Yorck Kronenberg Tage der Nacht

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Inhaltsangabe zu „Tage der Nacht“ von Yorck Kronenberg

Anton, emeritierter Professor aus Frankfurt, wird in seinem Haus an der Küste Englands Opfer eines Überfalls. Obwohl ihm und seiner Frau nichts geschieht, plagt Anton danach das Gefühl eigener Ohnmacht. Zunehmend fühlt er sich zurückversetzt in seine Kindheit: als Junge, in den Vierzigerjahren, war er den Eltern, den Nachbarn, den politischen Geschehnissen ausgeliefert. Unwissend war er damals schuldig geworden. Aufgewühlt verlässt Anton in einer schlaflosen Nacht sein Haus. Seine Wanderung entlang der Küste gerät zu einem Ringen mit den eigenen Dämonen. Bezwingend erzählt Yorck Kronenberg von einem Mann, dessen tragische Kindheit ihn bis ins Alter verfolgt

Durch den Schreibstil ist es monoton und andererseits durch die Handlung so flirrend und spannend.

— sarahsuperwoman

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  • Die Auseinandersetzung mit den Brüchen des eigenen Lebens lohnt sich

    Tage der Nacht

    WinfriedStanzick

    06. June 2016 um 12:12

    „Tage der Nacht“ ist der vierte Roman des 1973 geborenen Schriftstellers Yorck Kronenberg. Er erzählt, immer sehr geschickt zwischen Vergangenheit und  Gegenwart wechselnd, die Geschichte von Anton, einem pensionierten Literaturwissenschaftler aus Frankfurt, der eine Tages in seinem Haus in England Opfer eines Überfalls wird. Weder er noch seine Frau erleiden einen wirklichen Schaden, doch bei Anton löst dieser brutale Einschnitt in seinen Lebendalltag eine Art Schock aus, der die bisher verborgenen Geister seiner Vergangenheit hervorlockt.In einem wunderbaren Fluss und mit einer Sprache, die einen bald schon nicht mehr loslässt, lässt Yorck Kronenberg die Vergangenheit und die Gegenwart immer wieder ineinander fließen und erzählt eine bewegende Geschichte vom Suchen, vom Verlieren und vom Finden. Von der Sehnsucht nach Halt und Geborgenheit im Leben.Er lässt Anton sich als Person Stück um Stück, Erinnerung um Erinnerung langsam wieder zusammensetzen. Und er lässt ihn  Frieden schließen mit vergangenen Nächten, die seine Gegenwart verdunkelten. Das Buch zeigt, dass sich noch im hohen Alter die Auseinandersetzung mit den Brüchen des eigenen Lebens lohnt. So kann man dann auch versöhnt und friedlich sterben.

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  • Tage der Nacht

    Tage der Nacht

    Arizona

    15. December 2015 um 09:29

    Dieser Roman handelt von einem älteren Mann, der seit einem Überfall in seinem Ferienhaus in England unter Angstzuständen leidet. Hier ein Auszug von der ersten Seite: „Erst seit dem Überfall liegt er wieder viel wach: Er ist ein alter Mann und er lebt mit seiner jungen Frau in einem Landhaus im Westen Englands. Er hat sein ganzes Berufsleben über als Literaturwissenschaftler gearbeitet, und manchmal, wenn der Wind so stark gegen die Fenster schlägt, dass er nicht schlafen kann oder wenn der Nachbarshund in seiner Hütte zu heulen beginnt wie ein Wolf, formuliert er in seinem Kopf Sätze, die sein Leben zusammenfassen; er beschreibt den Vater, der lange tot ist, seine erste Frau...“ Anton, 80 Jahre alt, leidet unter Schlaflosigkeit, seit er und seine Frau von Einbrechern in ihrem Haus an der Küste Englands überfallen wurden. Nun schweifen seine Gedanken immer wieder auch zurück in seine Kindheit, die vom Alkoholkonsum seines Vaters und den damit verbundenen Eheproblemen der Eltern sowie auch den politischen Verhältnissen in den 30/ 40er Jahren in Deutschland überschattet war. Seit dem Überfall kommen diese verdrängten Erinnerungen aus seiner tragischen Kindheit wieder hoch in sein Bewusstsein. Die Handlung des Romans verläuft wie folgt: In einer schlaflosen Nacht begibt sich Anton auf eine Wanderung entlang der Küste und den Klippen, wobei seine Gedanken vom Überfall immer wieder in seine Kindheit wegdriften. Dabei ist die Erzählung immer sehr sprunghaft, ein paar Sätze schildern, wie er auf den Klippen herumklettert, dann ein paar Bruchstücke über den Überfall, dann folgen einige Episoden aus seiner Kindheit. Es wirkt, als ob sich die Gegenwart und die Vergangenheit in Antons Kopf vermischen. Die Sprache ist zwar schön, aber es ist auch sehr monoton erzählt, vor allem die Beschreibungen der Küste wiederholen sich oft. Dadurch lässt sich das Buch nicht besonders flüssig lesen, ich habe mich schon etwas durch die Seiten gequält. Am interessantesten waren die Episoden aus der Kindheit, die Szenen am Strand waren mir eher zu zäh. Es wird schon plausibel, warum es Anton so schlecht geht seit dem Überfall, er fühlte sich den Tätern so schutzlos ausgeliefert, wie ohnmächtig - so wurde er an die Schwäche, die er in seiner Kindheit verspürte erinnert, sowohl gegenüber dem Vater als auch gegenüber den politischen Verhältnissen der Nazizeit. Aber alles in allem war es mir einfach zu monoton, die Handlung in Form eines endlosen Monologs, mit den vielen Wiederholungen und der eintönigen Erzählweise. Den Titel „Tage der Nacht“ sowie das Titelbild finde ich übrigens wunderschön, und auch sehr passend zum Roman.

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  • Gewisse Monotonie gleichzeitig flirrend und spannend

    Tage der Nacht

    sarahsuperwoman

    08. October 2015 um 19:31

    „Tage der Nacht“ von Yorck Kronenberg hat etwas Magisches an sich. Er erzählt die Geschichte vom kleinen sowie großen Anton. Eigentlich ist das ganze Buch fast schon ein einziger Monolog – ein Gedanke und eine Erinnerung an Antons Kindheit. Durch einen Überfall in Antons Haus holt seine Kindheit ihn wieder ein. Ein gewisses Trauma, das er durch den Überfall und durch die Geschehnisse in seiner Vergangenheit wieder aufholt, damit er Frieden finden kann. Ich war schon von Anfang an sehr skeptisch, vor allem da die Kindheit von Anton zu Hitlers Zeiten spielt und ich mich schon fragte, ob vielleicht der Führer sehr viel thematisiert wird. Ich wurde überrascht, denn das ist absolut nicht der Fall. Es trägt nur zu der Atmosphäre im Buch bei, was ich absolut schätzen gelernt habe. Das Besondere an diesem Buch ist, dass das Buch eine gewisse Monotonie durch den Schreibstil, den Gedanken und der „Handlung“ bekommt. Gleichzeitig wird aber durch Tonis Kindheit die ganze Geschichte flirrend und spannend. Ich habe so oft mit ihm mitgefiebert, war selbst erschrocken, verletzt oder habe mit ihm gelacht als er beflügelt war. Ich habe für das Buch nur zwei Tage gebraucht, was für mich ein super Schnitt ist – vor allem wenn ich erkältet bin. Wer sich selbst in einem wirren Gedankenwusel und eigentlich doch klaren Umgebung wiederfinden will, sollte das Buch einfach selbst lesen. Ich legte – genau wie Toni – die bösen Geister einfach ab und habe mir verziehen.

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