nicht die „richtige“ Hautfarbe haben. Dabei legt die Autorin großen Wert auf eine bunte, abwechslungsreiche Geschichte, der man aus ganz verschiedenen Blickwinkeln näherkommt, ohne sie abschließend tatsächlich bewerten zu können. Denn alle handelnden Personen versuchen angestrengt ihrer Herkunft zu entkommen, da sie lernen mussten, dass genau diese der dunkle Fleck in ihrem Leben ist. Gleichsam suchen sie verzweifelt nach Halt und anderen Menschen, die sie lieben und achten, unabhängig von der gelebten Vergangenheit. Sie ertragen Schmerzen und Demütigungen, stehen aufrecht und nehmen ihr Schicksal an, ohne jemals zu vergessen oder zu verzeihen. Ihrer aller Leben ist die Suche nach einem Ort, einem Zuhause, das sie nicht mehr verlieren können, weil es in ihren Herzen weiterlebt.


    Der Schreibstil des Roman ist eingängig und interessant, denn immer wieder trifft man als Leser auf die Namen bereits bekannter Vorfahren und erlebt nicht nur die Veränderung der Ansichten, die Lockerung der Gesetzt oder ihre Verschärfung, man kommt direkt in der Familiengeschichte vorwärts, hat beinahe das Gefühl, die Menschen hinter der Geschichte zu kennen und nähert sich ihnen dennoch nicht endgültig an, da ein Abschnitt meist dort endet, wo man glaubt, dass derjenige seinen Weg gefunden haben könnte, doch man erfährt es nicht bis ins letzte Detail. Diese Erzähltechnik stört mich dennoch nicht, weil sich im Folgenden wieder neue Impulse aufbauen, die entdeckt und verarbeitet werden wollen.


    Fazit


    Ich vergebe gute 4 Lesesterne für diesen einfühlsamen wie unterhaltsamen Roman, der epochale Entwicklungen in der Geschichte der Sklaverei aufgreift und dennoch sehr persönlich auf mich wirkt, weil er nichts anders als eine langjährige Familientragödie ist, der man als Angehöriger nicht einfach so entkommen kann. Er scheint wie eine Reise, deren Ziel nicht ganz klar ist, bei der es aber um die Maßstäbe und Entdeckungen auf den einzelnen Etappen geht. Die Geschichte hat keine herkömmlichen Helden, die schillernd über dem Geschehen thronen, sie konzentriert sich auf einfache Menschen, die immer wieder aufstehen, die jegliche Strafe ertragen, die mit den Untiefen der Menschlichkeit in Berührung kommen und doch niemals verzweifeln, sei es auf Grund ihres Glaubens oder der Reinheit ihrer Gedanken. Sie alle sind nur ein winziges Körnchen im Getriebe und verändern doch ihre Umwelt ganz wesentlich, vielleicht weil sie es nicht nur in den Kopf des Lesers schaffen, sondern auch in sein Herz.

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    Miamous avatar
    Miamouvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Eine spannende, berührende und emotionale Identitätssuche, die sich über acht Generationen erstreckt! UNBEDINGT LESEN!!!
    Bewegende Schicksale...

    Yaa Gyasi hat sich selbst mit ihrem Debüt „Heimkehren“ große Fußstapfen vorgetreten und ich bin mir ziemlich sicher, dass jedes weitere Buch von ihr, an dem hier gemessen werden wird. In „Heimkehren“ erzählt sie eine unglaubliche Geschichte, die sich über acht Generationen erstreckt und deren Beginn auf die Anfänge des Sklavenhandels zurückgeht.

    Esi und Effia sind Schwester, sie lernen sich aber aufgrund unvorhergesehener Umstände, niemals kennen. Während Effia einen Engländer heiratet, der sein Geld durch Sklavenhandel verdient, wird Esi als Sklavin nach Amerika verkauft. Die nachfolgenden Generationen von Effia wachsen in Afrika auf und werden Profiteure des Sklavenhandels. Esis Nachkommen in Amerika haben jedoch seit jeher um ihre Freiheit zu kämpfen. Knapp 200 Jahre begleitet der Leser die Familie auf beiden Kontinenten und erfährt dabei, welche Nachwirkungen der Sklavenhandel, obwohl schon lange abgeschafft, noch heute auf die Gesellschaft hat.

    Ich muss gestehen, dass mich der Klappentext des Buches so gar nicht ansprechen konnte, nicht weil mich das Thema an sich nicht interessieren würde, sondern ich glaube, dass er mir einfach zu schwammig war. Erst nachdem viele begeisterte Leser und Leserinnen mir zu dem Buch geraten haben, habe ich mich dann doch darüber gewagt. Und einmal begonnen, konnte ich das Buch dann gar nicht mehr aus der Hand legen. Es entwickelt sich ziemlich schnell eine Sogwirkung, was vielleicht daran lag, dass vierzehn Erzähler zu Wort kommen und diese ihre Erzählung cliffhangerartig beendeten. Es bleibt also doch einiges dem Leser selbst überlassen bzw. wird einiges erst ein paar Generationen später aufgelöst, sodass man immer weiter lesen will.

    Die vierzehn Erzähler sind genauso einmalig, wie ihre Geschichten und es fällt einem daher gar nicht schwer, sich mit ihnen zu freuen, mit ihnen zu weinen, sie zu bemitleiden, sie anzufeuern. Wenn man sich für dieses Buch entscheidet, kann man sich daher auf eine emotionale Achterbahnfahrt vorbereiten.

    Da sich die Geschichte doch über einige Jahre (mehr als ein Jahrhundert ;-)) dahinzieht, hatte die Autorin natürlich auch irgendwie die Aufgabe sehr viel geschichtlichen Hintergrund in ihrem Buch unterzubringen. So war beispielweise die Geschichte Amerikas mit ihrem Unabhängigkeitskrieg, dem Verbot der Sklaverei und der Rassentrennung etwas, dass man mitunter schon kennt bzw. hat man wenigstens davon gehört. Für mich war speziell die Geschichte Ghanas unter der Kolonialherrschaft England dann doch etwas, das ganz neu war und von der ich einiges mitnehmen konnte. Sehr interessant für mich, dass der „weiße Mann“ immer als das Übel der Sklaverei hingestellt wird (was seine Berechtigung hat), aber auch die afroamerikanischen Stämme trugen ihren Teil dazu bei, indem sie Gefangene machten und diese als Sklaven verkauften. Yaa Gyasi hat daher einen eher objektiven und reflektierten Blick auf dieses Thema geworfen. Sehr klar erkennbar macht sie auch fest, dass die Ursache der Diskriminierung der heutigen Zeit im Sklavenhandel seinen Ursprung gefunden hat und dass unsere Gesellschaft noch lange nicht darüber hinweg ist.

    Die letzten Nachfahren von Esi und Effia hat die Autorin in unsere Zeit gesetzt und diese beiden Charaktere sind sehr philosophisch angehaucht, sodass die Leser mit dem Gefühl der Hoffnung entlassen werden.

    Da ich nun auch zu den begeisterten Lesern dieses Buchs gehöre, empfehle ich es von Herzen weiter. Eine einmalige Geschichte, die teils Familiengeschichte und teils Geschichte der Sklaverei ist, in der es jedoch vordergründig um die erzählenden Personen und ihren persönlichen Freuden und Nöten geht.

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    Leseprinzessin1991s avatar
    Leseprinzessin1991vor einem Jahr
    Kurzmeinung: sehr berührend und spannend
    Ein zukünftiger Klassiker

    Ich habe mich für "die Entdeckung des Glücks" interessiert, da die Leseprobe mir anders schien als mein Eindruck von den zahlreichen Glücksratgebern, die den Buchmarkt überschwemmen. In diesen geht es nämlich überwiegend um Achtsamkeit und spirituelle Praktiken. 
    Isabell Prophet hingegen bemüht sich um eine wissenschaftliche Perspektive und führt viele interessante Studien an, beispielsweise über den Einfluss von Stress und ähnlichem. Das Thema Forschung macht den größten Anteil des Buches aus, während gezielte Tipps eher kürzer gehalten werden. 
    Neben den üblichen Tipps wie Sport oder Achtsamkeit ging es auch viel um die Work-Life-Balance bei Karrieremenschen oder Menschen, die in der freien Wirtschaft arbeiten. Dies hat mich etwas weniger 
    angesprochen, da ich selbst in keinem Büro arbeite und noch studiere. Deshalb ist die Zielgruppe wohl eher die Zahl der Menschen zwischen 30 und 60. Während ich anfangs noch viel Freude beim Lesen hatte, fühlte ich nach dem zweiten Drittel etwas Langeweile, da ich das Gefühl hatte, die dort gegebenen Tipps zum Glück könnten auch von jedem beliebigen Menschen auf der Straße stammen. 
    Alles in allem ein interessantes Buch für Menschen, die sich abseits von Esoterik mit Glück befassen wollen. Dennoch gab es keine weltverändernden neuen Einblicke.

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    Mia80vor einem Jahr
    Berührende Schicksale

    In ihrem Roman „Heimkehren“ beschäftigt sich Yaa Gyasi mit dem Schicksal einer Familie über mehrere Generationen hinweg.
    Den Ausgangspunkt bilden zwei Schwestern, die sich niemals persönlich kennenlernen, da sie von verschiedenen Müttern geboren wurden und vollständig unterschiedliche Lebenswege gingen.

    Die Autorin hat gut recherchiert und ein historisch authentisches Werk geschaffen. Insbesondere die frühen Kapitel, in denen es um Sklavenhandel ging, haben mich sehr bestürzt. Die unvorstellbaren Lebensbedingungen und Qualen die diese Leute erdulden mussten sind eine Schande. Bis zu dieser Lektüre war mir nicht bewusst, dass Menschen aller Hautfarbe als Fädenzieher in die Sklaverei involviert waren, um sich finanziell zu profilieren.

    „Heimkehren“ ist kein Roman in dem auf 7 dürre Jahre 7 fette folgen. Auch am Ende ist nicht alles Sonnenschein. Jede Generation hat mit Schicksalsschlägen und Missständen zu kämpfen und die Aussichtslosigkeit mit der die Charaktere konfrontiert wurden hat mich oft traurig gemacht.

    Der Schreibstil von Yaa Gyasi ist sehr bildhaft und lässt sich angenehm flüssig lesen. Persönlich empfand ich die Protagonisten gegen Ende des Buches nicht mehr ganz so interessant wie am Anfang.

    Die größten Mankos dieses Buches waren für mich die großen Zeitsprünge (teilweise um die 20 Jahre) und die abrupten Beendigungen der Kapitel.
    Ich hatte das Gefühl, dass jede Geschichte auf ihrem Zenit endete, bevor zum nächsten Protagonisten gewechselt wurde.
    Ich wollte oft noch so viel mehr wissen, aber nach Ende eines Kapitels erschienen die vorherigen Personen nur noch schemenhaft als Randfiguren.
    Dadurch liest sich „Heimkehren“ nicht wirklich als zusammenhängender Roman, sondern mehr wie eine Sammlung an Kurzgeschichten.

    Ich möchte dieses Buch dennoch jedem empfehlen, der ein wenig mehr über die Geschichte der Schwarzen wissen möchte.

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    raven1711s avatar
    raven1711vor einem Jahr
    Ein moderner Klassiker

    Rezension Yaa Gyasi - Heimkehren

    Klappentext:
    Obwohl Effia und Esi Schwestern sind, lernen sie sich nie kennen, denn ihre Lebenswege verlaufen von Anfang an getrennt. Im Ghana des 18. Jahrhunderts heiratet Effia einen Engländer, der im Sklavenhandel zu Reichtum und Macht gelangt. Esi dagegen wird als Sklavin nach Amerika verkauft. Während Effias Nachkommen über Jahrhunderte Opfer oder Profiteure des Sklavenhandels werden, kämpfen Esis Kinder und Kindeskinder ums Überleben: auf den Plantagen der Südstaaten, während des Amerikanischen Bürgerkrieges, der Großen Migration, in den Kohleminen Alabamas und dann, im 20. Jahrhundert, in den Jazzclubs und Drogenhäusern Harlems. Hat die vorerst letzte Generation schließlich die Chance, einen Platz in der Gesellschaft zu finden, den sie Heimat nennen kann und wo man nicht als Menschen zweiter Klasse angesehen wird?
    Mit einer enormen erzählerischen Kraft zeichnet Yaa Gyasi die Wege der Frauen und ihrer Nachkommen über Generationen bis in die Gegenwart hinein. ›Heimkehren‹ ist ein bewegendes Stück Literatur von beeindruckender politischer Aktualität.

    Meinung:
    Schaut man sich in den Herbst-Neuerscheinungen um, scheinen im Moment Bücher über das Thema Sklaverei und Geschichte im Trend zu liegen. Auch Heimkehren behandelt dieses Thema in seinen verschiedensten Formen.
    Die Familiensaga beginnt im 18. Jahrhundert und erzählt die Geschichte zweier Halbschwestern. Die eine wird als Sklavin nach Amerika gebracht, die andere wird zur "Frau" eines britischen Offiziers. Als Leser begleitet man sie und ihre Nachkommen in wichtigen Stationen aus deren Leben. Dadurch erfährt man mehr über die Geschichte Ghanas und es werden einem nochmal Zusammenhänge bewusst, die auch heute immer noch Einfluss auf die aktuellen Geschehnisse haben, sei es in den USA oder in Afrika.
    Kolonialisierung, Sklaverei, Freiheit - Yaa Guyasi schafft es, all diese Themen in ihrem Roman unterzubringen, ohne dass er überfrachtet wirkt. Trotz dass man auch immer nur kapitelweise die Figuren kennen lernt, hatte ich an keiner Stelle das Gefühl, nicht mitzukommen und immer konnte ich mich in die Charaktere hineinversetzen, da Yaa Guyasi diese ausreichend dicht ausgebaut hat. Natürlich trifft man immer wieder auf bereits bekannte Figuren und erfährt so immer wieder, wie es mit den jeweiligen Vorgeschichten weiter- und ausgegangen ist. Dieses Zusammenfassen der einzelnen Fäden ist stimmig und rund umgesetzt worden.
    Auch sprachlich hat mich das Buch fesseln können. Die klare Bildsprache, hier übersetzt von Annette Grube, sorgt für einen guten Lesefluss und macht das Buch umso kurzweiliger. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und die Jahrzehnte fliegen förmlich an einem Vorbei.
    Das Buch hat mich betroffen gemacht, zeigte es mir doch immer wieder, wie sehr die Ereignisse aus der Vergangenheit auch heute noch unser Weltgeschehen beeinflussen. Heimkehren bietet viel Stoff zum Nachdenken und Diskutieren, prangert aber nicht an und weiß gut zu unterhalten.

    Fazit:
    Das Buch wird lt. Buchrückseite als modernern Klassiker angepriesen, und ja, diese Aussage kann man so gerne stehen lassen. Yaa Guyasi hat hier gute Arbeit geleistet und eine spannende Familiengeschichte rund um das Thema Sklaverei und Freiheit geschaffen, die viel Stoff zum Nachdenken und zum Diskutieren bietet. Ein Roman, der noch Lange nach Beenden der Lektüre nachwirkt.
    Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
    Vielen Dank an die DuMont Buchverlage für das Rezensionsexemplar.

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    anushkas avatar
    anushkavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Tief beeindruckend und berührend. Eine Familiengeschichte über 250 Jahre und die Auswirkungen der Sklaverei. Absolute Leseempfehlung.
    Beeindruckendes Buch mit toller Konstruktion

    Ghana, Ende des 18. Jahrhunderts: Effia und Esi sind Halbschwestern, die sich nie kennenlernen werden. Die eine lebt bei den Fante, die andere bei den Asante, verfeindete Völker, die immer wieder im Krieg liegen. Obwohl gemeinsames Blut in ihren Adern fließt, verlaufen ihre Lebenswege komplett unterschiedlich. Während Effia den mit Sklaven handelnden britischen Gouverneur des Fort Cape Coast heiratet, wird ihre Halbschwester versklavt und nach Amerika verschifft. Generation für Generation, bis in die Gegenwart, kämpfen die Linien der Familie ums Überleben und einen Platz in der Welt.

    Das Debüt dieser Autorin ist wirklich ganz bemerkenswert. Braucht man am Anfang noch etwas Zeit um sich in den Aufbau des Buches einzufinden, weiß man diese ungewöhnliche Konstruktion schon bald zu schätzen. Generation für Generation wird das Leben eines Nachkommens von Effia und Esi eine Zeit lang begleitet. Dadurch taucht man in die jeweilige Lebensrealität ein. In Esis Familie ist diese Jahrhunderte lang von Versklavung, Rassenhass und Diskriminierung geprägt. Effias Nachkommen tragen ebenfalls schwer an ihrem Erbe der Stammesfehden und als Sklavenhändler. Dieses Buch ist möglicherweise frustrierend für Leser, die für Geschichten einen klaren Abschluss brauchen, denn das ist bei den einzelnen Schicksalen nur selten gegeben, auch wenn sie von nachfolgenden Generationen noch thematisiert werden. Aber man bleibt nie lange bei einer einzelnen Figur, sondern muss diese oft verlassen, wenn man gerade eine Verbindung zu ihr aufgebaut hat. Und trotzdem ist es möglich, mit diesen Figuren mitzufiebern und mitzuleiden.
    Die Autorin zeichnet nach, dass die Diskriminierung der Afro-Amerikaner noch längst nicht vorbei ist und es auch nicht war, als die Sklaverei abgeschafft wurde. Sie zeigt beeindruckt und erschreckend, dass sich stattdessen neue Wege fanden, um die Ungleichheit aufrecht zu erhalten. Und auf der anderen Seite des Ozeans hat die Familie von Effia ebenfalls kein leichtes Leben. Besonders erschreckend ist dargestellt, wie sich verfeindete Völker eines Kontinents gegenseitig an eine Besatzungsmacht ausgeliefert und verkauft und somit ihr eigenes Schicksal besiegelt haben. Nicht zuletzt ist das Buch auch dadurch großartig, weil es von hoher politischer Aktualität ist und die noch heute wirkenden Nachwirkungen und deren Entstehung verständlich und berührend nachzeichnet.

    Für mich ist dieses Buch ein Meisterwerk. Es ist toll konstruiert, sprachlich ansprechend und anspruchsvoll und wirkt sehr authentisch. Jedes Schicksal ist einzigartig, wirkt aber nie übertrieben oder unrealistisch. Das Buch hat mich in seinen Bann gezogen und mit den Figuren mitleben und mitleiden lassen. Es ist ein sehr kluges Buch, dessen Bedeutungsebenen man gar nicht auf einmal erfassen kann und das einen dadurch noch längere Zeit begleitet und beschäftigt. Auch wenn das Buch keine Wohlfühlgeschichte erzählt und kein rosarotes Happy End präsentiert, habe ich das Lesen sehr genossen und das Buch geliebt. Für mich ist es definitiv ein Highlight, das noch lange nachwirkt. Es hat mich tief beeindruckt und berührt.

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    Alexandra_Luchss avatar
    Alexandra_Luchsvor einem Jahr
    Moderner Klassiker?!

    Manchmal finde ich es etwas übertrieben, wenn ein Buch schon kurz nach Erscheinen als nächster moderner Klassiker gehandelt wird. Doch jetzt nach meiner Lektüre von “Heimkehren” von Yaa Gyasi kann ich diese Einschätzung besser verstehen. Dieses Buch erzählt eine wirklich große Geschichte, beziehungsweise 14 kleine, große Geschichten. Zwei Schwestern im Ghana des 18. Jahrhunderts, die sich nie kannten, sind die Mütter zweier Zweige einer Familie, die sich über die Jahrhunderte ebenso unterschiedlich wie dramatisch entwickeln.

    Effia und Esi sind Töchter der selben Mutter, doch schlagen die gegensätzlichsten Wege ein. Während Effia einen weißen Soldaten der britischen Kolonialmacht heiratet, wird Esi als Sklavin nach Amerika verkauft. Die Kinder und Kindeskinder dieser beiden Frauen werden durch diese unterschiedlichen Lebenswege in völlig verschiedene Welten geworfen.

    Ich habe wirklich versucht ein Muster, eine Struktur in der Entwicklung der Familien zu erkennen, es ist mir nur schwer gelungen. Es gibt immer wieder Verbindungen von einer Generation in die nächste und jede Etappe des Romans, jeder Zweig der Familie, wird deutlich durch den Vorhergehenden geprägt. Trotzdem entwickelt sich nicht eine Seite durchweg positiv oder durchweg negativ, vielmehr trudeln beide Familien, durch die Kolonialisierung Ghanas aus der Bahn geworfen, mit einigen Hürden durch die Jahrhunderte.

    Die Idee ist nicht neu und doch ist der Gedanke, in diesem Roman der Reihe nach eine Generation nach der anderen zu Wort kommen zu lassen, für diese Thematik wirklich großartig. Es wird gezeigt, wie die Geschichte eines Kontinents auch etliche Jahre später das Schicksal so vieler Menschen prägen kann. Natürlich ist hier auch Rassismus ein Thema. Gerade dann wenn auch Generationen nach dem Ende der Sklaverei noch Mitglieder der Familien auf Grund ihrer Hautfarbe in neues Elend gestürzt werden. Nicht ihre Identität zählt, sondern ihre Herkunft. So wirkt sich die Dramatik der Gefangennahme Esis auch im Leben ihrer Urahnen weiter aus.

    “Heimkehren” kommt ohne viel Afrika-Folklore aus und macht (für mich) gerade deswegen den Eindruck auch die Wurzeln der Geschichte authentisch zu erzählen. Je weiter es dann in der Geschichte voranschreitet, desto sachlicher und moderner wird das Buch in seinem Ton, die Figuren bleiben völlig unterschiedlich und absolut glaubhaft. Ein Buch mit ganz eigener Kraft und obwohl es in erster Linie nicht politisch ist, zu keinem Moment den erhobenen Zeigefinger präsentiert, regt es immer wieder zum Nachdenken an. Unbedingt lesen!

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