Cover des Buches Neunzehn, einundzwanzig 01 (ISBN: 9783842011687)
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Rezension zu Neunzehn, einundzwanzig 01 von Yohan

Kein Kind mehr, aber trotzdem nicht erwachsen...

von Lena_AwkwardDangos vor 8 Jahren

Rezension

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Lena_AwkwardDangosvor 8 Jahren
Neunzehn, Einundzwanzig ist der erste koreanische Manwha, den ich mir gekauft habe, und ist in zwei Bänden abgeschlossen. Da der Manwha vollständig koloriert ist und es im Internet viele positive Meinungen zu dieser Reihe gibt, weckte er mein Interesse und wanderte prompt in meinem Regal. Zeit, diesem Titel auf den Zahn zu fühlen! ;)

Cover & Ausstattung

Der Manwha ist im Großformat und vollständig in Farbe erschienen. Das Cover ist matt mit Spotlack und in Pastellfarben gehalten, die an Wasserfarben erinnern und auch auf dem Backcover ist ein schönes Motiv mit einem rosa Kirschbaum zu sehen. Für 14,00€ scheint er zwar zunächst etwas teuer, ist sein Geld aber allemal Wert, denn für einen so dünnen Manwha ist er erstaunlich schwer, was an der guten Qualität des semi-glänzenden Papiers liegen muss (übrigens ein sehr hübsches und hochwertiges Papier, wenn man auf so was achtet). Außerdem ist in der ersten Auflage eine hübsche ShoCo Card aus der I-Love-Shojo-Aktion des Tokyopop Verlages enthalten.

Inhalt


Ein Autounfall hat Yuni zwei Jahre ihres Lebens gestohlen. Sie ist nun einundzwanzig, muss aber noch immer zur Schule. Es sind die Straßenkatzen, die ihr Trost spenden. Beim Füttern trifft sie eines Tages den neunzehnjährigen Donghi, der an demselben Punkt im Leben steht wie sie. Gemeinsam beschließen sie, sich um die Streuner zu kümmern. Doch wer kümmert sich um die beiden verlorenen Seelen zwischen Kindheit und Erwachsensein, die nicht so recht wissen, wohin sie ihr Leben führt? (Quelle: Tokyopop)
Viel Story gibt es eigentlich nicht. Im Großen und Ganzen geht es um zwei Juegendiche, die sich beim Katzen füttern kennenlernen und beide nicht wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Sie beschäftigen sich mit den Straßenkatzen und wollen sich schließlich für sie einsetzen. Klingt langweilig? Ist es aber nicht! Denn die Story dreht sich auch ums Erwachsenwerden und darum, seinem Leben einen Sinn zu geben. Es passiert eigentlich nicht viel und die Autorinnen Yohan und Zhena trumpfen nicht mit großartigen Kämpfen, überzogenen Comedy-Einlagen oder der bevorstehenden Vernichtung der Menschheit auf und doch ist die Geschichte um Yuni und Donghi spannend, weil sie sehr gefühlvoll und tiefgründig erzählt wird - melancholisch trifft es wohl am meisten. Ich hätte niemals gedacht, dass mich ein Manwha über die Rettung von streunenden Katzen derart für sich einnehmen könnte.

Charaktere


Charaktere gibt es eigentlich nur drei: Yuni, Donghi und den tierlieben Eigentümer eines Cafés, die sich untereinander sehr gut verstehen und gegenseitig helfen.
Yuni hat durch einen Unfall zwei Jahre ihres Lebens verloren und muss weiterhin zur Schule gehen, weshalb sie am Anfang des Manwhas hoffnungslos und ohne jegliche Lebensfreude scheint. Als sie jedoch den lebensfrohen Donghi kennenlernt, ändert sich ihre Grundstimmung nach und nach und sie beginnt, den Jungen und die Kätzchen ins Herz zu schließen. Ich konnte mich mit Yuni und ihren Gedankengängen sehr gut identifizieren, da auch ich gesundheitsbedingt mein letztes Schuljahr wiederholen muss und mir auch Gedanken um mein späteres Leben als (hoffentlich) eigenständige Erwachsene mache.
Über Donghi weiß man noch nicht so viel, außer dass er sowohl fröhlich und albern als auch ein ernsthafter Zuhörer sein kann, der Yuni die Freude wiedergibt und sich rührend um die Katzen kümmert. Außerdem verliebt er sich nach kurzer Zeit in Yuni, was mir aber von Anfang an klar war. :D
Der Betreiber des Cafés (dessen Name mir leider entfallen ist) ist "nur" eine der Nebenfiguren der Geschichte, aber zugleich die wichtigste und einzige, dessen Namen man kennt. :D Er liebt Katzen und duldet sie auch in seinem Café und fungiert als Berater und guter Freund für die beiden Hauptcharaktere. Mit ihm kommt es öfter mal zu lustigen Situationen und ich mag ihn sehr.

Panels: Zeichnungen & Texte


Anders als einen japanischen Manga liest man diesen ehemaligen Webcomic in westlicher Leserichtung, wie es auch für Korea üblich ist. Das war zwar etwas gewöhnungsbedürftig und ich musste bei den Sprechblasen immer umdenken, damit ich sie nicht in falscher Reihenfolge lese, aber insgesamt gar kein Problem. Wie bereits erwähnt, ist Neunzehn, Einundzwanzig vollständig in Farbe. Wie auf dem Cover sind diese sehr frisch, pastellig und angenehm (nicht schrill) gehalten. Zudem erinnern sie an die Jahreszeit, in der der Manwha spielt - den Frühling. Auch die Zeichnungen sind wunderschön, besonders die Katzen und Blumen/ Bäume sind sehr detailliert und naturgetreu gezeichnet und schön anzusehen. Jedes der sieben Kapitel ist nach einer bestimmen Blume benannt, die in dem Monat blüht, in dem das Kapitel spielt. Die Blumen und ihre Bedeutung werden dann als Trennseiten zwischen den Kapiteln abgebildet, was ich als eine sehr schöne Idee empfand. Die Dialoge sind insgesamt sehr flüssig geschrieben und passen zur Altersgruppe der Protagonisten. Fehler oder Ähnliches sind mir keine aufgefallen.

Fazit


Insgesamt mal eine etwas andere Lektüre, die aber auf keinen Fall unterschätzt werden sollte! Alleine die hübschen Zeichnungen sind einen Blick wert. Wer auf nachdenklich machende Mangas (oder Kätzchen) steht, sollte auf jeden Fall mal einen Blick in Neunzehn, Einundzwanzig werfen und sich selbst ein Bild von diesem schönen Werk machen. :) Ich freue mich schon sehr auf den Abschlussband!
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