Yiyun Li

 4.2 Sterne bei 28 Bewertungen
Autorin von Die Sterblichen, Schöner als die Einsamkeit und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Yiyun Li

Die chineisch-amerikanische Autorin Yiyun Li wurde 1972 in Peking geboren und lebt seit 1996 in den USA. Ihre Kurzgeschichten wurden u.a. im New Yorker und in der Paris Review veröffentlicht. Außerdem ist sie Herausgeberin der Literaturzeitschrift "A Public Space". Yiyun Li ist Dozentin für kreatives Schreiben. Ihr aktueller Roman "Schöner als die Einsamkeit" erschien im Herbst 2015 bei Hanser.

Alle Bücher von Yiyun Li

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Die Sterblichen

Die Sterblichen

 (21)
Erschienen am 01.04.2012
Schöner als die Einsamkeit

Schöner als die Einsamkeit

 (2)
Erschienen am 28.09.2015
Tausend Jahre frommes Beten

Tausend Jahre frommes Beten

 (1)
Erschienen am 25.07.2011
A Thousand Years of Good Prayers

A Thousand Years of Good Prayers

 (2)
Erschienen am 03.01.2006
The Vagrants

The Vagrants

 (1)
Erschienen am 05.02.2009
Gold Boy, Emerald Girl

Gold Boy, Emerald Girl

 (0)
Erschienen am 27.09.2011

Neue Rezensionen zu Yiyun Li

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miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "Dear Friend, From My Life I Write to You in Your Life" von Yiyun Li

Yiyun Li - Dear Friend,...
miss_mesmerizedvor 2 Jahren

Yiyun Li has spent two years writing her essay which appeared in the collection I write to you in your life. Topics which affected her as a writer as well as her as a Chinese woman living and working in America. Yet, it is not only theoretical essays on different subjects such as suicide, the role of writers, connection between language and identity etc., it is much more a kind of biography, a very personal insight into Yiyun Li's thoughts and feelings.

Some of her thoughts I found not only remarkable, but they gave me a lot of food for thought. E.g. when she writes that she does not trust her past since her memory could be tainted. It is true, we cannot have something like a neutral remembrance, it is all within. The co text of what was before and what came after. At times, big catastrophes which seem to destroy our lives are considered just minor events a couple of months or years later. So we do not keep the memory of that specific moment but the classification made afterwards.

She also explains the title which is actually a quote from Katherine Mansfield' notebooks. At first, I was wondering about the idea, but slowly I could understand what she was referring to. Of course, as a writer, you aim at entering somebody's life, at being important and relevant for a reader. You also might write to express yourself, but what worth does it have to write something which neither read by anybody nor relevant for anybody?

Her analysis of suicide comes to a convincing conclusion: one never kills oneself from knowledge or understanding, but always out of feelings." (Position480). Since those feelings can never be fully felt by somebody else, so who are we to judge suicide? No matter the individual explanation, it is the person's decision which has to be accepted.

When she reads in other writers' notes, she has the feeling of entering into conversation with them. She enters into others' lives, follows their train of thoughts and in this ways advances herself. Since you can never trust what somebody writes, you can at least build a broader picture of the writer since you can never write without also offering something of yourself

Her most interesting aspect for me, however, was the thoughts on the impact of the language. Yiyun Li writes in English which is not her mother tongue. Yet, this is quite natural for her, she rejects writing in Chinese and does not feel limited by her capacities in English. It is also her relationship with China that forbids her writing in Chinese.

All in all, I have the impression of a very personal book which wants to enter into conversation with the reader. It does not provide definite answers to anything, it raises many questions and thus enters into conversation with you.

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MarinaBs avatar

Rezension zu "Schöner als die Einsamkeit" von Yiyun Li

Entdeckung der Einsamkeit – vom Leben zwischen zwei Welten
MarinaBvor 3 Jahren

Eine ungewöhnliche, faszinierende Lektüre war für mich Yiyun Lis Roman “Schöner als die Einsamkeit”. Ich entdeckte den Roman auf der SWR-Bestenliste und der Titel sprach mich an.
Die Autorin, geboren 1972, wuchs in Peking auf, lebt seit 1996 in den USA und schreibt auch in englischer Sprache. In diesem Roman erzählt sie eine Geschichte, die teils in China, teils in den USA spielt und die ganz genau die Gegensätze der östlichen und der westlichen Lebensart gegenüberstellt. Ich habe bisher, soweit ich mich erinnere, noch keinen Roman eines zeitgenössischen chinesischen Autors gelesen, doch durch Yiyun Li erhielt ich einen kleinen Einblick in chinesische Lebenswelten und in die jüngste Geschichte Chinas.

Im Zentrum der Geschichte steht die Freundschaft dreier Jugendlicher in Peking. Es ist das Jahr 1989, in dem auf dem Tiananmen-Platz der Aufstand von Studenten gewaltsam niedergeschlagen wurde. Die Studentin Shaoai wird aufgrund ihres politischen regierungsfeindlichen Engagements exmatrikuliert. Auf engstem Raum mit ihr und ihren Eltern lebt das 15-jährige Waisenmädchen Ruyu, das nach Peking geschickt wurde, um zur Oberschule gehen und später nach Nordamerika auswandern zu können. Im gleichen Wohnhof leben auch die gleichaltrigen Moran und Boyang, die seit ihrer Kindheit eng befreundet sind. Beide kümmern sich um die sonderbare Ruyu, die sehr verschlossen scheint. Schnell kommt es zu Verstrickungen.
Der Junge Boyang verliebt sich in Ruyu. Die 20-jährige Shaoai begehrt Ruyu ebenfalls. Und Moran, die sich heimlich eine Zunkunft mit Boyang ausgemalt hat, steht dazwischen und möchte es eigentlich nur allen recht machen, ein guter Mensch sein. Als Shaoai vergiftet wird, zwar überlebt, aber lebenslang behindert sein wird, endet die Freundschaft aller abrupt. Die Lebenswege trennen sich. Moran und Ruyu gehen beide unabhängig voneinander in die USA. Beide heiraten und erhalten dadurch die Aufenthaltserlaubnis, die Ehen scheitern. Boyang bleibt in Peking, studiert, wird ein erfolgreicher Geschäftsmann und kümmert sich mit deren Eltern um die pflegebedürftige Shaoai.
Alle verdrängen erfolgreich die Ereignisse, die Umstände der Vergiftung bleiben unklar. Auch der Leser erfährt bis zum Schluss nicht sicher, ob sie sich selbst töten wollte oder ob einer der anderen tatsächlich an den Geschehnissen beteiligt war.

Der Roman beginnt mit dem Tod von Shaoai über 20 Jahre später, den Boyang den ehemaligen Freundinnen schriftlich mitteilt. Erzählt wird in Rückblenden, immer aus einer anderen Perspektive. Alle Beteiligten erhalten eine Stimme. Und beginnen sich langsam mit der Vergangenheit auseinander zu setzen…

“Die Enge des Familienlebens und die Verlässlichkeit des Alleinseins – zu beidem gehörte entweder eine mutige oder eine feige Entscheidung – machten letztlich nur eine kleine Kerbe in die tiefe und verwirrende Einsamkeit, in der jedes menschliche Herz gefangen ist.
Moran wollte jetzt zu ihrer samstäglichen Routine zurückkehren, die der Anruf ihrer Eltern und Boyangs E-Mail gestört hatten, doch die Nachricht von einem Todesfall, irgendeinem Todesfall reichte aus, um die Fadenscheinigkeit eines ruhigen Lebens ans Licht zu bringen.”

Das Ungewöhnliche an diesem Roman ist die überzeugende (manchmal verstörende) Darstellung der starken Distanziertheit, der nach außen gezeigten Gefühllosigkeit der beiden Frauen, vor allem Ruyus, die sich auch im neuen Land kaum auflöst. Hier wird die große Kluft zwischen westlicher und östlicher Welt deutlich. Hier Extrovertiertheit, dort Introvertiertheit. Hier wird sichtbar, wie stark in den USA beispielsweise die Individualität selbstbewusst gelebt wird und wie gewollt zurückgenommen, auf minimale Bedürfnisse Ruyus Leben eingeschränkt bleibt. Keine der Lebensformen kann vor Einsamkeit schützen. Und die Einsamkeit, selbst gewählt oder ungewollt, bleibt letztlich das große Thema des Romans…

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Gruenentes avatar

Rezension zu "Die Sterblichen" von Yiyun Li

alle sind sterblich
Gruenentevor 3 Jahren

Es ist Frühlingsanfang in einer chinesischen Provinzstadt im Jahre 1979. Eigentlich eine schöne Zeit. Shan, Tochter von Lehrer Gu und seiner Frau soll heute hingerichtet werden.

Shan war eigentlich eine sehr linientreue Jugendliche. Doch später entwickelte sie sich zur „unbußfertigen Konterrevolutionärin“. 10 Jahre Gefängnis liegen schon hinter ihr, mit einem erneuten Verfahren wurde die Todesstrafe verhängt. Lehrer Gu muss sogar die Kugel, die das Leben der einzigen Tochter beendet aus eigener Tasche zahlen.

Trauer, Abschied und sogar eine Beerdigung sind verboten. Stattdessen gibt es z.B. eine „Denunziationszeremonie“, in der die Delinquentin dem Volk präsentiert wird.

Total grotesk! Vor allem, da die Taten, die Shan während der Linientreue verübte, nach unseren Maßstäben wesentlich schlimmer waren. So hat sie z.B. eine Schwangere getreten. Das Kind, das danach geboren wurde, Nini, war verkrüppelt. Heute lebt Nini, inzwischen 12 Jahre alt, mit ihren vielen jüngeren Schwestern und den Eltern beengt in einer kleinen Wohnung und ist dort die Magd für alle.

Weitere Hauptpersonen sind die Rundfunksprecherin Kai, das Müllsammlerehepaar Hua, der einfältig wirkende Bashi und der kleine Tong, des einziger Freund sein kleiner Hund Ohr ist.

Alle leben in einer kleinen Stadt, in einer entlegenen chinesischen Provinz. Und alle Schicksale werden in dem Buch fein miteinander verknüpft.

Kai, mit einem hochgestellten, sie verehrenden Mann, verheiratet, langweilt sich und sucht die Nähe zu antikommunistischen Vereinigungen.

Das Ehepaar Hua lebte lange Zeit auf der Straße und sammelte neben Müll auch Kinder auf, die oft als Säugling (natürlich alles Mädchen) auf der Straße abgelegt wurden. 

Bashi, der Sohn eines Helden, und als solcher ein gutes Leben genießend ohne arbeiten zu müssen, ist eine Art einfältiger Philosoph, und möchte unbedingt mal ein nacktes Mädchen sehen.

Während Tong, der auf dem Land bei seinen Großeltern aufwuchs, seit einiger Zeit bei seinen Eltern lebt um die Schule besuchen zu können. Im Stadtleben gibt ihm nur sein Hund Ohr Geborgenheit. Doch Ohr verschwindet eines Tages. Auf der Suche nach dem Hund begegnet Tong Bashi, folgt ihm zu einer Versammlung und verändert dadurch sein ganzes Leben.

Alle Protagonisten kreuzen die gegenseitigen Lebenswege.

Es gibt immer wieder sehr poetische Passagen, doch meistens ist das Buch eher hart und unprätentiös. Das geschilderte Leben ist für uns Westler unvorstellbar. Manchmal gilt das auch für die Protagonisten selbst:

Es handelt sich um eines dieser Bücher, bei denen ich dauernd denke: man, was habe ich es gut!

Alles sehr tragisch und grausam. Trotzdem blitzt auch immer wieder Humor auf.

Zum Beispiel in dieser Beschreibung eines Restaurants:

Die Gerichte waren fettig, stark gewürzt und überteuert, wie es von Restaurants erwartet wurde.

Geht es eigentlich fast allen in diesem Buch schlecht, so gibt es eine Gruppe, die am schlimmsten dran ist. Mal wieder die Frauen. Sie sind die Rechtlosen unter den Unterdrückten. Nach außen herrscht zwar Emanzipation. In den Familien werden die Frauen weiterhin wie Sklaven behandelt und lassen sich das wie selbstverständlich gefallen.

Dieses Buch ist bittersüß. Bitter, wegen der Unglaublichkeit der Vorgänge. Süß, weil es doch immer wieder Menschlichkeit, Liebe und Poesie gibt.

Ausführlicher hier:
http://leckerekekse.de/wordpress/die-sterblichen/

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Zusätzliche Informationen

Yiyun Li wurde am 04. November 1972 in Peking (China) geboren.

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