Yiftach Ashkenazy Mein erster Krieg

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Inhaltsangabe zu „Mein erster Krieg“ von Yiftach Ashkenazy

Die sechs Erzählungen, die dieser Band versammelt, sind womöglich noch eindringlicher als Yiftach Ashkenazys erster Roman „Die Geschichte vom Tod meiner Stadt“. Menschen auf dem Sterbebett, böse alte Männer, geschundene Frauen, verunsicherte Soldaten – der junge israelische Autor erzählt vom Leben der Betrogenen und Versehrten auf eine schmerzhaft klare, nichts beschönigende Art, wie es nur ein Menschenfreund vermag – und erzählt damit zugleich die Geschichte und die Gegenwart des modernen Israel. Für alle LeserInnen von Etgar Keret oder Bret Easton Ellis

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  • Rezension zu "Mein erster Krieg" von Yiftach Ashkenazy

    Mein erster Krieg

    dubh

    28. June 2008 um 09:29

    Ein ungewöhnlicher Erzählband, wie ich finde. Yiftach Ashkenazy ist ein junger israelischer Autor (Jahrgang 1980), der ganz offensichtlich stark durch seinen Militärdienst geprägt wurde. Die erste Erzählung des Bandes ist bei weitem die längste - sie umfasst um die 140 Seiten -, die restlichen sind hingegen relativ kurz gehalten. Was allerdings alle Geschichten gemein haben, sind die traumatisierten Menschen, von denen erzählt wird: die Art und Weise der Verletzungen sind in einem Land mit Shoa-Überlebenden, das zudem all die Jahre seiner Existenz im Kriegszustand liegt, sehr vielfältig und es wird nicht nur aus der Sicht von Opfern geschildert, sondern ebenso von denen, die Unglück ausgelöst haben oder solchen, die dem bloß beigewohnt haben. Noch eine Gemeinsamkeit ist die oft rüde Art - oft sogar eine sexuelle Brutalität - in der alles geschildert wird... Die erste Erzählung ist geradezu meisterhaft gestrickt: mehrere Episoden ganz unterschiedlicher Personen fügen sich zu einem ganzen, Menschen streifen sich nur wenige Sekunden in ihrem Leben, kennen sich vielleicht gar nicht, und geben doch den Anlaß zu einer weiteren Erzählung. Manchmal wird eine Frage, die offen geblieben ist, durch eine andere Geschichte später geklärt... Keine Frage, Ashkenazy versteht sein Handwerk, auch wenn es düster, derb und manchmal fast hoffnungslos scheint und einen erschauern lässt. Lediglich für die vielen heftigen, wenn auch alltäglich anmutenden Sexszenen gibt es von mir Abzug. Nicht weil sie ungeschminkt sind, sondern weil sie mir zu oft und manchmal auch um ihrer selbst willen da zu sein scheinen.

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