Liebe am Papierrand

von Yoko Ogawa 
4,1 Sterne bei43 Bewertungen
Liebe am Papierrand
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denise_86s avatar

Eine schöne, ungewöhnliche Geschichte.

AnnMans avatar

Ein wunderschöner Roman der mich staunend und nachdenklich zurückließ.

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Inhaltsangabe zu "Liebe am Papierrand"

Der Klang der Liebe Eine junge Frau, die ein rätselhaftes Ohrenleiden hat, lernt einen Stenographen kennen. Sie fühlt sich auf geheimnisvolle Weise zu ihm hingezogen fühlt, und da das Reden mit ihm ihre Ohren zu heilen scheint, bittet sie ihn, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Dank seiner Aufzeichnungen beginnt sie die Rätsel ihrer Vergangenheit zu verstehen. Doch schon bald muss sie erkennen, dass der Stenograph nur eine begrenzte Menge Papier zur Verfügung hat … “Tauchen Sie ein in Ogawas Welt!" The New York Times Book Review Eine junge Frau mit einer rätselhaften Ohrenkrankheit lernt einen Stenographen kennen. Die beiden kommen sich näher, und er berichtet ihr von der dunklen Vergangenheit des Hauses, in dem sie sich getroffen haben. Es gehörte einer Fürstenfamilie, deren kleiner Sohn einst vom Balkon stürzte. Jahrelang lag das Kind schwerverletzt in einem der Zimmer, in das der Fürst unzählige Blumen pflanzen ließ, da der Duft der Blüten das Leid des Jungen linderte. Auch die Frau meint den Duft des längst verblühten Jasmins wahrzunehmen. Sie bittet den Stenographen, fortan ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben, wobei das Reden mit ihm ihre kranken Ohren zu heilen scheint. Mit seiner Hilfe vermag sie, ihre Erinnerungen zu entwirren. Doch schon bald erkennt sie, dass sie ihn zu verlieren droht … Ein zauberhafter Roman über eine außergewöhnliche Liebe und die Macht unserer Erinnerungen. „Yoko Ogawa verfügt über eine wunderbare Sprache.“ FAZ „Sinnlich und kurios wie Murakami. Wunderbar!“ Stern “Das Universum der Yoko Ogawa ist voller einzigartiger Sätze, so sanft, als streichelte man den Rücken einer Katze.“ Libération

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783746631233
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Aufbau TB
Erscheinungsdatum:12.10.2015

Rezensionen und Bewertungen

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    AnnMans avatar
    AnnManvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wunderschöner Roman der mich staunend und nachdenklich zurückließ.
    Leicht und fließend


    Der erste Eindruck, eine spannende, verworrene, magische Liebesgeschichte mit viel Poesie und Philosophie hat sich bestätigt.

    Ich muss gestehen das ich das Buch auf jeden Fall noch einmal lesen muss, denn ich glaube das man noch viel mehr herausziehen kann, je öfter man in die Geschichte eintaucht.
    Wie nicht anders zu erwarten (ich lese gerne japanische Literatur vom aufbau Verlag), hat das Buch mich in seinen Bann gezogen. Die Szenen hatten alle etwas Magisches, was sich dann mir der Auflösung am Ende auch erklärte und irgendwie auch nicht. (deswegen das mehrfache Lesen)Es gibt viele tolle Stellen, ganze Zitate, die einen über das eigene Leben und die Liebe nachdenken lassen. So anders formuliert als von "westlichen" Autoren und doch vertraut.Die bildliche Sprache, die in japanischen Romanen so charakteristisch ist, lässt einen nicht mehr los und die Welt mit ganz anderen Augen sehen. Die Sprache, die Ogawa verwendet ist poetisch und doch verständlich. 

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    TheLastUnicorn_s avatar
    TheLastUnicorn_vor 3 Jahren
    Literarisch gesehen sehr wertvoll, inhaltlich nicht meine Geschichte. :/

    Eine junge Frau hat medizinische Probleme mit ihren Ohren, als sie dann einen Stenographen kennenlernt scheint sie nicht nur eine plötzliche Faszination für ihn und ganz besonders für seine Hände zu empfinden, sondern auch ihr leiden scheint ein bisschen weniger zu sein wenn sie bei ihm ist. Die junge Frau bittet den Stenographen darum, ihre Geschichte aufzuschreiben.
    Und während sie ihm von ihrem Leben erzählt und sich nun allen Ereignissen stellen und aufbarbeiten muss, verliebt sie sich in ihn, ohne zu wissen, dass nur eine begrenzte Zeit auf die beiden wartet...


    Gestaltung:
    Das Cover finde ich wunderschön, rein vom Motiv her aber auch von dem was es ausstrahlt, es ist so zart und verletzlich und irgendwie passt es sehr gut zu dem Buch.


    Meinung:
    Yoko Ogawa stand schon seit längerer Zeit auf meiner to-read Liste, allein die Klappentexte ihrer Bücher klingen immer interessant, außergewöhnlich und sanft. Von daher wollte ich auch dieses Buch unbedingt lesen und auch wenn es dann ganz anders war als erwartet und ich nicht zu 100% begeistert werden konnte, so werde trotzallem weitere Versuche mit der Autorin wagen, denn in vielerlei Hinsicht war das hier trotzallem genau meins.

    Japanische Literatur ist für mich immer noch ein bisschen neu, erst in diesem Jahr hab ich mich zum ersten Mal bewusst mir ihr auseinander gesetzt und auch wenn ich bisher nicht allzu viel aus dieser Region gelesen habe, so hatte ich schon das Gefühl feststellen zu können, dass sie ganz eigen ist.
    Irgednwie it sie sanft, leise und zart und es braucht bei ihr nicht viel tamtam um Emotionen auf den Punkt zu bringen und das gefällt mir persönlich sehr gut, von daher werde ich mich auch liebend gerne weiterhin mit ihr auseinandersetzen.

    Das ist auch das was mich an diesem Buch so fasziniert hat, die Autorin braucht nur ganz wenig um Spannung aufzubauen, in den alltäglichsten Szenen aus dem Leben der Protagonistin schafft die Autorin es all das zu vermitteln was unter der oberfläche brodelt.
    Ihr (Ex-)Ehemann schneidet ihr das Haar und jegliche Anspannung die zwischen ihnen herrscht, ist bei jedem Schnitt auch für den Leser bemerkbar. Und die Autorin muss darauf nicht einmal explizit drauf hinweisen. Unterschwellig gibt es hier also sehr viel zu entdecken und das war für mich wirklich toll, vor allem weil die Autorin zu den Protagonisten eine gewisse Distanz wahrt und ich mir teilweise wie ein Eindringling vorkam, der diese Szenerie gerade gar nicht hätte mitbekommen dürfen, das hatte für mich seinen Reiz mus ich sagen.

    Womit ich dann leider meine Probleme hatte war so ein bisschen die Geschichte selbst, als ich den Klappentext las hatte ich natürlich meien Vorstellungen von dem wie sie voranschreiten könnte und was es sich mit dieser eigenartigen Beziehung der beiden auf sich hat.
    Letztendlich nahm das Buch dann da einen Lauf der mir rein persönlich einfach nicht so zugesagt hatte und der mich dann wiederum auch nicht so fest packen konnte wie ich selbst es gewollt hatte.
    Aber letztendlich ist das eine reine Geschmacksfrage, was es mir auch ein bisschen schwer macht zu erläutern warum es mir nicht gefallen hat, dass dieses Werk literarisch gesehen trotzallem sehr viel erfüllt und einfach gut ist, kann ich dann wiederum sehr wohl erkennen.
    Was ich an dem Buch mochte, mir in dem Fall aber einiges erschwert hat war, dass man sich schon die Zeit für jede einzelne Szene nehmen muss, denn häufig sagen sie mehr als man denkt, es fordert den Leser also ein bisschen was ab und generell finde ich das imemr sehr schön und interessant. In einem Buch das rein inhaltlich dann nicht so gefällt ist es dann aber eher hinderlich.


    Fazit:
    Bei einem Buch bei dem ich erkenne, dass es in vielerlei Hinsicht wirklich gut ist, es Aufgrund der Geschichte (die reien Geschmackssache ist) bei mir aber nicht fruchten konnte, ist es für mich immer sehr schwer eine Rezension zu schreiben. Das Buch hat viel von dem was ich bei einem guten Buch erwarte und dafür zolle ich der Autorin meinen respekt und bin neugierig auf weitere Bücher der Autorin, Aber rein vom Verlauf der Geschichte war das hier einfach nicht ganz meins.

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    Weltverbesserers avatar
    Weltverbesserervor 3 Jahren
    eine sehr sanfte Geschichte

    „Liebe am Papierrand“ ist ein sprachlich äußerst sanfter Roman. Yoko Ogawa findet immer wunderbar ruhige und sanfte Worte um zu beschreiben, was die Charaktere tun und empfinden.


    Zur Geschichte: Eine junge Frau (deren Namen man während des ganzen Buchs nicht erfährt) hat ein Ohrenleiden und begibt sich darauf hin in eine Klinik. In der Klinik erfährt sie dann von ihrem Mann dass er sie verlassen wird, da er sich in eine andere Frau verliebt hat. Als sie entlassen wird, soll sie mit ein paar anderen Patienten, die auch ein Ohrenleiden haben oder hatten ein Interview darüber geben. Dort lernt sie den Stenographen Y kennen. Sofort fallen ihr seine wunderschönen Hände auf und sie erinnert sich an ihre erste Jugendliebe. Y und die junge Frau treffen sich, damit er ihre Lebensgeschichte aufschreibt. Doch das Papier ist knapp und so ist die junge Frau gezwungen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. 

    Mein Fazit: Die Sprache ist wundervoll und ich habe mir auf fast jeder Seite ein Zitat markiert, nur an Spannung fehlt es dem Roman etwas. Es ist nicht so, dass die Geschichte langweilig ist, aber vielleicht liegt es auch daran, dass die Sprache so „leise“ und ruhig ist und ich als Leser daher das Gefühl hatte, es geht nicht so richtig voran. Wenn Sprache es schafft, so zu berühren, dann ist das auch eine großartige Übersetzungsleistung! Daher auch ein Kompliment an die unglaublich feinfühlige Übersetzung. 

    ACHTUNG SPOILER: Auch dass ein großer Teil der Handlung nicht real zu sein gewesen scheint, hat meine Freude über das Buch etwas gedämpft, weil es für mich keine klare Grenze zwischen Realität und Traum oder Erinnerung gibt, wenn ich die Geschichte Revue passieren lasse. 
    Alles in allem aber eine gute Unterhaltung.3,5 Sterne. 
    Danke dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte.

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    anushkas avatar
    anushkavor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Die Autorin erschafft mit Worten Magie. Manchmal tritt dafür jedoch die Handlung ein wenig auf der Stelle.
    Die Magie der Worte

    Die namenlose Erzählerin leidet an einem mysteriösen Ohrenleiden. Erst im Gespräch mit dem Stenographen Y lassen die Ohrengeräusche nach und so beginnt sie, ihm ihre Lebensgeschichte zu diktieren. Doch der Papiervorrat ist endlich und die Protagonistin muss sich ihrer Vergangenheit stellen, will sie eine Chance auf Heilung haben.

    Wie bereits bei den anderen Büchern Ogawas haftet auch diesem ein Hauch von Surrealismus an. Das beginnt beim merkwürdigen Ohrenleiden und reicht bis zur überraschenden Wendung am Ende des Buches. Auch wenn der Inhalt außergewöhnlich anmutet, ist es doch vor allem die Sprache, die dieses Buch von der Masse abhebt. Sofort ist man gefangen von der zarten, federleichten Poesie und einer Sprache, die nahezu zerbrechlich wirkt. Die Protagonistin kann aufgrund ihrer Ohren Geräusche kaum ertragen und der Autorin ist es gelungen, dem Buch die entsprechende Stille zu verleihen. Ein großer Fokus liegt in diesem Buch auf den Händen des Stenographen, die ein fantastisches Eigenleben entwickeln. So viele philosophische Gedanken hat sich der normale Leser bislang sicherlich selten über Finger und Hände gemacht. Irritierend fand ich, dass die Geschichte so allgemeingültig gehalten ist und beispielsweise die Personen sehr selten als eindeutig japanisch beschrieben werden. Bis auf ein paar spezifische, kulturbedingte Verhaltensweisen könnte dieses Buch überall spielen.
    Die wunderbare Sprache dieses Buches hat letztlich die Geschichte auch über einige Längen hinweggetragen. Das angekündigte Diktieren der Lebensgeschichte beginnt erst recht spät und der Leser erhält nur wenig Einblick in diese Texte, die zudem wenige neue Erkenntnisse bergen. Auch kommen zwischendurch Passagen auf, die wenig Handlung bergen.

    Insgesamt hat mich dieses Buch beeindruckt, vor allem aufgrund der Sprache und wie leicht die Autorin diese so gestalten kann, dass sie fast schon eine Haptik bekommt. Sprachlich wirkt das Buch an keiner Stelle bemüht. Und auch die leichte Surrealität fügt dem Buch einen Hauch Magie hinzu. Manchmal kann nur leider die Handlung (bzw. der Mangel daran) nicht ganz überzeugen.

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    Svenjas_BookChallengess avatar
    Svenjas_BookChallengesvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein sanfter Roman über die Vergänglichkeit der Liebe
    Ein wunderbar sanfter Roman zum Träumen und Wohlfühlen

    Der nebulöse Klappentext hat mich wirklich neugierig auf Liebe am Papierrand gemacht und außerdem habe ich vorher noch nie etwas von einer japanischen Schriftstellerin gelesen. Deswegwen bin ich völlig vorbehaltlos an das Buch herangegangen und wurde überrascht. Ich hatte eine leichte Liebesgeschichte, eventuell mit fantastischen Elementen, erwartet, aber das istLiebe am Papierrand ganz und gar nicht. Vielmehr geht es um die Psyche, darum, wie die eigene Vergangenheit die Gegenwart beeinflusst und wie man sie richtig verarbeitet und deutet.
    Ogawas Protagonistin ist eine junge Frau, über die man als Leser nicht viel mehr erfährt, als dass sich ihr Mann gerade von ihr getrennt hat und dass sie einmysteriöses Ohrenleiden hat. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive der jungen Frau. Dennoch ist man ihr nicht wirklich nahe, da weder ihr Name noch ihr Alter noch der Ort oder die Zeit der Handlung aufgedeckt werden. Normalerweise stört mich das bei einem Roman, weil es das Ganze so anonym und körperlos macht. BeiLiebe am Papierrand wirkte dieses Verfahren aber nicht fehl am Platz, sondern im Gegenteil genau richtig. Es erzeugt eine Art Allgemeingültigkeit und sorgt auch dafür, dass die Geschichte mysteriöser und nebulöser wirkt, als sie tatsächlich ist.
    Die junge Frau wird praktisch zu einem Symbolbild, mit dem man sich genau deshalb identifizieren kann, weil sie gesichts- und körperlos ist - sie könnte praktisch jeder sein. Da auch der Ort und die Zeit nicht genannt werden, kann die Geschichte sozusagen überall spielen und daher auch die eigene sein. Die einzigen Namen, die man erfährt, sind der ihres Neffen Hiro und der des Stenographen. Interessant ist allerdings, dass der Stenograph stets nur "Y" genannt wird und es nicht klar ist, ob er tatsächlich so heißt oder die junge Frau ihn einfach in Ermangelung eines anderen Namens so nennt. 
    Ys Wesen ist jedenfalls genauso mysteriös wie sein Name. Auch über ihn erfährt man wenig - alles, was man wissen muss, ist, dass er ein sehr fähiger Stenograph ist und dass er der jungen Frau dabei hilft, ihre mysteriösen und störenden Ohrgeräusche zu deuten und ihnen auf den Grund zu gehen. Dabei kommen sich die beiden näher, aber das spürt man als Leser eher unterschwellig. Es ist eine sehr zarte, irgendwie zerbrechliche Liebe, die von Anfang an endlich ist. Das symbolisieren die Blätter des Stenographen, die umso weniger werden, desto öfter sich Y und die junge Frau treffen. Hin und wieder hat man das Gefühl, dass Y gar nicht wirklich existiert, sondern eher so eine Art Fantasiefreund ist, der der jungen Frau durch eine schwere Zeit hilft. Auch manche Orte scheinen aufzutauchen und wieder zu verschwinden, mal stolpert man über sie, mal findet man sie nicht wieder. Das hat mir beim Lesen irgendwie gefallen, denn das lässt die Handlung doch etwas fantastisch wirken und verleiht ihr gleichzeitig eine gewisse Ruhe.
    Ogawas Schreibstil passt sehr gut zur nebulösen, aber ruhigen Handlung.Sie erzeugt mit ihrer Sprache Bilder, die einen träumen lassen, zum Beispiel von einem bitterkalten Tag im Winter, an dem der weich fallende Schnee alle Geräusche verschluckt und eine gespenstische Stille über die Stadt legt. Irgendwie treibt man beim Lesen von Seite zu Seite, was mir sehr gut gefallen hat. Trotzdem hätte ich mir hier und da vielleicht ein bisschen mehr Action und auch ein wenig mehr Aufklärung gewünscht. Obwohl die Ungewissheit und die Geheimnisse sowie die offenen Fragen natürlich auch ihren Reiz haben und den Roman zweifelsohne zu etwas ganz Besonderem machen.
    Fazit:
    Liebe am Papierrand von Yoko Ogawa ist nicht wie erwartet eine schnulzige Liebesgeschichte, sondern ein ungewöhnlich zarter Roman darüber, wie man mit seiner Vergangenheit fertig wird und wie man sie (bewusst und unterbewusst) verarbeitet. Die Handlung ist sehr rätselhaft und nebulös, hat mir aber im Großen und Ganzen sehr gut gefallen. Ich mochte es, dass die Protagonistin nicht näher beschrieben wird, denn so konnte ich sie mir ganz nach meinen Vorstellungen ausmalen. Ich konnte mich während des Lesens einfach treiben lassen, denn der Roman hat irgendwie eine gewisse Ruhe auf mich ausgestrahlt. Hier und da hätteich etwas mehr Informationen zwar begrüßt, aber insgesamt mochte ich es, dass man über vieles im Dunkeln gelassen wird. Liebe am Papierrand ist eine ganz außergewöhnliche Liebesgeschichte und daher möchte ich dem Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar danken.

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    Hellis avatar
    Hellivor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Tolle Story, die Wirklichkeit und Fiktion vereint, dennoch mit kleinen Schwächen.
    Liebe am Papierrand von Yoko Ogawa

    Liebe am Papierrand von Yoko Ogawa


    Buch:

     

      Der Klang der Liebe Eine junge Frau, die ein rätselhaftes Ohrenleiden hat, lernt einen Stenographen kennen. Sie fühlt sich auf geheimnisvolle Weise zu ihm hingezogen fühlt, und da das Reden mit ihm ihre Ohren zu heilen scheint, bittet sie ihn, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Dank seiner Aufzeichnungen beginnt sie die Rätsel ihrer Vergangenheit zu verstehen. Doch schon bald muss sie erkennen, dass der Stenograph nur eine begrenzte Menge Papier zur Verfügung hat …

     

    Autor:

     

      Yoko Ogawa, geboren 1962, gilt als eine der wichtigsten japanischen Autorinnen der Gegenwart. Für ihr umfangreiches Werk wurde sie mit zahlreichen namhaften Literaturpreisen ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrer Familie in der Präfektur Hyogo. Im Aufbau Taschenbuch sind ihre Romane „Das Geheimnis der Eulerschen Formel“, „Das Museum der Stille“ und „Schwimmen mit Elefanten“ lieferbar.

    Quelle: http://www.aufbau-verlag.de/index.php/autoren/yoko-ogawa-a01

     

    Meinung:

     

      Yoko Ogawa präsentiert dem Leser ihren Roman, Liebe am Papierrand. Die Autorin hat mich überrascht, sowohl mit ihrem Schreibstil als auch mit ihren Protagonisten. Der Schreibstil ist blumig und bildhaft, sodass man sich alles gut vorstellen kann. Dafür fand ich die Protagonisten blass, sie Namenlos, er nur als Y gerufen.

    Die Story hat mich sehr berührt, die um eine junge Frau handelt, die an einem Ohrenleiden erkrankt ist, was starke Schmerzen verursacht. Y, ein Stenograph, den sie in einer Gruppe kennen lernt, der Worte in Musik wandeln kann. Wird aus ihnen ein Paar? Kann er ihr helfen?

     

    Fazit:

     

      Tolle Story, die Wirklichkeit und Fiktion vereint, dennoch mit kleinen Schwächen. Wer der poetischen japanischen Literatur verfallen ist, wird hier bestens bedient.  

     

    Meine Bewertung:

      Ich vergebe           ★★★★

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    Orishas avatar
    Orishavor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine gute Idee, blasse Charaktere und sprachlich nicht ihr bestes Werk.
    Vom Versuch Töne in Worte zu fassen

    Eine junge Frau die an einem Ohrenleiden erkrankt. Ein junger Stenograph - Y - der ihren Leidensweg niederschreibt. Und ein Neffe, der gar nicht mehr Neffe ist.

    Als die namenlose Hauptprotagonistin an einem Ohrenleiden erkrankt, wird sie gebeten, zusammen mit anderen Patienten an einem Artikel über Ohrenkrankheiten mitzuwirken. In einer kleinen Interviewrunde trifft sie auf Y. Sie ist sofort fasziniert von ihm. Von seinen Händen, von seinem Können: Worte in wenigen Sekunden zu erfassen und niederzuschreiben. Sie sucht seinen Kontakt und eine zarte Freundschaft beginnt, die ihr helfen soll, zurück in den Alltag zu finden und ihre Krankheit zu bekämpfen.

    Mein zweiter Ogawa Roman war wiederum anders, als ich erwartet hatte. Anders ist dabei nicht nur in Bezug auf die Geschichte und deren Verlauf zu lesen, auch entwickelte sich meine Einstellung zu diesem Buch in eine andere Richtung als ich zunächst annahm. So frisch das Buch auch begann, so schnell verlor sich die Geschichte leider in der Beschreibung des Alltäglichen. Zwar hat mir die Idee des Stenographen, der Töne in Worte verwandelt gut gefallen - und allein dafür hat sich Ogawa schon einen der drei Sterne verdient - aber die Idee bleibt eben blass und ist nicht wirklich rund.

    Das liegt vor allem an den Hauptprotagonisten. Während ich Sie und Y nicht wirklich greifen konnte, ist es Hiro, ihr "Ex-"Neffe, der die Geschichte irgendwie noch trägt. Auch sprachlich entwickelt sich der Roman ziemlich rasant ins kitischige. Während einige Beschreibungen wunderbar daherkommen, überspitzt Ogawa selbige an anderen Stellen so sehr, dass es meinen Geschmack nicht mehr getroffen hat. Dennoch war das Buch unterhaltsam und daher vergebe ich solide drei Sterne.

    Fazit: Eine gute Idee, blasse Charaktere und sprachlich nicht ihr bestes Werk.

    Kommentare: 1
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    Edelstellas avatar
    Edelstellavor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Dieser Roman hallt nach! Eine poetische Liebeserklärung an die Besonderheit all unserer Sinne!
    Poetische Sinnentfaltung und Vergangenheitsbewältigung!

    Der Roman wirkt schon zart und behutsam durch sein Cover. Im Mittelpunkt und vordergründig erscheint der Jasmin und er überlagert sogar das Bild der jungen Frau etwas, wie ein Duft, der sie umweht. Im Vergleich zur Blüte ist sie kleiner dargestellt. Sie denkt nach blickt zurück, jedenfalls scheint es so, wenn auch ihr Gesicht nicht zu sehen ist. Die Farbe ist cremig-milchig und dadurch wirkt alles etwas ätherisch.

    Wunderbar ist die Sprache der Autorin von der 1.Zeile an: bildhaft intensiv. Sie aktiviert all meine Sinne und ich bin neben der jungen Frau, nachdem sie nach ihrem 1. Krankenhausaufenthalt zu einem Gespräch in ein Hotel geladen wird. Sie wird mit 2 anderen Personen, die auch ein Ohrenleiden haben von einem Redakteur einer Gesundheitszeitschrift zu ihrer Krankheit befragt.


    Sie nimmt neben dem Stenographen Platz, es ist Y. Sie ist von der ersten Minute von seinen Händen fasziniert, die förmlich synchron zu den Schilderungen der Kranken, die Worte aufsaugen und niederschreiben können. Eigentlich gibt es auch noch ein Aufnahmegerät. Aber so ist alles schwarz auf weiß festgehalten. Die Betrachtungen der Hände von Y, das gestörte, verwirrende Hören einer Kranken mit Ohrgeräuschen, der Schreck, wenn ein Löffel hart auf den Teppichboden trifft, das alles im etwas milchigen Licht der Sonnenstrahlen sind Momentaufnahmen einer jungen Frau, die gerade wieder auf ihren Beinen steht und Fuß zu fassen sucht.

    In ruhiger, rücksichtsvoll zärtlicher und umarmender Sprache führt uns die Autorin an die Seite der Protagonistin, die mit Hilfe des Stenographen Y ihre Vergangenheit erkennt, ganz langsam, nachdem ihr sichtbar gemacht wird was sie nicht hören und fühlen kann. Manchmal sind ja nicht nur die Ohren betroffen sondern die Seele ist auch verschlossen. Und manchmal wecken Gerüche, z. B. der Jasmin, Bilder und Träume....Nur die Unterstützung durch den Freund hat Grenzen....

    Wir werden durch Realität, Traumsequenzen und Rückblicke geführt, mitunter verschwimmen hier die Grenzen und wir können unsere ganzen ureigenen Schlüsse ziehen.

    Ich habe das Buch zweimal gelesen und werde es ein 3., 4., 5,. und bestimmt weiteres Mal lesen und ich bin sicher, diese begnadete Schriftstellerin wird mir die Augen noch ein Stück weiter öffnen. Sie hat schon alle meine Sinne aufgeweckt und sensibilisiert und mich wird dieser Roman bestimmt in nächster Zeit nie ganz loslassen. Ein wunderbarer Lesegenuß. Es war mein 1. Buch der Autorin, die anderen stehen auf der Wunschliste. Hier kann ich nur 5 Sterne vergeben.

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    Petriss avatar
    Petrisvor 3 Jahren
    Ein Schmuckstück aus der magischen Welt Japans!

    Vorfreude:
    Als ich diesen Roman auf LB entdeckte, dachte ich zuerst, es wäre ein neuer Roman der Autorin. „Das Geheimnis der Eulerschen Formel“ und „Schwimmen mit Elefanten“ hatten mich sehr begeistert, also musste ich unbedingt mitmachen.

    Erster Leseeindruck:
    Von der ersten Zeile an zog mich die Sprache in ihren Bann, Sätze wie: „Die säuberlichen, mit Filzstift geschriebenen Zeichen stürzten bis in die Tiefe meiner Seele, blieben dort liegen und gefroren zu Eis.“ (S. 38) ließen mich schaudern vor lauter Freude an so wunderbarem Sprachgebrauch.
    Auch das Thema, Hörschwierigkeiten, sprach mich sofort an. Ich bin selber sehr lärmempfindlich und oft klingt Musik stunden- und tagelang in meinen Ohren nach, sehr viel von dem Erzählten konnte ich gut nachvollziehen.

    Y und Hiro:
    Ist Y nun eine reale Person oder nicht? Meine Meinung dazu wandelte sich während des Lesens ständig. Ich mag dieses Spiel mit Realitäten, vor allem, wenn es wie bei Ogawa stets schlüssig und immer genau an der Grenze bleibt.
    Hiro ist dazu ein wunderbarer Gegenpol, präsent, ganz klar und eine sehr sympathische Figur.

    Handlung:
    Die Hauptfigur des Romans, deren Namen wir nie erfahren, wodurch sie das ganze Buch hindurch auf eine gewisse Weise ungreifbar bleibt, hat Hörschwierigkeiten. Es kommt immer wieder zu Rückfällen. Bei einer Runde für ein Gesundheitsmagazin lernt sie den Stenopgraphen Y kennen, von dessen Händen die Protagonistin von Beginn an fasziniert ist. Er kann ihr helfen, indem er, während sie erzählt, ihre Erinnerungen mitstenographiert und dann für sie verwahrt. Dabei kommen sie sich näher, die Anziehung wird stärker.

    Résumé:
    Ein wunderschönes, sehr angenehm zu lesendes Buch, allerdings haben mir die „Eulersche Formel“ und „Schwimmen mit Elefanten“ noch besser gefallen. Sie waren noch reifer, noch vielschichtiger und in ihrem Tanz am Rande der Realität noch schlüssiger. Nachdem ich inzwischen weiß, dass „Liebe am Papierrand“ ein früheres Werk der Autorin ist, auch nicht weiter verwunderlich!

    Für alle die poetische Sprache, japanische Literatur und das Spiel mit Realität/Surrealität lieben, ein heißer Tipp!

    Kommentare: 2
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    Federzaubers avatar
    Federzaubervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wunderschönes Buch, dass mich in die Welt des bewussten leisen Hören gebracht hat. Wundervoll geschrieben, leise, still und ruhig.
    In die Welt des bewussten leisen Hören

    Yoko Ogawa hat es wieder geschafft, ein wundervolles Buch zu schreiben, über eine Protagonistin,  die an einem Ohrenproblem leidet und die Begegnung eines Stenographen mit magisch, schönen Fingern. 
    Verworrene Geräusche,  Gedanken, Gefühle und Begegnungen.  Zwischen Realität und Illusion. 

    Das Buch hat mich von der ersten Seite an, eingesogen in einer sehr leisen,  stillen, melodiösen und melancholischen Welt, in der das Hören eine große Rolle spielt und die Geräusche bewusster wahrgenommen werden.Der Sog war so stark, dass ich selber als Leserin, empfindliche Ohren bekam und bei lauten Geräusche zucken musste. Dies hat mich sehr beeindruckt,  da bisher kein Buch solch Reaktion von mir auslösen konnte.  
    Die stille, ruhige, sehr poetische Schreibweise, war unglaublich feinfühlig,  zart und zerbrechlich.
    Es konnte mich komplett in seinem Bann ziehen und einen gewissen Zauber ( den ich an Bücher so liebe) in mir auslösen.  

    Das Buch ist unglaublich stark und zugleich so zart gewesen...


    " Das Rauschen des Regens klang so nah, als regnete es in meinen Ohren. Als wären mein Trommelfell, der Bodengang und die Ohrknöchelchen schon durchweicht. " (61)


    Ich beneide die Autorin dafür,  wie sie es schafft  über so abstrakte bestimmte Gebiete  (wie die Mathematik in " das Geheimnis der Eulerschen Formel)  oder seltsame  Organe (wie in diesem Buch, das Ohr) das Besondere, die Schönheit und die Ästhetik herauszukitzeln. Dazu gehört sehr großes Können.  

    Einzig und allein,  das Ende hat mich ein wenig verwirrt.  Es war mir plötzlich zu schnell und nicht aufgeklärt genug. Einige Fragen blieben mir noch offen,  die ich gerne noch beantwortet gehabt hätte.  Deshalb habe ich einen kleinen halben Punkt abgezogen. 
    Trotzdem eine volle Leseempfehlung!  Eine wundervolle Autorin, die ich allen ans Herz lege!!!

    Note: 4,5/5

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    aufbauverlags avatar

    Wir laden euch zur virtuellen Leserunde ein und möchten euch die Gelegenheit geben, die zarte Welt der Yoko Ogawa kennenzulernen.

    Yoko Ogawa, geboren 1962, gilt als eine der wichtigsten japanischen Autorinnen der Gegenwart. Für ihr umfangreiches Werk wurde sie mit zahlreichen namhaften Literaturpreisen ausgezeichnet. Im Aufbau Taschenbuch sind ihre Romane „Das Geheimnis der Eulerschen Formel“, „Das Museum der Stille“ und „Schwimmen mit Elefanten“ erschienen.

    „Sinnlich und kurios wie Murakami. Wunderbar!“ Stern

    Yoko Ogawa - Liebe am Papierrand

    Der Klang der Liebe

    Eine junge Frau, die ein rätselhaftes Ohrenleiden hat, lernt einen Stenographen kennen. Sie fühlt sich auf geheimnisvolle Weise zu ihm hingezogen, und da das Reden mit ihm ihre Ohren zu heilen scheint, bittet sie ihn, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Dank seiner Aufzeichnungen beginnt sie die Rätsel ihrer Vergangenheit zu verstehen. Doch schon bald muss sie erkennen, dass der Stenograph nur eine begrenzte Menge Papier zur Verfügung hat …

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    Hallo ihr Lieben,

    vor kurzem habe ich Liebe am Papierrand gelesen und bin von dem Buch nach wie vor begeistert. Deshalb verlose ich auf meinem Blog ein Exemplar davon.

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    Ich freue mich schon über zahlreiche Teilnehmer :)

    Alles Liebe,
    Sophie von Buchstabenmagie

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