Yoko Ogawa Das Museum der Stille

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Inhaltsangabe zu „Das Museum der Stille“ von Yoko Ogawa

Der Zauber der Erinnerung Ein junger Mann kommt in ein abgelegenes Dorf in der Provinz. Unter Anleitung einer alten Dame soll er dort ein Museum einrichten, das eine Sammlung von Alltagsgegenständen beherbergt. Alle Gegenstände wurden von der alten Dame gestohlen, um die Erinnerung an eben erst verstorbene Dorfbewohner zu bewahren. Schon bald wird er von der alten Dame gedrängt, sich selbst auf die Suche nach Erinnerungsstücken zu machen. Als dann jedoch eine junge Frau ermordet wird und man den jungen Mann am Tatort beobachtet, gerät er unter Verdacht, die Tat begangen zu haben. Mit ihrer poetischen, suggestiven Sprache hat Yôko Ogawa einen faszinierenden Roman geschrieben, in dem die Grenzen zwischen Realität und Imagination verschwimmen und der Leser entführt wird in eine Welt voller Geheimnisse. „Sinnlich und kurios wie Murakami. Wunderbar!“ Stern „Ogawa lässt eine berückend schöne Welt entstehen.“ kulturSPIEGEL „Ein wunderbares, ein poetisches Buch.“ WDR „Yôko Ogawa verfügt über eine wunderbare Sprache.“ FAZ „Die Japanerin Yôko Ogawa schreibt so poetisch und konkret, so fremd und vertraut, dass ihr Werk ein kleines Wunder an Widersprüchlichkeit ist." Brigitte

Etwas ganz anderes, das eine wirklich eigenartigen, doch befriedigende Stimmung erzeugt.

— Jeni

Eine etwas andere Art von Museum, das seinen Museumsexperten nicht loslässt.

— Bibliomania

Kurios

— Marie1971

Hat einen gewissen Charme und Zauber, war leider aber nicht ganz mein Geschmack

— Birgit-B

Alltagsthemen und zwischenmenschliche Beziehungen umgeben von einer zarten Mystik.

— Navi_M_Gray

Wunderschöne Geschichte über das Vergessen. Absolut empfehlenswert!

— Hackuchan

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  • Das Museum der Toten

    Das Museum der Stille

    Bibliomania

    21. February 2017 um 17:36

    Das Museum der Toten wäre für mich ein passenderer Titel gewesen. Aber wer würde schon ein Museum mit diesem Titel besuchen wollen? Zuletzt las ich von Yoko Ogawa "Schwimmen mit Elefanten", aber weil ich den einen Aspekt daran bis heute sehr eklig fand, konnte ich mich lange nicht überwinden. Dieses Buch hat mich mit Ogawa wieder versöhnt. Dennoch ist es nicht mal ansatzweise so wie Murakami, der ein Meister in meinen Augen ist, wie es der Stern auf dem Cover behauptet. Ein junger Mann kommt in ein abgelegenes Dorf, um für eine alte Frau ein Museum zu entwickeln. Die Krux ist: Es wird ein Museum mit Andenken an gestorbene Dorfbewohner. Da die Alte ja nicht jeden kannte, hat sie sich die "Erinnerungsstücke" allzu oft illegal erschlichen und nun soll auch der Museumsexperte neue Exponante stehlen. Die Geschichte plätschert erst so vor sich hin und man weiß gar nicht, worauf das ganze hinausläuft. Der Museumsexperte ist ein gewissenhafter Mann und hat sofort meine Sympathie, ebenso wie das Mädchen, das ihm stets zur Seite steht und hilft, wo sie nur kann. Auch der Gärtner des wirklich großen Anwesens wird ein Freund des jungen Mannes, ebenso wie des Gärtners Frau, die als Haushaltshilfe der Alten eingestellt ist. Eine nette, kleine überschaubare Welt. Das Ende hat mich dann doch schockiert und ich hätte mir ein anderes gewünscht, finde aber dennoch, dass Ogawa ein gutes Ende gewählt hat. Eine gewissen Kuriosität bleibt, möchte ich aber nicht weiter erläutern, um nicht zu viel zu verraten. Auf jeden Fall lese ich jetzt definitiv wieder mehr von ihr.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 24.09.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   239 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  646 Punkte Beust                                          ---   302 Punkte Bibliomania                               ---   201 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  397,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 253 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   130,5 Punkte Code-between-lines                ---  136 Punkte eilatan123                                 ---   53 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   168 Punkte Frenx51                                     ---  82 Punkte glanzente                                  ---   82 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   157 Punkte Hortensia13                             ---   130 Punkte Igelchen                                    ---   25 Punkte Igelmanu66                              ---  178 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   122 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   78 Punkte Katykate                                  ---   110 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   142 Punkte Kuhni77                                   ---   114 Punkte KymLuca                                  ---   103 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   259 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   226 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   92 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  131 Punkte Nelebooks                               ---  235 Punkte niknak                                       ----  285 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   213 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   115 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 65 PunkteSandkuchen                              ---   205 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   178 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   279 Punkte SomeBody                                ---   178,5 Punkte Sommerleser                           ---   198 Punkte StefanieFreigericht                  ---   213,5 Punkte tlow                                            ---   149 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   61 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   179 Punkte Yolande                                       --   171 Punkte

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  • Speziell

    Das Museum der Stille

    Marie1971

    23. June 2016 um 17:06

    Ein junger Mann wird bei einer alten, skurielen Dame als Museumsverwalter eingestellt. Bei den Exponaten handelt es sich um ganz spezielle Gegenstände, nämlich die von gerade verstorbenen Dorfbewohnern. Yoko Ogawa hat mich mit ihren Büchern bisher verzaubert. Jedoch hat mich dieses Buch in seiner Gesamtheit nicht erreichen können. Erst nachdem ich es gelesen hatte haben sich manche Elemente zusammengefügt. Jedoch gibt es zuviele Ideen die mir eigentlich überflüssig erscheinen. Auch wenn die Hauptidee des Ganzen, nämlich jeden Menschen durch Erinnerungen an ihn unsterblich werden zu lassen, verzaubert. Die Hälfte der Elemente, besser entwickelt und tiefgründiger erzählt, hätten dieses Buch sicherlich zu einem weiteren kleinen Schatz gemacht, in der Reihe so wunderbarer japanischer Künstler des Erzählens. Der Vergleich mit Murakami kann man, meiner Meinung nach, bei diesem Buch leider nicht aufrecht erhalten.

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  • Wunderbar subtile Erzählweise...

    Das Museum der Stille

    Navi_M_Gray

    14. September 2015 um 14:43

    Yoko Ogawa, in der Schweiz recht unbekannt, doch setze ich alles daran, unsere Kundschaft für die Autorin aus Japan zu begeistern, deren Bücher dergestalt umwerfend sind, dass sie mit keinem Autoren vergleichbar sind. Ogawa's Romane handeln immer von zwischenmenschlichen Beziehungen, alltäglichen Problemen, Schicksalsschlägen und alles immer umgeben von jener zarten Mystik, wie nur Ogawa sie beschreiben kann. Ihre wunderbar subtile Erzählweise wird durch die deutsche Übersetzung noch unterstrichen. Bereits Das Geheimnis der Eulerschen Formel war magisch. Ein junger Mann kommt in ein Dorf, wo er ein Dorfmuesuem einrichten soll. In jenem Museum soll die Sammlung einer alten Dame ausgestellt werden, welche sich dem Mann gegenüber erst schrullig gibt. Die Enkeltochter der alten Dame ist jedoch aufgeschlossen, offen und äusserst freundlich. Um die Erinnerungen an verschiedene Dorfbewohner zu bewahren, werden die Ausstellungsstücke noch vor Eröffnung des Museums gestohlen. Die Enkeltochter der alten Dame wird angefahren und liegt im Krankenhaus. Als er dann beginnt, nachzuforschen, was mit den Ausstellungstücken passiert ist, wird eine Frau ermordet und er, als Auswärtiger, gilt als Hauptverdächtiger... Sprachlich, wie immer wunderbar, dezent, schön.

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  • Schöner Roman, leider mit ein paar Schwachstellen

    Das Museum der Stille

    HarIequin

    01. January 2014 um 20:55

    „Für jedes Menschenleben, so unbedeutend es auch gewesen sein mag, gibt es ein Erinnerungsstück“ (Seite 290)Aufgabe des namenlosen Protagonisten ist es eben jene Erinnerungsstücke zu sammeln, zu archivieren und die Geschichte dahinter niederzuschreiben. Seine Auftraggeberin ist eine alte Frau, die ihr Leben lang selbst die Erinnerungsstücke der Dorfbewohner klaute und daraus nun ein Museum machen will. Unterstützt wird er dabei von der Tochter der alten Dame und dem Gärtner, in denen er schnell Freunde findet. Doch dann besorgt er sich persönliche Dinge von kürzlich ermordeten Frauen und gelangt so selbst als Verdächtiger ins Visier der Polizei. Wenn der Stern schreibt, dass dieser Roman „Sinnlich und kurios wie Murakami“ sei, sind meine Erwartungen natürlich hoch. Sprachlich ist das Buch wirklich etwas ganz besonderes. Yoko Ogawa schafft es mit einer Leichtigkeit, ihre Sätze schlicht und unaufgeregt zu gestalten und trotzdem eine große Poesie und Bildhaftigkeit darin einzubauen. Man wird als Leser in einen Kokon gehüllt und für kurze Zeit existiert nur noch diese Welt. Die Figuren (allesamt namenlos) sind sehr liebenswert und verschroben – so muss das Mädchen beispielsweise ihre Klamotten falsch herum tragen, weil es so im Almanach steht. Alles ist irgendwie kurios und trotzdem fügt es sich wunderbar mit der Realität zusammen. Es ist eine ganz eigene Welt und diese ist leise und schön.Leider haben für mich manche Szenen das Buch ein bisschen kaputt gemacht, weil ich sie irgendwie eklig fand. Natürlich ist das Sache der Autorin, wie sie ihr Buch gestaltet, aber ich möchte wirklich nicht lesen, wie sich jemand Abszesse aufkratzt und den Eiter am nächstbesten Gegenstand abschmiert – und das und ähnliches alle paar Seiten wieder. Auch fand ich es im Mittelteil etwas zu langatmig, wobei es gegen Ende wieder an Fahrt aufnahm. Die Sache mit dem Mordverdacht war eher nebensächlich und bis jetzt habe ich die Handlungen des Protagonisten nicht nachvollziehen können – er hätte den Verdacht so einfach von sich abbringen können, indem er das Museum erwähnt, aber diese Idee kam irgendwie nie auf? Auch das Ende war für mich unverständlich und hat mich unzufrieden zurück gelassen. Insgesamt erfährt man einfach zu wenig über die Gedanken der Personen und den Beziehungen untereinander, was bei mir leider an manchen Stellen für Verwirrung gesorgt hat. Ich vergebe 3,5 Sterne; für die Sprache und das wunderschöne Cover runde ich noch auf 4 auf. Vielleicht habe ich mir zu viel erwartet, gerade nach dem Vergleich mit Murakami und meiner Begeisterung für „Das Geheimnis der Eulerschen Formel“. Lesenswert ist das Buch trotzdem und ich möchte auf jeden Fall noch mehr von der Autorin lesen, aber nochmal brauche ich „Das Museum der Stille“ momentan nicht.

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  • Ogawa hat hier wieder ein poetisches Meisterwerk geschrieben.

    Das Museum der Stille

    Aygen

    30. December 2013 um 17:10

    Klappentext: Ein junger Mann kommt in ein abgelegenes Dorf in der Provinz. Unter Anleitung einer alten Dame soll er dort ein Museum einrichten, das eine Sammlung von Alltagsgegenständen beherbergt. Alle Gegenstände wurden von der alten Dame gestohlen, um die Erinnerung an verstobene Dorfbewohner zu bewahren. Schon bald wird er von der alten Dame gedrängt, sich selbst auf die Suche nach Erinnerungsstücken zu machen. Als dann jedoch eine junge Frau ermordet wird und man den jungen Mann am Tatort beobachtet, gerät er unter Verdacht, die Tat begangen zu haben. "Was ich im Auge habe, ist ein grandioses, bedeutungsvolles Museum, das einzigartig ist und das ein Grünschnabel wie Sie sich gar nicht vorstellen kann. Und wenn Sie einmal angefangen haben, unterstehen sie sich, mittendrin aufzuhören!." Zitat Seite 13 Meine Gedanken zu dem Buch: Die Geschichte „Das Museum der Stille“ ist im positiven Sinne schwer zu beschreiben. Für alle die bereits Werke der Autorin kennen, wissen was ich meine. Nicht die Handlung der Geschichte an sich ist ausschlaggebend, sondern das ganze Geschehen und die Beschreibung der Protagonisten. Wer die Autorin noch nicht kennt, wird nach dem ersten gelesenen Roman sicherlich zum Nächsten greifen und sich, wie ich auch, vertraut und verzaubert fühlen. Die Autorin greift hier nach ihrem bereits bekannten Muster. Die Protagonisten werden detailliert in ihren Charakterzügen und Mimiken beschrieben aber dennoch nicht benannt. Aber die Namenlosen wirken so vertraut und irgendwie auch auf ihre Art so gewöhnlich, dass man erst am Ende feststellt, dass man hier die ganze Zeit von einem Jungen, dem Gärtner, einer alten Greisin und einem Mädchen gelesen hat, deren Existenz sich ausschließlich an den überaus auffälligen Charakterzügen einen Platz in der Geschichte fest machen und so auch in unseren Köpfen. Sie verzichtet ebenso auf Ortsnamen. Man befindet sich also in einem kleinen malerischen Ort, mit einem wunderschönen Marktplatz, in dem alljährlich zudem ein besonderes Baseballspiel stattfindet, weiß aber dennoch nicht, wie diese Stadt heißt oder in welchem Land wir uns befinden. Anfänglich etwas befremdlich aber für Ogawa Leser bereits gewohnt und schön. "An allen Gegenständen waren Zettel mit dem Namen und Todestag ihres Besitzers befestigt, aber da die meisten davon zerrissen waren oder die Schrift nicht mehr zu entziffern war, half mir das wenig." Zitat Seite 55 Die Geschichte entwickelt sich langsam, mit der Anreise eines jungen Mannes, der einen Auftrag zur Gründung eines Museums angenommen hat. Zu Beginn seiner Reise, geht er noch von einer ihm bereits bekannten Auftragslänge von ein paar Wochen aus. Angekommen erfährt er erst, dass es sich hierbei nicht um alte, geschichtliche Exponate handelt, sondern um gestohlene Gegenstände. Die Meisterdiebin ist allerdings eine kratzbürstige, direkte, unhöfliche und teilweise eklige alte Greisin, deren Umgangsformen wirklich zu Wünschen übrig lassen. Der junge Mann erlernt somit ihm bisher eine unbekannte Art und Weise, um an Ausstellungsstücke für ein Museum zu kommen. Die Geschichte wird aus Sicht des jungen Mannes erzählt und man begleitet ihn auf seinen teils makaberen Aktionen bei Tag und Nachtzeit. Als es jedoch darum geht, einen Gegenstand aus der Wohnung einer getöteten jungen Frau zu holen, gerät der junge Mann unter Mordverdacht. Die Entwicklung der Geschichte nimmt erst hier an Spannung an und verliert dennoch nicht an poetischem Einfluss. Mit Krimitypischen Passagen im letzten Drittel entwickelt die Geschichte jedoch ein ungewohntes aber bedeutendes Ende. Die Covergestaltung wirkt harmonisch und strahlt Ruhe aus. Dem Titel entsprechend die „Stille“. Ein Ogawa Leser wird auch hier wieder voll auf seine Kosten kommen und sich in der wunderschönen klaren und doch poetischen Sprache verlieren. Für alle die noch nichts von der Autorin gelesen haben, sei gesagt: Wer Poesie, Wortwitz, Sarkasmus und eine besondere Stille in Büchern liebt, wird den Schreibstil der Autorin lieben. "In dem Moment jedoch, als ein Schatten darauf fiel, hob sich jedes zeichen vom gelben Messing ab und zog uns in seinen unentrinnbaren, ernsten Bann. Zitat Seite 210 Kurz & gut – mein persönliches Fazit: Yoko Ogawa hat einen einzigartigen Schreibstil. Entweder man mag ihn oder nicht. Sie versteht es, selbst sarkastische, brutale oder komische Situationen auf eine poetische und beflügelte Art zu umschreiben, wie es sehr wenige beherrschen. Nachdem ich so vom Roman „Das Geheimnis der Eulerschen Formel“ begeistert war, musste ich auch dieses Buch lesen. Sie ist sich definitiv treu geblieben und obwohl die Geschichte komplett anders als erwartet endet, entdecken wir hier die klare Struktur und den so bekannten Schreibstil der Autorin ab der ersten Zeile. Eine wunderbare Autorin, die es immer wieder schafft aus einer anfänglich unbedeutsamen Geschichte und alltäglichen Handlung ein poetisches Meisterwerk zu zaubern. © Rezension 2013 Aygen (AE)buecherkaffee.blogspot.de

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  • Buchverlosung zu "Das Haus der verlorenen Düfte" von Melisse J. Rose

    Das Haus der verlorenen Düfte

    aufbauverlag

    Ihr seid auf der Suche nach schöner & spannender Urlaubslektüre? Da haben wir was für Euch! Wir brauchen in unseren Verlagsräumen Platz für das neue Herbstprogramm und haben noch 13 Exemplare vom wunderbaren Roman »Das Haus der verlorenen Düfte« von Melisse J. Rose gefunden, die wir an dieser Stelle gern verlosen möchten. Verratet uns bis einschließlich 8. Juli, zu welchem Titel/ welchen Titeln unserer aktuellen Herbstprogramms ihr Euch eine Leserunde wünscht und warum? Wir sind gespannt auf Eure Anregungen und wünschen vorab schon mal viel Glück für die Verlosung! Brit vom Aufbau Verlag

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  • Rezension zu "Das Museum der Stille" von Yoko Ogawa

    Das Museum der Stille

    dzaushang

    13. September 2009 um 10:37

    "Wenn ein Mensch stirbt, muß man ein Andenken an ihn beschaffen. Ganz gleich, wie bedeutungslos dieser Mensch war, ganz gleich, wo so ein Erinnerungsstück versteckt liegt - ohne Ausnahme. Das ist Ihre Aufgabe. Und Sie werden sich nicht davor drücken" Mit diesem Auftrag sieht sich ein junger Mann konfrontiert, der eines Tages in ein abgelegenes Dorf kommt. Besessen sammelt dort eine alte Frau schon über ihr ganzes Leben hinweg solche "Erinnerungsstücke", auf nicht immer legale Weise, von den Verstorbenen in ihrem Dorf und lagert sie dann gedankenlos in einer Abstellkammer. Am Ende ihres Lebens macht sie sich auf die Suche nach einem Museumsexperten, jenem jungen Mann, der diese Sammlung archivieren und in einem eigens dafür zu errichtenden Museum ausstellen soll - einem "Museum der Stille". Zu seinen Aufgaben soll es auch gehören neue Stücke der Sammlung, auch nicht immer legal, hinzuzufügen, denn die Auftraggeberin kann diesen Teil der Arbeit altersbedingt nun nicht mehr erledigen, und es sterben immer wieder Leute im Dorf. Wäre es bei dieser an sich schon sehr skurilen Idee für eine Geschichte geblieben und hätte Ogawa diesen Handlungsstrang nur konsequenter und tiefgründiger ausgearbeitet, der Roman hätte für mein Empfinden deutlich mehr Gewicht gehabt. Leider fügt sie aber noch weitere Handlungsstränge hinzu, unter anderem eine Kriminalgeschichte, die dem eigentlichen Thema und vor allem der Atmosphäre des Romans eher abträglich sind. Weniger wäre in diesem Falle, wieder einmal, deutlich mehr gewesen, und Ogawa kann es deutlich besser, wie sie zb. auch in "Liebe am Papierrand" gezeigt hat.

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