Young-ha Kim

 3.3 Sterne bei 32 Bewertungen
Autor von Das Gottesspiel, Aufzeichnungen eines Serienmörders und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Young-ha Kim

Cover des Buches Das Gottesspiel9783453810853

Das Gottesspiel

 (20)
Erschienen am 04.09.2006
Cover des Buches Aufzeichnungen eines Serienmörders9783944751221

Aufzeichnungen eines Serienmörders

 (7)
Erschienen am 18.02.2020
Cover des Buches Im Reich der Lichter9783453405448

Im Reich der Lichter

 (4)
Erschienen am 07.07.2008

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Rezension zu "Aufzeichnungen eines Serienmörders" von Young-ha Kim

Ein letzter Mord
katzenminzevor 3 Monaten

Byongsu Kim ist 70 Jahre alt und dement. Er wird immer vergesslicher, behilft sich mit Notizzetteln und einem Aufnahmegerät. Doch in einem Punkt ist er sich ziemlich sicher: In seinem Viertel treibt ein Serienmörder sein Unwesen und der hat es auf seine Tochter Unhi abgesehen. Byongsu Kim kennt sich da aus, er war nämlich selbst jahrelang Serienmörder und wäre es wohl noch immer, wenn seine Tochter nicht wäre. Nun muss er ein letztes Mal morden, um Unhi zu retten. Wenn er durch seine voranschreitende Demenz nur nicht immer wieder seinen Plan vergessen würde!

In kurzen Absätzen und aus der Ich-Perspektive erleben wir Byongsu Kims Kampf um sein Gedächtnis. Dabei wirkt er abgeklärt, intelligent, kühl aber noch recht gut beieinander. Er ärgert sich selbst am meisten über seine Erinnerungslücken, philosophiert hier und da über das Ich und schwelgt in seinen kostbaren Erinnerungen an seine Morde. Da diese schon einige Jahre her sind, werden ihm diese, so hofft er, noch etwas erhalten bleiben. Nur die Jagt auf Jutae Park, den Mann, der in seinem Revier wildert, die vergisst er immer wieder.

Young-Ha Kim ist mit „Aufzeichnungen eines Serienmörders“ ein besonderer Roman gelungen. Mal spannend wie ein Krimi, dann wieder philosophisch. Und immer steht wie Frage im Raum: Kann man Kim trauen? Bildet er sich etwas ein? Hat er etwas wichtiges vergessen? Dabei ist Kim zwar kein Sympathieträger aber irgendwie fasst man mit der Zeit trotzdem Zuneigung zu diesem reuelosen Mörder.

Die Gestaltung des Buches hat nochmal ein extra Lob verdient: Zum einen liebe ich die Radierung auf dem Cover aber auch unter dem Schutzumschlag wurde viel Liebe ins Detail gesteckt. So finden sich auf dem Umschlag verschwimmende Gedanken Kims und die Seitenzahlen werden zum Ende hin, wie Kims Gedächtnis, immer blasser.

Dieses Buch war eine tolle Abwechslung in meinem „Lesealltag“. Ich wurde gut unterhalten, wurde überrascht und habe ein bisschen was über koreanische Geschichte gelernt. Den Cass-Verlag werde ich mir definitiv merken!

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Rezension zu "Aufzeichnungen eines Serienmörders" von Young-ha Kim

Tödliche Erinnerungslücken
aus-erlesenvor 3 Monaten

Byongsu Kim befindet sich seiner Meinung nach in der dritten Phase seines Lebens. Nach Kindheit und Erwachsensein genießt er nun das Rentnerleben. Doch das Leben hält eine vierte Phase für ihn parat: Das Vergessen. Alzheimer. Was gestern war, liegt im Nebel. Bald auch das, was einmal war. Byongsu Kim ist aber ein normaler Rentner. Und seine Erwachsenenphase war es keinesfalls. Denn er war Killer. 

Alles begann als er mit sechzehn den prügelnden Vater das Handwerk legte. Es folgten Jahrzehnte des Mordens. Unhi, seine Tochter, ist mehr oder weniger direkt die Folge seines Berufes. Er adoptierte sie als ihre Mutter nicht mehr ihre Mutter sein durfte, so Byongsu Kims Wille. Das Leben plätschert so vor sich hin. Bis er eines Tages Jutae Park begegnet. Offensichtlich ein Kollege. Byongsu Kim kann es noch erkennen, ob jemand aus seiner Gilde seinen Weg kreuzt. Und immer öfter kreuzt Jutae Park in der Nachbarschaft auf. 

Und das gerade jetzt, als Unhi ihrem Vater den neuen Mann an ihrer Seite vorstellen möchte. Offenbar ein Jäger – das schließt Byongsu Kim aus dem Fahrzeug. Doch er erkennt den Mann nicht. Nicht sofort. Denn der Mann, der Unhi einmal heiraten will, ist Jutae Park. Der Mann, den Byongsu Kim umbringen muss, damit der nicht mit ihm oder Unhi dasselbe tun kann. Und das muss schnell gehen, bevor Jutae Park endgültig aus dem Gedächtnis des pensionierten Killers verschwindet.

Die Zeilen, das Tagebuch, das der Killer Byongsu Kim führt, klingt schlüssig. Er hat in seinem Leben viele Menschen umgebracht. Aus Reue hat er die Tochter eines der Opfer zu sich genommen. Im Alter lässt sein Gedächtnis nach, zur Vorbeugung führt er Tagebuch. Und der Jutae Park ist der Geheimnisvolle, der Mann im Dunkeln, der, den Byongsu Kim – als letzten Akt – beseitigen muss. Doch es ist alles ganz anders!

In Korea waren King Young-Has „Aufzeichnungen eines Serienmörders“ die Buchsensation des Jahres. Er selbst ist ein gefeierter und geehrter Autor. Endlich nun ist dieses Werk auf Deutsch erhältlich. Was wie ein Katzenjammer beginnt wandelt sich im Laufe des Umblätterns in einen Thriller noir, der weltweit seinesgleichen sucht. Je weiter man im Tagebuch blättert, je deutlicher wird der Widerspruch zwischen Realität und Einbildung – wunderbar durch die immer mehr verblassende Schwärze der Seitenzahlen. Wenn das Gedächtnis einem so viele Streiche spielt, dass man schlussendlich nur noch eine Wahl hat - zu kapitulieren – kann man als Leser nur hoffen, dass der Wahnsinn kein Ende findet. Die Erlösung wird dem Protagonisten verwehrt, dem Leser steht ein überraschendes Ende bevor…


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Rezension zu "Das Gottesspiel" von Young-ha Kim

Rezension zu "Das Gottesspiel" von Young-ha Kim
Auroravor 9 Jahren

Der Klappentext klingt vielversprechend und scheint mal ein ganz anderer Krimi zu sein. Doch vom Inhalt des Buches war ich allerdings mehr als enttäuscht. Das, was nämlich im Klappentext zu lesen ist, erfährt der Leser im Buch nicht so konkret, sondern eher zwischen den Zeilen - oder eben aus dem Klappentext, sollte man diesen vorher gelesen haben. Zumal erst in der Ich-Form geschrieben wurde, zwischendurch jedoch in der Erzähl-Form aus der Sicht von zwei Männern, deren Namen lediglich mit C und K angegeben sind, von denen man also nichts weiß, außer dass sie Brüder sind. Außerdem geht es da mehr um Frauen als um Mord bzw. Selbstmord. Ich fand das Buch daher sehr verwirrend und hatte mir eigentlich mehr davon erhofft. Wer also einen »Skandalroman«, wie er auf dem Klappentext bezeichnet wird, bei dem es um die Hilfe zum Selbstmord geht, wird sicherlich auch enttäuscht sein.

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