Yiyun Li Schöner als die Einsamkeit

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Inhaltsangabe zu „Schöner als die Einsamkeit“ von Yiyun Li

Peking, Ende der achtziger Jahre: Drei ungleiche Freunde wachsen im gleichen Häuserblock auf. Ruyu, ein streng katholisch erzogenes Waisenmädchen aus der Provinz, und die wohlhabenden, aber vernachlässigten Boyang und Moran. Doch als eine weitere Freundin, Shaoai, vergiftet wird und ins Koma fällt, geht ihre Freundschaft auseinander. Shaoai hatte mit dem Tiananmen-Aufstand sympathisiert, der Vorfall wird nicht geklärt. Boyang macht danach im modernen China als Geschäftsmann Karriere und bleibt doch ähnlich heimatlos wie Ruyu und Moran nach ihrer Emigration in die USA. Als nach zwanzig Jahren die Nachricht vom Tod Shaoais kommt, holt sie alle die verdrängte Vergangenheit wieder ein.

Mit einem klaren, unaufgeregten Schreibstil und einem besonderen Blick für's Detail zeichnet Yiyun Li ein eindrucksvolles Porträt Chinas.

— Lisaliest86
Lisaliest86

Ungewöhnlich und faszinierende Lektüre aus einer fernen Welt!

— MarinaB
MarinaB

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  • Entdeckung der Einsamkeit – vom Leben zwischen zwei Welten

    Schöner als die Einsamkeit
    MarinaB

    MarinaB

    02. January 2016 um 17:34

    Eine ungewöhnliche, faszinierende Lektüre war für mich Yiyun Lis Roman “Schöner als die Einsamkeit”. Ich entdeckte den Roman auf der SWR-Bestenliste und der Titel sprach mich an. Die Autorin, geboren 1972, wuchs in Peking auf, lebt seit 1996 in den USA und schreibt auch in englischer Sprache. In diesem Roman erzählt sie eine Geschichte, die teils in China, teils in den USA spielt und die ganz genau die Gegensätze der östlichen und der westlichen Lebensart gegenüberstellt. Ich habe bisher, soweit ich mich erinnere, noch keinen Roman eines zeitgenössischen chinesischen Autors gelesen, doch durch Yiyun Li erhielt ich einen kleinen Einblick in chinesische Lebenswelten und in die jüngste Geschichte Chinas. Im Zentrum der Geschichte steht die Freundschaft dreier Jugendlicher in Peking. Es ist das Jahr 1989, in dem auf dem Tiananmen-Platz der Aufstand von Studenten gewaltsam niedergeschlagen wurde. Die Studentin Shaoai wird aufgrund ihres politischen regierungsfeindlichen Engagements exmatrikuliert. Auf engstem Raum mit ihr und ihren Eltern lebt das 15-jährige Waisenmädchen Ruyu, das nach Peking geschickt wurde, um zur Oberschule gehen und später nach Nordamerika auswandern zu können. Im gleichen Wohnhof leben auch die gleichaltrigen Moran und Boyang, die seit ihrer Kindheit eng befreundet sind. Beide kümmern sich um die sonderbare Ruyu, die sehr verschlossen scheint. Schnell kommt es zu Verstrickungen. Der Junge Boyang verliebt sich in Ruyu. Die 20-jährige Shaoai begehrt Ruyu ebenfalls. Und Moran, die sich heimlich eine Zunkunft mit Boyang ausgemalt hat, steht dazwischen und möchte es eigentlich nur allen recht machen, ein guter Mensch sein. Als Shaoai vergiftet wird, zwar überlebt, aber lebenslang behindert sein wird, endet die Freundschaft aller abrupt. Die Lebenswege trennen sich. Moran und Ruyu gehen beide unabhängig voneinander in die USA. Beide heiraten und erhalten dadurch die Aufenthaltserlaubnis, die Ehen scheitern. Boyang bleibt in Peking, studiert, wird ein erfolgreicher Geschäftsmann und kümmert sich mit deren Eltern um die pflegebedürftige Shaoai. Alle verdrängen erfolgreich die Ereignisse, die Umstände der Vergiftung bleiben unklar. Auch der Leser erfährt bis zum Schluss nicht sicher, ob sie sich selbst töten wollte oder ob einer der anderen tatsächlich an den Geschehnissen beteiligt war. Der Roman beginnt mit dem Tod von Shaoai über 20 Jahre später, den Boyang den ehemaligen Freundinnen schriftlich mitteilt. Erzählt wird in Rückblenden, immer aus einer anderen Perspektive. Alle Beteiligten erhalten eine Stimme. Und beginnen sich langsam mit der Vergangenheit auseinander zu setzen… “Die Enge des Familienlebens und die Verlässlichkeit des Alleinseins – zu beidem gehörte entweder eine mutige oder eine feige Entscheidung – machten letztlich nur eine kleine Kerbe in die tiefe und verwirrende Einsamkeit, in der jedes menschliche Herz gefangen ist. Moran wollte jetzt zu ihrer samstäglichen Routine zurückkehren, die der Anruf ihrer Eltern und Boyangs E-Mail gestört hatten, doch die Nachricht von einem Todesfall, irgendeinem Todesfall reichte aus, um die Fadenscheinigkeit eines ruhigen Lebens ans Licht zu bringen.” Das Ungewöhnliche an diesem Roman ist die überzeugende (manchmal verstörende) Darstellung der starken Distanziertheit, der nach außen gezeigten Gefühllosigkeit der beiden Frauen, vor allem Ruyus, die sich auch im neuen Land kaum auflöst. Hier wird die große Kluft zwischen westlicher und östlicher Welt deutlich. Hier Extrovertiertheit, dort Introvertiertheit. Hier wird sichtbar, wie stark in den USA beispielsweise die Individualität selbstbewusst gelebt wird und wie gewollt zurückgenommen, auf minimale Bedürfnisse Ruyus Leben eingeschränkt bleibt. Keine der Lebensformen kann vor Einsamkeit schützen. Und die Einsamkeit, selbst gewählt oder ungewollt, bleibt letztlich das große Thema des Romans…

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