Yasmina Reza Glücklich die Glücklichen

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Inhaltsangabe zu „Glücklich die Glücklichen“ von Yasmina Reza

Von Käse und Liebhabern - der Bestseller von YASMINA REZAIhr Theaterstück ›Der Gott des Gemetzels‹, verfilmt mit Jodie Foster, Kate Winslet und Christoph Waltz, brachte der großen französischen Autorin Yasmina Reza weltweiten Erfolg. In ihrem wunderbar bissigen Roman ›Glücklich die Glücklichen‹ erzählt sie auf unvergleichlich lustvolle Weise vom spannungsgeladenen Alltag von Paaren, Einzelgängern und Familien in Paris, die durch vielerlei Beziehungen miteinander verbunden sind. Ein unerhört lebensnaher Roman, ein Feuerwerk aus klugem Witz, tiefen Einsichten und geballter Gegenwart.

Kurzweiliger, sehr unterhaltsamer Roman.

— SamiraBubble
SamiraBubble

Beziehungen mal so mal so.

— wikingr
wikingr

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  • Glücklich die Glücklichen

    Glücklich die Glücklichen
    SamiraBubble

    SamiraBubble

    05. June 2017 um 13:29

    Reza, die iranisch-französische Dramatekerin gilt als Meisterin in der Beschreibung von ehelichen Konflikten, die mit harmlosen Zickereien beginnen, nur um dann in hässliche Schlachten zu eskalieren, in denen verdrängte Gefühle drohen die Fassade einer heilen Welt endgültig aufzubrechen ("Der Gott des Gemetzels") und führt in dem sehr schmalen Roman "Glücklich die Glücklichen" ihr scharfes Gespür für eben jene kleinen und großen Machtkämpfe des Alltags unter Beweis. Ihre Figuren stammen aus der Pariser oberen Mittelschicht, gut situierte Paare, Einzelgänger und Familien, die zusammen ein großes Netz bilden, das sie alle entweder familiär, freundschaftlich oder romantisch miteinander verbindet. Jeder von ihnen kommt genau ein Kapitel lang zu Wort und gewährt dem Leser in einer Momentaufnahme kurze, oft lustige, manchmal schmerzhafte Einblicke in ihr Leben, das von Einsamkeit trotz Zweisamkeit, von Entfremdung und Langeweile erzählt und von der unnachgiebigen Hoffnung getragen ist, das persönliche Glück früher oder später in der einen oder anderen Form doch zu finden und zu behalten. LIEBLINGSSATZ:- Ich hau ab, sag ich. Sie darauf, na dann hau doch ab, hau ruhig ab, mehr kannst du nicht sagen, ich hau ab, deine einzige Antwort; sobald dir die Argumente ausgehen, sagst du, ich hau ab, immer gleich diese absurde Drohung. - Es stimmt schon, ich sage oft, ich hau ab, das gebe ich zu, aber wie soll ich es nicht sagen, wenn ich zu nichts anderem Lust habe, wenn ich keinen anderen Ausweg weiß als sofortige Fahnenflucht. EMPFEHLUNG: Ja.

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  • Glücklich die Glücklichen

    Glücklich die Glücklichen
    Leseratte87

    Leseratte87

    20. October 2016 um 16:42

    Yasmina Reza stellt uns in diesem Buch 18 verschiedene Menschen vor, die alle irgendwie miteinander bekannt oder verwandt sind. Sie alle stammen aus dem gehobenen Bürgertum, sind erfolgreiche Anwälte, Journalisten oder Ärzte, scheinbar zufrieden mit ihrem Leben. Doch hinter den Fassaden brodelt es gewaltig. Unerfüllte Träume, das Warten auf die große Liebe, Langeweile und Überdruss der eigenen Existenz, die scheinbar keine großen Abenteuer mehr bereit hält. Man hat sich festgefahren in seinem Leben, das man sich doch so anders vorgestellt hat und sitzt jetzt fest. Und das einzige was bleibt, ist die Frage: Warum. Die Autorin gewährt uns kurze Blicke hinter die Fassaden der Protagonisten. Sie deckt Geheimnisse und Sehnsüchte auf, die tief im Inneren darauf warten, ans Tageslicht zu kommen. Nach außen hin glücklich scheinende Menschen sind in Wahrheit tief zerrissen, Beziehung, die harmonisch scheinen, stehen Tatsächlich kurz vor der Zerreißprobe. Die Texte zu lesen machte mir eine große Freude. Zum einen, weil man die Beziehungen der Protagonisten untereinander zum größten Teil selbst aufspüren muss. Zum anderen, weil es ihr zielsicher gelingt, die Zweifel und Ängste all dieser Personen ans Tageslicht zu holen und damit auch dem Leser einen Spiegel vors Gesicht zu halten.

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  • Reigen der Glücklosen?

    Glücklich die Glücklichen
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    16. April 2016 um 14:43

    Wer Yasmina Rezas Theaterstück „Der Gott des Gemetzels“, unlängst sehr erfolgreich von Roman Polanski verfilmt, kennt, dem sind die Protagonisten ihres schmalen Romans „Glücklich die Glücklichen“ vertraut.Sie stammen alle aus dem gehobenen Bürgertum, sie sind Rechtsanwälte, Ärzte, Geschäftsleute oder Schriftsteller. Sie sind wohlsituiert, gesellschaftlich etabliert, erfolgreich und vordergründig glücklich. Vordergründig, den in fast allen gärt es, stauen sich enttäuschte Hoffnungen und überzogenen Glückserwartungen, Überdruss und Genervtheit. Kleine, völlig unbedeutende Begebenheiten führen dann oft zu unkontrollierten, pathetischen Ausbrüchen. Die sorgsam gehütete Fassade, die mühsam aufgebauten Lügengebäuden stürzen in sich zusammen und verdeckte Wahrheiten und verborgene Animositäten kommen zutage. Das überrascht dann meist nicht nur die Umwelt, sondern auch die Person selbst. Ist doch Selbstbetrug nicht selten der Grund auf dem so manches „Glück“ gebaut ist.In „Glücklich die Glücklichen“ begegnen wir in 21 kurzen Episoden, die zugleich die Kapitel des Buches bilden, insgesamt 18 Menschen, die alle zumindest über verschiedene Ecken miteinander verwandt oder bekannt sind. Einen Reiz des Textes macht es aus, diese Verbindungen aufzuspüren und die unterschiedlichen Charaktere aus ganz verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.So treffen wir im ersten Kapitel Odile, die mit ihrem Mann Robert im Supermarkt einen erbitterten Streit über den Einkauf vor allem der richtigen Käsesorte führt, der schließlich sogar in Handgreiflichkeiten ausartet. Ein Meisterstück der szenischen Inszenierung, so wie man dem gesamten Buch die Theaterkarriere der Verfasserin anmerkt. Das Kapitel ist aus der Sicht Roberts geschrieben, Odile ist die überspannte Hausfrau und Mutter, Robert zunehmend genervt davon. In den weiteren Kapiteln, die jeweils aus einer anderen Perspektive verfasst sind, begegnen wir Odile als langjährige Freundin, als erfolgreiche Rechtsanwältin, als Geliebte ihres Chefs und als Tochter zunehmend seniler Eltern. Wie in einem Reigen wechseln sich die Figuren ab, beleuchten sich selbst und die anderen. Durch den Kontrast der Selbst- und Fremdwahrnehmung entstehen interessante Blicke auf Menschen, die, aufgerieben zwischen Beruf, Ehe, Kindern, oft auch – typisch französisch – Liebhabern und den eigenen Glücksansprüchen, an diesen eher scheitern. Zugleich erlaubt der Text aber auch einen Blick auf diese spezifische gesellschaftliche Schicht. Und zeigt, dass das Glück oft dort liegt, wo man es gar nicht erwartet, oder auch gar nicht akzeptiert.So ist die glücklichste Figur vielleicht der 19jährige Jacob, dessen Verehrung für die Sängerin Celine Dion soweit führte, dass er glaubt, Celine Dion zu sein. Auch in der psychiatrischen Klinik, in die die peinlich berührten Eltern ihn gebracht haben, gibt er freudestrahlend Autogramme und schützt seine empfindlichen Stimmbänder mit bunten Schals.Er ist eine der Figuren, die auch nach dem Lesen der kleinen Episoden noch lange im Gedächtnis bleiben. Ähnlich wie das von der Autorin durch Kindermund mitgelieferte, mögliche Rezept zum Glücklichsein, das eben darin bestünde, „den Anspruch auf Glück auf das Minimum zu reduzieren.“Am Ende sind die Protagonisten auf der Beerdigung eines von ihnen vereint. Trotzdem bleibt am Ende ein wenig das Gefühl des Unfertigen, der Beliebigkeit des Erzählten. Yasmina Reza verweilt zu oft nur an der Oberfläche, bemüht auch zu viele Beziehungs- und Geschlechterklischees. Vielleicht ist es das vielgerühmte „Leichte“ des Französischen, das hier trotz allem, auch beißenden Witz wenig Nachhaltiges zu bieten hat.

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  • Glücklich die Glücklichen

    Glücklich die Glücklichen
    MarTina3

    MarTina3

    09. March 2016 um 11:13

    In diesem Buch sind kurze Geschichten über die Beziehungen von verschiedenen Paaren enthalten. Die meisten haben sich schon innerlich voneinander entfernt und haben sich nicht mehr viel zu sagen. Sie sind unglücklich, haben Affären oder einen psychisch kranken Sohn, was sie sehr belastet. In jedem Kapitel kommt ein anderer Protagonist zu Wort. Das Buch wirkt auf den ersten Blick wie eine Aneinanderreihung von einzelnen, unabhängigen Geschichten. Doch bald merkt man, dass die Menschen untereinander irgendwie verbunden sind. Diesen Aspekt fand ich sehr interessant. Mir waren die Personen aber allesamt nicht sympathisch. Sie wirken distanziert und gleichgültig. Auch wurde keine richtig schöne Beziehung erwähnt. Die Glücksmomente dieser Personen sind dann auch eher seltsam. Als wirkliches Glück kann man diese sicher nicht bezeichnen. Auch der Schreibstil riss mich nicht mit. Ich brauchte ziemlich lange für dieses kleine Büchlein. Ab und an fand ich einen Gedanken interessant, im Großen und Ganzen fand ich fand dieses Buch aber  eher deprimierend und anstrengend. Fazit: Dieses Buch war leider nicht mein Fall. Ich fand es sehr mühsam zu lesen. Außerem hatte ich ganz andere Erwartungen. Für mich kein empfehlenswertes Buch.

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  • Die Göttin des emotionalen Gemetzels

    Glücklich die Glücklichen
    bookscout

    bookscout

    09. January 2015 um 21:54

    Ähnlich einem Kaleidoskop gewährt Yasmina Reza bruchstückhafte Einblicke in das Leben und die Gefühlswelten unterschiedlichster Pariserinnen und Pariser, kurze Episoden, die auf den ersten Blick rein gar nichts miteinander zu tun haben. Erst nach und nach erschließen sich die Verstrickungen, die verschlungenen Beziehungen voller Zärtlichkeit, Hoffnung, Trauer oder Wut, sowohl in als auch außerhalb der Ehe. Das Spektrum reicht dabei von Banal-Alltäglichem, wie der Zankerei eines Ehepaares an der Käsetheke im Supermarkt, über Tiefgründig-Philosophisches, wie den Überlegungen eines alternden Mannes zur Form seiner Bestattung, bis hin zu Unerwartet-Dramatischem, wie einem Jungen, der sich für Céline Dion hält und damit seine Eltern in die stille Verzweiflung treibt. "Glücklich die Glücklichen" ist durch und durch französisch, es versprüht den charakteristisch-melancholischen Pariser Charme, wobei auch der so typische Aspekt des "Bäumchen, wechsle dich" nicht zu kurz kommt. Yasmina Reza versteht es blendend, die Vielschichtigkeit der menschlichen Gefühle einzufangen, sie entwirft einen wilden Reigen aus edler Nonchalance, zerstörerischer Verlorenheit, verzweifelter Zuneigung und rasender Eifersucht. Immer schneller dreht sich der Kreisel, stets um die gleiche Mitte: dem Glück, das so viele Formen annehmen kann, für jeden von uns eine andere. Yasmina Reza ist neben "Glücklich den Glücklichen" auch die Autorin von "Der Gott des Gemetzels", das 2011 von Roman Polanski verfilmt wurde. Wer diesen Film mochte, wird ihren neuen Roman lieben. So wie hoffentlich viele andere, denn er ist einfach großartig ;-)

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  • Ein Blick hinter die Kulissen der Wohlstandsgesellschaft

    Glücklich die Glücklichen
    Arizona

    Arizona

    17. December 2014 um 19:10

    In diesem französischen Roman werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der Pariser Wohlstandsgesellschaft. Und hier tun sich wahre Abgründe auf: Ein Streit an der Käsetheke eines Ehepaars eskaliert; zahlreiche Affären, wohin man auch schaut. Im Milieu der Ärzte, Anwälte und Lehrer ist eigentlich nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Das besondere an diesem Roman ist sein Aufbau: Jedes der 21 kurzen Kapitel ist aus einer anderen Perspektive der vielen Protagonisten geschrieben, die Überschrift ist jeweils der Name der Person. Und alle diese Personen sind irgendwie miteinander verknüpft, entweder familiär, beruflich oder freundschaftlich; sie sind Ehepaare, Vater und Tochter, Arzt und Patient oder Liebhaber und Geliebte. Der Ton ist humorvoll-sarkastisch. Das nur 174 Seiten umfassend Buch ist daher mehr eine Episodenerzählung, es bleibt nicht viel Raum für Tiefe, die Szenen sind eigentlich nur lose aneinandergereiht. Es ist nicht so einfach bei den vielen Personen mit den kurzen Szenen immer die richtigen Zusammenhänge zu erkennen, also wer jetzt mit wem wie zusammenhängt. Aber ich habe den Roman auch über einen längeren Zeitraum mit Pausen gelesen, was nicht so zu empfehlen ist. Daher hat es für mich leider nicht so funktioniert, es war mir zu bruchstückhaft. Zum Ende wurde es zwar etwas besser durch mehr Interaktionen, aber das hat mir nicht gereicht. Der Zusammenhalt zwischen den einzelnen Szenen hat mir doch gefehlt. Aber der Aufbau ist ja auch ein bewusstes Stilmittel der Autorin. Sie hält auf jeden Fall der Wohlstandsgesellschaft den Spiegel vor - und die Frage, die bleibt ist, wer von denen sind denn nun die Glücklichen? Weil eigentlich gibt es da niemanden...

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  • Nicht zu hohe Erwartungen haben...

    Glücklich die Glücklichen
    variety

    variety

    28. October 2014 um 16:28

    Nachdem der "Gott des Gemetzels" oder "Drei Mal Leben" schon als Theaterstücke genial zum Zuschauen und Mitleiden sind, hatte ich ähnliche Erwartungen an das neue Buch von ihr. Diese wurden leider total enttäuscht, denn die vielen kleinen Kapitel sind zwar stellenweise packend zu lesen und man möchte mehr von den Ehepaaren erfahren. Leider geht es aber schon zum nächsten Paar - und den nächsten Eheproblemen, so dass keine Kontinuität entsteht. Ausserdem sind mir die Anknüpfungspunkte der verschiedenen Personen zu vage und - sofern man nicht das gesamte Buch am Stück liest - verzettelt angeordnet. So wird der Lesefluss unterbrochen und der Lesegenuss arg getrübt. Man sollte vielleicht nicht zu hohe Erwartungen haben...!

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  • Ein Buch über die unglücklichen Phasen im Leben

    Glücklich die Glücklichen
    lesebiene27

    lesebiene27

    In diesem Buch werden die Beziehungen von Menschen beschrieben, die sich nicht mehr viel zu sagen haben oder an einander vorbei reden. Da sind z.B. Robert und Odile, die sich ständig streiten und die Flucht in Affären wagen. Dann sind da noch Jacob und seine Familie so wie viele andere. Sie sind sich in vielem so unterschiedlich, dass man keine Gemeinsamkeit erahnen würde: kranke, psychisch gestörte, erfolgreiche, junge und alte, unglückliche, betrogene und betrügende Menschen. Doch irgendwie berühren sich ihre Leben miteinander. Dies wird beim Lesen der unterschiedlichen Kapitel bewusst, die alle aus der Sicht einer anderen Person geschrieben wurden. Diese Darstellung hat mir beim Lesen gefallen, weil wir von den Menschen immer ein bisschen mehr erfahren, dies aber auch ungeschönt und aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt wird. Darüber hinaus erfahren wir so Beziehungen untereinander, die wir sonst vielleicht nicht erkannt hätten, was das Lesen spannend macht. Ich finde, dass es durchaus eine Kunst ist, die verschiedenen Menschen miteinander zu verbinden, ohne dass es zu offensichtlich wird und genau dies, ist der Autorin auch gelungen. Aber genau diese Darstellung macht es dem Leser in mancher Hinsicht auch schwieriger, weil es einfach so unvorstellbar viele verschiedene Menschen in dem Buch gibt, die in einer Beziehung zu einander stehen. Dies verlangt dem Leser meiner Meinung nach einiges an Konzentration ab. Merkwürdig fand ich in dem Buch, dass fast jeder der Protagonisten, die zu Wort kommen, eine Affäre hat. Dies wurde mir dann manches Mal auch ein bisschen zu viel. Affären schienen die meisten zu haben, weil sie in ihrem Leben unglücklich sind und gerne mehr hätten, als der Partner ihnen bieten kann, oder weil sie nicht an die Liebe glauben. Demzufolge kann man davon ausgehen, dass der Titel ein wenig in die Irre führt. Das Buch entspricht keiner wirklichen Geschichte, die erzählt wird. Vielmehr wird von den Beziehungen der Menschen erzählt und diese so miteinander verwoben, dass sie am Ende ein großes Ganzes bilden. Daraus ergeben sich die Einblicke in das Leben der Menschen, ohne dass das Buch ein wirkliches Ende hat. Viele der Protagonisten konnten mich leider überhaupt nicht überzeugen und fesseln, sondern haben mich eher gelangweilt oder abgestoßen. Im Gegenteil dazu stehen die einzelnen Geschichten, die ich persönlich häufig schon sehr interessant fand. Als Fazit würde ich also sagen, dass die Geschichten dem Leser durchaus das Gefühl geben etwas über die Menschen zu erfahren, man sich als Leser aber manchmal wünscht, die Protagonisten nicht weiter kennen zu lernen. Ein detaillierteres Geschehen hätte mich also mehr interessiert. Alles in allem gebe ich dem Buch hiermit 3 von 5 Sternen.

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    • 2
    parden

    parden

    24. September 2014 um 20:17
  • Ein bisschen ratlos ...

    Glücklich die Glücklichen
    sonnja

    sonnja

    08. August 2014 um 09:43

    .. hat mich das Büchlein von Yasmina Reza hinterlassen. Erwartet hatte ich sprühende Dialoge oder beredtes Schweigen, wie ich es aus den Theaterstücken "Der Gott des Gemetzels" oder "Kunst" kannte und schätzte. In "Glücklich die Glücklichen" begegnen uns Menschen, die zumeist am Rand sich. Am Rand ihrer Geduld, am Rand des Wahnsinns, am Rand des Abgrundes.. Glücklich erscheint keiner der Protagonisten, deren Leben miteinander verflochten sind, was die Geschichte einerseits verworren macht, andererseits auch durch die Informationen, wer mit wem befreundet ist, klarer macht. In diesem Buch findet man viele kluge Sätze, viele Wahrheiten, nur die "Verpackung" hat mir ein bisschen Kopfzerbrechen gemacht und den letzten Stern geraubt.

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  • Unterhaltsame Resignation vor der Liebe

    Glücklich die Glücklichen
    Schreibschnegel

    Schreibschnegel

    „Jedes Paar ist ein unergründliches Rätsel. Es bleibt unbegreiflich, selbst wenn man ein Teil davon ist.“ Um diese Rätsel geht es in Yasmina Rezas „Glücklich die Glücklichen“. Die französische Autorin stellt in diesem Roman wieder ihr Geschick unter Beweis, Beziehungen in ihren alltäglichen Belanglosigkeiten und Dramen zu schildern. Ihre Figuren sind recht unterschiedlich und haben auf den ersten Blick kaum etwas miteinander zu tun - jung, alt, erfolgreich, ruiniert, verheiratet, berühmt, sterbend. Und doch berühren sich ihre Leben. In jedem Kapitel, das aus einer anderen Perspektive erzählt wird, finden sich Fäden von weiteren Geschichten, Spuren zu anderen Charakteren und Geheimnissen, denen dann in späteren Kapiteln nachgegangen wird. Irgendwie kennt in diesem Reigen doch jeder jeden, aber der Leser muss sich selbst auf Spurensuche begeben und sich zu erinnern versuchen, wer denn nun mit wem verwandt ist oder zusammen Karten spielt oder eine Affäre hat. Denn eine Affäre hat hier fast jeder. Vom titelgebenden Glücklichsein ist bei diesen Figuren nicht viel zu spüren - sie sind hauptsächlich einsam und verloren, an die wahre Liebe glaubt hier kaum jemand. Warum all diese Paare überhaupt noch zusammenbleiben, ist eine Frage, die Yasmina Reza nicht für den Leser beantwortet. Sie gewährt einen Einblick in diese Lebensgeschichten, aber es sind bloß Momentaufnahmen, die zu nichts führen. Das Ende ist denn auch offen und wenig befriedigend. Der einzige Charakter, der tatsächlich glücklich wirkt und sich in seiner Haut wohlzufühlen scheint, ist der Junge in der psychiatrischen Klinik. Die große Kunst der Autorin ist es, diese wenig glücklichen Geschichten so leicht und individuell zu schildern, dass man sich beim Lesen gut unterhalten fühlt. Auch die Spurensuche nach den Verbindungen zwischen den einzelnen Charakteren hält den geneigten Leser auf Trab und verhindert, dass man sich in Resignation verliert. „Glücklich die Glücklichen“ liest sich flott und angenehm, lässt einen aber mit vielen Fragezeichen zurück und dem vagen Gefühl, dass man trotz aller Aufmerksamkeit bestimmt irgendetwas überlesen hat.

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    • 3
  • Braucht den Vergleich mit "Short Cuts" nicht zu scheuen

    Glücklich die Glücklichen
    rumble-bee

    rumble-bee

    08. July 2014 um 17:37

    Würde man mich nach meinem spontanen ersten Eindruck zu diesem Buch fragen, so würde ich wahrscheinlich bei einem cineastischen Meisterwerk landen: "Short Cuts" von Robert Altman. Weder von der Qualität, noch von der Machart her, braucht "Glücklich die Glücklichen" den Vergleich zu scheuen. Das Buch ist ein Episodenroman, und zwar einer der besseren Art. Jede Szene wird von einer anderen Person geschildert, und dauert nur wenige Seiten lang. Kaum jemand kommt mehrfach vor. Aber: die Szenen sind unglaublich verdichtet, und auch die scheinbar zunächst wahllos aneinander gereihten Personen haben Gemeinsamkeiten. Erst nach und nach enthüllen sich die Verbindungen: da ist jemand eines anderen Geliebte oder Geliebter; die Sprechstundenhilfe der krebskranken Mutter verliebt sich in den und den; ein Patient im Wartezimmer ist ein alter Freund von XY; und so weiter und so fort. Es wäre in der Tat hilfreich gewesen, sich Notizen zu machen und sozusagen eine Art "Stammbaum" anzulegen. Ich habe mich aber einfach durch das Buch treiben lassen, habe die Situationskomik und die tragisch überzeichneten Momente genossen, und habe im letzten Kapitel still vor mich hin geschmunzelt - als nämlich fast alle Personen des Romans sich auf einer Beerdigung treffen. Und der Leser versteht auf einmal viel besser die ganzen Untertöne und Vorgeschichten! Das Buch ist allerdings sehr französisch, das muss ich sagen. Wahrscheinlich muss man das als Leser einfach mögen! Es herrscht schon eine recht spezifische Stimmung. Wie die Menschen mit Liebe und Seitensprüngen umgehen. Wie sich verheiratete Paare gesellschaftlich bewegen. Das Verhältnis von Müttern und Töchtern. Das Verhältnis zum Alkohol sowieso! Und die recht eigenwilligen Ansichten über Tod und Bestattung. Wirklich grandios wird das Buch aber überall dort, wo die Tragikomik Einzug hält! Die allererste Szene zählt dabei für mich zu den besten: wie viel ein Streit an der Käsetheke doch über ein Paar verraten kann... ich habe selten so gelacht. Oder wie peinlich es sein kann, wenn ein Kind aus der Art schlägt, und man das vor den Freunden zu verbergen sucht. Oder wie Männer sich über ihre Frauen unterhalten, wenn sie unter sich sind. Oder... oder...! Das Buch war voller köstlicher und köstlichster Momente, voller denkwürdiger Sätze. Ich würde es wirklich ohne Einschränkung weiterempfehlen. Allerdings mit der Anmerkung, dass man - trotz der scheinbaren Kürze des Büchleins - Geduld und den Willen zu analytischem Lesen mitbringen sollte. Vieles erschließt sich erst bei bewusstem Lesen. Dies ist definitiv kein "Häppchen", das man verschlingen sollte.

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  • Ist das normale Leben schon Glück?

    Glücklich die Glücklichen
    Corsicana

    Corsicana

    04. July 2014 um 12:44

    Der neue Roman von Yasmina Reza ist eine Folge von verschiedenen Episoden, die verschiedene Protagonisten in alltäglichen oder besonderen Augenblicken ihres Lebens beschreibt. Alle Protagonisten sind irgendwie mit einander verbunden - so entwickelt sich ein Kaleidoskop aus schönen, traurigen, rührenden, belanglosen, wichtigen, glücklichen und unglücklichen Momenten. Das Leben eben. Und die Frage, was daran Glück und was daran Unglück ist, lässt sich nicht so einfach beantworten. Yasmina Reza ist berühmt für ihre Theaterstücke (Gott des Gemetzels, Kunst) und so sind die meisten dieser Episoden auch wie eine Szene in einem Theaterstück vorstellbar. Da ich selbst fasziniert bin von Episodenromanen und Filmen wie "Short Cuts" war dieses Buch genau das richtige für mich. Und zum Glück habe ich den Tipp beherzigt, eine Mind Map anzulegen, um die Verbindungen zwischen den Protagonisten darzustellen. Denn die Personen und deren Schicksale sind geschickt miteinander verwoben und zeigen die vielen Facetten und Rollen, die ein Mensch im Laufe seines Lebens einnimmt: Ehepartner, Geliebte, Mutter, Sohn, Arzt, Homosexueller Freier, Schauspielerin, Anwältin..... Mir hat diese Vielfalt gut gefallen. Das Buch hat noch nicht einmal 200 Seiten - trotzdem war es nicht gerade schnell und einfach zu lesen. Zum einen wegen der Verflechtungen der Protagonisten. Zum anderen wegen des doch sehr tiefgründigen Inhalts - der teilweise zwar recht leicht und französisch beschwingt dargestellt wurde - aber doch unbewusst zum Nachdenken anregt. Ach, das können nur die Franzosen - so vordergründig leichte und komödiantische Romane und Filme - mit so viel tiefgründigem Inhalt.  

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  • Das Glück und die allgegenwärtige Vorsilbe Un-

    Glücklich die Glücklichen
    franzzi

    franzzi

    12. June 2014 um 15:32

    "Alles, was vor unseren Augen liegt, ist bereits Vergangenheit. Ich bin nicht traurig. Die Dinge sind zum Verschwinden gemacht." (S.65) Was wurde dieses Buch gepriesen und gelobt. Ich konnte wochenlang kaum den Blick auf ein Feuilleton dieser Republik wenden, ohne eine frenetische Besprechung von "Glücklich die Glücklichen" zu erblicken. Eine frenetisch besprochener Roman einer französischen Autorin, übersetzt vom wundervollen Hinrich Schmidt-Henkel (der mich zuletzt beim Lesen seiner Übersetzung von Célines "Reise ans Ende der Nacht" in Staunen versetzte), was sollte da noch schief gehen? Was soll ich sagen, in diesem Fall glaube ich wirklich, ich ging schief. Es ist kein Buch, das man, so wie ich, morgens und abends in der Straßenbahn lesen kann, halbverschlafen auf dem Weg zur Arbeit und mit Restarbeitsgedanken auf dem Weg von der Arbeit. Es ist ein Buch, das am besten in einem Rutsch gelesen werden will. Und ich glaube, dann ist es auch große Lesefreude. Ich habe es aber eben nicht in einem Rutsch gelesen. Ich nahm mich einzeln der vielen kleinen Kapitel und Anekdoten an, die Yasmina Reza beschreibt. Es sind komische Geschichten, in dem Sinne, dass die Anekdoten häufig wirklich voll der Komik sind, die sich in den anscheinend unglücklichen wie unerfüllten Leben der meisten Protagonisten abspielen. Da ist ein grotesker Streit über den Käseeinkauf im Supermarkt zwischen einem Ehepaar aus seiner Sicht. Da ist der Junge, der nach Kinderträumereien inzwischen wirklich fest davon überzeugt ist, Céline Dion zu sein. Da ist der junge Arzt, der all seine Patientinnen um den Finger wickelt, aber immer noch von den intimen Kindheitserinnerungen mit seinem Bruder zehrt. Da ist der erfolgreiche Kartenspieler, der auf einem Turnier eine Königs-Karte isst, weil seine Frau mal wieder nicht aufgepasst hat. Am Anfang stutzt man, weil jede Geschichte ihre eigene Perspektive bekommt und manches lose, manches gar nicht zusammenzuhängen scheint. Doch später merkt man, dass diese sehnenden und verzweifelten, zerrüttelten und erkalteten, einsamen und unzufriedenen Erzähler ihrer Mini-Geschichten auch in der großen Welt zusammengehören, dass sie einander kennen, dass sie Freunde, Verwandte, Bekannte, Liebhaber, Kollegen oder Geschäftspartner voneinander sind - und dann geht das große Geblätter los. Wo zum Teufel kam dieser Remi noch mal vor? Wer ist dieser Serge, von dem sie da redet? Und mit wem war die untreue Schauspielerin nochmal offiziell liiert? Es strengt an, weil sich die Figuren zwar zum Finale des dünnen Büchleins (fast) alle treffen und auch einige Handlungsstränge von Kapitel zu Kapitel mal wieder auftauchen, insgesamt bleibt die Geschichte bis dahin jedoch ein Flickenhaufen, der kein zusammenhängender Teppich wird. Für mich hätte es mehr Sinn ergeben, wenn die Anekdoten einfach gänzlich unverbunden oder deutlich schärfer verbunden gewesen wären. Ein Leser, der Rezas unglückliche Protagonisten an einem Leseabend begleitet, sieht die Verbindungen sicherlich klarer. Zudem konnte ich zum Ende nicht mehr so recht sagen, worin sich die einzelnen Figuren in ihrem Unglück unterschieden. Zu oft war es die verzweifelte Suche nach Liebe und Anerkennung, in der eigenen Beziehung oder in denen anderer oder bei der Art Singles, denen das mit den belanglosen Abenteuern dauernd passiert. Für mich bleiben nur die schonungslosen Demaskierungen der scheinbar Glücklichen (seien sie junge Ehepaare, Schauspieler, smarte, erfolgreiche Männer oder immer noch nicht geschiedene Senioren), die alle ein gedachter Seufzer eint, eine Bitte und ein wenig Neid: Ach, wie glücklich sind die Glücklichen.

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  • Themen-Challenge 2014 - Bücher, auf deren Cover mindestens 3 Lebewesen zu sehen sind

    Daniliesing

    Daniliesing

    Dieses Thema gehört zur Themen-Challenge 2014:

    Hier könnt ihr euch über eure gelesenen Bücher zu Thema 18 austauschen!

    • 40
  • "Glücklich die Geliebten und die Liebenden und die auf die Liebe verzichten können"

    Glücklich die Glücklichen
    HarIequin

    HarIequin

    „Ich glaube an nichts. Ganz sicher nicht an den ganzen religiösen Schwachsinn. Aber an Engel ein bisschen. An Konstellationen. An meine Rolle, so winzig sie sein mag, im großen Buch von Ursache und Wirkung. Es ist nicht verboten, sich als Teil eines Ganzen zu fühlen.“ (Seite 62) Eine Frau will nur einen Käse umtauschen und es entwickelt sich ein erbitterter Streit mit ihrem Mann. Ein Junge denkt, er sei Céline Dion und seine Eltern verzweifeln. Ein Mann isst einen Treff-König auf, weil seine Frau die falsche Karte gelegt hat. Dies sind nur 3 Situationen, die einen in „Glücklich die Glücklichen“ erwartet, es folgen noch viele weitere. Irgendwie sind sie alle verbunden – Freunde, Verwandte, zufällige Bekannte. Irgendwie gehören sie alle zusammen. In relativ kurzen Kapiteln werden einzelne Szenen aus den Leben unserer vielen Protagonisten geschildert. Anfängliche harmlose Szenen kochen über und es entwickeln sich Streit und Kränkung. Dabei sind diese Situationen oft nur der letzte Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt. Das Unglück ist viel tiefer in ihnen verwurzelt, scheinbar ohne dass es ihnen ins Bewusstsein dringt. Als Leser wollte ich sie manchmal packen und kräftig schütteln. Auch wenn die geschilderten Alltagssituationen überspitzt und irrwitzig erscheinen, konnte ich manche im Kern doch nachvollziehen. Durch die wechselnden Perspektiven wird auch nachträglich das Verhalten einiger näher beleuchtet und ein wenig aufgeklärt. Auch war interessant zu lesen, wie jemand anderes sie sieht und wie sie selbst etwas einschätzen. Falsche Wahrnehmung machen sie oft einsam und einander fremd. Man muss sich beim lesen konzentrieren und immer im Kopf behalten, dass jeder einzelne Name wichtig ist in diesem Geflecht aus Beziehungen und Unglück. Irgendwie sind sie alle zusammen Ursache und Wirkung des Unglücks zugleich. Ein kluger und anspruchsvoller Roman, der vielschichtig einzelne Schicksale und ihre Verbindung zueinander zeigt.

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