Yascha Mounk Echt, du bist Jude?

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Inhaltsangabe zu „Echt, du bist Jude?“ von Yascha Mounk

»Hör auf zu lügen! Jeder weiß, dass es keine Juden mehr gibt.« Mit diesem Kommentar eines Klassenkameraden beginnt für Yascha Mounk seine Auseinandersetzung mit dem Jüdischsein. Er, der als einer von zwei Juden (er und seine Mutter) in dem schwäbischen Nest Laupheim aufgewachsen ist, musste bereits in jungen Jahren von dem verkrampften Verhältnis vieler Deutschen zu Juden erfahren. Ob ihm Antisemitismus entgegenschlug oder das Gegenteil, betontes Wohlwollen, der Umgang der meisten Deutschen mit seiner jüdischen Herkunft war – und ist – einfach kein normaler. Mit seinem Buch, in dem er Anekdoten aus seinem Leben im größeren politischen und gesellschaftlichen Kontext verankert, spricht Yascha Mounk ein sensibles Thema an. Es leistet einen wichtigen Beitrag zu den aufgeheizten Diskussionen um »Das hat nichts mehr mit mir zu tun« und »Das wird man doch wohl noch sagen dürfen«.

Interessante Einblicke aus Sicht eines deutschen Judens zur Vergangenheitsbewältigung Deutschlands und brandaktuell zum Thema Einwanderung.

— Betsy
Betsy

Interessante Sichtweisen und Einblicke

— Diana182
Diana182

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  • Wenn die Vergangenheit ein Land nicht loslässt

    Echt, du bist Jude?
    Betsy

    Betsy

    30. December 2015 um 14:57

    "Mir wäre nichts lieber, als so behandelt zu werden wie andere Deutsche auch. Aber viele Leute in meinem Alter sind viel zu sehr darauf erpicht, zu beweisen, dass sie mich ganz normal behandeln. Im Endeffekt behandeln sie mich gerade deshalb auf eine umso seltsamere Art und Weise." In "Echt, du bist Jude?" gibt der jüdische Autor Einblicke in seine Familiengeschichte zur Zeit des 2. Weltkrieges und der Nachkriegszeit. Er beschreibt wie es war als jüdisches Kind im Deutschland der 80iger Jahre aufzuwachsen und wie ihn dies bis heute prägt. Yascha Mounk beschäftigt sich aber nicht nur mit dem Verhalten der Deutschen gegenüber Juden in Deutschland und dessen Aufarbeitung der Nazizeit, sondern zeigt auch wie sich die Politik des Landes und seine Selbstdarstellung langsam ändert. Brandaktuell auch das Thema Einwanderung und das Thema Integration. Dieses Buch fand seinen Weg eher zufällig zu mir, da ich es bei einer Leserunde irrtümlich statt des richtigen Buches zugeschickt bekam. Obwohl ich also so gut wie keine Erwartungshaltung an das Buch hatte, wurde ich positiv davon überrascht wie aktuell und interessant bzw. vielschichtig der Inhalt ist. Hier wird nicht nur das Thema der Juden in Deutschland angesprochen, sondern auch die Versuche einen Schlussstrich unter das Dritte Reich zu setzen, um dann in den 68igern mit einer Welle der Aufarbeitung und Auseinandersetzung dieses Themas zu beginnen. Beide Seiten spricht der Autor hier an und zeigt auf, wie beides seine Berechtigung hat, aber auch ausarten kann und das Juden egal zu welcher Zeit, wohl immer den Status eines Sündenbocks haben werden, wenn sich das Verständnis zueinander nicht ändert. "Deutschland wird vielfältiger. Gleichzeitig wächst die Wut auf diese Vielfalt." Auch die Frage, ob ein Migrant in 3. Generation mit einem fremd klingenen Namen und Aussehen immer noch ein Ausländer ist, obwohl dieser fließend deutsch spricht, hier geboren und aufgewachsen ist, sowie sich eigentlich als deutscher fühlt, wird hier angeschnitten. Oder auch in wieweit es Sinn hat den Imigranten seine eigenen kulturellen Ansichten aufzuzwingen um sich anzupassen an die Gepflogenheiten in Deutschland (oder anderen Ländern) und damit versucht dessen eigene Religion und Kultur zu unterdrücken und wie dies letztendlich zu einer neuen Unzufriedenheit führt. "Die Identität unseres Landes wird sich in den kommenden Jahrzehnten entscheiden. Werden wir eine Zweikastengesellschaft, in der eine einheimische Elite sich misstrauisch von einer ausländischstämmischen Unterklasse abgrenzt? Oder verwandeln wir uns in eine genuin multiethnische Nation, in der Menschen unabhängig von Herkunft und Religion voll am gesellschaftlichen Leben teilnehmen?" Der Kampf eines Landes nicht immer nur auf ein Thema, nämlich seine Vergangenheit als Drittes Reich, reduziert zu werden, wird hier genauso angesprochen, wie die Entwicklung zu einem der stärksten Länder Europas und dem Versuch die eigenen Interessen in Punkto Politik nicht mehr von anderen abhängig zu machen und nicht mehr bei gewissen Themen still zu halten, weil man ihm das aufgrund seiner Vergangenheit verübeln könnte. Thematisiert wird hier auch die Eurokrise, die Abhängigkeit von Russland in punkto Gas, die Urkainekrise, Deutschlands erster militärischer Einsatz im Kosovo, seine Emanzipation von den USA, die aktuellen Terroranschläge und vieles mehr. Teilweise schleichende Entwicklungen mit großer Bedeutung für Deutschland. Besonders bemerkenswert finde ich, dass der Autor immer noch von seinem Land spricht, obwohl dieser mittlerweile in Amerika lebt, zeigt wie verbunden er immer noch mit seinen Wurzeln in Deutschland ist. Der Autor versucht soweit es geht sachlich auf diese Themen einzugehen und gibt doch auch immer im Abschluss seine eigenen Ansichten und Wünsche zu dem jeweiligen Thema bekannt. Seine persönlichen Erfahrungen mit seiner Abstammung als Jude und auch die seiner Familie, machen dieses Buch auch sehr emotional. Fazit: Ein wirklich lesenswertes Buch, das versucht die Geschichte Deutschlands und seine Probleme mit dem Thema des 2. Weltkrieges aufzuzeigen. Zugleich wird aber auch auf die aktuellen Themen, wie die vermehrte Einwanderung und die Integration dieser Migranten, sowie die wachsenden Konflikte die sich daraus vielerorts ergeben eingegangen. Teilweise wird hier manches immer wieder wiederholt und etliche Fremdwörter haben mich hier manchmal beim Lesen stocken lassen, aber definitiv ein Buch, das viele aktuelle Fragen und auch manche Ursprünge aufdeckt, warum Deutschland sich in einigen Punkten immer noch schwer tut. Überdies kann man sehr gut verstehen warum dem Autor, der selbst als einer von wenigen Juden in Deutschland aufwuchs, dieses Thema eine Herzensangelegenheit ist.

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  • Sehr interessant!

    Echt, du bist Jude?
    Diana182

    Diana182

    15. October 2015 um 14:57

    Das Cover zeigt den Autor des Buches. In Bezug auf die hier abgedruckte Lebensgeschichte finde ich diese Wahl sehr gut getroffen. Der Titel passt ebenso gut dazu. Die Kurzbeschreibung macht den Leser neugierig und man möchte mehr erfahren. Kurz zum Inhalt: Yascha Mounk schildert in diesem Buch seine Gefühle und Sichtweisen, wie noch heute in Deutschland mit Juden umgegangen wird. Das sie wie „Exoten“ angesehen werden. Er berichtet von der tragischen und sehr ergreifenden Geschichte seiner Familie und wie er letztendlich doch Deutscher wurde – aber es doch nie war. Yascha wird nach und nach bewusst, dass ein Jude anscheinend nicht als Deutscher anerkannt wird und auch seine Familie öffentlich, sowie anonym mit Briefen, bedroht wird…. Nun zu meiner Meinung: Der Autor schildert seine Sicht der Dinge sympathisch, intelligent und sehr humorvoll. Seine Thesen regen mich sehr zum Nachdenken an und lassen auch mich Deutschland mal mit anderen Augen sehen. Viele aufgeführte Beispiele geben Denkanstöße und sind nachvollziehbar. Er gibt auch einen kleinen Einblick in die Regierung Deutschlands und warum manche Sachen so vollzogen werden, wie sie geschehen. Alle Fakten sind im Anhang mit genauen Quellen hinterlegt und können von Skeptikern oder Interessierten nachgelesen werden. Jedoch muss man immer sehr aufmerksam lesen, damit man kein Detail überliest, denn sonst verliert man schnell den Faden. Somit ist es sicherlich keine Feierabendlektüre, mit der man den Tag ausklingen lassen will. Am Ende muss ich wohl auch sagen, dass ich zu seiner beschriebenen 4- Generation zähle, die Juden nicht mehr als „Exoten“ ansehen, sondern als einen Menschen, wie jeden anderen. Zitat: „ Ich kenne die nicht, also habe ich nichts gegen sie.“ Mein Fazit: Ein interessantes Buch, was auch mal eine andere Sichtweise auf den „typisch Deutschen“ zeigt und beim näheren betrachten damit gar nicht so falsch liegt.

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  • Fremd im eigenen Land...

    Echt, du bist Jude?
    kaha38

    kaha38

    15. October 2015 um 08:49

    Yascha erzählt in diesem Buch von dem Leben seiner Großeltern, seiner Eltern, den Juden zu Hitlers Zeiten im Allgemeinen und seinem Leben, welche Auswirkungen all die Schicksale vor seiner Zeit nun auf ihn haben. Das jede Medaille zwei Seiten hat - die der Ablehnung aber auch die der übertriebenen Zuwendung die man jüdischen Menschen zuteil werden lässt. Er erzählt davon dass er einfach normal leben möchte....ohne dass man ihn wegen seiner Religion abwertet aber auch dass er wegen vergangener Taten nicht auf ein Podest gestellt werden möchte - sehr gut be- und geschrieben!

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