Yasmina Khadra Die Sirenen von Bagdad

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Inhaltsangabe zu „Die Sirenen von Bagdad“ von Yasmina Khadra

Ein packender Thriller über die Logik des TerrorismusBei einer Razzia des US-Militärs wird ein junger Iraker tief gedemütigt und muss seine Familie und sein Heimatdorf verlassen. Er beschließt, sein Leben der Aufgabe zu widmen, den Westen tödlich zu treffen. Höchst eindrucksvoll erzählt Yasmina Khadra vom Leben der Menschen in einer ausweglosen Spirale aus zerstörter Ehre und Hass in einem zerbrochenen Land.»Der Roman erhebt einen Chor von Stimmen, anhand deren Khadra die Vielschichtigkeit der muslimischen Welt und deren innere Zerrissenheit zugleich orchestriert.« Claudia Kramatschek in der ›Neuen Zürcher Zeitung‹

Einfühlsam und aus der arabischen Innensicht erzählte Geschichte eines Terrorosten wider Willens.

— Beust
Beust

Eindrücklich beschrieben, wie der Terrorismus entsteht.

— Buecherwurm1973
Buecherwurm1973

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    Die Sirenen von Bagdad
    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    03. December 2014 um 09:30

    Der namenlose Ich-Erzähler lebt in dem kleinen irakischen Beduinendorf Kafr Karam. Seit dem Ausbruch des Irakkriegs ist sein Studium auf Eis gelegt. Er verabscheut  jegliche Gewalt und der Krieg stürzt ihn in eine grosse Krise. Eines Tages durchkämmen Gis  auf der Suche nach Waffen und Terroristen das Dorf. Der Vater des Erzählers wird gedemütigt. Ihm als einziger Sohn bleibt nichts anders übrig, als die Schande mit dem Blut des Feindes reinzuwaschen. So begibt er sich wieder nach Bagdad.   Das Buch ist in drei Teile eingeteilt. Im ersten Teil „ Kafr Karam“ erfährt man vom Leben des Dorfes. Sitten, Traditionen und Gebräuche der Beduinen.  Während dem Lesen dachte ich, es müsste jetzt nicht so detailliert sein.  Später war es mir hilfreich, um das Handeln und die Gedanken des Protagonisten nachvollziehen zu können.   Im zweiten Teil  „Bagdad“ begleitet der Leser den Erzähler nach Bagdad. Ohne eigentlich genau zu wissen, wie die Blutsrache eigentlich aussehen soll, reist er nach Bagdad.  Er findet andere junge Männer aus seinem Heimatdorf. Jetzt beginnt das lange zermürbende Warten auf den Zeitpunkt seiner Mission.   Im dritten Teil  landet er in Beirut. Er soll für ein Attentat in London vorbereitet werden.  Der Schluss war nicht für mich etwas verwunderlich und das Ende überraschend.  Das Ende habe ich nicht ganz begriffen.   Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Wie schon geschrieben, man erhält einen guten Einblick in das Leben, den Glauben und die Sitten der Iraker. Das Buch soll aufzeigen, wie der Fundamentalismus und Terrorismus entsteht. Wieso sich jemand entschliesst, sich in die Luft zu jagen.  Mir hat das Buch die Augen geöffnet. Leider habe ich die Passage nicht mehr gefunden. In einem Gespräch wird gesagt, dass die GIs ohne Rücksichtnahme auf ihre Sitten, Gebräuche und Lebensart  sich durch ihre Häuser pflügen. Ich glaube, wir wären auch nicht erfreut, wenn es uns so erginge.  Ich muss dazu sagen, dass ich jetzt nicht gutheisse, dass sie tausende von Menschen mit sich in den Tod reissen.  Aber es hat mir die Beweggründe dargelegt.

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  • Rezension zu "Die Sirenen von Bagdad" von Yasmina Khadra

    Die Sirenen von Bagdad
    Clari

    Clari

    11. June 2010 um 12:37

    Leben und Sterben in einem ausweglosen Krieg. Einmal mehr geht es in diesem Roman um den Irakkrieg, der ganze Familien auseinander gerissen und ein Volk in Trauer und Verzweiflung gestürzt hat. Am Einzelschicksal erkennt man die Tragweite eines Krieges,der vor keinem Übel und keiner moralischen Verwerfung halt macht. Fernab vom Kriegsgeschehen in Bagdad leben die Dorfbewohner in Kafr Karam abgeschottet und zufrieden ihr Leben. Der Icherzähler ist Student und konnte sein Studium seit dem Ausbruch des Irakkrieges nicht mehr fortsetzen. Die meisten Dorfbewohner sind weitläufig verwandt. Jeder gehört auf irgendeine Weise zum gleichen Stamm. Als Suleiman, der geistig behinderte Sohn des Schmieds, sich eine schwere Verletzung zuzieht, hält auch in diesem abgeschiedenen Ort das Unheil Einzug. Auf der Fahrt zur nächsten Krankenstation geraten der Schmied mit seinem Sohn und der Icherzähler in eine amerikanische Militärkontrolle. Die Ereignisse danach zeigen die ganze Härte und Grausamkeit des Krieges. Suleiman verliert sein Leben und das Dorf seine Unschuld. Fortan regieren auch hier Furcht und Misstrauen. Symbolträchtig, apokalyptisch und dramatisch wächst später mit einem Überfall auf das Dorf ein unbändiger Hass bei den Bewohnern. Als Folge seiner traumatischen Erfahrungen flieht der Student nach Bagdad, um sich Terroristen anzuschließen. Er will die Ehre seiner Familie retten und gegen die Unterdrückung seines Landes kämpfen. Der perfide Auftrag, zu dem er auserkoren wurde, könnte am Ende die ganze Menschheit zerstören. Yasmina Khadra kennt die Worte und weiß um die Gefühle seiner Protagonisten, die ihre eigenen Riten haben und Traditionen folgen, die niemand verletzen und herabsetzen darf. Wortmächtig und mit poetischer Kraft begabt bezeugt Y. Khadra wie aus einfachsten Anfängen Hass entsteht, der die Verständigung zwischen Orient und Okzident zerstört. Tief steigt man in die mythologische Geistesgeschichte des Orients ein. Khadra zeigt uns die Unterschiede zwischen den Kulturen, die eine Annäherung unmöglich machen. Da gibt es keine Übereinstimmung und keine Verständigung, denn hier begegnen sich Welten, die nichts mit einander gemein haben. Keine Überzeugungsarbeit und keine Kriege können aus Beduinen westlich orientierte Demokraten machen. Zu tief verankert sind sie in ihren hierarchischen und familiären Strukturen, nach denen sich im Orient die Menschen richten. Ein aufrüttelndes und aufklärendes Buch ist dem Autor gelungen, das nachhaltig beeindruckt. Der unter dem Pseudonym Yasmina Khadra schreibende Schriftsteller stammt aus Algerien und lebt heute in Frankreich. Er war einst hoher Offizier in der algerischen Armee, bevor er nach Frankreich ins Exil ging. Er begann schon früh zeitkritische und anspruchsvolle Kriminalromane zu schreiben, die mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet wurden.

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  • Rezension zu "Die Sirenen von Bagdad" von Regina Keil-Sagawe

    Die Sirenen von Bagdad
    variety

    variety

    13. October 2008 um 17:51

    Ich war etwas enttäuscht vom Inhalt, weil ich teilweise eine andere Geschichte erwartet habe. Es ist kein wirklicher Thriller, wie es der Umschlag vielleicht suggeriert (wahre Spannung kommt für mich erst in den letzten 20 Seiten auf!), sondern zeigt vielmehr auf, wie es zu Fanatismus und Rassenhass kommen kann. Darin ist das Buch sehr gut. Auch werden die Lebensumstände im Irak und in Beirut sehr plastisch dargestellt.

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