Yasmina Reza

 3.6 Sterne bei 176 Bewertungen
Autorin von Glücklich die Glücklichen, Babylon und weiteren Büchern.
Yasmina Reza

Lebenslauf von Yasmina Reza

Die französische Sprache ist ihre Heimat: Yasmina Reza wurde 1957 in Paris geboren. Ihre künstlerische Laufbahn begann sie als Schauspielerin, wurde aber vor allem als meistgespielte zeitgenössische Theaterautorin, Regisseurin und Schriftstellerin bekannt. Ihr Theaterstück „Der Gott des Gemetzels“ wurde 2011 von Roman Polański mit Jodie Foster, Kate Winslet und Christoph Waltz fürs Kino verfilmt. Mit dem Roman "Eine Verzweiflung“ debütierte Yasmina Reza als Autorin. Inzwischen wurde eine ganze Reihe erfolgreicher Romane aus ihrer Feder veröffentlicht. Für ihren Roman "Babylon" wurde sie mit dem Prix Renaudot 2016 ausgezeichnet und ihre Theaterstücke wurden weltweit schon in über 30 Sprachen übersetzt.

Neue Bücher

Eine Verzweiflung

 (9)
Erscheint am 23.01.2019 als Taschenbuch bei FISCHER Taschenbuch.

Drei Mal Leben

Erscheint am 28.01.2019 als Taschenbuch bei Hanser, Carl.

Bella Figura

Erscheint am 28.01.2019 als Taschenbuch bei Hanser, Carl.

Alle Bücher von Yasmina Reza

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Glücklich die Glücklichen

Glücklich die Glücklichen

 (64)
Erschienen am 27.04.2016
Babylon

Babylon

 (31)
Erschienen am 24.07.2017
Der Gott des Gemetzels

Der Gott des Gemetzels

 (21)
Erschienen am 12.03.2018
Eine Verzweiflung

Eine Verzweiflung

 (9)
Erschienen am 23.01.2019
Kunst

Kunst

 (4)
Erschienen am 12.03.2018
Frühmorgens, abends oder nachts

Frühmorgens, abends oder nachts

 (5)
Erschienen am 18.01.2011
Adam Haberberg

Adam Haberberg

 (5)
Erschienen am 21.09.2017
Drei Mal Leben

Drei Mal Leben

 (5)
Erschienen am 04.10.2011

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Neue Rezensionen zu Yasmina Reza

Neu
MiGus avatar

Rezension zu "Babylon" von Yasmina Reza

Eine eigenwillige Geschichte mit Sogwirkung
MiGuvor 7 Monaten

Kurzbeschreibung
Elisabeth (60) schmeißt nach langer Zeit wieder eine Party. Sie ist nervös, denn eigentlich ist sie keine gute Gastgeberin. Und doch scheint alles gut zu laufen, bis sich die Nachbarn Jean-Lino und seine Frau Lydie, wegen einer Lappalie in die Haare bekommen.
Als Elisabeth und ihr Mann im Bett sind, klingelt Jean-Lino an ihrer Tür und berichtet, er habe seine Frau umgebracht. Er bittet Elisabeth, Lydie gemeinsam mit ihr aus dem Haus zu schaffen, während er ihr den Grund für seine Tat erzählt.

Meinung
„Babylon“ gleicht in meinen Augen ein wenig einem Gesellschaftsroman, denn er spiegelt gesellschaftliche Probleme wider, erzählt von alltäglichen Beziehungsgeschichten und Krisen, und gewährt einen Blick hinter die Fassade, der scheinbar gewöhnlichen Menschen.
Dank dem sehr bildhaften und lebendigen Erzählstil von Yasmina Reza, hatte ich von Anfang an das Gefühl, diese Geschichte insbesondere diese Party, hautnah mitzuerleben.
Dieses Drama könnte sich in der Tat an jedem Ort ähnlich abspielen, auch wenn ich die Verwicklungen, die danach entstehen für relativ unrealistisch halte.
Die sehr eigenwillige aber auch tiefe Geschichte wird aus der Sicht von Elisabeth dargestellt.
Sie erzählt von ihrer Party aber auch der Zeit danach, die eine dramatische, fast schon urkomische
Wendung nimmt und in ihr bisher scheinbar geordnetes und konstruiertes Leben unwiderruflich einbricht.
Im Zentrum steht dabei immer die tiefe Freundschaft zu ihrem Nachbarn, mit dem sie viele gemeinsame Interessen verbindet.
Es ist eine ruhige Handlung, die keinerlei Spannung zeigt und doch kann ich ihr eine gewisse Sogwirkung nicht absprechen, da ich die Geschichte immer nur ungern unterbrochen habe.
Die Neugier trieb mich an, was Jean-Lino zu dieser Tat veranlasst hat und wie weit sich Elisabeth in diesen Strudel hineinreisen lässt.
Im weiteren Verlauf, habe ich dann oftmals innegehalten um nachzudenken, oder auch den Kopf ungläubig zu schütteln.
Denn vieles an dieser Geschichte war mir fast schon absurd.

Wenn ich im Nachhinein überlege, was diese Geschichte für mich so besonders machte, dann lag es wohl zum größtenteils an den verschiedenen Charakteren, die recht gut skizziert sind.
Sie besitzen Ecken und Kanten, handeln nicht immer verständlich und wirken öfter mal unglaubwürdig.
Dennoch hinterlassen sie einen greifbaren Eindruck.
Jean-Lino und Elisabeth stehen natürlich sehr im Vordergrund und weisen etwas mehr Tiefe als alle anderen Personen auf. Ich konnte mit beiden nicht sympathisieren aber das spielte in dieser Geschichte auch keine große Rolle.
Nachdem ich mich mit beiden intensiv auseinandergesetzt habe, wurde mir bewusst, warum die beiden eine solche Freundschaft besaßen und ich glaubte zu wissen, warum Elisabeth so reagierte, wie sie reagierte.
Die vorhandene Tiefe bei beiden Personen gefiel mir zwar auf der einen Seite, doch auf der anderen, störte mich zum Beispiel, dass Elisabeths Mann und auch Lydies Enkel sehr in den Schatten gestellt wurden.
Gerade bei Letzterem hatte ich zum Schluss noch offene Fragen.

Die Sprecherin Maren Kroymann passt mit ihrer sinnlich reifen Stimme wunderbar zu Elisabeth und lässt sie noch viel lebendiger erscheinen.
Sie besitzt ein ruhiges Sprachtempo und liest so angenehm und harmonisch vor, dass man sich gemütlich durch diesen Roman treiben lassen kann.
Ich kannte ihre Stimme bisher noch nicht, werde aber in Zukunft vermehrt auf Hörbücher achten, die sie vorliest.

Fazit
„Babylon“ ist eine Geschichte, an die ich ohne jegliche Vorkenntnisse und Erwartungen herangegangen bin und die mich auf ihr eigenwillige Art unterhalten konnte.
Es ist eine ungewöhnliche, fast schon komische Geschichte, die sich schwer beschreiben lässt.
Mich konnte sie, fernab von all den anderen Geschichten für eine Weile beschäftigen, weil sie mit ihrer Art der Handlung und der fabelhaften Sprecherin, aus der Masse meiner bevorzugten Hörbücher, herausstach.

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jenvo82s avatar

Rezension zu "Babylon" von Yasmina Reza

Komplizenhafte Nachbarschaft
jenvo82vor einem Jahr

„Ist es vernünftig, sich um das Geliebtwerden zu bemühen? Ist das nicht eine jener Mühen, die von vornherein zum Scheitern verurteilt sind?


Inhalt


Elizabeth kennt sich mit Partys nicht aus, eigentlich hat sie weder die Wohnung noch den Freundeskreis dazu, aber spontan entschließt sich die in die Jahre gekommene Frau, ihr Wohnzimmer für ein Frühlingsfest auszustatten und bei dieser Gelegenheit gleich mal ihr Sortiment an diversen Sekt- und Weinkelchen aufzustocken, denn wie sie mit Erschrecken feststellt, hat sie nicht mal genügend Stühle geschweige denn Gläser für die geladenen Gäste. Einem mäßig unterhaltsamen Abend folgt eine umso schlaflosere Nacht, denn nach der Party erwürgt ihr befreundeter Nachbar Jean-Lino seine Frau und bittet die schockierte Elizabeth um Hilfe – es muss doch möglich sein, die Leiche unbemerkt aus dem Haus zu schaffen, wenn da nur nicht der für den Mörder unpassierbare Personenaufzug wäre. Ein kleiner Freundschaftsdienst ist doch kein Verbrechen und Elizabeth sieht die Notwendigkeit ihrer Mithilfe durchaus ein …


Meinung


Dieser Roman klang für mich nach einer bitterbösen Erzählung mit unglücklichen, skrupellosen Menschen, die durch eine Vereinbarung zu Komplizen werden und deren Lebensgeschichte vielleicht noch weitere Leichen im Keller offenbart. Doch leider konnte „Babylon“ diesen Anspruch nicht erfüllen, denn es fehlt der Geschichte einerseits an Format, dann wieder an Tiefgang und letztlich vor allem an einer klaren Erzählstruktur. Deshalb konnte mich dieses skurrile Geschehen, über eine aus der Norm gelaufene Party nicht überzeugen obwohl es sich stellenweise ganz amüsant lesen lässt.


Durch einen durchweg kurzen, szenenhaften Schreibstil, der mich sehr stark an die Regieanweisung zu einem Bühnenstück erinnert hat, kam kein rechtes Gefühl für die Belange der Protagonisten auf. Oberflächlich betrachtet, entsteht sehr wohl ein Bild von der Nachbarin in ihrer Hello-Kitty Schlafanzughose und den Plüschpantoffeln oder auch vom Ehemann, der einen gesegneten Schlaf trotz Leiche im Obergeschoss hat und natürlich auch vom unfreiwilligen Mörder, der Katzen liebt aber Hühnchen nichts menschliches abgewinnen kann, doch das reduziert sich auf ihre Rolle, den Part den sie innerhalb der Erzählung einnehmen und verrät leider gar nichts zu Hintergründen, Gedankengängen und tatsächlichen Eigenschaften. Letztlich wirkt das ganze wie ein bizarr arrangiertes Kammerstück ohne tieferen Sinn.


Dennoch führt die französische Autorin mit leichter Hand durch ihr Buch, sie lässt hin und wieder sehr schöne, tiefgründige Sätze an die Oberfläche dringen und verbindet gekonnt eine abstrakte Handlung mit sehr normalen, alltäglichen Begebenheiten. Deshalb war der Realitätsfaktor nicht so gering wie befürchtet und das mag ich nun wiederrum an solchen Geschichten, die mehr beschreiben als bewerten, die einen ungetrübten Blick auf eine ungewöhnliche, fast unvorstellbare Situation werfen.


Fazit


Ich vergebe 3 Lesesterne für diesen kurzen, unterhaltsamen Roman über eine Wohngemeinschaft, die zwischen komplizenhafter Nachbarschaft und abschreckendem Beispiel angesiedelt ist und die den Leser in eine gar absonderliche Aufführung mitnimmt, die weder besonders erschreckend noch bitterböse wirkt. Gezeichnet werden Menschen, die handeln, die unterlassen und denen es nicht nur um ihre eigene Meinung geht, sondern auch um die Interaktion miteinander. Leider bleibt „Babylon“ sehr oberflächlich und lässt mich eher ein argwöhnisches Auge auf große Koffer in kleinen Fahrstühlen werfen, als auf die Schuld, die ein Mord normalerweise hervorruft.

 

Kommentare: 5
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dominonas avatar

Rezension zu "Babylon" von Yasmina Reza

Sprunghaft und unzusammenhängend
dominonavor einem Jahr

Eigentlich sind sie nur Nachbarn, haben aber beide Schwierigkeiten mit ihren Partnern und dann lädt einer von beiden Freunde, darunter natürlich auch de Nachbarn, zum Essen ein und nach einem Streit erwürgt der eine von beiden die eigene Frau.
Die Handlung ist wohl typisch für die Autorin, aber mich konnte das Ganze nicht begeistern. Ich habe mich eher über die Themensprünge gewundert, was auf mich den Eindruck machte, als würde jemand versuchen, auf Teufel komm raus, möglichst viele kluge Sprüche zu verschiedenen Bereichen unterzubringen. 

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Zusätzliche Informationen

Yasmina Reza wurde am 01. Mai 1959 in Paris (Frankreich) geboren.

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