Yannick Haenel Das Schweigen des Jan Karski

(3)

Lovelybooks Bewertung

  • 4 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(2)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Das Schweigen des Jan Karski“ von Yannick Haenel

'Die Konstruktion ist gewagt für ein literarisches Werk – und sie löste prompt einen Skandal aus.' Der Spiegel Zweimal wurde Jan Karski, Kurier des polnischen Widerstands, ins Warschauer Ghetto eingeschleust. Anschließend sollte er der Welt kundtun, was er über die Judenvernichtung wusste. Er berichtete vom Terrorregiment der deutschen Besatzer. Doch in England und Amerika mochte niemand seine Botschaft hören. Warum nicht? Diese quälende Frage verfolgte Jan Karski sein ganzes Leben lang. Und sie ließ ihn nach dem Krieg verstummen. Yannick Haenel gibt Karski nun eine fiktive eigene Stimme. Eine Stimme, die berührt – und die nicht ungehört geblieben ist.

Eines der wichtigsten Bücher über die Ermordung der Juden und die kollektive Schuld am Holocaust. Unbedingt Lesen! Und niemals vergessen!

— Orisha

Stöbern in Romane

Sieben Nächte

Ein Klagegesang an der Schwelle zum 30.

dicketilla

Kukolka

Hammerharte Realität, hammerhart erzählt. aber Umsetzung + Stil waren leider nicht so mein Fall. Sehr distanziert. Dennoch grausame Realität

Yuyun

Lauter gute Absichten

Kurzweilige Geschichte um einen angry young man, der sich gegen die Familie auflehnt - und an den eigenen Ansprüchen scheitert.

Marina_Nordbreze

Die Lichter von Paris

Generationenübergreifend. Legt sich wie eine kuschelige Decke romantisch um deine Schultern! Angenehme Atmosphäre.

Simonai

Was man von hier aus sehen kann

Eine Geschichte, die mich mit ihrer Wärme und liebevollen Erzählart absolut bezaubert hat.

Kathycaughtfire

Wie der Wind und das Meer

Eine wunderbare Geschichte über eine Liebe, die nicht sein darf! Ein Lesegenuss!!!

Fanti2412

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • "The man who tried to stop the Holocaust" ...

    Das Schweigen des Jan Karski

    Orisha

    "Seit den ersten Worten des Interviews war er wie blockiert: Er wollte nicht, nicht mal mit der Sprache, ins Innere des Ghettos zurück [...]" (Haenel, S. 24) Als Jan Karski für Claude Lanzmanns Film Shoah interviewt wird, verfällt er immer wieder in Schweigen. Zu schwer fällt es ihm Worte für jene Zeit zu finden, in der er versuchte, die Welt aufzurütteln. Wie fasst man etwas in Worte, was im Grunde unfassbar ist, sprachlos macht? Jan Karski hat es versucht. Karski war Kurier für den polnischen Widerstand, als 1942 zwei Männer an ihn herantreten und ihn bitten, den Alliierten und der Welt eine Botschaft zu vermitteln: Er soll der Welt von der Vernichtung der Juden berichten. Dafür geht Karski sogar ins Warschauer Ghetto, um sich mit eigenen Augen zu überzeugen und die Bilder werden ihn nicht mehr loslassen. "Wer sich vom Bösen abwendet und sich weigert zu hören, wird der Komplize des Bösen. [...] Die Taubheit ist nur eine List des Bösen. […]" (Haenel, S. 127) Er macht sich auf den Weg nach London, wo die polnische Exilregierung Zuflucht gefunden hat, und beginnt seinen Bericht und seine Botschaft den Mächtigen jener Zeit zu vermitteln. Sein Weg führt ihn durch viele Instanzen bis hin zu Präsident Roosevelt in die USA. Immer wieder hofft er, die Ausrottung der Juden, das Sterben beenden zu können, indem er seine Botschaft immer wieder vorträgt. Doch es passiert nichts. Als Karski klar wird, dass seine Wort ungehört bleiben, verfällt er über viele Jahre ins Schweigen, bis seine große Liebe Pola und Lanzmann ihn dazu bringen sein Schweigen zu brechen. Haenel hat ein Experiment gewagt und es ist gelungen. Mehr als gelungen. In drei Abschnitten mischt er reale Quellen mit einer fingierten Biographie Karskis. Grundlage für Teil eins und zwei des Buches bilden Lanzmanns Dokumentarfilm Shoah und Karskis Buch Story of a secret state. Teil drei des Buches bildet eine Biographie Karskis, die Haenel als Fiktion beschreibt. Dabei gelingt es Haenel die Sachlichkeit eines Dokumentarfilms bzw. eines Zeitzeugenberichtes sprachlich umzusetzen, während der fiktive dritte Teil sehr emotional geschrieben ist. Haenel verleiht Karski eine Stimme, die wohl keinen wirklich kalt lässt. Dabei scheut er sich nicht irgendeine Seite als großen Sieger hervorzuheben, sondern Haenel klagt die ganze Welt an, die die Ermordung der Juden geschehen lassen hat. Ich möchte mit einem Zitat schließen: "Eines Nachts kam Pola zu mir auf das Sofa ins Wohnzimmer, sie nahm einen Zug aus meiner Zigarette und sagte diese Wunde sei niemals vernarbt, sie dürfe auf keinen Fall vernarben; das Schlimmste, was dieser Wunde geschehen könne, sei, dass sie eines Tages vernarbe, denn wenn diese Wunde vernarbte, würde sie ganz allmählich verschwinden und eines Tages würde man sich nicht mal mehr daran erinnern, dass sie existiert hatte." Fazit: Eines der wichtigsten Bücher über die Ermordung der Juden und die kollektive Schuld am Holocaust. Unbedingt Lesen! Und niemals vergessen!

    Mehr
    • 2
  • Rezension zu "Das Schweigen des Jan Karski" von Yannick Haenel

    Das Schweigen des Jan Karski

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Erschütternd, wichtig, klug. Wer es abends liest, wird danach nicht einschlafen können.

    • 2
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks