Zärtliche Klagen

von Yoko Ogawa 
4,0 Sterne bei21 Bewertungen
Zärtliche Klagen
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Ein tolles Stück japanische Kunst, das Liebe und Musik vereint.

buecherwurm1310s avatar

Es ist eine besondere Geschichte über das Leben, die Liebe und die Musik.

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Inhaltsangabe zu "Zärtliche Klagen"

Der Klang des Cembalos drang in die Tiefen meines Herzens vor. Langsam füllte er jene Finsternis, wo weder Licht noch Sprache hingelangten.

Auf der Flucht vor ihrem untreuen Ehemann zieht sich die Kalligrafin Ruriko in ein Landhaus in den Bergen zurück. Dann begegnet sie ihrem Nachbarn Nitta, einem Pianisten, der in Gegenwart anderer nicht mehr zu spielen vermag und nun Cembalos baut, sowie seiner Assistentin. Obwohl Ruriko spürt, dass zwischen Nitta und der jungen Frau unsichtbare Bande bestehen, fühlt sie sich zu ihm hingezogen, und es entspinnt sich eine zarte Dreiecksbeziehung.

Ein außergewöhnlicher Roman über die Flüchtigkeit des Glücks und den unbegreiflichen Zauber der Musik.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783746634371
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:Aufbau TB
Erscheinungsdatum:17.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Lealein1906vor 4 Tagen
    Kurzmeinung: Ein tolles Stück japanische Kunst, das Liebe und Musik vereint.
    Japan, Cembalo und die Liebe

    Ich freue mich immer Bücher aus einer ganz anderen Kultur zu lesen und diese Geschichte hat mir die Kultur Japans auf eindrucksvolle Weise nähergebracht.
    Es geht um Ruriko, die sich von ihrem Mann (der sie schon lange betrügt) trennt und in ein Landhaus in den Bergen zurückzieht. Dort trifft die Kalligraphin auf Nitta, der sich auf den Bau von Cembalos spezialisiert hat und dessen Assistentin Kaoru. Schon bald entsteht eine interessante Beziehung zwischen diesen drei Personen.
    Das Buch hat mir gut gefallen, weil es eine ganz andere Facette von der japanischen Kultur beschreibt, die ich bisher kennengelernt habe. Auch wie zum Beispiel die Cembalos oder die Geschichte, die Ruriko gerade abschreibt, mit in das Buch eingeflochten wurde, hat mir sehr imponiert. Trotzdem hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Handlung oder Aktionen gewünscht. Dennoch habe ich das Buch sehr gerne gelesen.
    Die Autorin Yoko Agawa hat dieses Buch genauso geschrieben, wie ich es mir von einer Japanerin erwarten würde: ruhig, strukturiert und einfühlsam. Sie schafft es, dass sich der Leser voll auf die Gefühlswelt von Ruriko einlässt und so dieses Abenteuer mit ihr erlebt.
    Das Buch hat mir wirklich gut gefallen und war gut zu lesen, die japanische Kultur wurde interessant herübergebracht, deswegen gebe ich vier Sterne für dieses Buch.

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    buecherwurm1310s avatar
    buecherwurm1310vor 5 Tagen
    Kurzmeinung: Es ist eine besondere Geschichte über das Leben, die Liebe und die Musik.
    Zärtliche Klagen

    Die Kalligrafin Ruriko hat wieder einmal vergeblich auf ihren Mann gewartet, der sich anderweitig vergnügt. Daher zieht sie sich in das Landhaus ihrer Eltern zurück. Dort will sie einen Auftrag erledigen, die Lebensgeschichte einer alten Frau aufzuschreiben. Auch Herr Nitta hat sich begleitet von Assistentin Kaoru in die Berge zurückgezogen, um Cembalos zu bauen. Ruriko fühlt sich zu Herrn Nitta hingezogen, obwohl sie ahnt, dass zwischen ihm und Kaoru eine Beziehung besteht. Es beginnt eine seltsame Dreiecksbeziehung.

    Es ist eine sehr ruhige Geschichte, welche die Autorin Yoko Ogawa in einer wundervollen Sprache erzählt. Zwischendurch erfährt man noch eine Menge über den Cembalobau.

    Man lernt die Protagonisten kennen und erfährt von Schicksalsschlägen, die sie ertragen mussten. Obwohl ich mitfühlte, kamen mir die Personen doch nicht nahe. Das liegt wohl daran, dass die Mentalität so unterschiedlich zu unserer ist und der distanzierte Umgang miteinander keine Nähe zuließ. Herr Nitta kann seinen Beruf als Pianist nicht mehr ausüben, da er nicht mehr vor Publikum spielen kann. Ruriko leidet unter ihrem Mann, dabei sehnt sie sich nach Liebe.

    Immer wieder zieht mich Literatur aus fremden Ländern an, aber sie macht es mir auch oft schwer. Ein wenig ist es auch bei diesem Buch so. Wortgewaltig erzählt die Autorin diese Geschichte, bei der aber gar nicht so viel passiert und vieles unausgesprochen bleibt. Es bleibt der Fantasie des Lesers überlassen, die Geschichte weiterzuspinnen.

    Es ist eine besondere Geschichte über das Leben, die Liebe und die Musik.

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    Sassenach123s avatar
    Sassenach123vor 14 Tagen
    Kurzmeinung: Sehr einfühlsam
    Sehr detailiert und einfühlsam

    Sehr detailliert und einfühlsam erzählt

    Zärtliche Klagen von Yoko Ogawa Die Kalligrafin Ruriko wird von ihrem Mann betrogen. Sie flüchtet in das Landhaus ihrer Eltern, um eine Arbeit dort zu beenden. Dort freundet sie sich mit dem Instrumentenbauer Herr Nita und dessen Assistentin Kaoru an. Yoko Ogawa zeigt hier eine besondere Liebe fürs Detail, er beschreibt hingebungsvoll die Arbeit dieses Mannes und lässt erkennen, dass zu dieser Tätigkeit viel Liebe und Disziplin nötig sind.
    Eine Dreiecksbeziehung beginnt, die uns der Autor auf eine ruhige und unaufgeregte Art und Weise näher bringt. Dabei erzählt er dem Leser ein wenig aus dem Leben der drei. Er fängt Emotionen ein und bringt sie auf stilvolle Art auf den Punkt.
    Dies ist im Großen und ganzen der Kern der Geschichte. Mir hat die Art sehr gut gefallen. Die japanische Erzählweise unterscheidet sich sehr von allem was ich sonst so lese. Es ist ein gewöhnungsbedürftiger aber lohnenswerter Erzählstil. Dies wird nicht mein letztes Werk gewesen sein. Allerdings werde ich als nächstes zu einem neueren Werk greifen, und nicht wie hier, zu einem das bereits vor 20 Jahren verfasst wurde.

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    Estrelass avatar
    Estrelasvor 16 Tagen
    Musik und Stille

    Die Kalligrafin Ruriko verlässt ihren fremdgehenden Mann, um fortan in einem Haus im Wald zu leben. Zu ihren neuen Nachbarn, einem Cembalo-Hersteller und dessen Gehilfin, baut sie eine besondere Beziehung auf. Im Fokus des Romans stehen die Liebe für Musik und die Begegnungen der Protagonisten. Auch wenn es dabei zu einem Liebesakt kommt, bleiben viele Dinge unausgesprochen, und die Tage im Wald plätschern so dahin. Ich empfand die Darstellung als typisch japanisch. Die Figuren wirken, trotz aller inneren Zerrissenenheit und Probleme, nie forsch oder aktiv, sondern eher zurückhaltend und beinahe lethargisch. Ich weiß die stillen Töne des Buchs durchaus zu schätzen, aber zumindest beim Entdecken der Affäre des Ehemanns wäre eine heftigere Reaktion angebracht gewesen. Somit blieb mir die Geschichte bei aller Schönheit doch etwas fremd.

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    Teewursts avatar
    Teewurstvor 18 Tagen
    Nur das Cembalo war Zeuge

    Ach, diese japanischen Romane - sie sind echte Wundertüten. Was steckt drin? Und kann man etwas damit anfangen? „Zärtliche Klagen“ von Yoko Ogawa hatte für mich einige Überraschungen parat. Manches gefiel mir, anderes blieb mir fremd oder war sogar befremdlich. Die Ich-Erzählerin Ruriko nimmt ihre Leser mit in ein Landhaus, einem Zufluchtsort weit weg von ihrem Mann, einem Augenarzt. Der betrügt sie nicht nur, er ist ihr gegenüber auch gewalttätig geworden. Ruriko, von Beruf Kalligrafin, hat in den Bergen zunächst nur mit der Wirtin der nahen Pension „Grashüpfer“ und mit der Transkription der Autobiographie einer 95-Jährigen zu tun. Dann begegnet sie ihrem Nachbarn Herrn Nitta. Er ist Pianist, allerdings versagen ihm die Finger vor Publikum - er kann nicht spielen, wenn Dritte zuhören. Deshalb ist er dazu übergegangen, Cembalos herzustellen, und zwar mit Unterstützung seiner jungen Assistentin Kaoru, die ihrerseits die Schatten ihrer Vergangenheit mit sich trägt. Ruriko ist vom ersten Moment an fasziniert von Herrn Nitta, spürt aber auch, dass den Musiker und seine Assistentin etwas verbindet, das sie zunächst nicht greifen kann… 


    Die Erzählweise ist ruhig, es die Beschreibungen und Ereignisse plätschern manchmal an der Grenze der Belanglosigkeit dahin - um dann im nächsten Moment einen echten Hammer hervorzuholen. Im Plauderton erzählt Ruriko von ihrem lieblosen Ehemann, ihrer Faszination für Herrn Nitta und ihrer Eifersucht auf Kaoru. Dann wieder gerät sie in einen emotionalen Ausnahmezustand und handelt ziemlich seltsam - puh. Zum Glück gibt es auch leichte und komische Momente, in denen die Beschreibungen und Eigenarten erfrischend besonders sind. „Die Wirtin schien überhaupt nicht gealtert zu sein. Sie war immer noch die dickste Frau, der ich jemals begegnet bin. Überall hatte sie Speckröllchen und Fettpölsterchen: an den Fingerkuppen, hinter den Ohren, an den Fesseln, am Grübchen des Kinns. Weiß, prall und zart, dass man unwillkürlich Lust verspürte, sie anzufassen.“ Diese Wirtin hat nicht nur Sorge, irgendwann in der Toilettentür steckenzubleiben, sondern kann auch ein echtes Kunststück, nämlich den Pfau auf Zuruf ein Rad schlagen lassen. 

    Ohnehin spielt Kunst eine wesentliche Rolle in „Zärtliche Klagen“. Das Stück „Les Tendres Plaintes“ von Jean-Philippe Rameau stand Pate für den Titel. Und das melancholische Musikstück passt gut zu der Geschichte, die Tragik und Traurigkeit, aber auch viele Zwischentöne in sich trägt, ohne aufdringlich zu sein. Als Leser kann man in eine fremde Welt eintauchen und nebenbei viel über das Instrument Cembalo lernen. „Der Klang des Cembalos drang in die Tiefen meines Herzens vor. Langsam füllte er jene Finsternis, wo weder Licht noch Sprache hingelangten“, sagt Ruriko. Ich sage: Zärtliche Klagen lässt mich ein wenig ambivalent zurück, ein bisschen bin ich verzaubert, vieles ist mir aber auch rätselhaft geblieben. Insgesamt fühle ich mich aber bereichert und vergebe knappe vier Möpse mit joghurtblauen Augen für dieses ungewöhnliche Leseerlebnis. 

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    MrsAmys avatar
    MrsAmyvor 19 Tagen
    Ein absolut lesenswerter japanischer Roman

    Ruriko lebt nach außen ein scheinbar ruhiges und behütetes Leben. Sie ist Kalligrafin und kann sich ganz ohne Druck um ihre Auftragsarbeiten kümmern, da ihr Mann ein gut verdienender Augenarzt ist. Doch er betrügt sie, seit Jahren schon, mit einer anderen. Und manchmal da schlägt er sie – mitten ins Gesicht. Schließlich reicht es Ruriko, Hals über Kopf verlässt sie das gemeinsame Haus in Tokyo und zieht sich in das leerstehende Landhaus ihrer Eltern zurück. Dort – mitten in der Natur – hofft sie wieder zu sich selbst zu kommen und Klarheit über die Zukunft zu erlangen. Bei ihren Streifzügen durch die Umgebung lernt sie Herrn Y. Nitta kennen, der sofort eine stille Anziehungskraft auf sie ausübt. Nitta, der eigentlich Pianist ist, aber vor Publikum nicht mehr spielen kann, baut in der selbstgewählten Abgeschiedenheit meisterhafte Cembalos. Ihm zur Seite steht seine junge Assistentin. Ruriko kann spüren, dass Nitta und die junge Frau auf seltsame Art verbunden sind, und doch drängt es sie, die Nähe zu Nitta zu suchen. So kommen sich die drei Protagonisten auf sanfte Art näher.

    „Zärtliche Klagen“ von Yoko Ogawa ist ein sehr gelungener japanischer Roman. Wer Spannung und Action sucht, ist mit diesem Buch sicherlich falsch beraten. Doch Liebhaber von großartiger Literatur, bei der es vor allem auf die Zwischentöne ankommt, wird hier reichlich belohnt. Ogawas Schreibstil kann durchaus als unaufgeregt bezeichnet werden. Selbst aufwühlende Ereignisse, die die Protagonistin mitunter in Schrecken versetzen oder ihre Verzweiflung etwa ob der Situation mit ihrem Mann, dringen nur gedämpft zum Leser durch. Und doch gibt es mitunter Momente, in denen diese Ruhe ohne Vorwarnung durchbrochen wird, in denen man Ruriko echt und wahrhaftig erlebt. Die einzelnen handelnden Figuren sind klar herausgearbeitet und sehr gut unterscheidbar. Schnell erkennt der Leser, dass Ruriko zu ihrem Mann bereits eine extrem große emotionale Distanz aufgebaut hat, die nicht mehr zu überbrücken ist. Ihre Ehe ist nunmehr eine Zweckgemeinschaft, die vor allem Ruriko einen gesicherten Lebensstandard ohne große Sorgen ermöglicht. Doch es ist auch ein Leben ohne Liebe, seltsam fremd und fern, wenig greifbar. So ist es nicht verwunderlich, dass ihr Mann namenlos bleibt. Generell wird nur mit Namen bedacht, wer sich im engsten Wirkungskreis von Ruriko befindet. Dies gewichtet die Bedeutung der Personen zusätzlich. Im Mittelpunkt der Handlung stehen unweigerlich Ruriko, Herr Nitta und seine Assistentin. Immer wieder betont Ruriko, wie hübsch und zart die junge Frau ist. Mitunter konnte man sich hier eine gewisse Anziehungskraft einbilden. Doch schon bald ist es Herr Nitta, der Rurikos Herz höher schlagen lässt und der Gedanke an die Zeit, die der Cembalobauer mit seiner jungen Assistentin verbringt, sind wie spitze Stachel in ihrem Herzen. So wird ihre Situation erneut klagenvoll und doch findet sie ihre Freiheit in der Natur wieder. Ein besonders Element der Handlung ist die klassische Musik. Es ist das alles verbindende Element, dass Emotionen transportiert und sichtbar macht.

    Kurzum: wieder ein äußerst lesenswerter Roman von Yoko Ogawa.

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    Booky-72s avatar
    Booky-72vor 22 Tagen
    Zärtliche Klagen

    Ruriko kommt aus Tokio in das Ferienhaus ihrer Kindheit, auf der Flucht vor ihrem Mann und ihrem bisherigen Leben. Sie zieht sich einerseits zurück, aber sucht doch die Nähe zu ihrem Nachbarn Nitta, einem Pianisten und seiner Assistentin Kaoru.

    Ein ruhiger Roman, aber keineswegs langweilig. Spannende Charaktere, fesselnde Dreiecksbeziehung oder doch nicht, denn Ruriko fühlt sich dann doch mehr zu Nitta und seiner Musik hingezogen. Für mich ein lesenswerter Roman, aber sicher nicht jedermanns Thema, man braucht schon Interesse an Kunst und Musik.


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    Mauelavor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Melancholisch, ruhig und unaufgeregt.
    Zärtliche Klagen

    Yoko Ogawa erzählt in ihrem Roman Zärtliche Klagen die Geschichte der Kalligrafien Ruriko, die unter ihrem untreuen Ehemann leidet und darum in das Ferienhaus ihrer Eltern flüchtet, mi t dem sie schöne Kindheitserinnerungen verbindet. Abgeschottet von der Welt widmet sie sich ihrer Kunst. Aber schon bald macht sie Bekanntschaft mit Herrn Nitta, der zusammen mit seinem Assistenten in einem nah gelegenen Haus wohnt und arbeitet. Aus dieser Bekanntschaft entwickelt sich nach und nach eine gefühlsvolle und melancholische Dreiecksbeziehung.

    Der Roman kommt unaufgeregt, leicht dahin plätschernd und ohne großes Auf und Ab daher. Die Stimmung der Protagonisten, ihres Umfeldes und die Musik stehen dabei mehr im Focus als die handelnden Personen selber und darum blieben sie mir auch leicht fremd und nicht so richtig greifbar. Vieles wird nur angedeutet, aber nicht ausgesprochen und so bleibt sehr viel Freiraum für die eigene Fantasie, verwirrt aber den Leser gleichzeitig ein wenig.

    Von mir trotzdem eine Leseempfehlung für alle Liebhaber interessanter und ungewöhnlicher Lebens- und Liebesgeschichten.

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    Cellissimas avatar
    Cellissimavor einem Monat
    Toller Mix aus japanischer Literatur, Amélie Nothomb und klassischer Musik!

    "Zärtliche Klagen" ist einerseits ein typisch japanischer Roman, andererseits doch wieder nicht, da er mit überraschenden Facetten ausgestattet ist.
    Die Geschichte liest sich überaus angenehm und flüssig, Ogawa schreibt blumig, poetisch, ruhig, auf jedes Detail bedacht. DIe knapp 300 Seiten muten fast schon wie ein Stillleben an, sind wie eine Meditation für den Leser.
    Selbst Rurikos Ehe, die Schläge durch ihren Mann, seine Affären, die Einleitung der Scheidung ... werden sehr unaufgeregt erzählt.
    Mir hat Ogawas Stil sehr gefallen. Man erlebt diesen Roman, die Figuren, die Jahreszeiten, die Landschaft ... überaus intensiv.
    Einerseits erschienen Figuren, Handlung, Kulisse typisch japanisch, erinnerten an Murakami und Co.
    Andererseits aber war diese Geschichte nur oberflächlich typisch japanisch und bedächtig. Unter der Oberfläche brodelte es. Vor allem die Figur Ruriko, ihr Auftreten, Denken und Handeln, erinnerten mich stellenweise sehr an Amélie Nothomb und ihre Protagonistinnen. So war dieser Roman auch sehr dramatisch, düster, aufwühlend. Eine Überraschung, mit der der Leser so überhaupt nicht rechnete. Da ich Amélie Nothomb sehr gerne lese, gefiel mir dies!
    Als Musikerin fand ich es auch großartig, dass die klassische Musik im Vordergrund stand. Und es war hier nicht wie so oft das Klavier, sondern ein Exot, das Cembalo. So kann man selbst als klassischer Musiker noch bei der Lektüre lernen, etwa über den Bau.
    Etwas irreführend war leider die auf dem Klappentext angedeutete Dreiecksbeziehung. Denn eine solche, wie man sie kennt und erwartet hätte, entspinnt sich hier bis zur letzten Seite definitiv nicht! Insofern wurden die Erwartungen also enttäuscht.
    Nichtsdestotrotz ist es insgesamt eine schöne, sehr atmosphärische Geschichte, die ich gerne gelesen habe. Es war mein erstes, aber sicher nicht mein letztes Werk von Yoko Ogawa!

    Fazit: "Zärtliche Klagen" ist der perfekte Roman für alle, die japanische Literatur, Amélie Nothomb und/oder klassische Musik mögen!













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    BarbaraMs avatar
    BarbaraMvor einem Monat
    Eine ruhige, elegante und poetische Erzählung

    „Zärtliche Klagen“ von der japanischen Autorin Yoko Ogawa ist 2018 im Aufbau Verlag erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe 270 Seiten. In Japan ist dieses Werk bereits im Jahr 1996 veröffentlicht worden.

    Yoko Ogawa beschreibt das Leben der Kalligrafin Ruriko, die aus Tokio vor ihrem untreuen Mann in das Ferienhaus ihrer Eltern flüchtet. Hier hat sie eine sehr schöne Zeit als Kind verbracht. Anfangs widmet sie sich völlig ihrer Kunst, der Kalligrafie, doch schon bald lernt sie Herrn Nitta kennen. Er wohnt mit seiner Assistentin in einem nahegelegenen Haus und geht dort dem Beruf des Cembalo-Bauers nach. Langsam entspinnt sich eine interessante Dreiecksbeziehung.

    Yoko Ogawa schreibt auf ihre ganz besondere Art und Weise: poetisch, sehr ruhig, mit wenig Handlung. Allerdings ist die Erzählung dadurch nicht langweilig. Im Gegenteil, der Leser wird angeregt mitzudenken und mitzufühlen.

    Fazit: Nachdem ich mich mit dem Schreibstil angefreundet habe, war es für mich nun eine ganz neue Erfahrung, dieses Buch zu lesen und in die beruhigende und elegante Welt von Ruriko einzutauchen. 

    Kommentare: 1
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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    aufbauverlags avatar
    Autoren oder Titel-CoverDer Klang des Cembalos drang in die Tiefen meines Herzens vor. Langsam füllte er jene Finsternis, wo weder Licht noch Sprache hingelangten.

    Auf der Flucht vor ihrem untreuen Ehemann zieht sich die Kalligrafin Ruriko in ein Landhaus in den Bergen zurück. Dann begegnet sie ihrem Nachbarn Nitta, einem Pianisten, der in Gegenwart anderer nicht mehr zu spielen vermag und nun Cembalos baut, sowie seiner Assistentin. Obwohl Ruriko spürt, dass zwischen Nitta und der jungen Frau unsichtbare Bande bestehen, fühlt sie sich zu ihm hingezogen, und es entspinnt sich eine zarte Dreiecksbeziehung.

    Über Yoko Ogawa
    Yoko Ogawa, geboren 1962, gilt als eine der wichtigsten japanischen Autorinnen der Gegenwart. Für ihr umfangreiches Werk wurde sie mit zahlreichen namhaften Literaturpreisen ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrer Familie in der Präfektur Hyogo.Bei atb liegen von ihr vor: „Das Geheimnis der Eulerschen Formel“, „Das Museum der Stille“, „Schwimmen mit Elefanten“, „Liebe am Papierrand“, „Hotel Iris“ und „Der Herr der kleinen Vögel“.

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