Nebelmord

von Yrsa Sigurdardottir 
4,4 Sterne bei74 Bewertungen
Nebelmord
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Lavendel3007s avatar

Beklemmend, aber schwächer als andere ihrer Bücher

Günter-ChristianMöllers avatar

Spannung bis zum Tod

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Inhaltsangabe zu "Nebelmord"

Sie ist Ingenieurin. Sie ist Schriftstellerin. Sie ist Isländerin.

Yrsa Sigurdardóttir ist Islands Nummer1 - Bestsellerautorin.

Plötzlich fiel ihm wieder ein, wie der Traum endete. Sie waren ursprünglich vier Reisende gewesen. Aber nur zwei kehrten an Land zurück. Nur dumm, dass er sich nicht erinnern konnte, ob er selbst einer von ihnen gewesen war.

Die Leuchtturminsel war ein winziger Punkt in den eiskalten und aufgewühlten Wellen des Atlantiks. Hier, auf dieser winzigen Schäre vor Islands Südküste, würden sie einen Tag und eine Nacht verbringen. Doch in dieser ersten Nacht tobt ein Unwetter, und am nächsten Morgen ist einer von ihnen verschwunden. Zur gleichen Zeit verschwindet in Reykjaviík eine Familie…

Der neue Island-Thriller von Yrsa Sigurdardóttir hat alles, was eine nervenzerreißende Lektüre braucht: typisches Island-Flair, spektakuläre Kulisse und eine aufwühlende Geschichte.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596030651
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:23.10.2014
Das aktuelle Hörbuch ist am 23.10.2014 bei Argon Verlag erschienen.

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    Blackfairy71s avatar
    Blackfairy71vor einem Monat
    Mein zweiter Island-Thriller

    Der Fotograf Helgi und drei weitere Personen sollen eine Nacht und einen Tag auf einer kleinen Leuchtturminsel vor Island verbringen, um dort Wartungsarbeiten durchzuführen. In der Nacht zieht ein Sturm auf und am Morgen ist einer von ihnen tot. Nur einer der Überlebenden kann der Mörder sein.
    Zur gleichen Zeit geschehen in einem Haus in Reykjavik merkwürdige Dinge. Noi und Vala kommen aus einem Florida-Urlaub zurück. Sie haben für zwei Wochen ihr Haus mit einem amerikanischen Ehepaar getauscht und finden bei ihrer Rückkehr Hinweise, dass diese vielleicht gar nicht wieder abgereist sind.
    Und dann ist da noch Polizistin Nina, deren Mann nach einem Selbstmordversuch im Koma liegt. Eine Chance, dass er wieder aufwacht, gibt es nicht und Nina muss nun eine schwere Entscheidung treffen...

    Im Wechsel werden hier drei Handlungstränge erzählt, am Beginn jedes Kapitels steht das Datum. Zunächst läuft alles mehr oder weniger parallel und man fragt sich natürlich, was das alles miteinander zu tun hat. Zum Ende hin werden die drei Geschichten dann zu einer Auflösung zusammengeführt. Dieses Hinhalten und der Wechsel in fast jedem Kapitel, hält natürlich die Spannung aufrecht und den Leser am Ball.

    Der Autorin gelingt es hervorragend, die düstere Stimmung rüber zu bringen, die Beschreibung des isländischen Winters tut ihr Übriges. 

    Nach "Geisterfjord" ist dies mein zweiter Thriller von Yrsa Sigurdardottir und auch "Nebelmord" hat mir sehr gut gefallen. Er hat alles, was man von einem nordischen Krimi erwartet. 

    Kommentare: 2
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    Lavendel3007s avatar
    Lavendel3007vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Beklemmend, aber schwächer als andere ihrer Bücher
    Leuchtturm im Nebel

    >> Plötzlich fiel ihm wieder ein, wie der Traum endete. Sie waren ursprünglich zu viert gewesen. Aber nur zwei von ihnen kehrten an Land zurück. Nur dumm, dass er sich nicht erinnern konnte, ob er selbst einer von ihnen gewesen war. <<

    Die Leuchtturminsel war ein winziger Punkt in den eiskalten und aufgewühlten Wellen des Atlantiks. Hier, auf dieser winzigen Schäre vor Islands Südküste, würden sie einen Tag und eine Nacht verbringen. Doch in dieser ersten Nacht tobt ein Unwetter, und am nächsten Morgen ist einer von ihnen verschwunden. Zur gleichen Zeit verschwindet in Reykjaviík eine Familie…

    Der Island-Thriller von Yrsa Sigurdardóttir hat alles, was eine nervenzerreißende Lektüre braucht: typisches Island-Flair, spektakuläre Kulisse und eine aufwühlende Geschichte.

    Nina leidet unter dem Selbstmord ihres Mannes Pröstur, Noi kehrt mit seiner Familie vom Urlaub in den USA zurück und Helgi landet mit drei weiteren auf der Felseninsel am Leuchtturm im Atlanik.
    Yrsa Sigurdardóttir erzählt uns aus diesen drei Perspektiven.
    Anfangs könnte man meinen, inwiefern sollen denn diese drei Stränge zusammenlaufen?! Außer Frage steht, Pröstur hat tatsächlich Selbstmord begangen, aber warum? Was hat es mit dem Einbruch bei Noi auf sich und dem verschwinden der Amerikaner? Wie reagieren Menschen aufeinander die auf engesten Raum auf einen Helikopter warten müssen? Grausame Dinge geschehen und Yrsa schafft Raum in unseren Köpfen um uns dies Vorzustellen. Ihr Stil zu schreiben überzeugt, zieht uns in den Bann und überwältigt uns mit unguten Gefühlen. Was stimmt hier nicht?! Die Überraschung und die Zusammenhänge kommen in dem Moment in dem ihr es nicht erwartet. Dennoch habe ich schon andere Bücher von ihr gelesen, die ich besser fand, (zb Seelen im Eis, mein Favorit).

    Das Setting allerdings ist mal wieder atemberaubend. Ihr spürt den Wind, die Wellen, die Enge auf der Felseninsel. Man traut sich kaum sich zu bewegen, denn tut man es könnte man in den tiefen Abgrung stürzen. Das beklemmende Gefühl, jemand könnte dich beobachten macht sich breit und dann ist da noch die Garage.

    Das Ende ist rund und plausibel, allerdings war ich auch ziemlich überrascht. Auch wenn ich der Meinung bin das dieser Roman etwas schwächer war als ihre Anderen ist er spannend, düster und lesenswert.

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    Günter-ChristianMöllers avatar
    Günter-ChristianMöllervor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Spannung bis zum Tod
    Der Weg in den Abgrund

    Eine kleine Gruppe Menschen hat ein paar Tage auf einer kleinen Felseninsel vor der Küste Islands verbracht. Doch nur zwei von der Gruppe überleben. Und einer der Überlebenden ist verletzt worden, anscheinend mit einem Messer. Wie konnte es dazu kommen.

    Es gibt in der Geschichte drei Erzählstränge.

    Der erste verfolgt die Ereignisse auf der kleinen Felseninsel vor der Küste, auf der sich eine Leuchtturmstation befindet, die gewartet werden soll.

    Der zweite Strang folgt den Erlebnissen und Problemen der Polizistin Nina, die unter dem Selbstmord ihres Mannes Pröstur leidet und unter dem Mobbing einiger Kollegen.

    Der dritte Strang folgt dem Leben der Familie um den IT-Experten Noi, seiner Frau Vala und deren Sohn Tumi.

     

    Die Geschichte ist unwahrscheinlich spannend. Und auch sehr sehr düster, passend zum Breitengrad, auf dem die Vorkommnisse sich ereignen. Nois Reaktion auf einen offensichtlichen Einbruch in seinem Haus fand ich nicht sehr nachahmenswert:

    „Noi rief sich ins Gedächtnis, wie die Möbel hinter der Tür angeordnet waren, holte tief Luft und tastete sich weiter. Dabei malte er sich aus, wie der Einbrecher mit einem Baseballschläger oder einem Messer bewaffnet seiner harrte.“

    Ich dachte beim Lesen, dass es vielleicht schlauer wäre, sich zur Haustür zurückzuziehen und dort die Polizei anzurufen, um da das sich nähernde Tatütata abzuwarten. Und dann den flüchtenden Einbrecher beim Verlassen des Hauses um eine Zigarette oder Feuer zu bitten. In der IT-Welt hätte man gesagt, er hat den ersten Bug so gelassen und einen zweiten probehalber dazu gesetzt.

    Aber Menschen machen Fehler. Gefangen in ihren kultivierten Sicherheitsgefühlen.

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    Karin_Kehrers avatar
    Karin_Kehrervor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Düsterer, spannender Island-Krimi mit drei verwobenen Handlungssträngen.
    Düsterer Island-Krimi

    Eine winzige Insel, darauf ein Leuchtturm. Vier Personen sollen dort zwei Tage und Nächte verbringen. Doch dann verschwindet einer von ihnen.In Reykjavik wird ein amerikanisches Ehepaar vermisst und die Polizistin Nina muss sich damit abfinden, dass ihr Mann nach einem Selbstmordversuch nicht mehr aus dem Koma erwachen wird. Wo liegt der Schlüssel? Was verbindet die Fälle?
    Drei Handlungsstränge sind in diesem Island-Krimi miteinander verflochten, die über eine weite Strecke scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Erst am Ende zeigt sich, wie alles zueinander passt.Die Szenen auf der Insel wirken unheimlich und klaustrophobisch. Die Charaktere mögen sich von Anfang an nicht, die schlechten Witterungsbedingungen bringen sie zusätzlich an ihre Grenzen.Die Familie in Reykjavik, die den Urlaub in Florida verbracht hat und nach einem Haustausch nun zurückkehrt, stellt fest, dass irgendetwas nicht stimmt. Ein Unbekannter scheint sie zu beobachten, die Gäste sind verschwunden.Die Polizistin Nina will herausfinden, warum ihr Mann Selbstmord begehen wollte und muss sich ebenfalls ihren Ängsten stellen.Jeder Strang für sich trägt unterschwellige Spannung mit sich, die einfach dazu zwingt, weiter zu lesen.Kurz irritiert hat mich der Zeitablauf, denn die Ereignisse auf der Leuchtturminsel werden zwar zwischendurch erzählt, spielen sich aber eigentlich am Ende der Geschichte ab.Das Ende kommt ziemlich abrupt und bleibt offen, was mich ein wenig gestört hat. Es wirkt, als ob die Autorin entweder keine Lust oder keinen Platz mehr hatte, um die Story fertig zu schreiben.

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    loralees avatar
    loraleevor 9 Monaten
    Spannend bis zur allerletzten Zeile

    Yrsa Sigurdardottir schafft es innerhalb kürzester Zeit eine spannungsgeladene Stimmung heraufzubeschwören, die mir Gänsehaut macht. 

    Schon auf der ersten Seite beschwört sie eine Stimmung, die nichts Gutes verheißt. Vier Personen sitzen in einem Leuchtturm fest, auf engstem Raum, im Nebel. Und irgendwie kippt die Stimmung ins Negative. 

    Drei parallel verlaufende Erzählstränge, die anscheinend nichts miteinander zu tun haben, führen durch den Roman. Jede Geschichte für sich ist spannungsgeladen und könnte einen eigenen Krimi füllen. Das Besondere daran ist, dass Yrsa sich Zeit lässt und jeden Strang detailliert ausleuchtet. Bis zum Schluss hat man als Leser das ungute Gefühl, dass irgendetwas nicht richtig zusammenpasst. Und dann kommt der Überraschungsmoment, der die Puzzleteile neu mischt und sie ein ganzes neues grausames Bild ergeben. 

    Ein stimmungsvoller, empfehlenswerter Krimi.





    Kommentare: 1
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    NiWas avatar
    NiWavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Es ist gruselig, spannend und zieht einen in ein atemberaubendes Setting mit einer gespenstischen Atmosphäre rein.
    Gruselig, spannend und ein atemberaubendes Setting

    Auf einer winzigen isländischen Insel im Atlantik soll eine Gruppe Menschen den Leuchtturm warten. Am nächsten Tag ist einer von ihnen verschwunden.
    Zur gleichen Zeit hat sich auch in Reykjaviík eine Familie in Luft aufgelöst ...

    Yrsa Sigurdardóttir gilt als Islands Nummer 1 und nachdem ich dieses Buch von ihr gelesen habe, muss ich dem einfach zustimmen.

    In ihrem Thriller „Nebelmord“ fließt wieder das besondere isländische Setting ein. Vier Personen werden per Hubschrauber auf eine winzige Insel gebracht, weil sie den Leuchtturm darauf warten sollen. Ohne dieses Buch gelesen zu haben, kann man sich nicht vorstellen, wie klein dieses Stück Fels im Atlantik wirklich ist. Aber beim Lesen spürt man den Nebel und den Wind, hört die erbarmungslosen Wellen und die Gischt, wie sie gegen die Klippen schlägt. Auf dieser Schäre kann man sich zu viert kaum bewegen, ohne auf den anderen zu treten und nach einer ungemütlichen, von Unwettern geplagten, Nacht, ist auf einmal einer verschwunden!

    In einem zweiten Erzählstrang ist man bei einer isländischen Familie zu Gast, die nach ihrem wohlverdienten Urlaub sonnengebräunt ins kalte Island zurückkehrt. Doch diese Familie wird von ihrer Rückkehr an von merkwürdigen Ereignissen und bedrohlichen Nachrichten gequält, die sie nach und nach nicht nur an ihrem Verstand zweifeln lassen, sondern ihnen auch gehörige Angst einjagen.

    Außerdem begleitet man auch eine junge Polizistin. Ihr Mann hat sich vor Kurzem in der Garage erhängt.

    Ich bin in alle Erzählstränge gleichermaßen versunken und könnte nicht sagen, welcher davon fesselnder war. Auf dem Eiland mitten im Meer hat schon allein das bedrohliche Ambiente für Spannung gesorgt. Gleichzeitig mochte ich es sehr, in die Normalität einer Reykjaviíker Familie einzutauchen, die sich langsam zu mysteriöser Spannung hochgeschaukelt hat. Aber es war genauso fesselnd, mit der Polizistin Nína den Weg aus der Trauer zu finden und der drückenden Stimmung ihrer Wohnung zu entfliehen.

    Egal ob nun Helgi auf der Leuchtturminsel, Noí mit seiner Famile in Reykjaviík oder Nína beim Versuch ihr Leben in den Griff zu bekommen, alle Figuren sind von einer unheimlich Authentizität geprägt, die mich richtig beeindruckt hat.

    Die Handlung selbst war typisch für die Autorin. Wenn man schon Bücher von ihr gelesen hat, bekommt man relativ schnell eine Ahnung, wie die Perspektiven zusammenhängen. Trotzdem hat das der Spannung keinen Abbruch getan, sondern weiter die Stimmung angeheizt, weil man sich dennoch vieles nicht erklären kann.

    Das Ende war trotzdem überraschend und hat mich fast umgehauen. Yrsa Sigurdardóttir lässt die Geschichte plausibel und rund zu Ende gehen und setzt dem Ganzen jedes Mal eine weitere Krone auf, die mich auch diesmal verblüfft zurückgelassen hat.

    „Nebelmord“ ist gruselig, spannend und zieht einen in ein atemberaubendes Setting mit einer gespenstischen Atmosphäre rein. Für Leser, die eine düstere Schauerstimmung mögen und sich in der zerklüfteten Landschaft Islands gruseln wollen, ist auch dieses Buch der Autorin absolut empfehlenswert!

    Kommentare: 12
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    Bücherwahnsinns avatar
    Bücherwahnsinnvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Spannend, düster, atmophärisch... Ich kann auch dieses Buch wieder nur empfehlen!
    Nebelmord

    Meine Gedanken zum Buch
    Yrsa Sigurdardottir schreibt atmosphärisch! Auch dieses mal kann sie die Stimmung auf dieser kleinen Felseninsel so gut beschrieben das mir wieder bange wird, ich würde da nie im Leben und kein Geld der Welt nur eine Stunde drauf verbringen wollen. Nicht nur weil ich nicht gerne mit Fremden auf so kleinem Raum gezwängt werde, sondern auch die Höhenangst ganz sicher nicht grade förderlich wäre sich da wohl zu fühlen. Und um uns einen kleinen Eindruck zu vermitteln ist das Cover auch dem entsprechend gestalltet, wir sehen eben diese Feleseninsel auf der grade mal dieser kleine Leuchtturm Platz findet, vor der Küste, in tostender Brandung. Mir gefallen vor allem die Farben und das es nicht zu überladen ist.

    Der Schreibstil von Sigurdardottir ist auch dieses mal detailliert aber nicht zu sehr. Einfach das man einen guten Eindruck der Umgebung bekommt, von der Atmosphäre und den Menschen. Sie lässt genug raum um mit der eigenen Phantasie zu spielen und sich auszumahlen wie es da wohl ist. Die Sprache ist leicht und flüssig zu lesen. Dennoch hatte ich am Anfang mühe in die Geschichte rein zu kommen, was aber nicht am Schreibstil sondern mehr am Aufbau der Geschichte lag. Denn in dieser Geschichte treffen 3 Handlungstränge aufeinander. Was an sich nicht so problematisch ist, aber diese 3 parallel laufenden Geschichten spielen an unterschiedlichen Tagen, zwar innerhalb einer Woche, aber jeder Handlungstrang hat seinen Tag. Am Anfang musste ich immer wieder zurück blättern um zu sehen welcher das jetzt grade ist, und welchen Tag ich zuvorgelesen habe. Aber so nach einem drittel gings immer besser. Und dann flutschte es nur noch so ;)

    Die Geschichte beginnt mit einer nicht vorhergesehenen Rettungsaktion und deren Funkverkehr. Eigentlich hätte nichts schief gehen sollen, doch das tat es. Also wissen wir halbwegs wie der Schluss des Buches sein wird. Aber wie gesagt, eigentlich ;) Danach geht die Autorin zwischen 8 - 2 Tage zurück und bröselt das ganze auf. Geschickt erzählt sie die Zeit dazwischen und wie es überhaupt soweit kommen konnte.  

    Wie schon gesagt, in diesem Buch laufen 3 Geschichten nebeneinander. Helgi, der Photograph, der auf der Feleseninsel mit 3 anderen Personen festsitzt. Er war mir von Anfang an nicht unsympathisch. Er ist zwar etwas schüchtern, und unsicher, aber er gab sich immer mühe. Ich konnte so gut nachfühlen wie es ihm da auf der Insel gehen musste. Ob ich mich so souverän verhalten hätte? Eher nicht (ᗒᗨᗕ) Zu kalt, zu gefährlich, zu hoch... Einfach von allem zu viel.

    Dann NIna, die Polizistin, auch sie ist mir schnell ans Herz gewachsen. Eine starke Frau die mehr aushalten kann als sie denkt. Nicht nur das sie zur Zeit nicht grade beliebt ist auf der Wache bei den Kollegen, nein sie muss erstaunt feststellen das der vermeintliche Selbstmord nicht ganz so bedeutungslos ist wie sie erst dachte. In Unterlagen die sie hätte vernichten müssen, weil sie schon über 30 Jahre alt waren, fand sie eine Aussage ihres Mannes als er noch ein Kind war... Dies geht ihr nicht mehr aus dem Kopf und so fragt sie sich nicht ganz zu Unrecht ob dies was zu bedeuten hat? Und so macht sie sich auf die Spurensuche...

    Auch Noi, ein sympathischer Mann mit Bauchgefühl, hätte ich am liebsten mal geknuddelt. *gg* Irgendwie hätte er etwas mehr Durchsetzungsvermögen vertragen können. Er hatte von Beginn an ein komisches Gefühl als sie wieder nach hause gekommen sind. Es muss etwas passiert sein, denn viele Dinge passen einfach nicht zusammen, aber keiner nimmt ihn wirklich ernst. Nicht mal eine Frau, oder gar die Polizei... Nur Nois Frau war mir ziemlich unsympatisch und hat mich dermassen genervt. Ich hab mich immer gefragt, wie blind kann man eigentlich sein? Tja, auch das hab ich dann rausfinden dürfen.

    Jede der 3 Geschichten handelt von einer Tragödie. Eine die passiert ist, eine die hätte nie passieren sollen und jene die grade daran ist zu geschehen. Die Autorin schafft es auf alle Fälle diese 3 Geschichten zusammen zu führen, ohne nur eine Sache offen zu lassen. Auch wenn man zwischendurch überlegt wie die 3 zusammen passen sollen. Aber sie tun es, was eigentlich ab irgend einem Zeitpunkt immer klarer wird und doch ist der Schluss überraschend! Für mich auf alle Fälle, daran habe ich nämlich nicht gedacht. Und das fand ich so toll am Buch. Es gibt nicht viele Bücher die mich noch so überraschen können am Schluss.

    Und trotzdem lässt mich das Buch etwas unzufrieden zurück, denn ich mag keine Bücher die mit einem Cliffhanger enden. Das ist doch sehr unbefriedigend. Auch wenn die Geschichte aufgelöst wurde, drückt uns die Autorin eben noch dieses offene Ende rein... (ு⁎ு)྆྆

    Mein Schlussfazit
    Ein wirklich toller Thriller mit interessanten Verstrickungen, der zeigt das die Welt gar nicht so klein ist wie man sich denkt und das einem die Vergangenheit immer wieder einholen kann.

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    Minjes avatar
    Minjevor 3 Jahren
    Leichenfunde

    "Nebelmord" von Yrsa Sigurdardottir erschien im November 2014 als Fischer Taschenbuch. Das Original erschien 2013 unter dem Titel "Lygi" in Reykjavik.

    Inhalt
    Das Buch spielt in Island,v.a. in Reykjavik und auf einer Insel, vom 20.1. bis 31.1 2014. Es gibt drei Erzählstränge: Vier Personen auf einer Insel. Einer verstirbt. Wer ist der Mörder? Eine Familie, die Urlaub in Amerika gemacht hat. Zurück in ihrem Haus, passieren eigenartige Dinge. Wer steckt dahinter? Und wo sind die Amerikaner? Warum melden sie sich nicht? Eine Polizistin, deren Mann angeblich Suizid verübt hat. Akten, die sie findet... Wie hängen diese drei Erzählstränge zusammen?

    Meinung
    Das ist jetzt nach Geisterfjord, Seelen im Eis und Feuernacht das vierte Buch von Yrsa Sigurdardottir und ich finde die Autorin immer noch prima.
    Was macht eine saubere Schere unter einer Pizza? Und warum wurde sie nicht gegessen (die Pizza)? Was macht eine Katze auf dem Grill? Sigurdardottir versteht es, Spannung zu erzeugen. Der Leser kann gar nicht anders, er verschlingt das Buch. Er MUSS wissen, wie es weitergeht.
    Immer wieder wird Spannung erzeugt. Dann entspannt sich der Leser. Der Familienvater ist wohl nur überdreht. Der spinnt wohl ein bisschen. Und dann...steigt die Spannung erneut! Eine gelungene Leistung!
    Perspektive: Durch den auktorialen Erzähler wissen wir als Leser manchmal etwas, was die Person noch nicht weiß. Sigurdardottir macht das so geschickt, dass genau dadurch noch mehr Spannung entsteht.
    Auf der anderen Seite lässt Sigurdardottir relevante Informationen weg- und erzeugt genau hierdurch ...Spannung.
    Aufbau: Zwischen den drei Erzählsträngen wird hin- und hergesprungen. Man fragt sich beim Lesen immer, wie alles zusammenhängt. Toll gemacht!
    Der Täter: ich bin überrascht!
    Charaktere: Mir gefällt vor allen Nina. Ich glaube, ich würde mich krankschreiben lassen, wenn mein eigener Mann im Koma liegen würde. Ich wäre am Boden zerstört. Weiterarbeiten? Ich hätte Angst, dass ich zu viele Fehler mache. Ich glaub, das könnte ich nicht. Ich finde sie wirklich bewunderswert.

    Fazit
    Am besten lesen, wenn man Zeit hat, viel am Stück zu lesen. Warnung: das Buch kann nicht aus der Hand gelegt werden!
    Mir passt allerdings das Ende nicht. Der Leser spinnt sofort die Handlung weiter. Und es ist schon beinah sicher, wie es dann ausgeht...

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    mijous avatar
    mijouvor 3 Jahren
    Grauen und Morden im Norden

    Yrsa Sigurdardottir ist wieder ein toller Krimi gelungen der uns in die klirrend rauhe Kälte Islands einwebt.

    Der Thriller beginnt mit drei Handlungssträngen, die erst spät zusammen laufen. Ein großartiger Thriller mit vielen Toten und einer Menge Grusel, der seine Spannung aber nicht aus dem Blut der Morde bezieht, sondern aus den vielen subtilen Beobachtungen und Anspielungen.

    Das erste Szenario spielt im Haus eines isländischen Ehepaares, die gemeinsam mit ihrem Sohn wegen eines Häusertausches zurück aus einem Urlaub in Florida kommen.
    Sie finden alles irgendwie anders vor. Ganz langsam lässt die Autorin es uns ebenso gruseliger werden wie den betroffenen Eigentümern.

    Der zweite Schauplatz ist ein Leuchtturm mitten im eisigen Meer, mit einer winzigen Felslandschaft, auf der man sich kaum bewegen kann. Darauf landen vier sehr verschiedene Menschen, drei davon sind für die Wartung des Leuchtturmes zuständig und einer begleitet das Schauspiel journalistisch mit seiner Kamera. Leider müssen alle länger auf diesem an sich schon Furcht einflößendem Stück Erde bleiben als geplant war.

    Und zu guter Letzt macht sich der Leser mit der Polizistin Nina Gedanken darüber, warum deren Mann und zwei andere, mit denen er zu tun hatte, Selbstmord begangen haben.

    Der Spannungsbogen baute sich bis zum Schluß aus und ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen.... Grusel garantiert!

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    ToniKs avatar
    ToniKvor 3 Jahren
    Mitreißende Geschichte - leider ohne Zeitgefühl

    Anfangs erzählt Yrsa Sigurdardottir scheinbar drei Geschichten: wie Fotograf Helgi auf einer winzigen Insel festsitzt, wie Polizistin Nina unter dem Selbstmord ihres Mannes leidet und wie Familienvater Noi nach einer Amerikareise auf mehr und mehr Ungereimtheiten stößt. Der einzige Hinweis darauf, dass die drei Geschichten miteinander zusammenhängen, ist der, dass sie im gleichen Buch stehen. Helgi ist dick und wird von seinen Reisegefährten ausgegrenzt, sodass man wirklich Mitleid mit ihm hat. Mit Nina sowieso, zumal diese nach einem Zwischenfall mit einem Kollegen auch auf der Wache Probleme hat. Noi nörgelt eigentlich die ganze Zeit an allem und jedem herum, trotzdem sind die Vorkommnisse rund um seine Urlaubsrückkehr gruselig und fast der spannendste Teil. Die Charaktere sind deutlich, beinahe zu deutlich, gezeichnet, und man glaubt über weite Strecken, ihre Gedanken nachvollziehen zu können...
    Wie sich am Ende alles miteinander verbindet, ist erstklassig. Eine wirklich gute Idee, die einzelnen Stränge werden schlüssig zusammengeführt und das Blatt wendet sich noch mehrfach, sodass man wirklich erst ganz zum Schluss die Wahrheit erfährt. Und bis dahin leider keine Lesepause einlegen kann.
    Aber: Warum um alles in der Welt schafft es Sigurdardottir nicht, ihre Zeitschiene fertig zu durchdenken? Alles ist durchdacht und muss, damit es letztlich funktioniert, zeitlich perfekt passen, und ausgerechnet dabei gerät die Zeit immer wieder durcheinander. Zum Beispiel Pröstur, Ninas Ehemann, der erst im September und dann auf einmal im März Geburtstag hat. Oder die Aussage: "Wir holen euch morgen Abend ab", dann heißt es, durch einen Schaden am Hubschrauer verzögert sich die Abreise um mindestens eine Nacht, aber schon am Morgen von morgen (wo also nie die Rede von einer Abreise war), jammern alle, ob sie nicht doch schon am Nachmittag abgeholt werden können oder besser noch früher. Ähm? Auch sonst passen einige Kleinigkeiten nicht zusammen, beispielsweise sagt Heida: "Wenn ihr die Nachrichten hören wollt, könnt ihr das mit meinem Handy", woraufhin Ivar meint, das geht nicht, denn sein Handy habe kein Internet, und dann hören sie mit Helgis Handy Nachrichten. Ähm? Mehr als seltsam ist auch eine Situation, in der Nina ihrer Schwester etwas erzählt, das diese eigentlich längst weiß, da sie dabei war, als Nina selbst die Information bekam. Aber in jener Situation fragt sie auf einmal, ob Nina sich das ausdenkt und glaubt ihr erst kein Wort. Ähm? Von dieser Sorte gibt es einige Ungereimtheiten...
    Die Sprache ist okay, liest sich flüssig, einzig die ständigen mit "wobei" eingeleiteten Nebensätze wirken etwas eigenartig, aber das kann an der Übersetzung liegen.
    Alles in allem eine wirklich gute Idee, die ziemlich genau durchdacht und am Ende doch nicht zu 100% stimmig ist.

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    Gänsehaut ist garantiert.

    einen für die Insel typischen Plot, stimmiges Kolorit in einem nicht gerade milden Klima und natürlich Spannung.

    Das ist Krimikost vom Feinsten.

    Lesen!

    ein mörderischer Spuk […], der einen noch über die letzte Seite hinaus im Bann hält.

    Sigurdardóttir gelingt es wieder, eine Atmosphäre subtilen Gruselns zu erzeugen.

    Außerordentlich spannend – toll für die Krimiecke.

    Yrsa Sigurdardóttir macht ihrem Ruf als Meisterin im Beschreiben düsterer Schauplätze und Szenarien alle Ehre.

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