Young Ha Kim Fünf Jahre danach

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Inhaltsangabe zu „Fünf Jahre danach“ von Young Ha Kim

Bo hat eine Brustkrebserkrankung überstanden. Es heißt immer, danach sei alles wie vorher. Raus aus der Chemo, rein ins Leben! Doch nichts ist wie zuvor. Sie sitzt mit Iljana in einem italienischen Straßencafé. Iljana ist im zweiten Jahr der Rekonvaleszenz nach Schilddrüsenkrebs. Eine von Bos Kurzgeschichten hatte ihr durch den Therapie-Marathon geholfen. Sie versucht Bo zu überreden, ein Buch zum Thema zu schreiben, eins dieser Mutmachbücher. Später kommen andere Freundinnen hinzu, beteiligen sich an den Überredungsversuchen. Bo weigert sich. Doch während dieser Stunden im Café überschwemmen sie die Erinnerungen.

Krebs kennt keine Nichtbetroffenen. Ein wichtiges Buch, das sich auch noch sehr gut lesen lässt und das Schmunzeln nicht verbietet.

— IngeLuett
IngeLuett

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    Fünf Jahre danach
    IngeLuett

    IngeLuett

    13. July 2014 um 11:40

    Diese Ijana! Kann sie Beate denn nicht einfach in Ruhe lassen? Das sollten doch Ferien werden! "Komm", hatte Ijana gesagt, "komm nach Italien. Besuch uns, Robi und mich. Ausspannen. Dolce far niente in der Nachsaison. Da wird superschön." Aber hat sich was mit superschön. Hat sich was mit Dolce far niente. Hat sich was mit Ausspannen. Kann Ijana sie nicht einfach in Ruhe lassen? Kann sie nicht. "Schreib das Buch", sagt sie. "Für mich. Du bist doch Autorin." Autorin? War ich, sagt sich Beate. Aber was bin ich jetzt? Ich kann längst nicht mehr. Und ausgerechnet Ijana verlangt es von mir. Dabei weiß sie doch Bescheid. Gut, bei ihr ist es erst zwei Jahre her. Bei mir ist es "Fünf Jahre danach". Ich gelte als gesund. Und nun? Leben wie zuvor? Wie könnte das denn gehen? Krebs ist eine Lektion, die nicht entlernt werden kann. Und jetzt soll ich noch einmal durch diese Hölle? Freiwillig? Mich erinnern, an all das, was ich auch vergessen habe? Ijana lässt nicht locker. Hin und her geht die Auseinandersetzung. Die beiden kämpfen mit Worten, mit Argumenten, mit Fakten und Gefühlen. Das alles findet vor idyllischer Kulisse statt. Ein Café, irgendwo in Venetien, Antipasti, Brot und Olivenöl auf dem Tisch, gegenüber vor der Kirche plätschert ein Brunnen, Mopeds knattern, wie papageienbunte Zugvögel schwärmt eine Schar Fahrradtouristen über die Piazza. Trotzdem bleiben Ijana und Beate unerbittlich. Bis zum Schluss bleibt offen, ob das Buch geschrieben werden wird - und ob die vier Freundschaften in diesem Roman den Nachmittag überstehen können, ist lange Zeit ebenfalls fraglich. Wer hätte gedacht, dass ich jemals freiwillig einen Roman über Krebs lesen würde? Es ist und bleibt ein Tabuthema - und es kennt keine Nichtbetroffenen. Wen es nicht selbst erwischt, hat jemand in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis, ist beruflich involviert oder darf als Teil der Gesellschaft sehen, dass Gesundheit eben nicht der Normalzustand ist, sondern ein Geschenk, mit der es auch bei achtsamsten Leben von heute auf heute Nachmittag vorbei sein kann. "Fünf Jahre danach" ist kein leichtes Buch. Aber es liest sich leicht. Der Autorin Sandra Wöhe gelingt es, das schwierige Thema so zu verpacken, dass die Oberfläche der Geschichte durchsichtig wird und der Blick tief hinab gehen kann - ohne dass der Lesegenuss unnötig schwer wird. Die Atmosphäre ist aufgeladen statt überfrachtet, die Figuren sind plausibel und dermaßen plastisch, dass ich mich dabei erwische, etwas von dem lesen zu wollen, was diese Beate Berthold so geschrieben hat. Ihre Fähigkeit, die Waage zwischen Leichte und Schwere auszuhebeln und beides als das Entscheidende zu gewichten, hat Sandra Wöhe bereits in ihrem Familienroman "Die indonesischen Schwestern", ebenfalls aus dem konkursbuchverlag Claudia Gehrke, bewiesen. Das Buch fragte nach Integration, Assimilation und Identität. Nun also Krebs. Und wieder ein Unterhaltungsroman. Frau Wöhe, Sie legen die Latte gewaltig hoch. Ist das der wahre Grund, warum Beate so zögert?

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  • Die Herausforderungen der Rekonvaleszenz

    Fünf Jahre danach
    Rosha

    Rosha

    07. April 2014 um 18:11

    In diesem Buch treffen Gegensätze aufeinander: Dolce Vita und Krankheit, Lebenslust und Angst, Gewissheit und Fragen. Trotzdem ist es kein zerrissenes Buch. Es vereint die Widersprüche, erklärt und öffnet eine Tür in eine andere Welt. Man kann diese Welt als Wissender betreten, als jemand, der bereits mit der Geißel Krebs leben musste oder immer noch lebt. Ebenso willkommen ist der Unwissende, der trotz der Gnade der Gesundheit wissen will oder wissen muss, wie die andere Seite aussieht. Denn genau das ist das Ziel dieses Buches: zu zeigen, wie es sein kann. Die Autorin arbeitet mit einem raffinierten Kniff: Dieses Buch zeigt die Entstehung dieses Buches. Ijana versucht ihre Freundin, die Autorin Beate zu überreden, ein Buch über ihre Rekonvaleszenz zu schreiben. Über ihre ganz persönlichen Erfahrungen, um anderen damit zu helfen, ihnen Orientierung und eine Stütze zu bieten. Beate ist strikt dagegen. Sie will so ein Buch nicht schreiben. Sie kann so ein Buch nicht schreiben, glaubt sie. Warum das so ist, erklärt sie Ijana und somit auch uns Lesern. Wir verstehen, welche Stürme in Beate toben, wir erfahren, wie ihr ganz persönlicher Kampf des Gesundwerdens aussah. Der Handlungszeitraum des kompletten Buches umfasst lediglich einen einzigen Tag. Der Handlungsort ist ein kleines Café in Italien. Diese Statik ist der beruhigende Ausgleich für die bewegten Geschichten, die uns von Beate und Ijana erzählt werden. Beate und Ijana sind sehr unterschiedliche Frauen, doch ihre Krankheit vereint sie. Sie sind Krebsschwestern. Sie reden, essen, trinken, streiten, lachen, schweigen und flirten miteinander. Nicht zuletzt geht es auch um die Liebe. Beide haben Partnerinnen, die sich bemühen, die verstehen wollen, doch fällt es Beate und Ijana so schwer, diese geliebten Menschen hinter die Krebsbarriere blicken zu lassen. Ungewöhnlich und für mich zum Teil gewöhnungsbedürftig ist die Erzählperspektive. Wild wird zwischen Ich-Perspektive und personaler Erzählweise hin und her gesprungen. Ich denke, dies ist dem Thema geschuldet, schafft bei manchen Passagen einen emotionalen Abstand, der vielleicht nötig war. Mich hat es zum langsamen Lesen gezwungen und auch das war gut. Man sollte bei diesem Buch nicht durch die Zeilen jagen. Trotz der Schwere des Themas ist der Autorin ein leichtes Buch gelungen. Eines, das Mut macht. Ich bin froh, es gelesen zu haben.

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