fischer baumler

Yu Hua Die sieben letzten Tage

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Inhaltsangabe zu „Die sieben letzten Tage“ von Yu Hua

DAS MODERNE CHINA - EINE GROTESKE: Yang Fei ist erst 41 und schon tot. Bevor aber seine Seele ins Jenseits geht, befindet sich der Verstorbene sieben Tage in einem Zwischenreich, wo er sein Leben Revue passieren lässt. Schon seine Geburt ist dramatisch: Die hochschwangere Mutter verliert das Kind auf dem Abort des Zuges, zum Glück findet es der Streckenwärter Yang Jinbiao auf den Schienen und nimmt das Kind auf. Im modernen China bleibt sein Leben dramatisch: der Abriss seiner Wohnung durch Spekulanten, die Verarmung seines Ziehvaters durch Krankheit, und dann verlässt ihn noch seine große Liebe Li Qing für einen reichen Mann.

Story aus der Welt der Unbegrabenen...ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Skurill!!!

— Igela

„Grim Fandango“ trifft Gesellschaftssatire: Ein sonderbares, liebevoll und emotional erzähltes Buch!

— killmonotony

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  • Gesellschaftskritische Story in China!

    Die sieben letzten Tage

    Igela

    08. November 2017 um 13:48

    Yang Fei stirbt mit 41 Jahren und befindet sich eine Woche lang am "Ort der Unbegrabenen". Er denkt über sein Leben nach…seine Kindheit, die er als Findling bei seinem liebevollen Ziehvater Yang Jinbiao verbracht hat, und seine Liebe zu Li Qing. Er trifft aber auch andere Tote, die ebenfalls auf ihr Begräbnis warten und entdeckt dabei, dass nicht immer alles so ist, wie es in der Zeitung steht. Skurril ist das Wort, das mir spontan eingefallen ist, als ich den Klappentext von diesem Buch las. Diese Geschichte ist ohne Zweifel skurril und man muss sich ohne Vorbehalte darauf einlassen . In dieser Story werden Tote zu Schnäppchenjägern, Skelette sitzen auf dem Boden und spielen "Go" gegeneinander und man schmunzelt doch ab und zu ob all den Kuriositäten vor dem Bestattungsinstitut.  Doch die Geschichte um Yang Fei ist noch viel mehr. In der Provinz Chinas wird er unter speziellen Umständen, die für mich etwas unwahrscheinlich sind, geboren. Und wächst bei seinem Ziehvater auf. Die Beziehung zwischen Vater und Sohn hat mich tief berührt und zieht sich durch das ganze Buch.  Man findet jedoch auch eine ironische Seite:  wie die Bürokratie, die sogar das Sterben diktiert. Gesellschaftskritisch die thematisierte Geburtenregelung und die Staatspolitik Chinas . Ebenfalls die Klassenunterschiede, die sogar noch nach dem Tod im Wartesaal des Todes, wabern. VIP Toter oder Normalsterblicher. Der Sarg und die Beerdigungszeremonie bringt es ans Licht!  Das Buch ist auch Satire…ein Hoch auf die chinesische Arbeitsmoral , Prestigeobjekte und Genauigkeit! Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten. Gerade die Dialoge, sind gefühlsarm und knapp. Seitenweise und dies vor allem in den Erinnerungen fehlt die direkte Rede und so wird die Ich Perspektive Yangs zu einer Erzählung. Trotzdem hat die Geschichte einen unheimlichen Sog, dem ich nicht ausweichen konnte. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, mit leisen Untertönen erzählt der Autor eine gesellschaftskritische und unterhaltsame Story!

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  • Rezension: Die sieben letzten Tage

    Die sieben letzten Tage

    killmonotony

    15. August 2017 um 19:56

    Surreal, komisch und äußerst charmant erzählt Yu Hua in „Die sieben letzten Tage“ die Geschichte von Yang Fei. Dieser ist allerdings bei Beginn des Buches bereits tot – die Handlung umfasst die erste (und letzte?) Woche als Toter und ermöglicht dem Leser, in die gesamte Vergangenheit Yang Feis zu blicken. Yang Fei, einst ein Findelkind, wurde liebevoll von Yang Jinbao groß gezogen, der ihm eine wahnsinnig liebevolle Kindheit schenkte, seitdem er ihn auf den Zugschienen liegend gefunden und gerettet hat. Sein Leben lang steckt Yang Jinbao zurück, um Yang Fei eine möglichst gute Kindheit zu ermöglichen, er erlaubt es sich nicht einmal, sich zu verlieben. Liebevoll erinnert sich Yang Fei zurück an die Zeit seiner Kindheit, seines Erwachsenwerdens, und der Geschichte vom Medienrummel, der ausbricht, als seine biologische Mutter versucht, ihn zu finden. „Das Schienenkind“ Yang Fei erinnert sich in den sieben Tagen nach seinem Tod jedoch nicht nur an Kindheit und Jugend, sondern auch an seine erste Liebe, die ihn später wegen einem Anderen verließ. Im Reich der Toten angekommen, findet Yang Fei sich zunächst im Bestattungsinstitut wieder, doch da er sich um Lebzeiten weder um Grab noch Urne gekümmert hat, kann er sich nicht verbrennen lassen. Trostlos wandert er weiter und trifft in der nebligen Zwischenwelt nicht nur seine ehemalige Frau Li Qing, sondern auch seine Ziehmutter und andere Menschen, mit deren Leben er auf die eine oder andere Weise in Berührung gekommen ist. Sei es das Kind, dem er vergünstigt Nachhilfe geben sollte, das mitten in Trümmern einer ohne Vorwarnung eingerissene Wohnsiedlung seine Hausaufgaben macht und auf seine Eltern wartet, oder der Restaurantbesitzer, bei dem er viele Male schon gespeist hat, und in dessen Restaurant Yang Fei auch sein Leben gelassen hat: All diesen Menschen begegnet er in der Totenwelt, da diese auch kürzlich aus dem Leben geschieden sind. Doch eine Person scheint sich vor ihm zu verstecken, so gut er auch sucht: Sein Ziehvater Yang Jinbao, der über Nacht Yang Feis Haus verlassen hat; vom Krebs geschwächt und möglicherweise bereits tot. Yang Fei wünscht sich nichts sehnlicher, als von seinem Vater Abschied zu nehmen und Antworten darauf zu bekommen, warum dieser plötzlich verschwunden ist… „Wer ein Grab hat, hat eine letzte Ruhestätte, wer keins hat, bekommt das ewige Leben. Was ist Ihrer Meinung nach besser?“ Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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