Yaa Gyasi Heimkehren

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Inhaltsangabe zu „Heimkehren“ von Yaa Gyasi

Obwohl Effia und Esi Schwestern sind, lernen sie sich nie kennen, denn ihre Lebenswege verlaufen von Anfang an getrennt. Im Ghana des 18. Jahrhunderts heiratet Effia einen Engländer, der im Sklavenhandel zu Reichtum und Macht gelangt. Esi dagegen wird als Sklavin nach Amerika verkauft. Während Effias Nachkommen über Jahrhunderte Opfer oder Profiteure des Sklavenhandels werden, kämpfen Esis Kinder und Kindeskinder ums Überleben: auf den Plantagen der Südstaaten, während des Amerikanischen Bürgerkrieges, der Großen Migration, in den Kohleminen Alabamas und dann, im 20. Jahrhundert, in den Jazzclubs und Drogenhäusern Harlems. Hat die vorerst letzte Generation schließlich die Chance, einen Platz in der Gesellschaft zu finden, den sie Heimat nennen kann und wo man nicht als Menschen zweiter Klasse angesehen wird? Mit einer enormen erzählerischen Kraft zeichnet Yaa Gyasi die Wege der Frauen und ihrer Nachkommen über Generationen bis in die Gegenwart hinein. ›Heimkehren‹ ist ein bewegendes Stück Literatur von beeindruckender politischer Aktualität. New-York-Times-Bestseller Das Hörbuch erscheint am 4. August bei DAV, gelesen von 14 Sprecherinnen und Sprechern: Bibiana Beglau, Wanja Mues, Britta Steffenhagen, Götz Schubert, Johann von Bülow, Stefan Kaminski, Felix Goeser, Bjarne Mädel, Max Mauff, Rike Schmid, Jodie Ahlborn, Jule Böwe, Judith Engel, Lisa Wagner

Tief beeindruckend und berührend. Eine Familiengeschichte über 250 Jahre und die Auswirkungen der Sklaverei. Absolute Leseempfehlung.

— anushka

Intensiver Roman, der eine Familie über mehrere Generationen hinweg verfolgt

— lizlemon

Bewegende Familiensaga zum Thema Sklaverei und deren Folgen über zwei Jahrhunderte

— RobinBook

Tiefgründig, ergreifend und traurig. Der Hoffnungsschimmer bleibt, solange wir nie vergessen.

— calimero8169

Wer Roots von Alex Haley mag, wird Heimkehren lieben

— Sturmherz

Spannendes, ergreifendes Buch über Sklaverei

— JessSpa81

Spannende Familiengeschichte, die die Hintergründe der Sklaverei aufzeigt.

— strickleserl

Einfach nur gut!

— Corsicana

Berührende Familiengeschichte über das Erleben und die Folgen von Sklaverei

— SamiraBubble

mit Tiefgang

— KSteffi1

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  • Ein moderner Klassiker

    Heimkehren

    raven1711

    09. October 2017 um 14:24

    Rezension Yaa Gyasi - Heimkehren Klappentext:Obwohl Effia und Esi Schwestern sind, lernen sie sich nie kennen, denn ihre Lebenswege verlaufen von Anfang an getrennt. Im Ghana des 18. Jahrhunderts heiratet Effia einen Engländer, der im Sklavenhandel zu Reichtum und Macht gelangt. Esi dagegen wird als Sklavin nach Amerika verkauft. Während Effias Nachkommen über Jahrhunderte Opfer oder Profiteure des Sklavenhandels werden, kämpfen Esis Kinder und Kindeskinder ums Überleben: auf den Plantagen der Südstaaten, während des Amerikanischen Bürgerkrieges, der Großen Migration, in den Kohleminen Alabamas und dann, im 20. Jahrhundert, in den Jazzclubs und Drogenhäusern Harlems. Hat die vorerst letzte Generation schließlich die Chance, einen Platz in der Gesellschaft zu finden, den sie Heimat nennen kann und wo man nicht als Menschen zweiter Klasse angesehen wird?Mit einer enormen erzählerischen Kraft zeichnet Yaa Gyasi die Wege der Frauen und ihrer Nachkommen über Generationen bis in die Gegenwart hinein. ›Heimkehren‹ ist ein bewegendes Stück Literatur von beeindruckender politischer Aktualität.Meinung:Schaut man sich in den Herbst-Neuerscheinungen um, scheinen im Moment Bücher über das Thema Sklaverei und Geschichte im Trend zu liegen. Auch Heimkehren behandelt dieses Thema in seinen verschiedensten Formen.Die Familiensaga beginnt im 18. Jahrhundert und erzählt die Geschichte zweier Halbschwestern. Die eine wird als Sklavin nach Amerika gebracht, die andere wird zur "Frau" eines britischen Offiziers. Als Leser begleitet man sie und ihre Nachkommen in wichtigen Stationen aus deren Leben. Dadurch erfährt man mehr über die Geschichte Ghanas und es werden einem nochmal Zusammenhänge bewusst, die auch heute immer noch Einfluss auf die aktuellen Geschehnisse haben, sei es in den USA oder in Afrika.Kolonialisierung, Sklaverei, Freiheit - Yaa Guyasi schafft es, all diese Themen in ihrem Roman unterzubringen, ohne dass er überfrachtet wirkt. Trotz dass man auch immer nur kapitelweise die Figuren kennen lernt, hatte ich an keiner Stelle das Gefühl, nicht mitzukommen und immer konnte ich mich in die Charaktere hineinversetzen, da Yaa Guyasi diese ausreichend dicht ausgebaut hat. Natürlich trifft man immer wieder auf bereits bekannte Figuren und erfährt so immer wieder, wie es mit den jeweiligen Vorgeschichten weiter- und ausgegangen ist. Dieses Zusammenfassen der einzelnen Fäden ist stimmig und rund umgesetzt worden.Auch sprachlich hat mich das Buch fesseln können. Die klare Bildsprache, hier übersetzt von Annette Grube, sorgt für einen guten Lesefluss und macht das Buch umso kurzweiliger. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und die Jahrzehnte fliegen förmlich an einem Vorbei.Das Buch hat mich betroffen gemacht, zeigte es mir doch immer wieder, wie sehr die Ereignisse aus der Vergangenheit auch heute noch unser Weltgeschehen beeinflussen. Heimkehren bietet viel Stoff zum Nachdenken und Diskutieren, prangert aber nicht an und weiß gut zu unterhalten. Fazit:Das Buch wird lt. Buchrückseite als modernern Klassiker angepriesen, und ja, diese Aussage kann man so gerne stehen lassen. Yaa Guyasi hat hier gute Arbeit geleistet und eine spannende Familiengeschichte rund um das Thema Sklaverei und Freiheit geschaffen, die viel Stoff zum Nachdenken und zum Diskutieren bietet. Ein Roman, der noch Lange nach Beenden der Lektüre nachwirkt.Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.Vielen Dank an die DuMont Buchverlage für das Rezensionsexemplar.

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  • Beeindruckendes Buch mit toller Konstruktion

    Heimkehren

    anushka

    08. October 2017 um 00:59

    Ghana, Ende des 18. Jahrhunderts: Effia und Esi sind Halbschwestern, die sich nie kennenlernen werden. Die eine lebt bei den Fante, die andere bei den Asante, verfeindete Völker, die immer wieder im Krieg liegen. Obwohl gemeinsames Blut in ihren Adern fließt, verlaufen ihre Lebenswege komplett unterschiedlich. Während Effia den mit Sklaven handelnden britischen Gouverneur des Fort Cape Coast heiratet, wird ihre Halbschwester versklavt und nach Amerika verschifft. Generation für Generation, bis in die Gegenwart, kämpfen die Linien der Familie ums Überleben und einen Platz in der Welt. Das Debüt dieser Autorin ist wirklich ganz bemerkenswert. Braucht man am Anfang noch etwas Zeit um sich in den Aufbau des Buches einzufinden, weiß man diese ungewöhnliche Konstruktion schon bald zu schätzen. Generation für Generation wird das Leben eines Nachkommens von Effia und Esi eine Zeit lang begleitet. Dadurch taucht man in die jeweilige Lebensrealität ein. In Esis Familie ist diese Jahrhunderte lang von Versklavung, Rassenhass und Diskriminierung geprägt. Effias Nachkommen tragen ebenfalls schwer an ihrem Erbe der Stammesfehden und als Sklavenhändler. Dieses Buch ist möglicherweise frustrierend für Leser, die für Geschichten einen klaren Abschluss brauchen, denn das ist bei den einzelnen Schicksalen nur selten gegeben, auch wenn sie von nachfolgenden Generationen noch thematisiert werden. Aber man bleibt nie lange bei einer einzelnen Figur, sondern muss diese oft verlassen, wenn man gerade eine Verbindung zu ihr aufgebaut hat. Und trotzdem ist es möglich, mit diesen Figuren mitzufiebern und mitzuleiden. Die Autorin zeichnet nach, dass die Diskriminierung der Afro-Amerikaner noch längst nicht vorbei ist und es auch nicht war, als die Sklaverei abgeschafft wurde. Sie zeigt beeindruckt und erschreckend, dass sich stattdessen neue Wege fanden, um die Ungleichheit aufrecht zu erhalten. Und auf der anderen Seite des Ozeans hat die Familie von Effia ebenfalls kein leichtes Leben. Besonders erschreckend ist dargestellt, wie sich verfeindete Völker eines Kontinents gegenseitig an eine Besatzungsmacht ausgeliefert und verkauft und somit ihr eigenes Schicksal besiegelt haben. Nicht zuletzt ist das Buch auch dadurch großartig, weil es von hoher politischer Aktualität ist und die noch heute wirkenden Nachwirkungen und deren Entstehung verständlich und berührend nachzeichnet.Für mich ist dieses Buch ein Meisterwerk. Es ist toll konstruiert, sprachlich ansprechend und anspruchsvoll und wirkt sehr authentisch. Jedes Schicksal ist einzigartig, wirkt aber nie übertrieben oder unrealistisch. Das Buch hat mich in seinen Bann gezogen und mit den Figuren mitleben und mitleiden lassen. Es ist ein sehr kluges Buch, dessen Bedeutungsebenen man gar nicht auf einmal erfassen kann und das einen dadurch noch längere Zeit begleitet und beschäftigt. Auch wenn das Buch keine Wohlfühlgeschichte erzählt und kein rosarotes Happy End präsentiert, habe ich das Lesen sehr genossen und das Buch geliebt. Für mich ist es definitiv ein Highlight, das noch lange nachwirkt. Es hat mich tief beeindruckt und berührt.

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    • 2
  • Moderner Klassiker?!

    Heimkehren

    Alexandra_Luchs

    07. October 2017 um 14:45

    Manchmal finde ich es etwas übertrieben, wenn ein Buch schon kurz nach Erscheinen als nächster moderner Klassiker gehandelt wird. Doch jetzt nach meiner Lektüre von “Heimkehren” von Yaa Gyasi kann ich diese Einschätzung besser verstehen. Dieses Buch erzählt eine wirklich große Geschichte, beziehungsweise 14 kleine, große Geschichten. Zwei Schwestern im Ghana des 18. Jahrhunderts, die sich nie kannten, sind die Mütter zweier Zweige einer Familie, die sich über die Jahrhunderte ebenso unterschiedlich wie dramatisch entwickeln. Effia und Esi sind Töchter der selben Mutter, doch schlagen die gegensätzlichsten Wege ein. Während Effia einen weißen Soldaten der britischen Kolonialmacht heiratet, wird Esi als Sklavin nach Amerika verkauft. Die Kinder und Kindeskinder dieser beiden Frauen werden durch diese unterschiedlichen Lebenswege in völlig verschiedene Welten geworfen. Ich habe wirklich versucht ein Muster, eine Struktur in der Entwicklung der Familien zu erkennen, es ist mir nur schwer gelungen. Es gibt immer wieder Verbindungen von einer Generation in die nächste und jede Etappe des Romans, jeder Zweig der Familie, wird deutlich durch den Vorhergehenden geprägt. Trotzdem entwickelt sich nicht eine Seite durchweg positiv oder durchweg negativ, vielmehr trudeln beide Familien, durch die Kolonialisierung Ghanas aus der Bahn geworfen, mit einigen Hürden durch die Jahrhunderte. Die Idee ist nicht neu und doch ist der Gedanke, in diesem Roman der Reihe nach eine Generation nach der anderen zu Wort kommen zu lassen, für diese Thematik wirklich großartig. Es wird gezeigt, wie die Geschichte eines Kontinents auch etliche Jahre später das Schicksal so vieler Menschen prägen kann. Natürlich ist hier auch Rassismus ein Thema. Gerade dann wenn auch Generationen nach dem Ende der Sklaverei noch Mitglieder der Familien auf Grund ihrer Hautfarbe in neues Elend gestürzt werden. Nicht ihre Identität zählt, sondern ihre Herkunft. So wirkt sich die Dramatik der Gefangennahme Esis auch im Leben ihrer Urahnen weiter aus. “Heimkehren” kommt ohne viel Afrika-Folklore aus und macht (für mich) gerade deswegen den Eindruck auch die Wurzeln der Geschichte authentisch zu erzählen. Je weiter es dann in der Geschichte voranschreitet, desto sachlicher und moderner wird das Buch in seinem Ton, die Figuren bleiben völlig unterschiedlich und absolut glaubhaft. Ein Buch mit ganz eigener Kraft und obwohl es in erster Linie nicht politisch ist, zu keinem Moment den erhobenen Zeigefinger präsentiert, regt es immer wieder zum Nachdenken an. Unbedingt lesen!

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  • Monumentale Familiengeschichte

    Heimkehren

    lizlemon

    26. September 2017 um 00:23

    Was für ein bemerkenswertes Buch! "Heimkehren" kratzt nicht nur an der Oberfläche, sondern geht tief unter die Haut. Yaa Gyasi erzählt die Geschichte zweier Schwestern aus Ghana und ihrer Nachfahren. Sie lernen sich nie kennen und ihre Leben könnten unterschiedlicher nicht sein: Effia heiratet einen britischen Kolonialherren; ihre Familie wird durch den Sklavenhandel reich. Esi wird als Sklavin nach Amerika verschleppt. Jedes Kapitel erzählt die Geschichte einer Person der nächsten Generation. Die beiden Handlungsstränge spielen sich also auf zwei unterschiedlichen Kontinenten zwischen Schuld, Kriegen, Sklaverei, Befreiung, Diskriminierung und vielem mehr ab.Yaa Gyasi hat eine beeindruckende Familiengeschichte zu Papier gebracht. Ich liebe ihren Schreibstil: Er ist poetisch und schockierend direkt zugleich. Sie schafft es, dem Leser jeden Charakter näher zu bringen, obwohl jeder nur ein einziges Kapitel lang im Mittelpunkt steht. Die Geschichte entwickelt sich über Jahrhunderte hinweg in einer beeindruckenden Geschwindigkeit, ohne dass die Autorin den Faden verliert. Alles baut aufeinander auf, wodurch ein komplexes Netz dieser ungewöhnlichen Familie entsteht.

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  • Dreihundert Jahre Geschichte

    Heimkehren

    Buecherschmaus

    20. September 2017 um 18:06

    Als 1977 die Serie „Roots“ nach dem gleichnamigen Roman von Alex Haley ausgestrahlt wurde, war ich zwölf Jahre alt. Ich weiß noch, wie tief mich die Geschichte um Kunta Kinta, den im 18. Jahrhundert nach Amerika verschleppten und versklavten Mann aus Gambia, damals erschüttert hat. Das Wissen um das große Leid der Sklaven, die Unfassbarkeit der Sklaverei in Amerika insgesamt und die Nachwirkungen, die sie bis heute hat, die Rassentrennungen, die Emanzipationsbewegungen, der Hass und die fortbestehenden Ungerechtigkeiten, haben mich niemals wieder ganz losgelassen. Immer wieder erschienen dazu auch packende Romane, sei es das Werk der großartigen Toni Morrison, „Die Farbe Lila“ von Alice Walker, „Die bekannte Welt“ von Edward P. Jones. Vielleicht ist es die unselige Lage in den USA mit ihren aktuellen Entwicklungen, der Polizeigewalt, die immer wieder besonders afroamerikanische Opfer fordert, und ihrem immer offener gezeigten Rassismus in großen Bevölkerungsgruppen, die gerade wieder einige Romane zum Thema Sklaverei hervorbrachte. Besonders prominent ist zum Beispiel von Colson Whitehead „Underground Railroad“, der unlängst auch auf Deutsch erschien und 2016 gleichzeitig den National Book Award und den Pulitzer Prize gewann.Auch Yaa Gyasis Debütroman „Heimkehren“ war ein großer Erfolg und erhielt einige Preise. Es ein ist für einen Debütroman ehrgeiziges Projekt, denn der Roman umfasst, genau wie einst „Roots“, die Geschichte von sieben Generationen, hier aus Ghana stammender, Menschen und beginnt wie dieser im 18. Jahrhundert, umspannt also einen weiten Bogen. Es ist ein Roman in Geschichten. Jeweils zwei Figuren aus je einer der sieben Generationen stehen dabei im Mittelpunkt. Verbunden sind sie durch die Nachfahren, die diese Figuren zeugen. Das Besondere am Roman ist, dass eben jeweils zwei Vertreter jeder Generation porträtiert werden, da sich die Familie sehr bald in zwei Zweige teilt, die nichts voneinander wissen und sich erst ganz zum Schluss wieder treffen.Effia und Esi sind quasi die „Urmütter“ der Geschichte, Halbschwestern, die eine von der Haussklavin Maame mit ihrem afrikanischen Herrn gezeugt und von dessen Frau widerwillig großgezogen, die andere nach der Flucht Maames mit einem Stammeshäuptling gezeugt. Es sind die Stämme der Fante und Asante/Ashanti, die sich seit jeher bekriegten und um die Macht an der Goldküste, dem heutigen Ghana kämpften. Und das ist auch das Besondere an Yaa Gyasis Roman, der nämlich die afrikanischen Völker mitverantwortlich macht für den groß aufgezogenen Sklavenhandel mit den Kolonialmächten. Innerhalb der einzelnen Stämme gab es schon lange Sklaven, wurden Menschen bei Raubzügen „erbeutet“, verkauft, getauscht. Mit den Kontakten zu den Briten wurde dieser Handel auf Europa und Amerika ausgeweitet. Asante und Fante wurden zu Menschenräubern und –händlern, die Briten machten mit der Verschiffung der Sklaven den großen Profit. Die Festung Cape Coast an der ghanaischen Küste war ein Zentrum dieses Handels. Ein Besuch Yaa Gyasis in den unterirdischen Verliesen, in denen unzählige Menschen vor ihrer Verschiffung schmachteten, gab ihr die Inspiration zu ihrem Buch. Sie selbst ist als Kind mit den Eltern nach Amerika ausgewandert und in Alabama großgeworden. Alabama, ein Bundesstaat, in dem man den Rassismus noch deutlich spürt. «Wäre ich nicht in Alabama aufgewachsen, hätte ich dieses Buch wohl nie geschrieben. « so die Autorin.In ihren dichten, intensiven Porträts lässt sie nun die eine Schwester zur „Frau“ eines Briten (der natürlich in der Heimat eine „richtige“ Frau besitzt, hier in Afrika aber den moralischen Schein wahren will, eine anscheinend gängige Praxis) werden, die andere wird als Sklavin in die amerikanischen Südstaaten verschleppt. So gelingt es ihr, die Geschichte sowohl der afrikanischen als auch der amerikanischen Nachfahren zu erzählen. Sie macht das, wie gesagt, in 14 zeitlich chronologischen Abschnitten.Da ist z.B. Quey, der Sohn von Effia und dem britischen Offizier, der aus der Tradition des Sklavenhandels aussteigt und in den ghanaischen Dschungel flieht; Ness, Esis Tochter, die zusammen mit ihrem Mann und kleinem Sohn von ihrer Plantage, auf der der weiße Herr grausamst wütet, zu fliehen versucht, aber teuer dafür bezahlen muss; ihr entkommener Sohn Kojo wird als Erster ein freier Mann in Birmingham; sein Sohn H wird erfahren, wie brüchig diese Freiheit ist, er wird willkürlich verhaftet und muss jahrelang als Sträfling in den Kohleminen schuften. Das Leiden der Menschen ist auch nach Beendigung der Sklaverei nicht zu Ende. Und Gleichheit gibt es bis heute nicht.Ein Stammbaum am Ende des Buchs ermöglicht es der Leserin, dem Personenreigen gut zu folgen. Die einzelnen Kapitel sind zudem mit den Namen der einzelnen Protagonisten betitelt. Aus der Figurenfülle ergibt sich allerdings auch ein Problem des Romans. Irgendwann verliert die Reihe ein wenig an Dringlichkeit und der Leser ein wenig das Interesse. Zwar sind die Geschichten intensiv und erschütternd, reihen sich aber ein wenig wie eine Geschichtslektion aneinander. Ereignisse und Themen werden fortgeführt bis in die heutige Zeit, bis zu den Unabhängigkeitsbestrebungen, den Bürgerrechtsbewegungen, Drogen- und Kriminalitätsproblemen in New Yorks Stadtteil Harlem.„Geschichte ist Geschichtenerzählen“ meint die Autorin und so reicht sie den Erzählstab von Generation zu Generation weiter. Das Ende führt zu einer Begegnung von Marcus und Marjorie in Cape Coast. Es ist fast hoffnungsvoll, beide sind gut ausgebildet, modern, aufgeschlossen und selbstbewusst. Aber die Vergangenheit ist auch hier nicht vergangen, noch nicht einmal ordentlich aufgearbeitet.„Warum sollte ein Schwarzer schwimmen wollen? Der Boden des Ozeans sei übersät mit schwarzen Leichen (…) Sein Vater hasste die Weißen abgrundtief. Es war ein Hass wie eine mit Steinen gefüllte Tasche, ein Stein für jedes Jahr, in dem die Ungleichheit weiterhin die Norm in Amerika war. Diese Tasche trug er immer mit sich.“Damit schlägt die Autorin ihren großen Geschichtsbogen bis in die Gegenwart. Die Wahl Trumps und die Entwicklungen danach waren bei Beendigung des Buches noch nicht abzusehen. Aber umso wichtiger ist diese Beleuchtung der Vergangenheit, dieser Blick tief in die Geschichte der Sklaverei, der Beziehungen zwischen schwarzer und weißer Bevölkerung.„Das ist das Problem mit Geschichte. Was wir selbst nicht gehört oder erlebt haben, können wir nicht wissen. Wir müssen uns auf die Berichte anderer verlassen.“„Wir glauben dem, der die Macht hat. Er darf seine Geschichte schreiben. (Ihr müsst) euch deswegen immer fragen: Wessen Geschichte bekomme ich nicht zu hören?“ Diese Geschichten hörbar zu machen ist Anliegen von Yaa Gyasis gelungenem Roman.

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  • Bewegend, aber nie kitschig!

    Heimkehren

    RobinBook

    17. September 2017 um 18:27

    Das Buch "Heimkehren" von Yaa Gyasi unterscheidet sich zwar deutlich von den beiden Klassikern zu dieser Thematik "Roots" von Alex Haley und "Onkel Toms Hütte" von Harriet Beecher-Stowe, verdient meiner Auffassung nach aber einen ähnlichen Status!Mehr als zwei Jahrhunderte umfasst die hier erzählte Familiensaga, beginnend mit zwei afrikanischen Schwestern, geboren in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Töchter zweier unterschiedlicher Väter. Diese Mädchen sind sich niemals begegnet. Ihr Schicksal und das ihrer Nachkommen wird am Beispiel eines kurzen Lebensabschnittes eines Vertreters jeder Generation ihrer Nachkommen eindrucksvoll verdeutlicht.Der Stammbaum am Buchende ist sehr hilfreich.100%ige Leseempfehlung!

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  • Berührende Familengeschichte

    Heimkehren

    BuecherDanny

    11. September 2017 um 16:17

    Die beiden Schwestern Effia und Esi lernen sich nie kennen, da ihre Lebenswege von Anfang sehr unterschiedlich verlaufen. Ghana im 18. Jahrhundert: Esi wird als Sklavin nach Amerika verkauft, Effia heiratet einen Engländer, der es mit Sklavenhandel zu Reichtum und Macht gebracht hat. Esis Nachkommen haben kein einfaches Leben. Sie kämpfen auf den Plantagen, während des Bürgerkrieges und in den Kohleminen Alabamas um ihr Leben. Auch im 20 Jahrhundert wird es nicht leichter und sie geraten in die Drogenszene. Aber auch Effias Nachkommen haben es nicht leicht. Sie werden Opfer oder Profiteure des englischen Sklavenhandels. Zum Schluss stellt sich die Frage, ob die vorerst letzte Genration es schafft, in ihrer alten Heimat Fuß zu fassen...   “Heimkehren” ist ein sehr bewegendes Buch über zwei Familienzweige, das immer abwechselnd von einer Person  je Generation erzählt. Der Stammbaum hinten im Buch erleichtert es, den Überblick über die einzelnen Personen zu behalten.   Man erfährt zwar nur Bruchstücke aus dem Leben der Protagonisten, aber am Ende wirkt die Familiengeschichte doch komplett. Da die einzelnen Kapitel recht kurz sind, sind mir die Charaktere teilweise recht fremd geblieben. Es ist interessant, die Lebensgeschichte der einzelnen Protagonisten zu verfolgen. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Details gewünscht.   Der Schluss des Buches hat mir gut gefallen, wenn die letzten Nachfahren endlich wieder in ihre alte Heimat “heimkehren”. Ein bedrückendes und wichtiges Buch, das Einblicke in das schreckliche Geschäft des Sklavenhandels und die afrikanische Kultur gibt und nachdenklich macht. 

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  • Familienchronik der Traurigkeit

    Heimkehren

    calimero8169

    06. September 2017 um 17:26

    InhaltDie Geschichte setzt mit Effia und Esi ein. Schwestern, deren Lebenwege von Anfang an getrennt verlaufen. Es ist Effias Stamm, die Fante, der Hand in Hand mit den Briten das Geschäft der Versklavung Tausender betreibt. Über Jahrhunderte profitieren Effias Nachkommen davon oder verzweifeln daran, so wie ihr Enkel James. Dessen Urenkel wiederum, der kluge Yaw, muss erkennen, dass man in diesem gnadenlosen Spiel als Schwarzer nur verlieren kann, weil am Ende stets die Weißen profitieren. Eindruck"Was habe ich dir über den Tod gesagt?, fragte die alte Dame streng. Ihre Stimme klang jetzt kräftiger als zu Beginn des Gesprächs. Marjorie zog an der Schnur. Die alte Dame behauptete, dass nur der Körper sterbe. Der Geist wandere." Seite 378Gerade mit Blick auf die momentanen Strömungen, finde ich es wichtig, dass möglichst viele dieser Geister wandern, nicht nur um nach Hause zu finden, sondern um sich in Erinnerung rufen. Wir dürfen nicht vergessen und müssen stetig daran arbeiten, diese Zeiten nie wieder aufleben zu lassen. Die Arroganz, Ignoranz und Intoleranz gegenüber anderen Nationen, Religionen und Hautfarben muss weiter bekämpft werden, doch wenn ich mir ansehe, welches Gedankengut aktuell wieder aufkeimt, kann ich nur angstgeladen, wenig hoffnungsvoll und verständnislos den Kopf schütteln. Die Annahme einer sei besser, mehr Wert und hätte eine größeres Anrecht auf dieser Welt zu leben, muss raus aus den Köpfen. Doch ich befürchte es wird auch in den nächsten Jahrzehnten nicht gelingen, da die Einfältigkeit der Menschheit hartnäckig besteht.Yaa Gyasi hat einen eindrucksvollen, bild- und sprachgewaltigen Roman zu Papier gebracht. Eine Familienchronik der Traurigkeit, jedoch nicht mit erhobenen Finger sondern mit feinfühliger Sprache - die natürlich so manches Mal einen scharfen Unterton hatte - und gewaltigen Bildern. Der Fokus liegt hier nicht auf Einzelschicksalen und reißerischen Szenen, sondern auf der Last einer ganzen Familie über sieben Generationen hinweg. Die Suche nach Heimat, Identität, Authentizität und Freiheit hat mir so manches Mal die Sprache verschlagen und mich zu Tränen gerührt. Besonders schockiert hat mich hier auch die Tatsache, dass die eigenen Landsleute an einem so wiederlichen Geschäft mitgewirkt haben. Das es weder eine britische noch armerkanischeGlanzleistung an Empathie und Menschlichkeit war, war mir ja bekannt. Aber aus den eigenenReihen verraten und verkauft worden zu sein - ekelhaft, verachtend, vernichtend. Mit "Heimkehren" könnte ein weiteres Epos um die Sklaverei entstanden sein, das als Klassiker so manche große und kleine Bibliothek bereichert. Hoffentlich wird von dieser Autorin nochmehr kommen, was mich richtig begeistern würde.FazitTolles Buch um ein grausames Stück Zeitgeschichte, dass sich NIE mehr wiederholen darf. Es rüttelt einmal mehr auf und macht bewußt, in welcher gefährlichen politischenr Situation wir uns aktuell wieder befinden. Ein Mahnmal !

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    • 3
  • Eine Generationengeschichte in einer Zeit in der Sklaverei an der Tagesordnung stand

    Heimkehren

    Sturmherz

    04. September 2017 um 13:20

    Ghana im 18. Jahrhundert. Effia und Esi sind Schwestern, die sich jedoch nie begegnet sind. Effia heiratet einen Engländer der mit Sklaven handelt, Esi hingegen wird versklavt und erfährt nichts als Leid und Grauen. Über mehrere Generationen hinweg begleitet der Leser die Familiengeschichte der beiden Schwestern. Durch die Augen der Söhne und Töchter dar Frauen aus Ghana erfahren wir was es bedeutet versklavt zu werden, was es bedeutet sich selbst zu vergessen um weiter existieren zu können. Eine starke Geschichte zweier Leben die nicht unterschiedlicher sein könnten und einen guten Einblick in die Geschichte der Sklaverei.

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  • Tief beeindruckt

    Heimkehren

    echidna

    02. September 2017 um 12:49

              Was für ein beeindruckendes Buch! Anhand zweier Schwestern, die sich nie begegnet sind, verfolgt es die Geschichte der schwarzen Afrikaner. Effia, die einen weißen Sklavenhändler aus England geheiratet hat und Esi, die als Sklavin nach Amerika verschifft wurde. Die Geschichte der beiden wird über die nachfolgenden Generationen hinweg weiter erzählt. An Effias Nachkommen wird die Scham weitergegeben, von einem Sklavenhändler abzustammen, während Esis Nachkommen um ihr Überleben auf dem neuen Kontinent zu kämpfen haben.In Marcus und Marjorie treffen sich schließlich in unserer Zeit die jüngsten der Nachkommen. Sie begegnen sich in Amerika, ohne zu wissen, dass sie von Schwestern abstammen und kehren schließlich zurück in das Land ihrer Vorfahren.Das Thema Feuer und Wasser zieht sich von Anfang an durch das Buch. Effia wird verfolgt von der Angst vor Feuer, ihre Kinder und Kindeskinder werden von Alpträumen von der Frau aus dem Feuer geplagt und so zieht sich die Angst vor dem Feuer durch die Familie. Bei Esi ist es die Angst vor dem Wasser. Als Sklavin nach Amerika verschifft fürchtet sie das Wasser, das Grenzenlose und große Unbekannte, was damit einhergeht. Ich finde das auf dem Cover sehr passend und schön dargestellt.Mich hat das Buch tief beeindruckt. Die Autorin schafft es, starke Bilder zu erzeugen. Das Leiden der Charaktere wird dadurch umso greifbarer. Man fühlt mit, nicht nur mit den Charakteren im Buch, sondern für die Menschen, die durch diese repräsentiert werden. Ich finde es sehr interessant, in die afrikanische Kultur einzutauchen und die Geschichte der Sklaverei ein bisschen mehr verstehen zu können.Ich finde, es ist ein wichtiges Buch, dessen Thema leider immer noch aktuell ist, in einer Welt, in der Leute immer noch aufgrund ihrer Hautfarbe unterschiedlich behandelt werden. Ein ganz großes Dankeschön an die Autorin, die dieses Thema so sensibel und gründlich aufgearbeitet und in eine wunderbare Geschichte verpackt hat.        

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  • Berührendes Buch zum Nachdenken

    Heimkehren

    JessSpa81

    01. September 2017 um 11:17

    In diesem Buch wird der Sklavenhandel und dessen Auswirkungen auf die einzelnen Menschen erzählt. Hauptsächlich geht es um zwei Mädchen die Geschwister sind, aber in unterschiedlichen Situationen leben und aufwachsen. Die beiden wissen nichts voneinander. Wir erfahren die Geschichten der Nachfahren von der Geburt der beiden Mädchen bis zur heutigen Gegenwart.Es sind keine schönen Schicksale, die die Menschen aus diesem Buch haben. Aber das sollte einem bei diesem Thema klar sein. Die Geschichten sind immer aus der Sicht der jeweiligen Person beschrieben um die es gerade geht. So bekommt man direkt die Gefühle der einzelnen mit. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, obwohl ich einige Schwierigkeiten mit den Namen und dessen Zugehörigkeit hatte. Zur Hilfe findet man aber am Ende des Buches Stammbäume der Familien. Den hätte ich mir gleich am Anfang gewünscht, denn nicht jeder schaut sich zuerst die letzten Seiten des Buches an. Es ist ein bedrückendes aber auch wichtiges Buch über den Sklavenhandel und dessen Auswirkung. Mich hat es zum Nachdenken gebracht. Es ist sehr erschreckend, wie die Hautfarbe das Leben eines Menschen beeinflussen kann und das ist in der Gegenwart leider auch noch so.Es entsteht am Ende eine Verbindung der Schwestern, die mir sehr gut gefallen hat. Dieses Buch sollte man gelesen haben.

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  • Sieben Generationen

    Heimkehren

    strickleserl

    30. August 2017 um 20:31

              Das Buch macht einen hochwertigen Eindruck, und das Cover passt gut zur Geschichte. Dieses Buch ist eher eine Sammlung von 14 Kurzgeschichten. Es geht um das Schicksal von zwei Frauen aus dem jetzigen Ghana, Halbschwestern, auch wenn sie sich nie begegnen. Eine wird in die Sklaverei nach Amerika verkauft, und die andere heiratet einen Briten, der mit Sklaven handelt. Beide leben eine Zeit lang am selben Ort, einer Festung an der Küste. Die zur Sklaverei bestimmte Frau in einem schrecklichen Verlies, die andere in einer schönen Wohnung. In weiteren Kapiteln geht es um die Kinder, Enkel und weitere Nachkommen dieser Frauen, die alle ein schweres Schicksal haben. Dabei werden viele historische Fakten rund um die Sklaverei mit den Geschichten verwoben.Mir haben besonders die ersten Kapitel sehr gut gefallen, und ich staune darüber wie überzeugend die noch junge Autorin die Welt aus der Perspektive eines jungen Mädchens aus dem Busch beschreiben kann. Es ist interessant in späteren Kapiteln ein wenig darüber zu erfahren wie es den Hauptcharakteren früherer Kapitel später ergangen ist, auch wenn der Leser an mancher Stelle vielleicht gerne mehr Details hätte. Darum sehe ich dieses Buch eher als eine Sammlung von in sich abgeschlossenen Kurzgeschichten, die auf sehr anschauliche Weise manche unbekannte Facetten der Sklaverei und deren Folgen aufzeigen.        

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

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    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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    • 1777

    StefanieFreigericht

    28. August 2017 um 22:52
    Corsicana schreibt Auch ich habe Heimkehren gerade beendet - und bin begeistert. Nach dem ich bei Americanah stellenweise den Eindruck hatte, ich lese einen Zeitungsartikel zum Thema Rassismus (Und Swing Time von ...

    Ja Ja Ja zu Homegoing/Heimkehren https://www.lovelybooks.de/autor/Yaa-Gyasi/Homegoing-1453151308-w/rezension/1483968003/ (off-challenge, da English-Challenge) Und auch deine Meinung zu Swing Time ...

  • Familiengeschichte vor dem Hintergrund der Sklavenhaltung

    Heimkehren

    Corsicana

    28. August 2017 um 12:25

    Noch nie habe ich ein Buch über ein so schwieriges Thema gelesen, das literarisch so gut konzipiert und geschrieben ist. Ehrlich gesagt habe ich vor dem Lesen ein wenig gezögert. Plötzlich war ich mir nicht mehr sicher, ob ich wirklich so viele schlimme Dinge über Sklavenhaltung und Rassismus lesen kann und will. Aber als ich einmal angefangen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören. Dieses Buch zieht in den Bann, auch wenn natürlich viele schlimme Dinge passieren. Aber es gibt in jedem Kapitel auch etwas Herzerwärmendes, Lebens- und Liebenswertes. Und das macht die Lektüre gut erträglich. Der Schreibstil ist darüber hinaus klar und gut verständlich. Irgendwie leicht, trotz der schweren Thematik. Das Buch erzählt chronologisch die Geschichte von zwei Familienzweigen, die aus zwei Halbschwestern entstehen (die sich übrigens nie kennen lernen). Die ältere Schwester Effia wächst an der Goldküste - auf dem Gebiet des heutigen Ghana - als ungeliebtes Kind einer Stiefmutter auf, der das Baby untergeschoben wurde. Später wird sie mit einem weißen Kommandanten der Sklaven-Festung verheiratet. Es war wohl sehr üblich, dass die weißen Sklavenhändler eine einheimische Frau heirateten - obwohl in der Heimat eine Ehefrau und Kinder warteten. Die Ehe wird trotzdem einigermaßen glücklich. Und die Nachfahren dieser Verbindung werden reich und mächtig mit dem Sklavenhandel. Denn es war mitnichten so, dass nur die Weißen die Schwarzen gejagt und gefangen hätten - nein - diese Arbeit haben einheimische Stämme gemacht, die ihre Kriegsgefangenen meistbietend an die Weißen verkauft haben. Dies war für mich persönlich eine neue Erkenntnis, hier war ich vorher wohl uninformiert. Dieser Erzähl-Strang reicht von Effia bis zu der Zeit, als ihre Nachfahren sich zunächst vom Sklavenhandel abwenden und spätere Generationen in die USA auswandern. Esi, die Halbschwester von Effia, wächst zunächst mit ihrer Mutter auf. Als ihr Dorf dann aber überfallen wird, gibt die Mutter auf und Effia wird als Sklavin nach Amerika verschleppt. Das Einzige, was die Mutter ihr hinterlässt, ist ein Stein mit Goldschimmer. Den gleichen Stein hat die Mutter damals für Effia hinterlassen - und Effia wird ihn bei ihrer Heirat bekommen und dabei erfahren, dass sie nicht die Tochter ihrer Stiefmutter ist, sondern von einem Hausmädchen abstammt, die "ins Feuer gegangen" ist. Feuer und diese Steine werden im gesamten Roman immer wieder thematisiert. Dem Familienzweig von Effia wird es gelingen, den Stein von Generation zu Generation weiterzugeben. Esi verliert den Stein jedoch schon im Verlies der Festung, vor der Verschiffung nach Amerika. Und auch im folgenden Verlauf sind Esis Nachkommen die Opfer von Versklavung, unmenschlichen Arbeitsbedingungen und Rassismus. Und der Weg hinaus in ein menschenwürdiges Leben ist hart. Und irgendwann am Ende werden die Nachfahren der beiden Schwestern die Festung in Ghana besuchen. Und "Heimkommen". Erzählt wird eine fulminante Familiengeschichte in recht kurzen Kapiteln, die jeweils abwechselnd von einer Person pro Generation aus jeweils einem Familien-Strang erzählen. (Ein Tipp: Hinten im Buch gibt es einen Stammbaum, der hilft bei der Übersicht). Auch wenn auf diese Art nur Bruchstücke aus den Erlebnissen der Familien erzählt werden, wirkt die gesamte Geschichte trotzdem komplett. Als Leser erfährt man immer kurz, was aus der Vorgängergeneration geworden ist. Dieses abwechselnde Erzählen macht die Lektüre spannend. Durch geschicktes Erzählen schafft es die Autorin, dass man als Leser den Überblick behält. Es ist übrigens auch möglich, zunächst nur die geraden und danach die ungeraden Kapitel hintereinander zu lesen. Ich habe dies ab dem zweiten Teil des Buches gemacht und es gab keine Verständnisschwierigkeiten. Nachdem ich in letzter Zeit recht viele Bücher über Afrika und Rassismus gelesen habe (Americanah, Jeder Tag gehört dem Dieb, Diese Dinge geschehen nicht einfach so, Swing Time), muss ich sagen, dass dieses Buch das literarisch und inhaltlich am besten gelungene Werk war. Dieses Buch hat mich berührt und begeistert. Und ich denke, es sollte Schullektüre werden. 

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  • Beeindruckende Familiengeschichte

    Heimkehren

    alicepleasance

    25. August 2017 um 21:58

    Yaa Gyasi hat mit ihrem Debüt einen besonderen Familienroman geschaffen, der ein wichtiges und auch heute noch aktuelles Thema behandelt: Sklaverei und ihre Auswirkungen, die bis in die Gegenwart hineinreichen.So beginnt der Roman in der Mitte des 18. Jahrhunderts in Ghana mit zwei Halbschwestern, die sich jedoch nie kennen lernen. Effia heiratet einen Engländer, der durch Sklavenhandel reich geworden ist. Esi hingegen wird als Sklavin nach Amerika verkauft. Abwechselnd werden dann die Geschichten von Effias und Esis Nachfahren erzählt.Das Besondere an Gyasis Roman ist vor allem der Aufbau. Mit jedem Kapitel begleitet der Leser einen neuen Protagonisten und so werden die Entwicklungen in Amerika und Ghana von einer Generation zur nächsten bis hin in die Gegenwart nachgezeichnet. Dabei gelingt es der Autorin, trotz der verhältnismäßig wenigen Seiten pro Kapitel, die unterschiedlichen Lebensbedingungen und auch die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Protagonisten sehr gut darzustellen. Hier hatte ich nämlich zunächst Bedenken, dass die schnellen und häufigen Wechsel den Lesefluss stören und mich aus der Geschichte reißen. Dies war aber nicht der Fall, ganz im Gegenteil. Die Geschichte hat mich so sehr gefesselt und der Zugang zu den Protagonisten fiel mir in fast allen Fällen leicht, so dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte.Dranbleiben ist bei dem Buch auch keine schlechte Idee, denn man muss aufmerksam lesen und sollte sich auch nach ein paar Kapiteln noch an das zuvor Geschehene erinnern, da immer mal wieder darauf zurückgegriffen wird. Abgesehen vom Hauptthema der Sklaverei kommt auch anderes immer wieder zur Sprache, so dass es ganz schön ist, wenn man sich noch daran erinnern und die Bezüge herstellen kann.Yaa Gyasi hat mit dem Roman ein wirklich eindrucksvolles, berührendes und wichtiges, weil immer noch aktuelles Werk geschaffen, dass ich jedem empfehlen kann.        

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