Yanis Varoufakis

 4.3 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Time for Change, Die ganze Geschichte und weiteren Büchern.
Yanis Varoufakis

Lebenslauf von Yanis Varoufakis

Yanis Varoufakis wurde 1961 in Athen geboren. Er studierte Wirtschaftsmathematik an der Universität Essex und mathematische Statistik in Birmingham. Er dozierte an verschiedenen Universitäten. Als griechisch-australischer Wirtschaftswissenschaftler ist er nicht nur aktiver Blogger, sondern auch Autor mehrerer Sachbücher. 2015 arbeitete er als Finanzminister der Regierung unter Alexis Tsipras und gründete 2016 die Bewegung DiEM25 (Democracy in Europe Movement). Varoufakis ist bereits zum zweiten Mal verheiratet und hat eine Tochter aus erster Ehe.

Alle Bücher von Yanis Varoufakis

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Time for Change

Time for Change

 (9)
Erschienen am 09.12.2016
Die ganze Geschichte

Die ganze Geschichte

 (2)
Erschienen am 20.09.2017
Das Euro-Paradox

Das Euro-Paradox

 (2)
Erschienen am 24.08.2016
Der globale Minotaurus

Der globale Minotaurus

 (1)
Erschienen am 16.02.2012
Time for Change

Time for Change

 (0)
Erschienen am 21.07.2015
The Weak Suffer What They Must

The Weak Suffer What They Must

 (0)
Erschienen am 11.02.2016
Modern Political Economics

Modern Political Economics

 (0)
Erschienen am 14.07.2011

Neue Rezensionen zu Yanis Varoufakis

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K

Rezension zu "Die ganze Geschichte" von Yanis Varoufakis

Meine Auseinandersetzung mit Europas Establishment. (Buchuntertitel)
kvelvor 2 Monaten

Inhalt (Auszug von der Umschlaginnenseite):
Als griechischer Finanzminister löste Yanis Varoufakis eine der spektakulärsten und kontroversesten Auseinandersetzungen der jüngsten politischen Geschichte aus, als er versuchte, die Beziehungen seines Landes mit der EU neu zu verhandeln. Trotz der massenhaften Unterstützung seitens der griechischen Bevölkerung und der bestechend einfachen Logik seiner Argumente – dass die gigantischen Kredite und die damit verbundene Sparpolitik eine zerstörerische Wirkung haben – hatte Varoufakis nur in einem Erfolg: Europas politisches und mediales Establishment in Rage zu versetzten. Aber die wahre Geschichte der damaligen Geschehnisse ist beinahe unbekannt, weil so vieles in der EU hinter verschlossenen Türen stattfindet.


Hint:
Der Autor berichtet aufgrund von seinen Aufzeichnungen oder aus dem Gedächtnis über Meetings und Gespräche mit Politikern, Regierungsvertretern, Vertretern des Internationalem Währungsfonds oder anderen Organisationen.


Meine Meinung:

Ein Blick hinter die Kulissen der EU-Geldpolitik von IWF, EZB, Banken und Regierungen.

Es ist absolut erschreckend wie Politiker oder Vorstände hinter verschlossenen Türen sprechen und was der Öffentlichkeit präsentiert wird – nämlich etwas ganz anderes!


„Christine Lagarde griff meine Argumente auf und stimmte meinen Plädoyers für Schuldenerleichterung und niedrigere Steuersätze als Vorbedingung für die wirtschaftliche Erholung Griechenlands zu. […] „Du hast natürlich recht, Yanis. Die Ziele, auf denen sie beharren, können nicht funktionieren. Aber du musst verstehen, dass sie schon zu viel in dieses Programm investiert haben. Sie können nicht mehr zurück. [...]“ Da hatte ich es: Die Präsidentin des IWF sagte dem Finanzminister eines bankrotten Landes, dass die Politik, auf die man sein Land verpflichtet hatte, nicht funktionieren konnte. Nicht, dass es schwierig sein würde, sie umzusetzen. Nicht, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sie funktionierte, gering war. Nein, sie gab rundheraus zu, dass sie nicht funktionieren konnten, komme, was da wolle.“ (S. 31)


Nicht staubtrocken, sondern mit angenehmer Erzählkunst erreicht der Autor seinen Leser:

„Um eine Vorstellung zu bekommen, wie clever zwei griechische Banker dieses Problem lösten, hilft ein Witz, den ich in einem Pub in Dublin gehört habe. Es geht darin um zwei einfallsreiche Trunkenbolde: Art und Conn haben beschlossen, dass sie etwas unternehmen müssen, um aus der Armut herauszukommen. Sie überredeten Olcan, den Wirt im Ort, ihnen ein Fass Whiskey zu leihen. Ihr Plan ist, das Fass auf der Straße in den nächsten Ort zu rollen, wo ein Fest stattfindet. Dort wollen sie den Whiskey glasweise verkaufen. Sie rollen das Fass die Straße entlang und machen unter einer großen Eiche eine Pause. Während sie unter dem Baum sitzen, findet Art einen Schilling in seiner Tasche. Er freut sich und fragt: „He, Conn, kriege ich ein Glas Whiskey, wenn ich dir einen Schilling gebe?“ „Na klar“ erwidert Conn und steckt den Schilling ein. Eine Minute später wird Conn klar, dass nun er einen Schilling hat. Er sagt zu seinem Kompagnon: „Art, was meinst du? Kriege ich auch ein Glas, wenn ich dir einen Schilling gebe?“ „Aber sicher, Conn.“ Art nimmt seinen Schilling wieder. Und so geht es weiter, der Schilling wechselt noch viele Male den Besitzer, bis Stunden später Art und Conn selig lächelnd und tief schlafend unter dem Baum liegen, neben ihnen das leere Whiskeyfass. Ich weiß nicht, ob dieser Witz jemals griechischen Bankern zu Ohren gekommen ist, aber ihre Lösung, um Kapital für ihre Banken aufzutreiben, glich verblüffend dem Verhalten von Art und Conn.“ Anschließend beschreibt er das Geldhin- und hergeschiebe zwischen Offshore-Gesellschaften. (S. 71)


In seinen Ausführungen und beschriebenen Lösungsansätzen halte ich Yanis Varoufakis für einen hochintelligenten Ökonomen, der der ganzen Situation gut getan hätte.
Ich finde, seine Ausführungen z.B. über die Vorbereitung eines parallelen Zahlungssystems / der Einführungen einer Parallelwährung beschreibt er gut nachvollziehbar, so dass man auch ohne großen Vorkenntnissen seinen Ausführungen folgen kann.


→ Auch als Laie braucht man keine Angst vor diesem politischen Sachbuch zu haben.


Fazit: Unbedingt lesen und einen Einblick in die politische Realität gewinnen.


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W

Rezension zu "Das Euro-Paradox" von Yanis Varoufakis

Es gelingt Varoufakis wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich zu erläutern
WinfriedStanzickvor 2 Jahren


 

Als griechischer Finanzminister der ersten Regierung Tsipras machte er auf der europäischen Bühne ein wenig glückliche Figur und konnte mit seinem Habit seine Kollegen, insbesondere den deutschen Finanzministers Schäuble regelrecht zur Weißglut bringen.

 

Wenn man nun aber sein überaus verständliches und auch für finanzpolitische Laien anregendes und informatives Buch über die Geschichte des Euro und darüber, „wie eine andere Geldpolitik Europa wieder zusammenführen kann“ (Untertitel des Buches), kann man seine damalige beinharte Haltung und seine vergeblichen Versuche, seine Haltung verständlich zu machen, nachvollziehen.

 

Gründlich recherchiert und dokumentiert sind die Fakten in diesem überraschend unpolemisch geschriebenen Buch. Seine Kritik vor allem an der Politik der Troika ist leidenschaftlich und seine persönliche Fundierung in einem radikal verstandenen Humanismus überzeugend.

 

Es gelingt Varoufakis wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich zu erläutern.  Ob allerdings eine solche grundlegenden Überlegung und Neujustierung, wie er sie vorschlägt, von denjenigen, die in Brüssel und anderswo die Europrobleme zu lösen, überhaupt zur Kenntnis genommen wird, scheint fraglich.

 

 

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coala_bookss avatar

Rezension zu "Time for Change" von Yanis Varoufakis

Anschaulich, verständlich und hervorragend, um aktuelle Probleme besser verstehen zu können
coala_booksvor 3 Jahren

Yanis Varoufakis ist vor allem bekannt als ehemaliger Finanzminister Griechenlands, er ist jedoch auch renommierter Wirtschaftprofessor. Mit seinem neuen Buch zeigt er zudem, dass er es versteht, auch komplizierte Sachverhalte leicht verständlich zu erklären.

Wie ich versuche, die Wirtschaft zu erklären, trifft das Thema des Buches im Großen und Ganzen. Im Buch wird auf die geschichtliche Entwicklung von Wirtschaftlichem Handeln eingegangen - vom reinen Tausch über Geld bis hin zu reinen fiktiven Transaktionen. Wir lernen, was eigentlich Ungleichheit wirklich ist, und wie man den Begriff Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichem Standpunkt betrachtet. Wie kommt es zur aktuellen Krisensituation, wie entstehen Schulden und warum brauchen wir diese eigentlich? Es wird auch Missstände hingewiesen und zum Nachdenken angeregt. Lösungen werden dagegen eher nicht vorgegeben und wären in solch einem Buch auch nicht angebracht. Verstehen und selber Gedanken machen ist daher hier die Devise.

Komplexe Sachverhalte werden dabei schön Schritt für Schritt erklärt und man hangelt sich thematisch in immer komplizierte Gefilde vor. Dabei benutzt Varoufakis bekannte Beispiele aus Literatur und Unterhaltung wie Mary Shelleys “Frankenstein” oder auch den Film “Matrix”, um Zusammenhänge zu erklären und anschaulicher zu verdeutlichen. Die Sprache ist dabei zwar leicht verständlich, jedoch nicht zu einfach gehalten. Es werden durchaus Fachbegriffe verwendet, die man jedoch mit den Erklärungen verstehen sollte. Ob es jetzt für kleinere Kinder geeignet ist, wenn Begriffe wie Akkumulation oder auch imperialistisch verwendet werden, wage ich zu bezweifeln. Jedoch ist das Buch gut verständlich für den normalen Wirtschaftslaien, der die Zusammenhänge der aktuellen Krise etwas besser zu verstehen versucht. Und Varoufakis versteht es, dies auch dem Leser zu vermitteln und zwar mit einer sehr sympathischen und manchmal sogar leicht ironischen und witzigen Weise, dass man zwar ein Wirtschaftsbuch liest, sich jedoch trotzdem unterhalten fühlt.

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Yanis Varoufakis wurde am 24. März 1961 in Athen (Griechenland) geboren.

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