Der Klappentext klang vielversprechend, auch, dass das Buch hier im Vergleich zu den USA wenig Beachtung gefunden hat, da bilde ich mir dann gern eine eigene Meinung.
Eine Familiengeschichte, realistisch, nachvollziehbar, dazu witzig erzählt, kleine Anekdoten um recht interessante Protagonisten, der Einstieg fiel mir nicht schwer. Die Familie bleibt übersichtlich, auch die Nachbarn und Freunde bleiben übersichtlich, trotzdem ist die Geschichte nicht rund. Sashas Familie wandert in die USA aus, von Odessa in die Tiefen Brooklyns. Letztlich leben alle genau das Leben, das sie in Odessa geführt haben. Der Beruf bleibt, die Nachbarn, die ebenfalls ausgewandert sind, die Läden, der Klatsch und Tratsch, alles bleibt, vielleicht nur ein bisschen echter als in Odessa. Sascha ist zurückgeblieben, findet immer neue Ausflüchte und der Besuch bei der jetzt amerikanischen Familie fällt ihm schwer, er lebt zurückgezogen in Odessa, er will schreiben und in Ruhe gelassen werden, muss dann aber doch endlich mal nachgeben und einen Besuch abstatten. Dieser Besuch wird detailliert im ersten Teil des Buches beschrieben, anfangs witzig, später immer zäher, die eingestreuten Anekdoten um Familie und Freunde wirken gekünstelt, oft wie ein Versuch, einen langatmigen Bericht ein wenig aufzulockern. Sascha reist zurück - Teil zwei folgt, ein Jahr später. Was folgt ist der Besuch seiner Nichte in Odessa , alles wird noch zäher. Vielleicht hätte ein wenig mehr Struktur der Geschichte gut getan oder einfach ein Verzicht auf verschachtelte Darstellung, denn die Geschichte um Sasha und insbesondere seine Nichte Frida haben so viel Potential. Mir war das allerdings zu schwerfällig, es fiel mir schwer, mich darauf zu konzentrieren und dem Geschehen mit Spaß zu folgen. Schade.
Odessa in Amerika



