Yuko Kuhn

 4 Sterne bei 178 Bewertungen

Lebenslauf

Yuko Kuhn wurde 1983 in München geboren. Sie studierte Kulturwirtschaft in Passau und Aix-en-Provence. 2019 fand sie über ihre Tätigkeit an der HFF / Hochschule für Fernsehen und Film München zum Schreiben. Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt sie in München.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Yuko Kuhn

Cover des Buches Onigiri (ISBN: 9783446283114)

Onigiri

(163)
Erschienen am 22.07.2025
Cover des Buches Onigiri (German Edition) (ISBN: B0FDL6X7H6)

Onigiri (German Edition)

(15)
Erschienen am 22.07.2025

Neue Rezensionen zu Yuko Kuhn

Cover des Buches Onigiri (ISBN: 9783446283114)
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Rezension zu "Onigiri" von Yuko Kuhn

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Eine Reise zu den Wurzeln und zum eigenen Ich

Eine Reise zu den Wurzeln und zum eigenen Ich.

Yuko Kuhns Roman "Onigiri" (Onigiri sind japanische Reisbällchen, oft in dreieckiger Form) ist eine feinfühlige Erzählung über Identität, das Schweigen zwischen den Generationen und der heilenden Kraft der Rückkehr an den Ursprung.
Im Mittelpunkt steht Aki eine junge Frau die mit ihrer Mutter nach Japan reist.
Doch der Grund ist kein gewöhnlicher Urlaub. Akis Mutter Keiko ist an Demenz erkrankt und die Reise ist vielleicht die letzte Chance, die Bruchstücke der Vergangenheit ihrer Mutter zu verstehen, bevor die Krankheit diese Erinnerungen endgültig auslöscht.
Die fortschreitende Demenz verleiht der ohnehin angespannten Mutter-Tochter-Beziehung eine gewisse Schwere.
Die Kommunikation der beiden stößt immer wieder an Grenzen.
Doch gerade durch die Krankheit und die Rückkehr nach Japan weicht die starre Distanz allmählich einer neuen Form von Nähe.
In Momenten der Klarheit, oft ausgelöst von Vertrautem, verbessern sich die Schwingungen zwischen Aki und Keiko spürbar.
Es ist eine Annäherung im Angesicht des Verlusts.
Besonders intensiv arbeitet Yuko Kuhn heraus, wie wenig Aki eigentlich über das Leben und die innere Welt ihrer Mutter weiß.
Als Leserin spürte ich oft eine fast greifbare Frustration. Aki steht vor einer Frau, deren Identität sich durch die Demenz langsam auflöst und muss feststellen, dass sie viele Puzzleteile ihrer Geschichte nie besessen hat.
Dieses Gefühl, dass Aki ihre Mutter eigentlich gar nicht richtig kennt, macht die Reise nach Japan so wichtig und dringend.
Ich fragte mich: "Wird sie die Antworten noch rechtzeitig finden, bevor die Demenz das letzte Fenster zur Vergangenheit schließt?"

"Onigiri" ist ein melancholisches, aber hoffnungsvolles Buch über das Abschiednehmen und die Hoffnung.
Yuko Kuhn geht feinfühlig mit dem Thema Demenz in Kontext der japanischen Kultur und der eigenen Identitätssuche um.
Es ist auch eine Mahnung, Fragen zu stellen, solange noch jemand da ist, der sie beantworten kann.
Die Momente, in denen Aki merkt, wie viel sie über ihre Mutter nicht weiß, waren das Herzstück des Romans für mich.

Cover des Buches Onigiri (ISBN: 9783446283114)
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Rezension zu "Onigiri" von Yuko Kuhn

Kathrin_Schroeder
Eine leise Geschichte

Onigiri von Yuko Kuhn gelesen dank Netgalley

Ihre Mutter ist in jungen Jahren nach Deutschland gekommen und hat dann später einen Deutschen geheiratet. Doch die Trennung der Eltern erfolgte, so lange die Kinder noch klein waren. Jetzt ist die Mutter alt und verwirrt und als sie erfahren, dass die Großmutter in Japan verstorben ist, Planen sie eine Mutter-Tochter-Reise ins Elternhaus der Mutter zur Familie ihres Bruders. Die Tochter ist skeptisch wie gut dies mit einer dementen Frau klappen kann, doch sie strengt sich an, damit ihre Mutter diese letzte Reise ins Geburtsland erleben kann. 

Viel mehr passiert in diesem Buch nicht – doch entlang der einfachen Reise, entfaltet sich die Geschichte von Mutter und Tochter.

Ein ruhiges unaufgeregtes Buch, das einfach nur die Leben erzählt.

#Onigiri #NetGalleyDE! @YukoKuhn #KathrinliebtLesen #Bookstagram #Rezension 

Cover des Buches Onigiri (ISBN: 9783446283114)
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Rezension zu "Onigiri" von Yuko Kuhn

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Eine letzte Reise in die Heimat

Aki möchte ein letztes Mal ihre demenzkranke Mutter zu ihrer Familie nach Japan bringen, auch wenn sie weiß, wie riskant es ist, einen dementen Menschen aus der gewohnten Umgebung zu reißen. Tatsächlich ist diese Reise nicht einfach. Es gibt Momente, da ist die Mutter verloren und Aki überfordert. Aber Aki und die japanische Familie halten zusammen. Die Anstrengungen lohnen sich. Denn es gibt Situationen, in denen die sonst schweigsame Mutter, fröhlich und klar von der Vergangenheit spricht.

Aki lernt ihre Mutter und die Geschichte ihrer japanischen Familie (neu) kennen. Es wird letztlich nicht nur eine Abschiedsreise von der japanischen Heimat, sondern auch eine Findungsreise zwischen Mutter und Tochter. Insbesondere Akis Sicht und das Verhältnis zur hilfebedürftigen Mutter verändert und ordnet sich neu.

„Onigiri“ ist kein Roman, das man einfach mal schnell runterlesen kann. Ich habe lange gebraucht. Aber nicht, weil es langweilig oder schlecht geschrieben war. Im Gegenteil. Es ist spannend, weil die Tochter sich traut, mit der dementen Mutter diese weite und anstrengende Reise zu unternehmen. Es sind nicht nur die alltäglichen Probleme, die man mit dementen Personen erlebt, denen sich Aki stellt, sondern auch dem Altern und vielleicht auch Loslassen der Mutter. All dies wird sehr gut und feinfühlig beschrieben.

Was mich allerdings etwas an diesem Roman anstrengte, war der Aufbau. Die Kapitel sind zweigeteilt. Im ersten Teil des Kapitels wird eine Szene aus der Kindheit/Jugend von Aki erzählt. Hier erfährt man, dass Aki zwischen der deutschen und japanischen Kultur aufwächst. Die kulturellen Unterschiede werden sehr gut herausgearbeitet. Aber auch der alltägliche Rassismus, den Aki, ihr Bruder und die Mutter ausgesetzt sind. Interessant für mich, da sich Akis Situation nicht groß zu anderen Migrantengeschichten unterscheidet. Viele Szenen sind mir als italienisches „Gastarbeiterkind“ sehr bekannt vorgekommen. Diese Szenen sind allerdings nicht fortlaufend, sondern werden thematisch und episodenhaft dargestellt. Diese Episoden waren für mich etwas anstrengend zu lesen. Leider führt die episodenhafte Erzählweise zu wenig emotionale Nähe. Dadurch wirkte die Geschichte auf mich distanziert und emotionslos. Emotionaler wurde es wiederum im zweiten Teil des Kapitels, das fortlaufend die Reise nach Japan erzählt und somit in der Gegenwart spielt. Die Autorin erzählt die Geschichte in einem leisen und unaufgeregten Ton.

Fazit:

„Onigiri“ ist ein Buch, das man achtsam lesen sollte. Die episodenhafte Erzählweise und die vielen japanischen Begriffe, erschweren den Lesefluss. Man darf keine großen Gefühle erwarten. Wenn man sich auf all dies einlässt, erfährt man viel von einem deutsch-japanischen Familienleben, aber auch viel von der japanischen Mentalität.

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