Yasmina Khadra

 4.1 Sterne bei 227 Bewertungen
Autor von Die Schuld des Tages an die Nacht, Die Attentäterin und weiteren Büchern.
Yasmina Khadra

Lebenslauf von Yasmina Khadra

Yasmina Khadra ist das Pseudonym des algerischen Schriftstellers Mohammed Moulessehoul. Er wurde bereits in Kindesalter auf die Militärschule in Algerien geschickt, wo er später ein hoher Offizier wurde, bevor er mit dem Schreiben von Kriminalromanen begann. Um der strengen Zensur zu entkommen, verfasste Moulessehoul unter den Vornamen seiner Frau Yasmina Khadra. Seit 2000 lebt er mit seiner Familie in Frankreich im Exil. International bekannt wurde er mit seiner "Algier"-Trilogie. In seinen Romanen erzählt er von dem algerischen Alltagsdrama unter Korruption und wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit.

Alle Bücher von Yasmina Khadra

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Die Schuld des Tages an die Nacht

Die Schuld des Tages an die Nacht

 (63)
Erschienen am 12.08.2011
Die Attentäterin

Die Attentäterin

 (48)
Erschienen am 01.03.2008
Die Sirenen von Bagdad

Die Sirenen von Bagdad

 (18)
Erschienen am 01.04.2010
Wovon die Wölfe träumen

Wovon die Wölfe träumen

 (18)
Erschienen am 01.07.2003
Nacht über Algier

Nacht über Algier

 (14)
Erschienen am 22.01.2008
Die Landkarte der Finsternis

Die Landkarte der Finsternis

 (11)
Erschienen am 28.02.2013
Die Romane mit Kommissar Llob aus Algier

Die Romane mit Kommissar Llob aus Algier

 (7)
Erschienen am 14.09.2006

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Neue Rezensionen zu Yasmina Khadra

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Pokerfaces avatar

Rezension zu "Morituri" von Yasmina Khadra

Morituri
Pokerfacevor 10 Monaten

Klappentext:

Commissaire Llob, ein integrer Polizeibeamter in Algier, kämpft gegen Verbrecher und ihre Hintermänner. Im Mittelpunkt der Handlung steht eine Serie von Morden an Intellektuellen. Sie ist für die Autorin der Anlass, die Situation ihrer Heimat zwischen Bürgerkrieg, Korruption, Unterdrückung, Angst und Terror zu schildern und - ausgehend von der Gegenwart - die Wurzeln des Übels zur Sprache zu bringen, die in der jüngsten Vergangenheit liegen.

Würde sich nicht unter einem Pseudonym schreiben, gehörte sie wohl selbst zu den Morituri, den Todgeweihten: Yasmina Khadra - bzw. ihr männliches alter ego Commissaire Llob, der ebenfalls Kriminalromane schreibt - zögert nämlich nicht, die Drahtzieher von Verbrechen selbst in höchsten Kreisen zu suchen. Seine Hauptgegner sind jene "Kriegsgewinnler", die in schwer bewachten Luxusvillen rauschende Feste feiern und Macht und Kapital unter sich aufteilen, während in anderen Vierteln Algiers soziale Missstände die Einwohner zu Verbrechern werden lassen. Damit nimmt die Autorin Abstand von jener Schwarz-Weiß-Malerei, die allein islamische Fundamentalisten als Schuldige des Bürgerkriegs ortet. Die Einbeziehung von politisch-historischen Fakten sowie die Schilderung des Volkscharakters und der algerischen Hauptstadt verstärken den Eindruck, dass hier zugleich mit der fiktiven Krimihandlung ein Zeitzeugnis und Augenzeugenbericht vorgelegt wird, eine "möglichst getreue Analyse der Tragödie, die mein Land erschüttert", wie die Autorin in einem Brief an den Haymon-Verlag schreibt.

Meine Meinung:

Der erste Satz aus dem Buch hat mich schon umgehauen: "Blutüberströmt liegt der Horizont da und bringt durch einen Kaiserschnitt einen Tag zur Welt, für den sich die Mühe letztlich nicht gelohnt haben wird."

Und in diesem Stil wird das Buch weitergeschrieben. Tolle Satzstellungen und tolle Wortwahl begleiten den Leser durch die Lektüre.

Mittlerweile weiß ich, dass Yasmina Khadra das Pseudonym von Mohammed Moulessehoul ist. Der 1955 geborene Autor war hoher Offizier in der algerischen Armee. Wegen der strengen Zensurbestimmungen veröffentlichte er seine Kriminalromane mit Kommissar Llob unter den Namen seiner Frau. Erst nachdem er im Dezember 2000 mit seiner Familie nach Frankreich ins Exil gegangen war, konnte der das Geheimnis um seine Identität lüften.

Ich habe den Roman ziemlich schnell durchgelesen, muss dazu aber auch sagen, dass er gerade einmal 155 Seiten stark ist.

In viele Gemütsbewegungen konnte ich mich nicht hineinversetzen. Zum Glück. Mir ist wieder einmal bewusst geworden, wie gut ich es hier in Deutschland habe.

Man erkennt die Angst und die Korruption der hohen Politiker beim Lesen und ist erschüttert über die Grausamkeiten, die dort passieren.

Auf der Suche nach einem verschwundenen Mädchen gilt es für Kommissar Llob nach und nach einen ganzen Sumpf aufzudecken.

Fazit:

Nicht unbedingt mein Buch. Es war gut zu Lesen, aber ich habe mich dabei "fremd" gefühlt und stellenweise sogar voyeuristisch.

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serendipity3012s avatar

Rezension zu "Die Landkarte der Finsternis" von Yasmina Khadra

Der zerrissene Kontinent
serendipity3012vor einem Jahr

Der zerrissene Kontinent 

Yasmina Khadra ist ein Pseudonym, unter dem der algerische Autor Mohammed Moulessehoul zu schreiben begann, als die Zensur ihn zwang, seine wahre Identität zu verschleiern, da er ein hoher Offizier in der algerischen Armee war. Inzwischen ist das Geheimnis um ihn längst gelüftet und er lebt seit dem Jahr 2000 in Frankreich, jedoch entschied er sich, das Pseudonym, das aus zwei Vornamen seiner Frau besteht, ihr zu Ehren beizubehalten.

In seinem Roman „Die Landkarte der Finsternis“ erzählt er die Geschichte von Kurt Krausmann, der ein gutbürgerliches Leben als Arzt in Frankfurt führt. Als seine Frau, im Roman stets als seine „große Liebe“ betitelt, stirbt, fällt er in ein tiefes Loch und verliert seinen Lebensmut. Sein alter Freund Hans, selbst schon seit längerer Zeit Witwer, überredet ihn, ihn auf seiner Segelyacht in Richtung Komoren zu begleiten. Hans ist oft in Afrika, wo er humanitäre Arbeit leistet. Eines Nachts werden sie überfallen und von Piraten entführt. Eine zermürbende Zeit in den Händen der Entführer beginnt, in der sie immer wieder an andere Orte gebracht werden und schließlich auf den Franzosen Bruno treffen, der seinerseits schon länger in den Händen der Entführer ist. Bruno lebt schon lange in Afrika und liebt das Land sehr – auch seine Situation als Geisel kann daran nichts ändern.

Der Roman erzählt den Teil aus dem Leben Kurts, der den tragischen Tod seiner Frau und dann die Ereignisse in Afrika und deren Auflösung umspannt, in einer nicht nur spannenden, sondern vor allem lehrreichen Art und Weise. Stets stehen sich hier die Figuren und mit ihnen die Sichtweisen, die Einstellungen, die Kulturen gegenüber. Kurt ist in Trauer – und trotzdem geht es ihm besser als denen, die ihn entführt haben und die aggressiv und gewalttätig auftreten, die ihre Machtposition immer wieder aufs Neue demonstrieren. Sie kommen aus der Armut und da sie immer einer Zukunft ohne Perspektiven entgegen sahen, schlossen sie sich einer Art Branche an: Schließlich gibt es in Afrika eine ganze Entführungsindustrie, werden Geiseln von Organisation zu Organisation weiterverkauft, bis sie bei denen angekommen sind, die mächtig genug sind, um die Verhandlungen um Lösegeld zu führen. Die Dialoge zwischen den Entführten und ihren Geiselnehmern sind in der Hinsicht sehr aufschlussreich – auch wenn nicht immer alles authentisch klingen mag. Khadra zeigt eindrücklich, aus welch verschiedenen Welten seine Figuren kommen, macht ihre Positionen deutlich. Eine interessante Figur ist hier der schon seit langer Zeit in Afrika lebende Bruno, der es regelrecht zu bedauern scheint, dass man ihm auf den ersten Blick ansieht, dass er Europäer ist, fühlt er sich doch schon seit langem dem afrikanischen Volk zugehörig und insistiert immer wieder, er kenne die Afrikaner genau, er verstehe sie und ihre Kultur bis ins Kleinste, womit er Kurt manchmal auf die Nerven geht.

Khadra schafft es so, Verbindungen zu ziehen, Kausalitäten zu zeigen, ohne den Entführern, die bei aller durchaus vorhandener Menschlichkeit letztendlich doch schlicht und einfach Verbrecher bleiben, zu viel Verständnis und Empathie entgegenzubringen – diese Gratwanderung gelingt ihm gut. Seine Einteilung der Figuren ist für den Leser stets sichtbar, ein bisschen scheint das Schema durchzuscheinen, an dem er sich abgearbeitet hat, was aber leicht zu verzeihen ist, da „Die Landkarte der Finsternis“ sich sehr lebendig und spannend liest. Khadras Sprache ist dabei mal schlicht und einfach, mal bildreich, nicht immer liest sich das ganz glatt.

So bewegt sich die Geschichte ständig zwischen zwei Polen und schafft es, uns den afrikanischen Kontinent und seine Menschen ein Stück näher zu bringen. Menschen, die viel weniger haben als wir, die, auch wenn ihnen Schlimmes widerfährt, positiv in die Zukunft blicken. Das klingt banal und ein wenig wie ein Klischee, dennoch kann es nicht schaden, sich gelegentlich vor Augen zu führen, wie gut wir es haben, was man im stressigen Alltag gern vergisst. Daran erinnert der Roman.

So stellt sich am Ende die Frage, was auf der titelgebenden „Landkarte der Finsternis“ wohl zu sehen sein mag – bei aller Not, Armut und der Gewalt, die den Protagonisten in Khadras Geschichte widerfährt, wäre es zu einfach, dem afrikanischen Kontinent das Attribut finster so einfach und undifferenziert zuzuschreiben. In dem informativen Roman des algerischen Autors lernen wir, dass Afrika viele Seiten hat, die man erkennt, wenn man sich die Mühe macht, genauer hinzusehen. Auch wenn es sprachlich an einigen Stellen ein wenig holpert und die Figuren noch etwas differenzierter hätten charakterisiert werden können, lohnt sich die Lektüre des Romans.

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sabatayn76s avatar

Rezension zu "Die Engel sterben an unseren Wunden" von Yasmina Khadra

‚Schläge gehören zum Leben [...].'
sabatayn76vor 2 Jahren

‚Schläge gehören zum Leben, sie sind das Pfand für das Durchhalten, der Preis, um zu glauben und zu träumen.‘

Inhalt:
Turambo ist 27 Jahre alt, sitzt im Gefängnis und wartet auf seinen Tod. In ‚Die Engel sterben an unseren Wunden‘ erzählt er als Ich-Erzähler von seinem Leben - von seiner Kindheit in Graba und in Oran, von Armut und Elend, von seiner Freundschaft mit Gino und von seiner Karriere als Boxer.

Mein Eindruck:
Ich habe schon sehr viele Bücher von Yasmina Khadra gelesen, und er gehört zweifelsohne zu meinen Lieblingsautoren. Auch ‚Die Engel sterben an unseren Wunden‘ hat mir ausgezeichnet gefallen, und ich kann den Roman sehr empfehlen.

Yasmina Khadra erzählt Turambos Geschichte auf detailreiche und farbenfrohe Weise. Dabei wird er angesichts der Armut, in der Turambo aufwächst, weder pathetisch, noch berichtet er klischeehaft oder schnulzig von Turambos Freundschaft mit Gino oder von seiner Liebe zu Irène.

Yasmina Khadras Sprache ist blumig, wirkt jedoch nie übertrieben oder gestelzt. Vielmehr hat mich sein Schreibstil im hier rezensierten Roman sehr an Nagib Mahfuz und seine farbenfrohen und exzellent beobachteten Schilderungen von Kairo und der ägyptischen Gesellschaft erinnert. Mit ‚Die Engel sterben an unseren Wunden‘ kann man dadurch nicht nur in eine spannende Geschichte eintauchen, sondern erfährt zudem vom Leben in Algerien zu Beginn und in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Mein Resümee:
Ein ebenso fesselnder wie meisterhaft erzählter Roman.

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Gespräche aus der Community

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S

Ich habe eine Bitte: Ich suche folg. Übersetzung ins Deutsche:

(Mohammed Moulessehoul ) Yasmina Khadra WHAT THE DAY OWES THE NIGHT


“Si quieres convertir tu vida en eslabón de eternidad y permanecer lúcido hasta en el corazón del delirio, ama… Ama con todas tus fuerzas, ama como si no supieras hacer otra cosa, ama hasta encelar a príncipes y dioses… pues sólo en el amor la fealdad embellece.”


 


“If you want your life to be a small part of eternity, to be lucid even in the heart of madness, love... Love with all your strength, love as though it is all you know how to do, love enough to make the gods themselves jealous... for it is in love that all ugliness reveals its beauty.”

Vielen Dank im voraus

SUSANA SANCHO

sansalacasita@telefonica.net

Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Yasmina Khadra wurde am 09. Januar 1955 in Kenadsa (Algerien) geboren.

Yasmina Khadra im Netz:

Community-Statistik

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