Yeonmi Park

 4.7 Sterne bei 49 Bewertungen
Autor von Meine Flucht aus Nordkorea, Mut zur Freiheit - - und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Yeonmi Park

Meine Flucht aus Nordkorea

Meine Flucht aus Nordkorea

 (47)
Erschienen am 21.11.2016
Mut zur Freiheit - -

Mut zur Freiheit - -

 (2)
Erschienen am 19.10.2015

Neue Rezensionen zu Yeonmi Park

Neu
monerls avatar

Rezension zu "Mut zur Freiheit - -" von Yeonmi Park

Autobiografie einer starken und mutigen Frau
monerlvor 8 Monaten

Ich habe das Hörbuch beendet und bin sprachlos. Ich sitze hier in Deutschland, dem quasi demorkatischsten Land der Welt, lebe in Frieden, habe Familie, Freude, im Übermaß zu essen und kann mich bilden, solange ich mag und in jedwede Richtung, die ich möchte. Fast alles ist möglich. Wünsche können erfüllt werden und die Gedanken sind frei. 

Nicht so für Yeonmi. Sie ist auf der falschen Seite der Welt geboren worden. In dem unwirklichsten Land der Welt, in dem Menschen die Puppen des Obersten Führers sind. Sie wurden geboren um zu dienen. Es gibt keine eigene Meinung, keine eigenen Wünsche, keine Freiheit, keinen innereren Frieden dafür aber ewigen Hunger. Auch die Gedanken sind nicht frei. Yeonmi denkt eine lange Zeit, dass der Führer ihre Gedanken lesen kann. Selbst das Flüstern ist gefährlich, denn Mäuse und Vögel könnten es hören. Yeonmi lebt in Nordkorea.

Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben. Der Vater betreibt illegale Schmuggelgeschäfte, um seine Familie über Wasser zu halten. Er wird verraten und muss ins Gefängnis, in dem er geschlagen und gefoltert wird. Nun wird es noch schwieriger die Familie zu versorgen. Die Mutter muss versuchen alleine genug Geld aufzutreiben, damit ihre beiden Töchter nicht verhungern. Dafür verlässt sie das Dorf, in dem sie mit ihren Kindern wohnt und sucht woanders nach Arbeit. Mehrere Wochen sind die noch ganz kleinen Kinder auf sich gestellt. Dabei sind sie noch nicht einmal Teenager. Die Mädchen sind in dieser Zeit fast vergungert und fast erfroren. 

Dies ist kein Leben und Yeonmi möchte nach China fliehen. Dort ist die Freiheit. Für sie bedeutet zu dieser Zeit, Freiheit ist genug zu essen zu haben und nicht mehr zu hungern. Eine andere und weitere Vorstellung von Freiheit hat sie nicht. Weiter konnte sich ihre Vorstellungskraft nicht entwickeln. 

Mit der Flucht beginnt eine neue Odyssee! Die Flucht gelingt, doch Freiheit in China bedeutet ein niemand zu sein. Ein Illegaler ohne Papiere, ohne Arbeit und ohne die Möglichkeit sich ein eigenes Leben aufzubauen. In China sind Yeonmi und ihre Mutter Menschenware, die an andere, reichere Chinesen verkauft und verheiratet wird. Sie müssen sich fügen. Wer sich weigert wird zurück nach Nordkorea gebracht und dort droht die Todesstrafe.

Mit 13 erfährt sie sexuelle Gewalt, wird gedemütigt und unwürdig behandelt. Mit 14 muss sie den Körper ihres toten Vaters verbrennen und die Suche nach ihrer Schwester gestaltet sich schwierig und ist nicht erfolgreich. Sie hat das Schlimmste erlebt, hat keine Heimat, keine Familie und frei ist sie immer noch nicht. 

Irgendwann gelingt ihr und ihrer Mutter die weitere Flucht über die Wüste Gobi nach Südkorea, wo sie eingebürgert wird und in Freiheit und Sicherheit leben kann. Dort kann sie auch endlich weiter in die Schule gehen und ihre Schulabschlüsse nachholen. Yeonmi möchte studieren und sie möchte andere Menschen schützen und ihnen helfen.

Ich bin sehr froh, dass die Autorin es geschafft hat ihr altes Leben und all das, was ihr unmenschliches angetan wurde und widerfahren ist, zu verarbeiten und heute eine glückliche Frau zu sein. Sie musste lernen eigenständig zu denken und Freiheit zu leben. Jeder Tag ist ein neue Lektion und Herausforderung. Die Gehirnwäsche, die sie in Nordkorea erfahren hat, kann nicht von heute auf morgen abgeschüttelt werden, vielleicht sogar niemals.

Yeonmi ist eine kleine Person, die Großes geleistet und maximale Stärke und Mut bewiesen hat. Sie hat ihr Schicksal angenommen und zeigt sich in der Öffentlichkeit, hat dieses Buch geschrieben, spricht über ihr Geburtsland und wie Menschen dort leben müssen und versucht der Welt die Augen für das Leid zu öffnen, das tagtäglich in Nordkorea auf der Tagesordnung steht. 

Zum Hörbuch:
Julia Casper leiht der Autorin ihre Stimme. Die mir noch unbekanne Sprecherin beherrschte mühelos die Aussrache aller asiatischen Namen und machte dieses Hörbuch im gesamten zu einem außergewöhnlichen Hörerlebnis. 

Fazit:
Ich habe dieses Buch verschlungen, Angst gehabt und hätte am liebsten die Ohren vor all den schlimmen Sachen verschlossen, die die Autorin hinter sich bringen musste. Ich bin froh, dass Yeonmi den Mut gefunden hat über all das zu sprechen, es in die Welt zu tragen und sich zu öffnen. Es ist wichtig, dass wir anderen erfahren, welches Leid in Nordkorea vorherrscht. Denn dieses Land ist ein blinder Fleck auf der Landkarte. Nur weil wir nichts von den armen Menschen dort hören und sehen, heißt es nicht, dass es sie nicht gibt. Ich wünsche mir sehr, dass auch sie eines Tages frei sein werden, mit dem Körper und dem Geist. 
________________
http://bit.ly/2GQQxcJ

Kommentare: 2
4
Teilen
KrissiGerngelesens avatar

Rezension zu "Meine Flucht aus Nordkorea" von Yeonmi Park

Bewegende Biografie über die Flucht aus Nordkorea
KrissiGerngelesenvor 8 Monaten

Die Autorin beschreibt zunächst ihre Kindheit in Nordkorea und das Leben mit ihrer Familie. Besonders interessant fand ich hierbei, dass sie selbst eigentlich noch zu einer privilegierteren Gruppe in Nordkorea gehörten. Trotzdem sind ihre kämpfen sie ums Überleben und vieles, was Teil unseres Alltags ist, ist ihnen völlig fremd. Immer wieder musste ich mich beim Lesen daran erinnern, dass Yeonmi Park zur gleichen Zeit geboren wurde wie ich, und nicht etwa am Anfang des 20. Jahrhunderts. Auf diese Weise hat es die Autorin sehr eindrücklich geschafft, dem Leser die völlig fremde Lebenswelt Nordkoreas näher zu bringen. Alltägliche Korruption, teilweise unglaubliche Armut und Hunger sowie die absurd anmutende Propaganda zeichnen ein Bild der Gesellschaft in der Diktatur.

Der zentrale Teil des Buches widmet sich dann ihrer Flucht von Nordkorea nach Südkorea. Diese fand nicht, wie man vielleicht meinen könnte, über die direkte Grenze statt. Vielmehr braucht die Familie Jahre, um zunächst nach China und dann irgendwann weiter über die Mongolei nach Südkorea zu fliehen. Dieser Abschnitt war hart zu lesen und kam mir teilweise vor wie Fiktion. Beim Lesen möchte man sich zu gerne in die Vorstellung flüchten, dass das Beschriebene nicht wirklich passiert ist: Menschenhandel, Vergewaltigungen und die ständige Angst vor der Polizei standen für Yeonmi Park und ihre Mutter auf der Tagesordnung. Das hat mich schockiert, aber gleichzeitig bewundere ich auch ihren Mut, ihre Geschichte aufzuschreiben und den Umgang mit ihrer Vergangenheit.

Schließlich geht es auch um die Zeit nach der Ankunft in Südkorea. Das Leben in Freiheit ist für die Autorin und ihre Familie nicht der erhoffte Traum, denn auch hier haben sie mit Ausgrenzung zu kämpfen und müssen sich in eine Gesellschaft einfügen, die ihnen fremd ist. So ähnlich stelle ich mir auch die Probleme von ehemaligen DDR-Bürgern nach dem Mauerfall vor, obwohl die Unterschiede zwischen Nord- und Südkorea natürlich noch viel gravierender sind. Die Parallelen zwischen der deutschen und der koreanischen geteilten Gesellschaft fand ich besonders interessant.

Den Schreibstil von Yeonmi Park habe ich generell aber eher als spannend empfunden. Anders als bei anderen (Auto-)Biografien verfällt sie nicht in ausufernde Beschreibungen, sondern lässt den Leser regelrecht „mitfiebern“, sofern man bei einem wahren Schicksal davon sprechen kann. Insgesamt hat mich das Buch sehr fasziniert, auch wenn einige Abschnitte unangenehm zu lesen waren. Man kann sich kaum vorstellen, unter welchen Bedingungen Menschen in Nordkorea leben, aber auch was sie auf ihrer Flucht erleiden müssen. Einem empfindlichen Leser würde ich hier aber zur Vorsicht raten, manche der Beschreibungen sind nicht leicht zu verdauen. Jedem anderen kann ich das Buch aber nur ans Herz legen. Ich glaube, fast jeder kann hier noch etwas über dieses Land lernen, von dem wir so wenig wissen.

Kommentieren0
0
Teilen
sweetpiglets avatar

Rezension zu "Meine Flucht aus Nordkorea" von Yeonmi Park

Meine Flucht aus Nordkorea
sweetpigletvor 2 Jahren

Schon der Titel verrät worum es geht, und das dieses Buch keine leichte Kost werden wird. Yeonmi wurde in Nordkorea geboren und hat am eigenen Leib erfahren, was es heißt, auf sich selbst gestellt zu sein. In ihrer Autobiografie berichtet sie uns von ihrem Weg heraus aus Nordkorea in das Hoffnungsland Südkorea, um endlich frei sein zu können.
Mit einer fast nüchternen Sprache nimmt uns Yeonmi mit und zeigt uns, wie grauenvoll das Leben in Nordkorea ist. Man muss sich dabei immer vor Augen halten, dass diese junge Frau nicht etwas 70 oder 80 Jahre alt ist, sondern ihre Geschichte ist Brandaktuell. Was sie uns mutig  und ehrlich schildert passiert tatsächlich zur Zeit in Nordkorea, um so grausamer und schockierender wirkt ihre Geschichte auf mich. 
Das Buch ist in drei Teile untergliedert, die sich nach den verschiedenen Stationen von Yeonmi auf ihrer Flucht richten. Zunächst wird ihr Leben in Nordkorea beschrieben, besonders schmerzvoll fand ich hier, dass sie teilweise mit ihrer Schwester wochenlang alleine war, in einem kalten Haus, ohne Essen. Als ihr dann endlich die Flucht nach China gelingt beginnt der zweite Abschnitt des Buches, doch leider bietet auch China keinerlei Hilfe für sie. Habe ich schon bei den Beschreibungen und Erzählungen in Nordkorea "schlucken müssen", so war für mich die Behandlung der Flüchtlinge aus Nordkorea in China umso schrecklicher, wenn man bedenkt, was diese vorher durchgemacht haben. Und selbst als Yeonmi endlich Südkorea erreicht, die Staatsbürgerschaft erhält, und ihr Leben wirklich beginnen kann, geht es ihr immer noch schlecht. Denn selbst wenn sie frei ist, hat sie einfach kein Geld um sich einen gewissen Standard zu leisten, für sie bedeutet es erneut, arbeiten bis zum Umfallen, und das Beste aus sich zu machen.
Ich bewundere Yeonmi Park für ihre ehrlichen Worte in ihrer Autobiografie, sie ist stark und mutig. Ab und an wirkte das Buch unglaublich nüchtern und unnahbar im Schreibstil. Ich vermute aber, dass dies vor allem dadurch entsteht, dass Yeonmi schon selbst früh erkannt hat, dass sie genau das sein muss: unnahbar und verschlossen. Eine wirklich mutige Frau, die uns allen die Augen öffnet, und zeigt, dass wir viel glücklicher mit unserem Leben sein sollten, denn wir sind frei!

Im folgenden noch ein Video, welches der Goldmann Verlag als Trailer zur Verfügung stellt, und in dem sich die wohl bekannteste Rede von Yeonmi Park wiederfindet. 

Fazit: Jeder, wirklich jeder, sollte dieses Buch lesen, um zu verstehen, was es bedeutet, dass wir das Glück haben in unserem Land geboren und aufgewachsen zu sein. Wir sind frei, wenn wir geboren werden, wir dürfen uns frei entfalten, alles werden was wir möchten, und selbstbestimmen. Wir haben Essen, Trinken, Strom und fließendes Wasser. Sollte man jemals an den Punkt kommen, an dem man denkt: "Wieso ist die Welt so unfair zu mir?", dann denkt an die armen Kinder in Nordkorea, die so viel weniger von dieser Welt, von ihrem Leben, haben.

Kommentieren0
2
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 97 Bibliotheken

auf 29 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

von 3 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks