Yuko Tsushima

 4,2 Sterne bei 21 Bewertungen
Autor*in von Räume des Lichts, Lichtkreise und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Yuko Tsushima, geboren 1947, war eine der bedeutendsten japanischen Autorinnen ihrer Generation. Sie war die Tochter des Schriftstellers Osamu Dazai, der sich das Leben nahm, als sie ein Jahr alt war. Tsushima studierte englische Literatur, mit 24 Jahren veröffentlichte sie den gefeierten Erzählband Shaniku-sai (Karneval). Sie schrieb weitere Erzählungen und siebzehn Romane, für die sie vielfach ausgezeichnet wurde, u. a. mit dem Izumi Kyōka Preis für Literatur, dem Noma Literaturpreis, dem Yomiuri Preis und dem Tanizaki Preis. 1970 heiratete sie und gab ihre Arbeit auf, wenige Jahre später folgte die Scheidung. 1985 starb ihr Sohn im Alter von acht Jahren. Tsushimas Werk ist stark autobiografisch geprägt und handelt immer wieder vom Aufwachsen ohne Vater, Scheidung, dem Leben einer alleinerziehenden Mutter oder dem Tod des eigenen Kindes. Sie erkundet in ihrem Schreiben das Dasein von ausgegrenzten Menschen, meistens Frauen, die gegen den Druck der Gesellschaft und der Familie um ihre Unabhängigkeit kämpfen. Yuko Tsushima starb 2016 in Tokio.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Yuko Tsushima

Cover des Buches Räume des Lichts (ISBN: 9783716028094)

Räume des Lichts

 (18)
Erschienen am 16.03.2023

Neue Rezensionen zu Yuko Tsushima

Cover des Buches Räume des Lichts (ISBN: 9783716028094)
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Rezension zu "Räume des Lichts" von Yuko Tsushima

Schön, aber schmerzlich
bookfeminist_lenavor einem Jahr

„Räume des Lichts“ von Yuko Tsushima ist ein Roman über eine alleinerziehende Mutter in Tokio im Jahr 1978, die sich von ihrem untreuen Ehemann getrennt hat. Die Ich-Erzählerin schildert ihr Trennungsjahr in zwölf Kapiteln, die jeweils einen Monat darstellen. Sie beschreibt ihren Alltag, ihre Gefühle, ihre Träume und ihre Konflikte mit der Gesellschaft und sich selbst. Die Protagonistin ist eine starke und unabhängige Frau, die ihren eigenen Weg sucht, aber auch eine verletzliche und einsame Frau, die an ihrer Situation leidet.

Ein wichtiger Aspekt des Romans ist die Beziehung zwischen der Erzählerin und ihrer kleinen Tochter. Sie liebt ihre Tochter über alles, aber sie ist auch oft überfordert und frustriert von ihrer Rolle als Mutter. Aus Wut bzw. Verzweiflung und Ohnmacht schlägt die Protagonistin in einigen Szenen ihre Tochter. Damit zeigt die Autorin auch auf, wie die Protagonistin unter dem Druck der Gesellschaft steht, die von ihr erwartet, eine perfekte Mutter zu sein.

Wenn auch teilweise schwer zu verdauen, ist der Roman ein eindrucksvolles Zeugnis der japanischen Frauenliteratur, die sich mit den Themen der Emanzipation, der Identität und der Moderne auseinandersetzt. Die Sprache ist hierbei durchweg schlicht und klar, auch wenn die Autorin hin und wieder einige poetische Momente einstreut.

Die Autorin Yuko Tsushima war selbst eine geschiedene Mutter, was den eindrücklichen und ungeschönten Schilderungen in diesem Roman zusätzliche Authentizität zu verleihen scheint und anmuten lässt, dass der Roman autobiografisch geprägt ist

Cover des Buches Räume des Lichts (ISBN: 9783716028094)
rotkehlchens avatar

Rezension zu "Räume des Lichts" von Yuko Tsushima

Mir fehlte etwas
rotkehlchenvor einem Jahr

Das Buch "Räume des Lichts" von Yuko Tsushima wurde bereits in den 70er Jahren veröffentlicht und nun auf deutsch übersetzt. Der Roman ist teilweise autobiografisch geprägt. 

Es geht um eine namenlose Protagonistin, welche von ihrem Mann verlassen wird. Sie zieht mit ihrer kleinen Tochter in eine kleine, helle Wohnung. 

Die Protagonistin ist überfordert mit der Erziehung der Kleinen und ihren Gefühlen gegenüber ihrem Mann. Sie träumt viel vom Tod, welcher generell eine recht hohe Rolle hat im Buch, gleichzeitig ist es aber keine düstere Stimmung. 

Der Schreibstil ist klar und schlicht und man kann sich sehr gut in die Szenerie reindenken. 

Das Buch ist als Fingerzeig gedacht, um Kritik an der Gesellschaft zu nehmen und den Blick hin zu den Gruppen am Rande der Gesellschaft der 70er Jahre zu lenken. Dies ist ihr meiner Meinung nach gut gelungen. 

Mir hat das Buch zwar gefallen, jedoch gab es einige Stellen, an denen ich mir mehr Tiefe gewünscht hätte. Mir war manchmal nicht klar ob es hauptsächlich um die Scheidung geht oder das Leben als Alleinerziehende. Mit der Protagonistin wurde ich leider auch nicht warm. Ich kam mit ihrem ambivalenten Auftreten nicht gut klar, sowohl mit ihren Gefühlen, als auch im Umgang mit ihrer Tochter. Es gab einige Stellen, an denen ich ihr gerne tief in die Augen geblickt hätte und ihr gesagt hätte "Mädel, du kannst das, also los jetzt!". Es wurde im Buch klar, dass sie Hilfe benötigt, aber diese nur bedingt annehmen kann. Alles vor dem Hintergrund der 70er Jahre versteht sich. 

Insgesamt also ein interessantes und lesenswertes Buch mit etwas Ausbaupotenzial. 

Cover des Buches Räume des Lichts (ISBN: 9783716028094)
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Rezension zu "Räume des Lichts" von Yuko Tsushima

Plötzlich alleinstehend mit Kind
Casaplancavor einem Jahr

"Räume des Lichts" von Yuko Tsushima ist schon 1979 erstmalig erschienen und ein wirklich zeitloser Klassiker.
Ich lese sehr gerne Bücher aus dem asiatischen Sprachraum, vor allen Dingen, wenn sie so gut übersetzt wurden, wie dieses hier.
Das Buch wird aus der Sicht einer jungen Frau erzählt, ihren Namen erfahren wir nicht, die alleine mit ihrer dreijährigen Töchter in eine neue Wohnung einzieht. Ihr Mann hat sie verlassen, zu ihrer Mutter will sie nicht wieder ziehen und diese Wohnung kann sie sich leisten.
Sie betritt zum ersten Mal die Räume auf dem Dach und in der Wohnung ist nichts, außer Licht, viel Licht. Die Protagonistin versucht sich mit ihrer Tochter wieder ein Leben aufzubauen, doch das scheint für eine alleinerziehende Mutter in dieser Kultur sehr schwierig zu sein.
Sie scheitert manchmal schon an den einfachsten Aufgaben, beispielsweise eine kleine Feier zum Geburtstag der Tochter zu organisieren. Hier wird sehr offen über ihre Emotionen und Träume gesprochen, hart und ungeschönt. Manchmal ist das schwer zu ertragen, fühlt man sich fast wie ein Voyeur.
Dabei kommt immer wieder die Meisterschaft der Autorin zum Vorschein, die es schafft Alltäglichkeiten in Literatur zu verwandeln und uns miterleben zu lassen.
Die Protagonistin leidet, sie hat es schwer, sie bräuchte Hilfe, aber man empfindet beim lesen keine Sympathie für sie, kommt ihr nicht nahe. Viele ihrer Handlungen kann ich auch nicht nachempfinden, was auch nicht an der anderen Kultur liegt. Diese Beschreibungen des Alltags und der Gepflogenheiten dort sind übrigens sehr gut und spannend eingebaut.
Eine zentrale Rolle spielt in all dem Licht hier auch der Tod, er ist unterschwellig immer greifbar, das Wechselbad der Gefühle gut spürbar. Dass man als Mutter nicht automatisch nur Liebe und Fürsorge empfindet, wird genauso gut dargestellt, wie die Rolle der Frau in der Gesellschaft.

Gespräche aus der Community

Das vergessene Meisterwerk einer großen japanischen Autorin

Entdeckt das zeitlose Meisterwerk über Liebe, Mutterschaft und den Kampf um die Kontrolle über das eigene Leben.
Bewerbt Euch jetzt für “Räume des Lichts” von Yuko Tsushima auf eines von 15 Rezensionsexemplaren in Print.
Wir freuen uns auf Euch!

169 BeiträgeVerlosung beendet
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Letzter Beitrag von  rotkehlchenvor einem Jahr

Vielen Dank, dass ich dieses Buch lesen durfte.

Meine Rezension findet sich wortgleich bei Thalia.

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