Yukio Mishima

 4.2 Sterne bei 99 Bewertungen
Autor von Bekenntnisse einer Maske, Nach dem Bankett und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Yukio Mishima

Ein radikaler Schriftsteller: Yukio Mishima wurde 1925 in Tokio geboren. Er schrieb Romane, Drehbücher, Bühnenstücke, Erzählungen und Gedichte und gilt als einer der bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts. In seinen Werken wurden oft tabuisierte Themen wie Sexualität, Tod und Gewalt behandelt.

Er war ein Aktivist, der sich im Laufe seiner politischen Karriere immer mehr radikalisierte. So gründete er eine private Miliz, mit der er 1970 einen Putschversuch unternahm, der jedoch schieflief. Im Anschluss an den Putschversuch begang er mit seinem Liebhaber Mishima rituellen Selbstmord. Das Ereignis wurde weltweit als „Mishima-Vorfall“ bekannt.

1988 führte man den Mishima-Preis zur Ehrung seiner literarischen und künstlerischen Leistungen ein, der bis heute jährlich vergeben wird.

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Liebesdurst

Neu erschienen am 16.03.2020 als Hardcover bei Iudicium.

Alle Bücher von Yukio Mishima

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Cover des Buches Bekenntnisse einer Maske9783036957845

Bekenntnisse einer Maske

 (29)
Erschienen am 13.11.2018
Cover des Buches Nach dem Bankett9783518398173

Nach dem Bankett

 (14)
Erschienen am 28.01.2002
Cover des Buches Unter dem Sturmgott9783442091454

Unter dem Sturmgott

 (6)
Erschienen am 01.10.1994
Cover des Buches Der Tempelbrand9783442089338

Der Tempelbrand

 (6)
Erschienen am 01.05.1994
Cover des Buches Schnee im Frühling9783442088560

Schnee im Frühling

 (6)
Erschienen am 01.09.1995
Cover des Buches Gesammelte Erzählungen9783498092801

Gesammelte Erzählungen

 (5)
Erschienen am 01.12.1984
Cover des Buches Liebesdurst9783518399095

Liebesdurst

 (6)
Erschienen am 01.01.2002
Cover des Buches Die Todesmale des Engels9783446146150

Die Todesmale des Engels

 (4)
Erschienen am 01.06.1998

Neue Rezensionen zu Yukio Mishima

Neu

Rezension zu "Bekenntnisse einer Maske" von Yukio Mishima

Eine ungewöhnliche Geschichte ein ungewöhnlicher Autor
Buchinavor einem Jahr

Ein Roman, der von den ersten Seiten an mich herausfordert und gleichzeitig fasziniert. Der Autor erzählt in der Ich-Form sein Leben. Es gibt immer wieder Zeitsprünge aber im Groben ist es chronologisch.

Schon seine Kindheit ist außergewöhnlich. Von Geburt an gilt schwächlich und seine Gesundheit als schnell angreifbar. Auch aus diesem Grund wächst er zum großen Teil bei seiner Großmutter auf. Sie verbot ihm mit anderen Jungen zu spielen oder Sport zu machen. Sehr reflektiert beschreibt Mishima seine Kindheit. Seine Andersartigkeit wird ihm früh bewusst oder im Rückblick auf seine Kindheit. Ganz genau wurde mir das nicht klar. Früh zeigen sich seine homoerotischen Neigungen und auch Gewaltphantasien. Diese beschreibt er sehr ehrlich. Er weiß früh was ihm gefällt, gleichzeitig weiß er, dass er sich dafür verstecken muss und bildet langsam seine Maske. Nur selten zeigt er sein wahres ich. Die Angst ist zu groß.

Mishima ist ein wirklich interessanter Mensch, auch wenn er mir trotz seiner Ehrlichkeit fremd blieb. Dafür bewegt er sich in einer mir völlig fremden Gesellschaft. Die mir das Buch leider auch nicht wirklich näher brachte. Gerne hätte ich mehr über die japanische Gesellschaft erfahren, in der er aufwächst. Aber er gibt eben nur das wieder, was er auch als Kind mitbekommen hat und keine weitreichenden Informationen zur Gesellschaft. Das passt natürlich zum Roman. Lässt mich aber trotzdem etwas unbefriedigt zurück.

Ich kannte den Autor, bevor ich das Buch gelesen habe. Es hat mich aber neugierig gemacht, mehr über diese zerrissene, aber auch geniale Person zu erfahren.

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Rezension zu "Geständnis einer Maske" von Yukio Mishima

Rezension zu "Geständnis einer Maske" von Yukio Mishima
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Geständnis einer Maske ist die Erzählung des inzwischen erwachsenen Kochan, der auf seine Kindheit und sein frühes Erwachsenenalter zurückblickt. Schon früh, so stellt er nun fest, entwickelte eine Faszination für Männer. Seine kränkliche Konstitution und die Erziehung durch seine Großmutter machen ihn zu einem zurückgezogenen Jungen. Mit der Zeit bemerkt er, dass seine Neigungen alles andere als gewöhnlich sind. Um nicht aufzufallen, versucht er sich den Umständen zum Trotz in die Gesellschaft einzupassen.
Mishimas Roman ist eine erstaunlich ehrliche Schilderung über das Leben eines Homosexuellen, umso mehr, da zumindest Abschnitte autobiographisch daherkommen. Verständlich und nachvollziehbar beschriebt er die Ängste, die Notwendigkeit zur Verstellung, die gleichzeitige Sehnsucht wie auch die Ablehnung, zu sein wie alle anderen. Trotz der persönlichen Umstände ist die Einfühlungsgabe des Autors, die Schilderung der (eigenen) Emotionen bemerkenswert. Besonders die zunehmende Entfremdung des Erzählers von sich selbst, die Entfernung von seinem eigentlichen Ich zugunsten des Eindrucks eines gewöhnlichen Menschen ist in aller Deutlichkeit dargestellt und reicht damit über das Thema der Homosexualität hinaus zu einer generellen Beschreibung des menschlichen Gruppentriebs und der Ablehnung von Andersartigkeit.
So beeindruckend aber auch Mishimas psychologische und philosophische Ausführungen daherkommen, so dürftig ist hier seine Erzählkunst. Die Handlung wird schlichtweg vernachlässigt. Zum Teil ensteht eher der Eindruck eines Aufsatzes, als der eines tatsächlichen Romans bzw. der einer Novelle. Dabei ist die dargestellte Handlung keineswegs so uninteressant; die Beziehung, die der Erzähler schließlich zu einer Frau entwickelt, hat durchaus das Zeug zu einer wirklich tragischen Geschihte. Mishima aber behandelt sie praktisch im Vorbeigehen, kümmert sich relativ wenig um seine einzelnen Charaktere. Zum Teil entsteht so der Eindruck eines Dozenten; statt die Geschehnisse für sich sprechen zu lassen, wird ein guter Teil der Interpretation vom Erzähler vorweggenommen. Ohne Zweifel hätte hier ein wirklich großer Roman entstehen können, hätte der Autor sich zum Teil etwas zurückgehalten und stattdessen die Handlung in den Vordergrund gerückt. Inhaltlich bleibt so ein von der Aussage überzeugendes, in der Ausführung aber keineswegs herausraugendes Werk.
Sprachlich bleibt Mishima unauffällig, was aber keine Kritik sein soll; der Roman liest sich flüssig, es gibt keine wilden Experimente. Die teilweise Holprigkeit ist zweifellos der Übersetzung geschuldet, (denn kein Autor dieser Klasse ist so offensichtlich unbeholfen in der sprachlichen Gestaltung; falls doch, hätte zumindest das Lektorat geschlampt) welche, wie so oft bei japanischen Romanen, ärgerlich ist. Das Japanisch keine Sprache ist, die man ohne weiteres in eine andere übertragen kann, ist bekannt; gerade deshalb wäre es aber wünschenswert, dass eine größere Anpassung stattfindet. Was im Original elegant klingen mag, bleibt im Deutschen trotzdem eine Wiederholung; ein wenig mehr Fingerspitzengefühl würde helfen.
Geständnis einer Maske ist also ein durchaus lesenswerter Roman, insbesondere für jene, die sich mit der Thematik beschäftigen. Auch für Mishima-Interessierte ist dieses Werk ein autobiographisches Zeugnis, das nicht vernachlässigt werden darf. Für jeden Leser bietet sich darüberhinaus eine beklemmende Schilderung des menschlichen Zwangs zur Uniformität. Um aber in die Reihe der wirklichen Meisterwerke aufgenommen zu werden, fehlt es, zumindest in meinen Augen, an Erzählkunst.

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Rezension zu "Geständnis einer Maske" von Yukio Mishima

Rezension zu "Geständnis einer Maske" von Yukio Mishima
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Dieses Buch kann durchaus als eine Art Psychogramm eines Außenseiters gelten. Der Ich-Erzähler bemerkt bereits in dem Rückblick auf seine Kindheit, dass er homosexuelle Veranlagungen besitzt und beschließt, dies hinter einer Maskerade der Normalität zu verstecken. Bald schon freundet er sich mit dem Mädchen Sonoko an, doch trotzdem sind seine heimlichen Phantasien weiterhin präsent.
Eindringlich und zugleich analytisch beschreibt Mishima die Innensicht des Erzählers, welcher in Kriegszeiten eine sehr große Sehnsucht nach dem Tod verspürt, zugleich aber auch selbst zu feige ist, einem nahen Tod ins Auge zu blicken. Der Kontakt zu anderen Geschlecht wird als befremdlich und zugleich sehr distanziert beschrieben, während der Protagonist nicht davor zurückschreckt, seine geheimen, zum Teil auch gewaltätigen Gelüste in aller Sorgfalt zu durchdenken und seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Hierbei wirkt der Schreibstil für einen Roman der Nachkriegszeit auffallend poetisch; so füllt der Autor seine Beschreibungen und Analysen mit bildreichen, wenngleich auch häufig destruktiven Metaphern.
Ein Roman, ausgestaltet mit poetischer Kraft und autobiografischen Bezügen zu Mishimas Person selbst, den ich Kennern japanischer Literatur ans Herz legen möchte.

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Neu

LovelyBooks lädt auch im Jahr 2020 zu spannenden Challenges ein.

Und auf euch warten tolle Gewinne.
Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist natürlich 2020 wieder dabei!

Liest du gerne Bücher mit Niveau?
Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.


15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 lesen.

Es gelten nur Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.
Auch Neuauflagen – 2020 erschienen - von Klassikern.

Die Regeln:

Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an.

Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts.

Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein.

Es gelten nur Bücher (Achtung: keine Hörbücher, keine Bildergeschichten, keine Graphic Novels), die an diesem Beitrag angehängt sind!

Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Nimmst du die Herausforderung an?

Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2020 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.

Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.

Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

Teilnehmer:

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Yukio Mishima wurde am 14. Januar 1925 in Tokio (Japan) geboren.

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