Yongey Mingyur Rinpoche

 4.3 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Buddha und die Wissenschaft vom Glück, Auf dem Weg und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Yongey Mingyur Rinpoche

Tibetanischer Lehrer und Wegweiser: Yongey Mingyur Rinpoche wurde 1975 in Nepal geboren und wurde mit 17 Jahren zum bislang jüngsten tibetischen Meditationsmeister. Diesen Weg ebnete bereits sein Vater, der ihn in die tibetische Tradition des Meditierens einführte.

Obwohl sehr traditionell, ist Yongey Mingyur Rinpoche auch der modernen Wissenschaft nicht abgewandt. Die Begegnung mit dem Biologen und Bewusstseinsforscher Francisco Varela entfachte sein Interesse, da er selbst unter schweren Angststörungen litt. Durch Meditationstechniken überwand er diese und erreichte bei neurologischen Messungen seiner Gehirnaktivität bislang nie gesehene Werte.

Er schrieb bereits zwei internationale Bestseller und lebt derzeit als Exiltibeter in Indien.

Alle Bücher von Yongey Mingyur Rinpoche

Cover des Buches Buddha und die Wissenschaft vom Glück (ISBN: 9783442217793)

Buddha und die Wissenschaft vom Glück

 (5)
Erschienen am 10.04.2007
Cover des Buches Auf dem Weg (ISBN: 9783442758265)

Auf dem Weg

 (3)
Erschienen am 27.12.2019
Cover des Buches Heitere Weisheit (ISBN: 9783442338696)

Heitere Weisheit

 (1)
Erschienen am 07.12.2009
Cover des Buches Werde ruhig wie ein tiefer See (ISBN: 9783641103460)

Werde ruhig wie ein tiefer See

 (0)
Erschienen am 16.11.2015
Cover des Buches Joyful Wisdom (ISBN: 9780553824445)

Joyful Wisdom

 (0)
Erschienen am 05.07.2011

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B

Rezension zu "Auf dem Weg" von Yongey Mingyur Rinpoche

Auf dem Weg zu sich selbst
belanaherminevor einem Jahr

Inhalt

Sein ganzes Leben verbringt Yongey Mingyur Rinpoche allseits behütet, unter eher strenger Aufsicht und mit guter Ausbildung. Als Abt eines buddhistischen Klosters wird er auch als Erwachsener gut umsorgt und behütet. Als ihm bewusst wird, dass er das "eigentliche" Leben außerhalb von Klostermauern gar nicht kennt, beschließt er, auf ein Vierjähriges Wanderretreat zu gehen. Er will ohne fremde Hilfe, ohne seine buddhistische Robe, ohne Geld, ohne Obdach durch die Welt wandern.

Sein Vorhaben bereitet er lange vor. Ja, er plant seine Flucht nahezu minutiös. In der geplanten Nacht, hinterlegt er einen Abschiedsbrief und verlässt das Kloster.

Der Schock der Umstellung trifft ihn hart. Mit Hilfe der erlernten Meditationstechniken schafft er es, die ersten Tage zu überstehen und erste Schritte in seinem neuen Leben zu wagen.

Als sein Geld alle ist, legt er seine buddhistische Robe endgültig für die Zeit seines Retreats ab und lebt als Saddhu weiter. Doch schon das erste gespendete Essen macht ihn krank - so krank, dass er am Sterben ist. Durch seine Ausbildung entsprechend vorbereitet, durchlebt er sterbend die einzelnen Bardos und bleibt nahezu bis zum Ende bewusst in allem, was um ihn und mit ihm geschieht.

Subjektive Eindrücke

Als Wanderin und Pilgerin interessiert es mich immer, was andere Menschen auf ihren Wegen erleben. Deshalb musste ich dieses Buch einfach lesen. Aber es übertraf alle meine Erwartungen.

Es ist nicht einfach nur eine Beschreibung der 4 Jahre in seinem Wanderretreat. Nein, man erfährt tatsächlich nur die erste Etappe bis zu seiner schweren Erkrankung. Aber Yongey Mingyur Rinpoche vermittelt, angeknüpft an seine Reiseerlebnisse, buddhistische Meditationstechniken, stellt dar, welches Ziel sie verfolgen und wie sich die entsprechenden Fragen für ihn stellen und durch die Meditation für ihn beantworten.

Das ist das Beeindruckende für mich an diesem Buch. Bisher habe ich viele Bücher über buddhistische Meditation gelesen. Diese blieben für mich auf der Ebene der Übung stehen. Ich konnte sie nicht in Bezug zu meinen Lebensfragen setzen. In diesem Buch zeigt Yongey Mingyur Rinpoche wie sich seine Lebensfragen bzw. die Fragen, die seine Wanderung für ihn und sein Leben aufwerfen, durch die verschiedenen Meditationsansätze beantworten. Diese Beispiele sind für mich sehr eingängig und ich habe den Eindruck, sie auf meinen eigenen Fragen übertragen zu können.

Einige andere Rezensionen weisen darauf hin, dass man Vorkenntnisse haben müsse. Das kann ich schlecht beurteilen, da ich durchaus schon etliche buddhistische Literatur gelesen habe. Am Ende des Buches gibt es 9 Seiten Glossar mit zum Teil recht ausführlichen Erläuterungen. Zumindest kam mir das Buch nicht überfrachtet mit buddhistischen Begriffen vor, was ich bei anderen Büchern durchaus das Gefühl hatte.

Fazit

Nicht nur ein weiteres Buch zum Meditieren, sondern die realen, praktischen Erfahrungen eines buddhistischen Meditationslehrers eingängig und lebhaft erzählt. Wundervoll.

Weitere Rezensionen von mir gibt es unter https://belanahermine.wordpress.com/category/rezension/

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Rezension zu "Auf dem Weg" von Yongey Mingyur Rinpoche

Verlier dich nicht in Geschichten
virginiestorm_autorinvor einem Jahr

Die Hölle ist hier. Oder der Himmel. Je nachdem, welche Geschichte du dir selbst erzählst.

Spirituelle Bücher haben den Effekt, dass man nicht aufhören kann, sie zu konsumieren. Immer glaubt man, dort die abschließende Antwort zu finden: Wie kann ich für immer glücklich sein? Oder zumindest glücklicher als jetzt? Bin ich für immer glücklich, wenn ich den Sinn des Lebens gefunden habe? Was ist der Sinn des Lebens?

Das Problem ist, dass die Antworten nicht im Außen zu finden sind.

Der Sinn des Lebens ist, zu leben. Wie du das tust, bleibt dir überlassen. 

Diese Freiheit überfordert manche Menschen. 

Sie wollen Regeln und fühlen sich gut, wenn sie sich an die Regeln halten. Und vielleicht hoffen sie auch auf eine Belohnung von “oben”. Halten sie sich mal nicht an die Regeln, fühlen sie sich schlecht.

Sie wollen Antworten auf Fragen: “Warum ist die Person krank geworden?”, “Warum ist mir dies zugestossen?” Und die Fiktion liefert vermeintlich beruhigende Antworten.

Religionen, Parteien, Nationen bieten Narrative vom “wahren Sinn des Lebens” an. Die Wahrheit ist, dass ihn niemand kennt.

Daher finde ich den Titel “Eine Reise zum wahren Sinn des Lebens” irreführend. 

Es ist schwer, Freiheit und Nichtwissen auszuhalten.

Wie soll ich leben? 

Ich weiß es nicht. Entscheide selbst.

Warum ist dies und das passiert? 

Ich weiß es nicht. Lebe mit dem Nichtwissen.

Yongey Mingyur Rinpoche ist tibetischer Abt und seit seiner Kindheit extrem behütet aufgewachsen. Er hatte einen Diener, alle Mahlzeiten wurden für ihn zubereitet. Er musste selbst nie mit Geld umgehen.

Eines Nachts verlässt er sein Kloster, um auf Wanderschaft zu gehen.

Er reist in übervollen Zügen mit stinkenden Toiletten und schläft wie ein Bettler in einem Bahnhof. Da er wie ein einfacher Mönch gekleidet ist, wird ihm nicht mehr die gewohnte Achtung entgegengebracht.

Obwohl er in Meditation und den buddhistischen Lehren seit seiner Kindheit ausgebildet wurde, empfindet er Scham und Abneigung. 


Der Autor erzählt von Begegnungen mit anderen Reisenden, von Touristen aus Amerika und den Bestattungsritualen in Varanasi, setzt dies in Verbindungen mit Konzepten wie Identität, Vergänglichkeit und Karma. Er zeigt, wie er sich mit konkreten Meditationsübungen den Situationen und Emotionen stellt, statt ihnen auszuweichen.


Ein Beispiel:

Wir würden uns oft fragen “Wo sind meine Schlüssel? Wo ist mein Handy?” 

Dabei sollten wir uns genauso oft fragen: 

“Wo ist mein Geist?”


Gut fand ich, dass er sagte, die Hölle sei kein Ort, sondern ein Geisteszustand. Das Rad der Wiedergeburt ist das Rad, der sich immer weiterdrehenden Gedanken, die Wut oder Gier oder Angst hervorrufen.

Das Buch gibt einen Einblick in den tibetischen Buddhismus, die Wanderschaft eines Mönches und seinen Umgang mit der Welt und seinen Gedanken und Gefühlen.

Mir persönlich ist es nicht radikal und umfassend genug, um dem Leser eine abschließende Hilfestellung zu geben.

Als weiterführende Literatur empfehle ich “Die Seele will frei sein” von Michael A. Singer.

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Rezension zu "Auf dem Weg" von Yongey Mingyur Rinpoche

Auf dem Weg, die eigenen Grenzen auszuloten und auszudehnen
thursdaynextvor einem Jahr

Ich bin ja so die typisch westliche Glückssucherin und Weiterentwicklungsbegeisterte, egal ob Yoga, Schoki oder Waldgehen, Hauptsache, es tut mir in dieser Situation und diesem Moment gut. Es muss nur in mein atheistisches Weltbild passen und wissenschaftlich logisch, weitgehend ohne esoterischen Schnickschnack daherkommen. So kam ich auch zu meinem Lieblingsguru Brad Warner, der es übrigens hassen würde, als Guru bezeichnet zu werden, wenn er noch hassen könnte, denn da ist er schon längst locker drüber weg. Schreibt der erleuchtete  ZEN Meister doch ausdrücklich, dass wir keinem Guru folgen sollten. Was mich nie gestört hat, ich habe seine Bücher verschlungen und so begeistert wie halbherzig verinnerlicht, dass es mir immer wieder guttut nachzulesen. Allzu leicht frisst einen der Alltag und da ist ein wenig Seelestreicheln und Blickwinkel neu ausrichten immer wohltuend. Man kann den Buddhismus in fast allen seinen Erscheinungsformen als Nichtreligion mit Erleuchtungscharakter sehen, jegliche Perspektive steht einem allezeit frei und da ich mit Religion so gar nichts anfangen kann abgesehen von der Evolution und dem Urknall, und höhere Wesen für mich eher Elefanten und Giraffen und ab und an noch überzeugende Intellektuelle sind (yupp, es ist die Höhe, nothing else!)  und er mit wirklich lebenspraktischen Haltungen, Tipps und Tricks aufwartet, gönne ich mir ab und an ein wenig Auffrischung meines Geistes. Darunter fällt auch so etwas wie das Buch, mit dem meine Mitstreiterin „daslesendesatzzeichen“ kürzlich reüssierte. Eine GutTuChallenge halte ich für eine probate Idee, das eigene Glück zu forcieren und zu maximieren, zumal der Beginn eines neuen Jahres dazu bestens geeignet ist. Schon das Autofahren ist ja ein Gradmesser für die psychische Befindlichkeit und eignet sich trefflich zur Innenschau. Schimpfe ich lautstark über den Schleicher, Drängler, Kamikazepilot und Nichtblinker (Leute, blinken ist so einfach und besonders im Kreisverkehr ein echter Verkehrsflussbeschleuniger!) und erwische mich dabei, dann ist davon auszugehen, dass so ein wenig abgewandeltes Meditieren/Yoga, Waldspaziergang, ich nenne es gerne „Nabelschau“, angebracht ist.

 Zum Innenansichtkomplettcheck eignet sich auch das Buch des nepalesischen Yongey Mingur Rinpoche, der um aus der Komfortzone zu entweichen, „die Tibeter nennen das „Öl ins Feuer gießen“, bei uns heißt es eher, dem inneren Schweinehund entgegentreten, zwecks spiritueller Weiterentwicklung aus seinem Kloster flüchtet und sich mit 150 Dollar in der Tasche auf den Weg, macht dem Ziel näherzukommen. Auch für ihn gilt: „Der Weg ist das Ziel“. Seinen „Bodyscan“ habe ich prompt in mein Einschlafritual übernommen. Es funzt bestens.

Yongey Mingur Rinpoche mag keine lautstarken Menschenansammlungen, ist verwöhnt aufgewachsen, genießt hohes Ansehen und hat sich nie mit den alltäglichen Kleinigkeiten herumschlagen müssen, da er einer Linie tibetischer Mönche und Lehrmeister entstammt, die ihm von fühester Kindheit an den Weg vorgezeichnet und geebnet haben. Spiritualität ist sein Leben, er bricht bewusst und heimlich aus, um zu erleben, wieweit er mit seinem bisher erworbenen spirituellen Bewusstsein mit den Widrigkeiten die da harren mögen standhält. Das liest sich sehr authentisch, denn der Gute neigt zu nörgeliger Grübelei, kriegt aber immer wieder die Kurve, um mit ihn belastenden Situationen zurechtzukommen und lässt dabei en passant einige Weisheiten fallen. Witzigerweise ist er tatsächlich auf der Suche nach sich selbst: „Wer ist Mingur Rinpoche“, bei einem so anerkannten Lehrmeister hätte ich erwartet, dass er da schon vor einiger Zeit, er ist Mitte 30, selbst dahintergekommen wäre, aber offensichtlich sind bedeutende Buddhismuslehrmeister auch nur Menschen. 😉

Wie immer beim Buddhismus, geht es um das Loslösen vom Leid, wozu man sich des eigenen Sterbens immerzu bewusst sein sollte, um loslassen zu können. Seine „Ego-Suizid-Mission“ ist streckenweise sehr düster, denn die Sterblichkeit und Entropie, das Annehmen, die Bewusstmachung des Lebensendes ist Dreh- und Angelpunkt dieser Philosophie. Das kann bei uns Westlerinnen durchaus Abwehrgefühle hervorrufen, mir ist ein straighter „Guru“ auch lieber als ein über die miesen Umstände und Gerüche am Bahnhof quengelnder, doch Obacht, es sind etliche Perlen für die eigene Weiterentwicklung in diesem Buch zu finden und urteilen sollte Mensch ja auch nicht vorschnell. Viele wertvolle Gedankengänge und Lebensweisheiten, Anregungen zu Übungen und Selbstreflexionsgelegenheiten gibt für die Lesebegleiterinnen des Rinpoche zu entdecken, es lohnt sich durchaus, ihn auf seinem Weg zu begleiten, sich Ideen herauszusuchen, es ist für jede/n etwas dabei und seien es nur die pittoresken Straßen- und Landschaftsszenen, die hier vor dem geistigen Auge entstehen. „Auf dem Weg – Die Reise zum wahren Sinn des Lebens“ hat absolut das Potential sein Leben positiv zu verändern und sei es nur, anhand der Fesstellung, dass Nörgeln und Quengeln einen nicht weiterbringt, echt jämmerlich wirkt und auch weise Lehrmeister nicht davor gefeit sind. Natürlich steckt mehr dahinter, so hat es eine gewisse Grandezza wie uneitel Yongey Mingyur Rinpoche sich darstellt, damit verdeutlicht, dass Schwächen überwunden werden können und wie das möglich ist. Daher kann ich „Auf dem Weg“ guten Gewissens weiterempfehlen, würde interessierten Neulingen in der Materie und weniger konservativen Menschen aber unbedingt raten, sich zuvor mit Brad Warners bisher 3 auf deutsch erschienenen ZEN Büchern zu befassen. Sie sind spaßiger und uns hedonistischen Westlern ein gutes Stück näher. Hier findet ihr ein Interview mit Mr. Hardcore ZEN über sein neues Buch. lohnt sich schon wegen des Ausblicks auf seine hochkarätige Bücherwand 😉




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