Yassin Musharbash Radikal

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Inhaltsangabe zu „Radikal“ von Yassin Musharbash

Im Fadenkreuz von Fanatikern - ein beängstigend realistischer Politthriller. Ein Thriller über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Terrorismus. Eine Momentaufnahme einer Gesellschaft im Alarmzustand. Eine Spurensuche in mehr als nur einem Milieu, in dem Radikale auf dem Vormarsch sind. Lutfi Latif ist die deutsche Antwort auf Barack Obama: Ein charismatischer Intellektueller mit ägyptischen Wurzeln, einer ebenso klugen wie hübschen Frau und dem Potenzial, die deutsche Islamdebatte komplett aufzurollen. Aber kaum in den Bundestag gewählt, gerät der Vorzeigemuslim ins Fadenkreuz von Radikalen. Mitten im Berliner Regierungsviertel kommt es zu einem Anschlag auf Latif. Das Terrornetzwerk al-Qaida bekennt sich zu der Bluttat, die deutsche Politik gerät in Aufruhr, die Stimmung im Land verschärft sich: Osama Bin Ladens Schergen haben in Deutschland zugeschlagen, mit Ansage. Doch Latifs Assistentin Sumaya al-Shami und der Terrorexperte Samuel Sonntag haben Zweifel. Sie ermitteln auf eigene Faust - und stellen bald fest, dass der Kreis der Verdächtigen größer ist. Ihre Ermittlungen führen sie in die Abgründe des Extremismus, in Kreuzberger Internetcafés und Zehlendorfer Villen, in Sozialwohnungen im Wedding und an Potsdamer Seegrundstücke. Vor allem aber bringen ihre Nachforschungen sie in Gefahr, denn für die Suche nach der Wahrheit müssen sie weit gehen, vielleicht zu weit. Und was ist das überhaupt: die Wahrheit?

Packender Thriller, den man nur ungern aus der Hand legt.

— BuchBarbie
BuchBarbie

Vielversprechendes Thrillerdebüt des Spiegel-Journalisten.

— Gulan
Gulan

Musharbash arbeitet bei Spiegel-online und hat John le Carre bei dessen Buch "Marionetten" unterstützt.

— Holden
Holden

Ich muss mich im Moment überwinden zu lesen. Irgendwie ist es spannend, doch zugleich zieht es sichentsetzlich. Tu mir gerade voll schwer mit dem Buch ....

— martina400
martina400

Obwohl ich dieses Wort wirklich selten benutze: saugeil! Ein irrer Thriller, der mich überzeugt hat. Das muss sich erstmal setzen, bevor ich eine Rezi schreiben kann.

— rumble-bee
rumble-bee

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    Radikal
    BuchBarbie

    BuchBarbie

    04. February 2016 um 19:19

    Klappentext: Ein Bundestagsabgeordneter im Visier von Fanatikern. Ein Terrorexperte, der im Untergrund recherchiert. Eine zu allem entschlossene palästinensische Studentin. Ein Staatssekretär, der in mysteriösen Politsalons verkehrt. Und eine Bombe, mitten in Berlin. Ein beängstigend realistischer Thriller über eine Gesellschaft im Alarmzustand – und über Radikale in mehr als nur einem Milieu. Der Autor Yassin Musharbash nimmt uns mit in die hintersten Ecken der Hauptstadt Berlin. Sowohl in den Wedding, wo man als Deutscher wissen muss, ob jemand Türke oder Araber ist, weil es „den Unterschied zwischen Schulterklopfen und einer blutenden Nase ausmachen“ kann. Als auch zum Prenzlauer Berg mit seinen weitläufigen von Singles bewohnten Lofts. Er weiß, wie es im Zimmer eines 18jährigen Schülers aussieht, der mehr Zeit mit Kiffen auf dem Sportplatz verbringt als in der Schule. Und er zeigt uns ebenso selbstverständlich die großzügig geschnittene Wohnung einer jungen strebsamen Journalistin aus reichem Elternhaus mit offener Küche aus gebürstetem Edelstahl. Genau so detailliert lässt uns der Autor seine Protagonisten kennenlernen, ihre inneren Kämpfe, ihre Schwächen und Stärken, ihre Macken und ihre liebenswerten Seiten. Da ist Samson, der eigentlich Samuel heißt und im Netz unter tausend weiteren Namen aktiv ist. Ein Nerd? Oder ein Fanatiker? Die Studentin Sumaya bezeichnet sich selbst als Ölauge, während sie Deutsche in Kartoffeln und Weißbrote einteilt. Aber wo gehört sie hin? Kann sie Deutschland ihre Heimat nennen? Oder ist sie Palästinenserin? Ein packender Thriller, den man nur ungern aus der Hand legt. Im Roman ist schnell klar, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört. Auch wenn die Guten ihre bösen Seiten und die Bösen ihre guten Seiten haben. Ein Buch, über das man diskutieren und nachdenken kann und dass ein offenes Ende einer billigen Lösung vorzieht. Auch wenn ich gerne gelesen hätte, dass es die ultimative Lösung für das aktuelle Terrorproblem gäbe und einen Grund, warum jemand radikal wird. Den Grund könnten wir dann nämlich gemeinsam beseitigen.

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  • Aufschlussreich

    Radikal
    Arun

    Arun

    Radikal von Yassin Musharbash Ein Politthriller aus Deutschland. Möchte nur kurz meine Leseweise wiedergeben. Nachdem ein Politiker arabischer Abstammung den Sprung in den Bundestag geschafft hat, fällt die Resonanz von großer Zustimmung bis zur völligen Ablehnung aus. Anhand seiner Arbeit und der seiner Mitarbeiter erhalten wir einen kleinen Einblick in die politischen Gepflogenheiten der Bundeshauptstadt Berlin. Nach einem Terroranschlag springt die Maschinerie von Ermittlungen an und läuft auch gleich auf Hochtouren. Spurensuche an allen Fronten sollen die Hintergründe der feigen Tat herausfinden und aufdecken. Dabei kommen einige brisante Dinge ans Tageslicht. Staatsschutz, Geheimdienste, Polizei, Politiker, Islamisten, Attentäter, Befürworter der Islamophobie, die Medien in allen Formen und Menschen aus vielen Gesellschaftsgruppen haben ihre Finger im Spiel. Ein vielschichtiger und spannender Politthriller mit einigen überraschenden Drehungen, welcher der Leserschaft ein glaubhaftes Bild der Großstadt mit Namen Berlin vermittelt.

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  • Keine leichte Kost ...

    Radikal
    engineerwife

    engineerwife

    23. June 2015 um 14:29

    Puh, geschafft. Der Anfang des Buchs hat sich doch ganz schön gezogen, im letzten Drittel nahm es dann aber Gott sei Dank wieder an Fahrt auf. Bei diesem Buch handelt es sich um eine Art Wachrüttler. Es verschafft uns Einblick in die Welt der Terroristen, der Hasser. Wer hier jedoch glaubt, es handle sich nur um bärtige junge Männer mit dunklen Augen, die Maschinengewehre schwingen und Hasstiraden ausstoßen, liegt total daneben. Auch die sogenannten Islamphoben sind eine Gruppe, die vor Gewalt nicht zurückschreckt. Wer hat den Anschlag verübt? Wie tief stecken Polizei und BND in der Sache drin? Wo endet die Legalität? Wie sieht die Zukunft aus? Viele Fragen, die in dem Buch nur teilweise beantwortet werden. Das Ende bleibt offen, lässt mich als Leser deshalb jedoch nicht unbefriedigt zurück. Ein wichtiges Thema, das uns noch lange begleiten wird. 

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  • Rezension zu "Radikal" von Yassin Musharbash

    Radikal
    Seehase1977

    Seehase1977

    Sumaya al Shabi, begeisterte Anhängerin von dem Exilmuslim und Bundestagsabgeordenten Lufti Latif, bei dem sie sich auch um einen Job als wissenschaftliche Mitarbeiterin bewirbt und diesen auch bekommt. Latif ist Ziel von einigen Drohbriefen aus der islamischen radikalen Welt, ebenso von Islamgegnern. Sumaya wird damit beauftragt, sich mit diesen Briefen zu befassen und lernt dadurch Samuel Sonntag kennen, ein Arabist und Experte für islamischenTerrorismus. Während eines Interviews in einem Morgenmagazin kommt es zu einem Anschlag auf Lutfi Latif. Sumaya und Samson geraten in einen Sog aus Terror, Macht und Korruption.... Das Buch war nicht leicht zu lesen, da es sehr komplex und umfangreich ist und teilweise sogar etwas langatmig wird. Ich habe einige Zeit gebraucht, um mich an das Thema, welches sonst eher nicht zu meinem Genre gehört, und an die verschiedenen Charaktere zu gewöhnen und mich in sie hinein zu versetzen. Dann war "Radikal" aber flüssig zu lesen und hat mich in seinen Bann gezogen. Mein Fazit: Empfehlenswertes und gut recherchiertes Buch zu einem brisanten Thema!

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    • 2
    Arun

    Arun

    01. August 2014 um 00:06
  • Rezension zu "Radikal" von Yassin Musharbash

    Radikal
    World_of_tears91

    World_of_tears91

    Musharbash schafft ein Szenario, dass so realistisch ist, dass es mir beim Lesen mehrmals kalte Schauer über den Rücken gejagt hat. Man kennt Straßennamen, Orte und nicht zuletzt die aktuelle politische Lage, alles kommt einem bekannt vor und lässt ständig das Gefühl entstehen, der Autor hat hier eine Vision der sehr nahen Zukunft niedergeschrieben. Der charimsatische, muslimische Abgeordnete ist dabei nur das Zugpferd einer viel abgründigeren Geschichte von Radikalismus und Terrorismus, von Vorurteilen und politischen Sümpfen. Es gibt mehrere Storystränge, die sich ineinander verweben und ohne den jeweils anderen keinen Sinn ergeben würden, jede erwähnte Figur trägt auf ihre eigene Art und Weise dazu bei, dass sich die Story entwickelt. Mir haben vor allem die Hauptfiguren gefallen. Sie alle lassen sich als "Menschen wie du und ich" bezeichnen, haben Ihre Ängste und Hoffnungen, aber auch dunkle Seiten. Man hat so das Gefühl der/diejenige könnte dein Nachbar sein, vielleicht sehr wagemutige Nachbarn, aber durchaus ein Menschenschlag, der der Realität entspringt. Das Szenario eröffnet schonungslose Einblicke in die Abgründe der Politik und des Journalismus, Einblicke hinter die scheinheilige und "politisch korrekte" Fassade vieler Funktionsträger im deutschen Staat. Ein Buch ohne offensichtliches "Happy End", im Gegenteil: nach dem Lesen schwingt ständig das ungute Gefühl mit, dass genau so die Zukunft aussieht, wenn sie nicht sogar schon begonnen hat.

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    • 2
    Arun

    Arun

    23. March 2014 um 10:16
  • Rezension zu "Radikal" von Yassin Musharbash

    Radikal
    AnnaChi

    AnnaChi

    09. December 2012 um 19:56

    Ein spannender, erschreckend realistischer Politthriller. Der charismatische Lutfi Latif wird als Abgeordneter der Grünen in den Bundestag gewählt. Doch sogleich gerät er ins Fadenkreuz von Radikalen und wird Opfer eines Terroranschlags im Berliner Regierungsviertel. Eine palästinensische Studentin und ein Terrorexperte recherchieren - und auf einmal erscheint zweifelhaft, ob tatsächlich Al-Qaida, die sich zu dem Anschlag bekennt, ihn begangen hat, oder die Mitglieder einer in Polit-Salons verkehrenden Gruppe deutscher Islamhasser, zu denen auch ein Staatssekretär gehört, dahinterstecken ... Musharbash gelingt eine tiefgründige und differenzierte Darstellung der Problematik, seine Charaktere sind glaubwürdig. Gleichzeitig ist das Buch eine atmosphärisch dichte Schilderung der Stadt Berlin.

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  • Rezension zu "Radikal" von Yassin Musharbash

    Radikal
    cybergirll

    cybergirll

    05. July 2012 um 20:59

    Radikal Lutfi Latif ein muslimischer Abgeordneter der Grünen bekommt einen Sitz im Bundestag. Er wird bedroht von Islamisten sowie von Islamgegnern. Personenschutz des BAK lehnt der Politiker ab. Sumaya, seine Assistentin engagiert Samson, einen Terrorexperte der auf seinem Dachboden mehrere Computer stehen hat und unter verschiedenen Pseudonymen mit Islamisten in Verbindung steht. Als Lutfi Latfi einem Anschlag zum Opfer fällt taucht sofort ein Video von Al-Qaida auf. War es wirklich die Al-Qaida die hinter dem Anschlag steckt? Was ist mit den Islamgegnern, die sich zu einer Gruppe zusammen getan haben und Anschläge auf Moscheen verüben? Stecken sie hinter dem Anschlag und wollen es den Islamisten in die Schuhe schieben? Oder steckt vielleicht doch Samson dahinter, spielt er von Anfang an ein falsches Spiel? Ist Samson in Wirklichkeit ein Konvertit? Schließlich war er mit Mohamed, einer der Terroristen vom 11. September befreundet. Das Buch ist sehr spannend geschrieben. Es gibt dem Leser einen Einblick in die Gefühle der deutschen sowie der moslemischen Bevölkerung. Es Beschreibt zum einen die Angst vieler Menschen die hinter jeden Muslimen einen Islamisten sehen. Zum Anderen Beschreibt es die Gefühle der Muslime die sich nirgends richtig zugehörig fühlen. Ein Thema das aktueller nicht sein kann!

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  • Rezension zu "Radikal" von Yassin Musharbash

    Radikal
    MaryLouise

    MaryLouise

    20. May 2012 um 23:23

    --- Ein Thriller über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Terrorismus. Eine Momentaufnahme einer Gesellschaft im Alarmzustand. Eine Spurensuche in mehr als nur einem Milieu, in dem Radikale auf dem Vormarsch sind. Lutfi Latif ist die deutsche Antwort auf Barack Obama: Ein charismatischer Intellektueller mit ägyptischen Wurzeln, einer ebenso klugen wie hübschen Frau und dem Potenzial, die deutsche Islamdebatte komplett aufzurollen. Aber kaum in den Bundestag gewählt, gerät der Vorzeigemuslim ins Fadenkreuz von Radikalen. --- Cover Ich liebe es! <3 Inhalt Ich denke es ist eine sehr gute Idee, sich mit dem Thema Radikalismus auseinanderzusetzen und es ist Yassin Musharbash wunderbar gelungen. Ich mag das Buch sehr. Ich habe mir extra viel Zeit damit gelassen, um richtig zu verinnerlichen, was darin vor sich geht. (Ich sage an dieser Stelle nichts weiter zum Inhalt, denn den kann sich jeder selbst erlesen. Ich kann nur sagen, dass es sehr spannend wird.) Fazit Ich bin sehr froh ausgewählt worden zu sein, das Buch zu gewinnen, denn sonst wäre mir wahrscheinlich ein sehr interessantes Buch durch die Lappen gegangen.

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  • Rezension zu "Radikal" von Yassin Musharbash

    Radikal
    hanniball

    hanniball

    23. April 2012 um 10:54

    *Erschreckend realistisch* wirkt Radikal von Yassin Musharbash auf mich. Auch wenn die Story vielleicht für viele weit hergeholt wirkt, ich hatte eigentlich (ähnlich wie bei den besseren Werken von John LeCarre) immer den Eindruck: Ja, genauso könnte es passieren; viel trennt uns und unsere Gesellschaft nicht von diesem Szenario. Besonders imponiert haben mir die verschiedenen Erzählperspektiven von Samson und Sumaya, beide aus der Mitte unserer Gesellschaft, beide von Personen, die eher nicht den Normen entsprechen, trotzdem so intensiv für und um unsere Gesellschaft .und auch um sich kämpfen, wie die wenigsten. Mit Samson und Sumaya hat Yassin Musharbash Menschenbilder geschaffen, die mir Mut machen für diese Gesellschaft. Nicht so gelungen finde ich Lutfi Latif. Auch wenn er nur eine allerdings wichtige Nebenfigut darstellt, bleibt er für meinen Geschmack etwas farblos. Irgendwie wirkt er auf mich nicht wirklich realistisch, vielleicht ist er für meinen Geschmack einfach zu sehr Gutmensch. Aber generell finde ich, dass die Nebenfiguren nicht ganz so gelungen sind wie die Hauptfiguren. Aber abgesehen davon ist die Story hervorragend aufgebaut, spannend, unterhaltsam und, ja, auch lehrreich für mich. Sie hat mir meine Welt aus einer Sicht dargestellt, die ich bisher so nicht kannte. Ein schönes Buch, das für mich ein herausragender Lesegenuss gewesen ist und es sicherlich bald wieder sein wird. Dieses Buch ist zu schade, um nur einmal gelesen zu werden.

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  • Rezension zu "Radikal" von Yassin Musharbash

    Radikal
    josi2011

    josi2011

    28. February 2012 um 13:43

    Es ist wirklich schwer für dieses Buch eine Zusammenfassung zu schreiben, ohne zuviel vorweg zu nehmen. Die Geschichte beginnt damit, dass mehrere Personen vorgestellt werden, die irgendwie mit Terrorismus zu tun haben. Der erste Protagonist ist Niklas Weißenthal, der in seinem Kinderzimmer aus lauter Langeweile und Ziellosigkeit statt in die Schule zu gehen Sprengstoff bastelt. Zwar regen sich in ihm kleine Gewissensbisse, was mit diesem Sprengstoff geschehen könnte, aber noch mehr lockt ihn das recht leicht verdiente Geld. Dann wird von der jungen Studentin Sumaya berichtet, die als Mitarbeiterin des gerade in den Bundestag gewählten Lutfi Latif tätig ist. Er hat mehrere Todesdrohungen erhalten, die er jedoch nicht besonders ernst nimmt. Trotzdem beauftragt er Sumaya damit, einen Spezialisten zu finden, der die Drohbriefe analysieren soll. Hier kommt Samuel Sonntag ins Spiel, der sich schon seit Jahren - überwiegend online - mit der islamistischen Szene beschäftigt. Durch Zufall nimmt er sogar an einem Treffen einer Gruppierung von Islamgegnern teil, nicht wissend, dass diese sich in Salons organisieren und deutschlandweit vertreten sind. Bei Radikal handelt es sich nicht um eine leichte Lektüre, die man mal eben so runter liest. Anfänglich hatte ich auch so meine Probleme in die Geschichte hinein zu finden. Doch mit der Zeit hat mich die Handlung gefesselt. Insbesondere, da man sich gut vorstellen kann, dass diese Geschichte auch in der realen Welt passieren könnte. Gelungen ist auch die Darstellung der Argumente der verschiedenen Parteien und wie unübersichtlich die Welt des Terrorismus ist. Die Macht der Medien und deren Skrupelosigkeit wird ebenfalls sehr realistisch dargestellt. Man spürt, dass Yassin Musharbash sich - sicherlich auch durch seine Tätigkeit als Redakteur bei Spiegel Online - sehr gut mit dem Thema Terrorismus auskennt und viel beschäftigt hat. Ich hoffe für ihn, dass dieses Buch große Beachtung erhält, die es auch mehr als verdient.

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  • Rezension zu "Radikal" von Yassin Musharbash

    Radikal
    Buecherbaer

    Buecherbaer

    10. January 2012 um 18:55

    Ausgangspunkt für diese Geschichte ist Lutfi Latif – ein sehr symphatischer Muslim, der in den Bundestag gewählt wird. Doch Latif hat Feinde von allen Seiten: zum Einen von dem Terrornetzwerk Al-Qaida, zum Anderen von Islamhassern aus Deutschland. Nach erheblichen Terrordrohungen kommt es tatsächlich zu einem Anschlag Doch wer ist tatsächlich dafür verantwortlich? Latifs Assistentin Sumaya und der Terrorexperte Samuel recherchieren auf eigene Faust und begeben sich damit in höchste Gefahr. Die Geschichte um den Terroranschlag auf Latif ist höchst brisant und spannend. Das Thema ist aktuell und ja auch bei uns ständig in den Nachrichten vertreten. Es beinhaltet nicht nur, wie normalerweise, die islamistischen Terroristen, sondern auch die andere Seite. Und zwar die eigenen Terroristen im eigenen Land. Islamhasser, Leute aus höchsten Kreisen, die vor nichts zurückschrecken und somit nicht besser sind als die islamischen Terrorgruppen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Autor verpackt das Thema Terrorismus in einem sehr spannenden und brandaktuellen Roman, der einen nicht mehr los lässt. Es gab lediglich zwischendrin ein paar Passagen und Fremdwörter, die für mich nicht sofort verständlich waren und die ich zweimal lesen musste. Aber das war nicht weiter schlimm und bereitet dem Leservergnügen keinen Abbruch. Außerdem ist es für die Allgemeinbildung gut. Ansonsten verwendet der Autor einen sehr durchgehend flüssigen Schreibstil. Auch die Personen werden sehr glaubhaft dargestellt. Sumaya und Samson waren mir auf Anhieb symphatisch. Dies ist auf jeden Fall auch ein Roman zum Nachdenken. Es sind nämlich nicht immer die anderen, sondern auch Leute aus den eigenen Reihen vor denen man Angst haben muss. Hierbei fand ich sehr erschreckend, dass es solche Organisationen wahrscheinlich schon in Deutschland gibt. Es werden auch sehr gut die verschiedenen Ansichten dargestellt. Fazit: Ein sehr lesenswerter Polit-Thriller. Spannend vom Anfang bis zum Ende und nicht nur für diejenigen, die sich gerne mit dem Thema Terrorismus beschäftigen. Ich vergebe die volle Punktzahl.

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  • Rezension zu "Radikal" von Yassin Musharbash

    Radikal
    santina

    santina

    05. January 2012 um 21:34

    Zum Inhalt: Lutfi Latif ist der Shootingstar der weltweiten Gemeinschaft der Exilmuslime. Geboren in Kairo lebt er nun mit seiner Familie in Berlin. Er ist gebildet und wird von allen Seiten respektiert. Er ist in der Lage, seinen Glauben mit den politischen Diskussionen in eine Beziehung zu setzen und versteht es, die Menschen mit seinen Reden zu faszinieren und zu begeistern. Die Berliner Grünen fragen an, ob er bereit wäre, sich für ein Bundestagsmandat zu bewerben und so wird Lutfi Latif wird in den Bundestag gewählt. Die palästinensische Studentin Sumaya al-Shami ist fasziniert von diesem Mann und bewirbt sich auf eine Stelle als persönliche Assistentin, sie wird unter allen Bewerberinnen als Einzige zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und von Lutfi Latif eingestellt. Aufgrund von Drohbotschaften bittet der Politiker Sumaya, nach einem geeigneten Sicherheitsberater zu recherchieren und so wird Samuel Sonntag, genannt Samson, engagiert, um die Bedrohungen gegen Latif zu analysieren. Samson, hat Arabistik studiert und beschäftigt sich seit seinem Studium mit islamistischen Terrororganisationen. Heute führt er ein Blog zu diesem Thema und hält Vorträge. Während eines Fernsehinterviews kommt es zu einer Explosion, Lutfi Latif erliegt den Folgen seiner Verletzungen. Die Al-Qaida bekennt sich sofort zu dem Anschlag, doch die Witwe, Fadia Latif, erhält Hinweise, dass Lutfi Latif nicht von Al-Qaida ermordet wurde. Ihr Mann hatte herausgefunden, dass es private Gruppen gibt, deren Ziel es ist, durch provokante Aktionen Muslime in Deutschland zu übertriebenen Reaktionen anzustacheln. Samson ermittelt in diese Richtung und wird plötzlich selbst für den Mord an Lutfi Latif verantwortlich gemacht. Für Sumaya beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit... Meine Meinung: Yassin Musharbash hat einen Polit-Thriller geschrieben, der mir einmal „die andere Seite“ zeigt. Ich habe im Fernsehen Berichte zur Islamdiskussion gesehen oder in Zeitungen darüber gelesen. Aber bisher habe ich noch nie versucht, die Situation aus der Sicht der Muslime zu sehen. Die Vorstellung, dass es Gruppierungen in Europa gibt, die alle Muslime in eine Schublade stecken, sämtliche Vorfälle und Vorgänge verallgemeinern und ist schockierend. Nicht, weil man nicht an diese Einstellungen zu den Menschen glauben mag, sondern viel mehr durch die Radikalität, die sie an den Tag legen. Der Autor zeigt in seinem Buch aber auf, dass es genau so sein könnte. Dass diese Vorstellung gar nicht so abwegig ist, zeigt er an ganz alltäglichen Beispielen, in denen Durchschnittsbürger genau das tun. Die Erlebnisse der verschiedenen Personen werden teilweise in Zeitsprüngen dargestellt, aber nie unübersichtlich. Die Erlebnisse der einzelnen Personen sind klar getrennt. Der Leser findet sich schnell zurecht und weiß immer genau, aus welcher Sicht er gerade liest. Der Schreibstil des Autors ist flüssig und toll zu lesen. Das Buch ist von Anfang an spannend. Die Thematik war für mich so faszinierend, dass das Buch nicht zu Ende war, als ich es vor drei Tagen zugeklappt habe, sondern ich seither einige Male über das Gelesene nachgedacht habe.

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  • Rezension zu "Radikal" von Yassin Musharbash

    Radikal
    walli007

    walli007

    01. January 2012 um 12:13

    Radikale Radikale Ein Hoffnungsträger ist der Grüne Lutfi Latif. Als er es schafft, in den Bundestag gewählt zu werden, geht ein Raunen durch das Land. Große Erwartungen lasten auf Latif, soll er doch die Islam-Debatte erneuern und eine Art Deeskalationsbewegung in Gang bringen. Kann der noch junge Politiker diese Erwartungen erfüllen oder gibt es Mächte in der Gesellschaft, die ihn daran hindern wollen? Unverdrossen geht Latif an die Arbeit, knüpft erste Kontakte, macht sich Gedanken, wie er Positionen zum Wohle aller ausfüllen könnte, ohne seine Überzeugungen zu verraten. Doch schnell wird Latif bewusst, dass er bedroht wird. Drohbriefe versucht er zwar als harmlos abzutun, dennoch versucht er herauszufinden, was bzw. wer hinter diesen Briefen stecken könnte. Dazu bedient er sich der Hilfe seiner neuen Mitarbeiterin Sumaya und der des externen Sicherheitsberaters Samuel Sonntag. Eine schwierige Rezension, war für mich der Beginn des Romans doch sehr trocken und fast schon zu journalistisch und informativ. So war ich mehrfach versucht, die Lektüre des Buches nicht zu beenden. Die Geschehnisse in Politik, Geheimdiensten, Terroristenkreisen, Ausländer, Inländer, das war nicht wirklich etwas, mit dem ich mich zum Jahreswechsel befassen wollte. Was hat mich bewogen, dabei zu bleiben? Der Versuch Sumayas, ihre Zerrissenheit zu erklären, Deutsche oder nicht Deutsche, dazu gehören oder nicht. Eine Suche nach der eigenen Identität, die ich als Nur-Deutsche gar nicht erst beginnen muss, eine Suche, die ich aus diesem logischen Grund auch nicht richtig verstehen kann. Doch Sumaya und ihr Autor haben kluge Worte gewählt, die mich doch an den Rand dessen gebracht haben, was man, ich konnte es nachvollziehen, nennen könnte. Und so habe ich die Phase der Desinteressiertheit überwunden und das Buch, das im Verlauf zum Glück immer spannender wurde, beendet. So manches Mal habe ich mich gefragt, ob so etwas tatsächlich sein könnte, wieviel Realität in dem Buch steckt. Doch will ich es so genau wissen. Gerade in letzter Zeit haben wir ja erfahren, dass es mehr und anderen Terrorismus gibt als wir je geahnt hätten oder uns eingestanden hätten. Nichts ist immer wie es scheint, nie können wir sicher sein, dass alles an die Öffentlichkeit dringt, dass alles, was an die Öffentlichkeit dringt, auch so ist. Da gibt es zwischen dem Roman und der Wirklichkeit wahrscheinlich erhebliche Parallelen. Wem kann man überhaupt noch trauen?

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  • Rezension zu "Radikal" von Yassin Musharbash

    Radikal
    Pashtun Valley Leader Commander

    Pashtun Valley Leader Commander

    10. November 2011 um 20:23

    Der Kladdentext spricht für sich. Diese "Buch ist ein kleinesBisschen wie ein Verzigkiloglasnutella". Es ist alles semiliquid, die Protagonisten der Handlung sind geradezu herzerfrischend staatsbürgerschaftstechnisch gesehen, die Opfer eines völig antiquierten Staatsbürgerschaftsrechtes, das auf die Nazis zurück geht... Am Anfang steht ein junger netter islamischer Hoffnungsträger, ja ohne geschächtetem Hammel in der Badewanne, der sich einer gewissen nationalen und internationalen Prominenz erfreut. Dieses nette Wissen wird nominiert, gewählt und dann aus unterschiedlichsten Lagern bedroht, verfolgt,.......... Seine wissenschaftliche Mitarbeiterin ist Palästinenserin, die die Regelstudienzeit überschritten hat und deren Cousin im informellen Dienstleistungssektor mit einem Startup (Callshop ;-)) sich durch das Leben schlägt. Die Bösen ganz klar, u. a. die Angehörigen einer Zeitungsredaktion, deren Produkt wöchentlich hochglanz und geheftet erscheint und "nicht" in Hamburg sitzt und eine ganze Reihe von nicht näher geouteten unnützen Diensten aller Art...... Die im Anfang geschilderte Sprengstoffabrik in der Laube war noch recht originell geraten, die Einbettung dieses -quasi genehmigungsfrei- sprengstoffproduzierenden Mikrokosmos in den ästhetischen Todesstreifen zwischen Neukölln und Kreuzberg ist auch geeignet jedem Studienrat für Politik und Pädagogik entweder in seinem Ortsverein ein." Genossen, da müssen wir was tun.." oder ein maliziöses Grausen über die Schlechtigkeit metropolianer Aglomerationen hervorzulocken...... Langsam gestartet, mit vielen Längen stirbt dieses Buch den Tod des 40-Kilo-Glases Nutella.....am Anfang echt süß, lecker, also sowas von politisch korrekt und jede Menge ungewohnter Protagonisten doch bald nur noch süss, überfressen, offen lassend ob Herr Lufti nun Moslembruder ist oder doch nicht oder was oder wie und irgendwann nur noch fettig und zäh...... Mein böser Verdacht, dass die Füllstoffe (handlungsmässig der Kakao/-butter) in diesem Titel dem Lektorat geschuldet sind...... Schade gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht........

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  • Rezension zu "Radikal" von Yassin Musharbash

    Radikal
    daslesich

    daslesich

    13. October 2011 um 14:27

    Gleich vorneweg: Das Buch ist super! Toller Stil, sehr schöne Formulierungen, in die reale Aspekte und theoretisches Wissen sehr gut und leicht verständlich einfliessen, sehr spannend und eine Geschichte, die gegen Ende hin eine extrem überraschende Wendung zeigt. Die Story ist vor einem sehr aufwühlenden und aktuellen, politischen Diskussionshintergrund angesiedelt: Wie groß ist die Gefahr einer Islamisierung der westlichen Welt und wie gefährlich sind Attentatsdrohungen einzustufen? Wie ist das Netzwerk und der Aufbau religiöser Fanatiker und sind sie die einzige Bedrohung, die unmittelbar ist? Wie entstehen diese großen, internationalen Zusammenschlüsse gewaltbereiter Fanatiker? Interessant ist vor allem, dass es Musharbash sehr gut gelingt zu zeigen, dass Bedrohungen aus vielen Ecken kommen und dass ein Anschlag nicht immer von der Gruppe kommt, die sich zu ihm bekennt. Dass kleine Gruppen, die gegen Veränderungen in ihrem Land sind, sich den Hass auf und die Angst vor bestimmten anderen Völkern und Menschen zunutze macht, um Unfriede und Panik zu streuen. Viele kleine Geschichten verweben sich zu einer dichten Story, in deren Mittelpunkt zwei Menschen stehen: Sumaya al Shami, Politikstudentin und Mitarbeiterin im Büro des charismatischen Abgeordneten Lutfi Latif – einer Art deutsch-muslimischer Barack Obama, was Charisma und Auftreten angeht. Und Samuel Sonntag, Terrorexperte, der sich als Sicherheitsberater ebenfalls im Team Latif befindet. Das Undenkbare geschieht in Berlin, als während einer Fernsehaufzeichnung plötzlich eine Bombe gezündet wird und den Abgeordneten in den Tod reißt. Und während Sumaya sich Gedanken über ihre Herkunft und ihr Leben zwischen zwei Welten, in denen sie keiner hundertrozent zugehörig ist, beginnt Samuel zu recherchieren – doch was er entdeckt und in welche Kreise er sich hinein manövriert, gleicht einem immer wirrer werdenden Alptraum. Die Geschichte ist so packend, so realistisch und so unglaublich, dass sie einen als Leser zutiefst irritiert und nachdenklich zurücklässt. Vor allem gefällt mir, dass sie nicht nur eine Seite favorisiert, sondern dazu anregt, das schwarz-weiß Denken beiseite zu schieben und zu erkennen, dass vor allem das Grau in unserer Welt zur Gefahr werden kann – erst recht dann, wenn man es nicht sehen will.

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