Yangsze Choo

 4.6 Sterne bei 26 Bewertungen
Autor von Nachttiger, The Ghost Bride und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Yangsze Choo

Yangsze Choo ist eine Malaysierin chinesischer Abstammung. Sie studierte in Harvard und arbeitete als Management Consultant und bei einem Start-up-Unternehmen, bevor sie ihren ersten Roman schrieb. Mit »Nachttiger« erscheint erstmals ein Buch von ihr auf Deutsch. Yangsze Choo lebt heute mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Kalifornien.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Nachttiger

 (21)
Erscheint am 15.03.2021 als Taschenbuch bei Goldmann.

Alle Bücher von Yangsze Choo

Cover des Buches Nachttiger (ISBN: 9783442491308)

Nachttiger

 (21)
Erscheint am 15.03.2021
Cover des Buches The Ghost Bride (ISBN: 9781471400797)

The Ghost Bride

 (3)
Erschienen am 01.08.2013
Cover des Buches The Night Tiger (ISBN: 9781250229175)

The Night Tiger

 (1)
Erschienen am 12.02.2019

Neue Rezensionen zu Yangsze Choo

Neu

Rezension zu "Nachttiger" von Yangsze Choo

Eine Geschichte, so schön und selten wie ein Tiger
Reenchenzvor 5 Monaten

Mit ihrem Roman „Nachttiger“ entführte mich die Autorin Yangsze Choo, entlang eines geschlungenen Dschungelpfades, nicht nur in ein vergangenes Jahrhundert, sondern auch in einen Weltteil, den ich bisher nicht wirklich kenne und zu einer Kultur, die mir fremder nicht sein kann. Ich bin ihren literarischen Tigertatzenspuren gerne gefolgt und habe mich fesseln lassen von der erzählten Geschichte.

1931, Britisch-Malaya: Der alte Arzt McFarlane stirbt und wird begraben. Doch leider nicht vollständig. Sein vor Jahren amputierter Finger ist verschollen. Ein Problem, denn laut Aberglauben findet eine Seele nur die ewige Ruhe, wenn der Körper vollständig unter die Erde befördert wird. Am Sterbebett wird der junge chinesische Houseboy Ren von seinem Herrn mit dem Auftrag betraut, den Finger zu finden und innerhalb der nächsten 49 Tage, die Frist für die Erlösung der Seele, mit dem Körper zu bestatten. Auf der Suche gelangt Ren in den Haushalt eines weiteren britischen Arztes, der einige Geheimnisse zu hüten und eine unwahrscheinliche Glückssträhne zu haben scheint. Doch nicht nur in seinem Umfeld gibt es auch mysteriöse Todesfälle. Die Angst vor dem Tiger geht um.

Zur selben Zeit gelangt die Tänzerin Ji Lin durch Zufall an einen kuriosen und makabren Gegenstand, den sie mit Hilfe ihres Stiefbruders Shin so schnell wie möglich wieder loswerden will.

Die Wege von Ji Lin und Ren kreuzen sich und beide geraten in einen Strudel aus Aberglauben, Liebe und Verrat.

Im Zentrum der Erzählung stehen Ren und Ji Lin, wobei die Geschichte von Ji Lin aus der Ich-Perspektive geschildert wird, während die Kapitel über Ren aus der 3. Person geschildert werden.

Von der ersten Seite an hat mich der geheimnisvolle und atmosphärische Erzählstil in seinen Bann gezogen. Geistergeschichte, Liebesgeschichte, Thriller: dieser Roman ist alles davon, aber keines auf die banale Art. Das Genre ist schwer zu bestimmen. Das macht aber auch den besonderen Reiz aus. Es bleibt von Seite zu Seite mysteriös und die Handlung wartet immer wieder mit Überraschungen auf. Der Roman legt verschiedene Spuren, aber wie die Tigerspuren sind sie flüchtig und geheimnisvoll.

Die beiden Hauptprotagonisten sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen. In den mehr als 500 Seiten entwickeln sie ein deutliches und vielschichtiges Profil, aber auch an den Nebenfiguren habe ich mich sehr erfreut.

Die Schilderungen der Lebensumstände im britisch besetzten Malaya, heute Malaysia, sind sehr eindrücklich und für heutige Generationen Europäer geradezu absurd, aber auch ein bisschen beschämend, ohne das dies durch die Autorin forciert wird.

So ist dieser Roman auch eine interessante Gesellschaftsstudie, die auch für Leserinnen interessant ist, die, wie ich, bisher nichts mit dieser Kultur „am Hut“ hatten, inklusive Crashkurs in chinesischer Zahlenmystik.

Wie alle Bücher des Wunderraum-Verlages kommt auch dieser Band in einer grandiosen Optik und Haptik daher. Ein exotischer Schatz im Bücherregal in mehrerlei Hinsicht.

Ein Tigertatzenabdruck zwischen all dem geliebten Papier.

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Rezension zu "Nachttiger" von Yangsze Choo

Mystisch-spannender historischer Roman über Hass, Liebe und Freundschaft
LyaLawrencevor 7 Monaten

Im Britisch-Malaya der 1930er-Jahre, wird der junge Houseboy Ren von seinem sterbenden Herrn um einen letzten Gefallen gebeten: Er soll den einst amputierten Finger des alten Arztes finden, ihn innerhalb 49 Tage wieder mit seinem Körper zusammenführen, damit laut Aberglaube seine Seele ihre Ruhe finden kann und nicht rastlos umherstreifen wird.
Auf seiner Suche trifft er die junge Ji Lin, deren größter Wunsch es ist, Krankenschwester zu werden, zur Zeit allerdings als heimlich als Tanzlehrerin die Schulden ihrer Mutter abarbeitet. Dass ihre Wege sich nicht zufällig kreuzen und auch Ji Lin und ihr Adoptivbruder Shin bereits Kontakt mit dem abgetrennten Finger hatten, wird ihnen erst sehr spät bewusst. Doch sie verbindet noch weitaus mehr, denn ihre Namen bilden drei der Fünf Tugenden nach Konfuzius:

Zhi – Weisheit
Yi – Rechtschaffenheit
Ren – Güte
Li – Ordnung
Xin – Aufrichtigkeit

Der Vierte im Bunde ist Rens verstorbener Bruder Yi, dem Ji Lin bereits in ihren Träumen begegnet ist. Doch wer ist der unbekannte Fünfte vor dem sie gewarnt werden? Bald heften sich dunkle Schatten an ihre Fersen, die vor nichts zurückschrecken - auch nicht vor Mord. Doch die Gefahr droht nicht nur von menschlicher Seite aus, sondern auch aus dem Geisterreich; Menschen sind auf mysteriöse Weise verschwunden und gestorben, Tiger wurden gesichtet. Gewöhnliche Tiger oder doch menschenfressende Geistertiger wie es die Legenden sagen?

„Nachttiger“ von Yangsze Cho ist weitaus mehr als nur ein einfacher historischer Roman. Er kombiniert Mystik, Thriller und Romantik auf eine Art und Weise, die den Leser in seinen Bann zieht. Die chinesischen Legenden werden so nahtlos in den Roman eingewoben, dass man nicht mehr zwischen Legende und Realität differenzieren kann.
Die Hauptpersonen werden erst nacheinander eingeführt, die Perspektiven wechseln dabei zwischen Ren, Ji Lin und William Acton, einem jungen Arzt, der Ren bei sich arbeiten lässt. So lernt man die Charaktere von all ihren Seiten kennen, man erfährt ihre innersten Gedanken und Wünsche, sieht sie aber auch durch die Augen anderer und wie sie in ihrer Umwelt agieren. Doch erfährt der Leser tatsächlich alles über sie oder gibt es auch unausgesprochene Geheimnisse und Taten, derer man sich nicht bewusst ist?
Verbunden durch das Schicksal und der Suche nach einem Finger, in der faszinierenden Mischung aus Kultur, Legenden, Aberglaube, Spannung und Romantik, versuchen die Protagonisten ihren Weg zu finden, bevor ihre Gegenspieler ihnen zuvorkommen.

Dieses Buch hatte mich zunächst wegen des wunderschönen Stoffeinbandes angesprochen und mich dann so gefesselt, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Mischung aus historischem Roman mit mystischen Elementen, die dem Roman beinahe einen fantastischen Flair verleihen, üben eine eigenartige Faszination aus, die ich bisher in nur sehr wenigen Büchern gefunden habe.
Ich kann an dieser Stelle nur eine klare Buchempfehlung aussprechen!


Die Rezension findet man ebenfalls auf meinem Blog: https://buechergold.blogspot.com/2020/05/nachtiger-buchrezension.html?m=1

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Rezension zu "Nachttiger" von Yangsze Choo

Mein Jahreshighlight 2019!
Belladonnavor 8 Monaten

Beschreibung

1930, Britisch-Malaya. Nachdem sein Herr verstorben ist, führt der junge Houseboy Ren noch einen letzten Auftrag seines Herrn aus, denn dieser wünscht sich das seine Seele nach dem Tod Ruhe finden kann. Ren hat nun 49 Tage Zeit um den amputierten Finger seines Herrn zu finden und diesen bei dem Toten zu bestatten. Seine Reise führt Ren zu einem britischen Arzt und der Tänzerin Ji Lin und birgt so einige Gefahren, denn seine Suche eröffnet ihm eine Welt voller Magie und Aberglaube die auf die koloniale Herrschaft mit ihren Intrigen und einer Reihe mysteriöser Todesfälle trifft.

Meine Meinung

Das zweite Buch der malaysischen Schriftstellerin Yangsze Choo wurde ins Deutsche übersetzt und unter dem Titel »Nachttiger« im Wunderraum Verlag herausgebracht. Die wunderschön gestalteten Bücher aus diesem Verlag haben es mir vor allen Dingen durch ihre berührenden Geschichten seit geraumer Zeit angetan und als ich die Beschreibung zu diesem mystisch-magischen Werk gelesen habe, war schnell klar, dass ich diese Geschichte unbedingt entdecken wollte.

In Yangze Choos Roman spielen Glaube, Aberglaube, Mythen und Legenden eine große Rolle und so tragen die für die Handlung wichtige Protagonisten allesamt Namen der fünf konfuzianischen Tugenden.

Geschickt verwebt die Autorin das Schicksal der Charaktere miteinander, und das auf eine so mitreißende Art und Weise, dass es unglaublich viel Freude und auch Spannung bereitet sich auf diese exotische Reise einzulassen und zu entdecken wie die Leben der Protagonisten untereinander verquickt sind. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, wodurch es einem leicht fällt eine Beziehung zu den Figuren und ihren Emotionen herzustellen.

Choo erschafft mit ihrem Erzählstil, den durchdachten Charakteren und dem unglaublich atmosphärischen Setting eine tiefgründige Geschichte, die mit Mystik und Legenden besticht und dem Leser einen besonderen Zugang zur fernöstlichen Welt eröffnet. Traditionen und Aberglaube spielen darin eine ebenso große Rolle wie die Einflüsse der Kolonialherrschaft. Mich konnte der Roman, ein wahrer Page Turner, von der ersten bis zur letzten Seite fesseln, ich war sogar so verzaubert, dass ich die Geschichte fast in einem Rutsch verschlungen habe.

Fazit

 »Nachttiger« ist ein unvergleichbar exotisches und märchenhaftes Werk über das Leben, die Familie und das Leben selbst und mein absolutes Jahreshighlight 2019!

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 04.02.2020

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