Yassin Musharbash

 4.1 Sterne bei 67 Bewertungen
Autor von Radikal, Jenseits und weiteren Büchern.
Yassin Musharbash

Lebenslauf von Yassin Musharbash

Yassin Musharbash wurde 1975 geboren. In seiner Studienzeit für Arabistik und Politologie begann Musharbash für viele renommierte Zeitungen als Journalist zu arbeiten an. Unter Anderem für die taz, Jordan Times und die Neue Osnabrücker Zeitung. Mittlerweile ist Yassin Musharbash Redakteur bei Spiegel online befasst sich besonders mit Terrorismus und aktuellen Geschehnissen in der arabischen Welt. 2006 veröffentlichte er sein erstes Buch »Die neue Al-Qaida. Innenansichten eines lernenden Terrornetzwerks«

Alle Bücher von Yassin Musharbash

Radikal

Radikal

 (56)
Erschienen am 17.08.2011
Jenseits

Jenseits

 (6)
Erschienen am 07.09.2017
Radikal: Thriller

Radikal: Thriller

 (2)
Erschienen am 18.08.2011
Radikal

Radikal

 (1)
Erschienen am 09.08.2011

Neue Rezensionen zu Yassin Musharbash

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Rezension zu "Jenseits" von Yassin Musharbash

Jenseits
Amerdalevor einem Jahr

Nachdem mich vor einigen Jahren „Radikal“, der Debütroman des Autors, so sehr begeisterte, dass er es sogar in die Top 3 meines Lesejahres 2011 schaffte. Umso begeisterter war ich von der Ankündigung des neuen Romans Jenseits, in dem sich Musharbash auch wieder mit einem hochaktuellen Thema auseinandersetzt.

Und das auf sehr kluge Weise. Erzählt wird von und aus verschiedenen Blickwinkeln auch über Gent, der sich dem IS angeschlossen hat. Eine Situation, in und mit der keiner wirklich glücklich ist. Seine Eltern sowieso nicht, die Sicherheitsbehörden nicht, die Sozialarbeiter und Ausstiegshelfer nicht, Gents Muslimlehrer nicht – aber auch Gent nicht so richtig. Eine komplexe, konfliktreiche Mischung.

Man merkt, wie gründlich der Autor sich mit der Thematik auseinandergesetzt schon allein daran, dass jeder der Blickwinkel sehr überzeugend, realistisch und glaubwürdig wirkt. Und natürlich interpretiert führt jeder Blickwinkel auch zu einer unterschiedlichen Interpretation der Situation, eine eindeutige Wahrheit gibt es nicht, sondern eher viele sich widersprechende Wahrscheinlichkeiten. Und aus diesen unterschiedlichen Interpretation entwickeln sich Reaktionen. So nimmt die Handlung schnell Fahrt auf und wird auch bis zum Ende nichts an Tempo und Spannung verlieren. Und als Leser hoffte man auf ein gutes Ende, weiß aber selbst nicht genau wie das aussehen soll. Eine einfache Rückkehr in das ’normale‘ Leben kann es für gent kaum geben, aber Alternativen sind auch schwer vorstellbar.

Aber trotz allem, ist der Funke nicht ganz über gesprungen. Ich fand den Roman spannend und interessant und ohne Zweifel auch ein guter Beitrag zu aktuellen Diskussionen. Aber ganz gefangen nehmen konnte er mich nicht, es war immer eine Distanz da, auch wenn ich nicht sagen konnte warum. Vielleicht ging es mir einfach, wie so ziemlich jedem im Buch: trotz aller Erklärungsversuche kann ich einfach Gent beim besten Willen nicht verstehen.
Aber der Roman will – und kann – auch gar keine Antworten liefern. Darum ging es meinem Empfinden nach auch gar nicht.

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Rezension zu "Jenseits" von Yassin Musharbash

Brandaktueller Thriller
seschatvor einem Jahr

Der Journalist und Autor Yassin Musharbash hat mit "Jenseits" einen brandaktuellen Thriller herausgebracht, der von der Radikalisierung eines deutschen Medizinstudenten und dessen Folgen für Familie, Gesellschaft und Staat erzählt.

Spannend und mit viel Sachverstand lässt der Autor den Leser nicht nur hinter die Kulissen des "Islamischen Staats", sondern auch in die Strukturen und Wirkmechanismen der medialen Öffentlichkeit und der deutschen Überwachungsdienste (BfV und GTAZ) blicken.
Es ist schon frappierend, wie wenig der Normalsterbliche von diesen Zusammenhängen und Nachrichten letztendlich erfährt.

Die Geschichte um Gent Sassenthin aus Mecklenburg-Vorpommern, der nach einer exzessiven Trauer- und Drogenphase zum Islam konvertiert und sich radikalisiert, ist ein Beispiel von vielen. Wie fanatisch der einstige Medizinstudent und ausgebildete Sanitäter seine neue Religion auslegt und sich der Terrorgruppe des "Islamischen Staats" anschließt, ist erschreckend und stimmt sehr nachdenklich. Darüber hinaus fand ich es mehr als makaber, dass er entgegen des hippokratischen Eides in Syrien Amputationen bei Gegnern des IS vornahm - harter Tobak, aber sicher alles andere als haltlos.

Musharbashs Geschichte lebt von den temporeichen Szenen- und Perspektivwechseln. Eben noch durfte man dem Verfassungsschützer Sami und der Journalistin Merle über die Schulter schauen, sogleich lernt man die perfiden Machverhältnisse des Kalifats kennen. 

Darüber hinaus schafft es der Autor, sich auch sprachlich in seine verschiedenen Protagonisten hineinzudenken. Egal ob Pressenachrichten, Geheimdienstmitteilungen oder terroristische Bekennerschreiben, Musharbash trifft stets den richtigen und damit ungemein realistischen Ton.

Inhaltlich hat mich die Tatsache überrascht, dass jede der handelnden Personen ein Stück vom fetten „Terrorismuskuchen“ abhaben wollte und dies am liebsten noch vor all den anderen. Die Sensationsgier und die Aussicht auf eine gute Geschichte ließen selbst die ausgefuchstesten Journalisten und Geheimdienstler blind werden. Auch die interessante Schuldfrage wurde vom Autor vielschichtig betrachtet. Plottechnisch hat Musharbash das sich abzeichnende, tragische Ende effektvoll klimaktisch inszeniert.

FAZIT
Ein durchweg fesselnder Thriller über einen deutschen Dschihadisten, der aufhorchen lässt und brillant aufbereitet wurde. Der programmatische Titel und der Buchinhalt bilden eine explosive Einheit.

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BuchBarbies avatar

Rezension zu "Radikal" von Yassin Musharbash

Vielschichtig
BuchBarbievor 3 Jahren

Klappentext:
Ein Bundestagsabgeordneter im Visier von Fanatikern.
Ein Terrorexperte, der im Untergrund recherchiert.
Eine zu allem entschlossene palästinensische Studentin.
Ein Staatssekretär, der in mysteriösen Politsalons verkehrt.
Und eine Bombe, mitten in Berlin.
Ein beängstigend realistischer Thriller über eine Gesellschaft im Alarmzustand – und über Radikale in mehr als nur einem Milieu.

Der Autor Yassin Musharbash nimmt uns mit in die hintersten Ecken der Hauptstadt Berlin. Sowohl in den Wedding, wo man als Deutscher wissen muss, ob jemand Türke oder Araber ist, weil es „den Unterschied zwischen Schulterklopfen und einer blutenden Nase ausmachen“ kann. Als auch zum Prenzlauer Berg mit seinen weitläufigen von Singles bewohnten Lofts. Er weiß, wie es im Zimmer eines 18jährigen Schülers aussieht, der mehr Zeit mit Kiffen auf dem Sportplatz verbringt als in der Schule. Und er zeigt uns ebenso selbstverständlich die großzügig geschnittene Wohnung einer jungen strebsamen Journalistin aus reichem Elternhaus mit offener Küche aus gebürstetem Edelstahl.
Genau so detailliert lässt uns der Autor seine Protagonisten kennenlernen, ihre inneren Kämpfe, ihre Schwächen und Stärken, ihre Macken und ihre liebenswerten Seiten.
Da ist Samson, der eigentlich Samuel heißt und im Netz unter tausend weiteren Namen aktiv ist. Ein Nerd? Oder ein Fanatiker?
Die Studentin Sumaya bezeichnet sich selbst als Ölauge, während sie Deutsche in Kartoffeln und Weißbrote einteilt. Aber wo gehört sie hin? Kann sie Deutschland ihre Heimat nennen? Oder ist sie Palästinenserin?
Ein packender Thriller, den man nur ungern aus der Hand legt. Im Roman ist schnell klar, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört. Auch wenn die Guten ihre bösen Seiten und die Bösen ihre guten Seiten haben. Ein Buch, über das man diskutieren und nachdenken kann und dass ein offenes Ende einer billigen Lösung vorzieht. Auch wenn ich gerne gelesen hätte, dass es die ultimative Lösung für das aktuelle Terrorproblem gäbe und einen Grund, warum jemand radikal wird. Den Grund könnten wir dann nämlich gemeinsam beseitigen.

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