Yascha Mounk

 4,3 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor*in von Der Zerfall der Demokratie, Echt, du bist Jude? und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Yascha Mounk

Yascha Mounk, 1982 in München geboren, wuchs in Freiburg, Kassel, Maulbronn, Laupheim und Karlsruhe auf und verließ Deutschland für ein Studium in Cambridge. Mittlerweile lebt er in New York, unterrichtet politische Theorie an der Harvard University und schreibt als freier Publizist regelmäßig für Zeitungen wie »The New York Times«, »The Wall Street Journal«, »Foreign Affairs« und »Die Zeit«. »Echt, du bist Jude?« ist seine erste Buchveröffentlichung.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Yascha Mounk

Cover des Buches Der Zerfall der Demokratie (ISBN: 9783426301449)

Der Zerfall der Demokratie

 (6)
Erschienen am 01.04.2019
Cover des Buches Echt, du bist Jude? (ISBN: 9783036957272)

Echt, du bist Jude?

 (4)
Erschienen am 22.09.2015
Cover des Buches Das große Experiment (ISBN: 9783426278505)

Das große Experiment

 (0)
Erschienen am 01.04.2022

Neue Rezensionen zu Yascha Mounk

Cover des Buches Der Zerfall der Demokratie (ISBN: 9783426301449)
Rose75s avatar

Rezension zu "Der Zerfall der Demokratie" von Yascha Mounk

interessant und lesenswert
Rose75vor einem Jahr

Ich bin politisch sehr interessiert und deshalb hat mich der Titel dieses Buches neugierig gemacht.  Den Autor Yascha Mounk kenne ich aus dem TV. 

Das Buch ist ursprünglich für den amerikanischen Raum geschrieben worden und wurde vom Autor für die deutsche Ausgabe noch entsprechend überarbeitet.   Zur Zeit der Erstveröffentlichung war Donald Trump der amtierende Präsident in den USA und deshalb wird er auch sehr häufig im Buch erwähnt. 

Inhaltlich ist das Buch in drei Teile gegliedert.  Im  1.Teil  geht es um die Krise der liberalen Demokratie und darin beschreibt Herr Mounk wie er die momentane politische und gesellschaftliche Situation in Nordamerika und Europa wahrnimmt.   Im 2. Teil  benennt er Gründe für die Krise  und die Hauptpunkte sind aus seiner Sicht,  die Einflussnahme von Populisten über die sozialen Medien,  wirtschaftliche Ängste und Sorge um Abstieg  und das Bedürfnis nach Identität.  Diesen 2. Teil fand ich inhaltlich am besten.    Im 3.Teil  schlägt er Gegenmittel vor und da hat er mich wirklich überrascht, er fordert:

"Um die Demokratie zu retten, müssen wir den Bürgern einen inklusiven Patriotismus vermitteln; ihnen echte Hoffnung auf eine wohlhabendere Zukunft machen; und sie gegenüber den Lügen und dem Hass, dem sie täglich in den sozialen Medien begegnen, widerstandsfähiger machen." 

Das führt er dann noch konkreter aus.

Was mir besonders gut gefallen hat war, dass Herr Mounk den Populismus an beiden äußeren Rändern, rechts und links, benannt und kritisiert hat.  

Das Buch ist zwar leicht und recht gut verständlich geschrieben, aber mit dem Sprachstil des Autors bin ich nicht richtig warm geworden und durch einige Wiederholungen hat es sich auch etwas gezogen. 




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Cover des Buches Der Zerfall der Demokratie (ISBN: 9783426277355)
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Rezension zu "Der Zerfall der Demokratie" von Yascha Mounk

Ein gutes Buch für Einsteiger.
Wedmavor 5 Jahren

Von dem Buch habe ich insg. einen guten Eindruck gewonnen. Als Einstieg in diese Problematik eignet sich dieses Werk sehr gut.


Das Buch ist nach dem klassischen amer. Prinzip „Situation – Komplikation – Lösung“ aufgebaut worden und hat drei Teile je drei Kapitel, rund 255 Seiten insg., die aus einigen kürzeren Abschnitten bestehen. Vorwort von ca. 24 S. und Schlussbemerkung von ca. 15 S. runden die Ausführungen ab.


Mounk unterscheidet zw. der liberalen Demokratie, undemokratischem Liberalismus, illiberaler Demokratie und Diktatur. All diese Formen beschreibt er anschaulich im Kap. 1, Teil I. Im Kap. 3 spricht er von der „Entkonsolidierung der Demokratie“ und stellt anhand von einigen Graphiken und Statistiken fest, dass die Liebe zur Demokratie schwindet und andere, autoritäre Alternativen, insb. bei der jüngeren Bevölkerung,  populärer werden. Er beschreibt die gefährlichen Folgen solcher Entwicklungen, schildert sie am Beispiel Polens und schließt Teil I mit: „Die Vorboten des Zerfalls der Demokratie standen deutlich vor aller Augen. Aber die meisten Politikwissenschaftler haben es vorgezogen, nicht hinzusehen. Das macht es umso wichtiger, dieselben Warnglocken jetzt, da sie auch in Ländern wie Deutschland und vereinigten Staaten ohrenbetäubend läuten, endlich ernst zu nehmen.“ S. 154.


Im Teil II (ca. 33 S.) nennt Mounk Gründe für die o.g. Entwicklungen wie die Identitätskrise, Ängste wirtschaftlicher Natur, die im Laufe der letzten Jahrzehnte immer akuter wurden, spricht von der Rolle der sozialen Medien, und erklärt, wie all dies zur Aushöhlung der liberalen Demokratie geführt hat.


Teil III widmet sich den Lösungen (ca. 90 S.): „Nationalismus zähmen, Wirtschaft sanieren, Glauben an Demokratie erneuern“, so die Vorschläge des Autors. Im Schlusswort ruft er zur Rettung der Demokratie auf, ja zum Kampf für eigene Überzeugungen.


Mounk sagt viele richtige Dinge, wie z.B. „Im Laufe der letzen Jahrzehnte  in nordamerikanischen und westeuropäischen Ländern zu einem Zerfall der Demokratie. Unser politisches System verspricht die Volksherrschaft. Aber in der Praxis ignoriert es den Willen allzu häufig. Von den meisten Politikwissenschaftlern unbemerkt  hat in vielen Ländern ein System des Rechts ohne Demokratie Einzug erhalten“. S. 292.


Mir war aber auch oft, dass er sich sehr zurückgehalten hat, z.B. als es um die Rolle der Eliten in den o.g. Entwicklungen ging und noch paar anderen Punkten, was das Ganze politisch korrekt und etwas oberflächlich erscheinen lässt. Zudem blieb er im Rahmen des gewohnten Narratives der Leitmedien, u.a. wenn es um die Beschreibung des Zustandes der Demokratie und die Ursachen ihres Zerfalls ging. Und als er den Blick auf andere Länder richtete: „böse Buben“ an der Macht, wohin das Auge reicht, und „bei den Guten“ liegt auch vieles im Argen, was zur von mir insgeheim erhofften erfrischenden Originalität und Tiefe der Ausführungen wohl kaum beigetragen hat.


So ist es eher ein Werk für Einsteiger geworden, die ihre ersten Schritte auf dem Gebiet so langsam aber sicher machen möchten.


Das Werk liest sich angenehm leicht. Der Stoff ist sehr zugänglich dargeboten worden, anhand von vielen Beispielen und Situationen, die Leser bestimmt schon kennen. Die Zusammenhänge sind klar, die Argumentation ist logisch und auch für Laien prima verständlich.


Das Buch ist schön gemacht: Festeinband in Dunkelblau, Umschlagblatt, einige Graphiken in schwarz/weiß, Quellennachweis zum Schluss auf rund 40 S.


Fazit: Ein gutes Buch für Einsteiger, die sich dem Thema „Zerfall der Demokratie“ nähern möchten. Alles ist gut und sehr zugänglich erklärt worden. Die vorgeschlagenen Lösungen sind kaum von der Hand zu weisen, stellen aber insg. keine neuen Erkenntnisse dar. Die großen Durchbrüche und bahnbrechende Enthüllungen sind nicht dabei.

 

Kommentare: 4
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Cover des Buches Der Zerfall der Demokratie (ISBN: 9783426277355)
W

Rezension zu "Der Zerfall der Demokratie" von Yascha Mounk

„Noch können wir nicht wissen, auf welches Schicksal unser politisches System zusteuert"
WinfriedStanzickvor 5 Jahren



Die Demokratie steckt weltweit in einer tiefen Krise und das eigentlich schon seit vielen Jahren. Hatten sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs besonders in Europa und den USA viele Hoffnungen auf einen endgültigen Sieg der Demokratie gerichtet, war schon bald klar, dass neue Kriege und der entsprechende Terror als Antwort dieses alles gefährden würden. Und gibt es seit Jahren folgendes Phänomen zu beobachten: Die Zahl der Protestwähler steigt, Populisten erstarken, traditionelle Parteiensysteme kollabieren. Ein alarmierender Zustand, den der in Harvard lehrende Politologe Yascha Mounk (er schreibt regelmäßig für die ZEIT, und ist so vielen deutschen Lesern bekannt) in seinem vorliegenden Buch analysiert. Er erkennt zwei Muster:
Entweder werden wie in den USA, Ungarn, Polen und der Türkei Demagogen ins Amt gewählt, die die Rechte von Minderheiten mit Füßen treten, oder eine Regierung verschanzt sich, freiheitliche Rechte garantierend, hinter technokratischen Entscheidungen – und verliert wie in Deutschland, Großbritannien und Frankreich zunehmend an Volksnähe.

Mounk erläutert die komplexen Gründe für diese beängstigende Entwicklung und beschreibt die Mechanismen, die unsere Demokratie tatsächlich zu Fall bringen können. Als Gegenmittel und Maßnahmen, um bedrohte soziale und politische Werte für die Zukunft zu retten, nennt er:
•    Nationalismus zähmen
•    Die Wirtschaft sanieren
•    Den Glauben an die Demokratie erneuern

Abschließend schreibt er: „Noch können wir nicht wissen, auf welches Schicksal unser politisches System zusteuert. Vielleich erweist sich der Aufstieg der Populisten als kurzlebige Phase, an die Historiker sich in hundert Jahren mit einer Mischung aus Neugierde und Verwunderung erinnern werden. Vielleicht erwiest sie sich aber auch als epochaler Wandel, der eine neue Weltordnung einleitet, in der die Selbstregierung von der Erdoberfläche verschwindet und die Rechte der Menschen überall mit Füßen getreten werden.“
Es wird darauf ankommen, ob genug Menschen sich den bedrohten Werten verbunden fühlen und angstfrei für sie eintreten und kämpfen.





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