Yumiko Kadota

 3,9 Sterne bei 21 Bewertungen
Autor*in von Emotional Female.

Lebenslauf

Yumiko Kadota wurde in Tokio geboren und lebt heute in Sydney, Australien, wo sie als Fachärztin für Ästhetische Medizin arbeitet. 2018 hat sie ihre Tätigkeit in einem öffentlichen Krankenhaus aufgegeben, nachdem sie an Burnout erkrankte. Ein Blogbeitrag, den sie zu diesem Thema schrieb, sorgte Anfang 2019 für viel Aufmerksamkeit und ebnete ihr den Weg zum Schreiben dieses Buchs. EMOTIONAL FEMALE war bei den Australian Book Industry Awards für die beste Biografie und das beste Hörbuch nominiert. Instagram: @dryumikokadota

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Yumiko Kadota

Cover des Buches Emotional Female (ISBN: 9783759600219)

Emotional Female

(21)
Erschienen am 27.06.2025

Neue Rezensionen zu Yumiko Kadota

Cover des Buches Emotional Female (ISBN: 9783759600219)
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Rezension zu "Emotional Female" von Yumiko Kadota

MsWatson
Was für ein marodes System

„Emotional Female“ ist ein ebenso kraftvolles wie schonungsloses Memoir der australischen Ärztin Yumiko Kadota, die ihre Erfahrungen im öffentlichen Gesundheitssystem mit einer radikalen Offenheit teilt, die einem beim Lesen manchmal wirklich die Luft nimmt. In diesem Buch erzählt sie von ihrem steinigen Weg durch das Medizinstudium, die chirurgische Facharztausbildung und schließlich ihrem Zusammenbruch – ausgelöst durch ein Arbeitsumfeld, das von Leistungsdruck, Überstunden, Sexismus und struktureller Ungerechtigkeit geprägt ist. Diese Einblicke waren wirklich erschreckend.


Kadota, Tochter japanischer Einwanderer, war eine brillante, ehrgeizige Studentin. Sie wollte alles richtig machen, alles geben, alles schaffen. Doch was sie in ihrer Assistenzzeit in australischen Krankenhäusern erlebt, treibt sie zunehmend an den Rand ihrer Kräfte: 24-Stunden-Schichten, ständige Erreichbarkeit, eine Kultur des Schweigens und Wegsehens. Besonders als junge Frau mit asiatischem Hintergrund wird sie immer wieder übersehen, übergangen oder als „zu emotional“ abgestempelt – das Etikett „emotional female“ wird zum Symbol für die Abwertung weiblicher Empathie in einem System, das Härte glorifiziert.


Was Kadota beschreibt, ist weit mehr als individuelle Überforderung. Ihr Bericht legt die systemischen Missstände offen, die viele junge Ärzt:innen weltweit erleben: eine toxische Arbeitskultur, die Fehler nicht verzeiht, Selbstfürsorge als Schwäche auslegt und Diversität als Störfaktor behandelt. Gleichzeitig gelingt es ihr, all das ohne Larmoyanz oder Selbstmitleid zu erzählen. Ihre Sprache ist klar, analytisch, oft nüchtern – gerade deshalb wirken ihre Schilderungen so eindringlich. Leser:innen spüren förmlich den Druck, die körperliche Erschöpfung, das emotionale Ausgebranntsein, das sie über Monate hinweg begleitet.


Doch „Emotional Female“ ist nicht nur ein Buch über das Scheitern, sondern auch über Heilung. Kadota beschreibt offen, wie sie sich aus dem System befreit, sich ihrer Werte und Grenzen wieder bewusst wird und beginnt, ihr Leben neu zu gestalten. Sie nimmt sich Zeit für ihre mentale Gesundheit, reflektiert über feministische Themen, kulturelle Prägungen und den Wert von Selbstfürsorge – und findet schließlich einen neuen beruflichen Weg, der mit ihren Bedürfnissen im Einklang steht.


Besonders bemerkenswert ist, wie universell ihre Geschichte wirkt. Obwohl sie in einem sehr spezifischen Kontext – dem australischen Gesundheitssystem – spielt, sind die Themen, die Kadota anspricht, international hochrelevant: mentale Gesundheit in leistungsgetriebenen Berufen, weibliche Wut, Mikroaggressionen im Arbeitsalltag, und der Mut, sich dem eigenen Perfektionismus zu widersetzen. Auch Leser:innen ohne medizinischen Hintergrund können viel aus diesem Buch mitnehmen – über Grenzsetzung, Selbstschutz und die Kraft, sich gegen ein krankmachendes System zu stellen.


„Emotional Female“ ist ein kluges, wichtiges und zutiefst persönliches Buch. Es zeigt, wie verletzlich auch starke Menschen sein dürfen – und dass wahre Stärke oft erst beginnt, wenn man sich erlaubt, nicht mehr alles aushalten zu müssen. Kadota erhebt mit ihrer Geschichte nicht nur ihre eigene Stimme, sondern spricht für viele, die lange geschwiegen haben. Ein eindrucksvolles Zeugnis über das Menschsein im System – und ein eindringlicher Appell für mehr Menschlichkeit, besonders dort, wo sie oft am meisten fehlt: in der Medizin.


Einen kleinen Punktabzug für mich ganz persönlich, weil die vielen Gegebenheiten ihres Lebens sehr ausführlich beschrieben werden. Auch wenn es eine gewisse Tiefe braucht, waren mir einige Passagen einfach viel zu lang. 

Aber generell ein wichtiges Buch! Es braucht diese radikale Transparenz, um Missstände beseitigen zu können - man muss sie erst mal sichtbar machen. 

Cover des Buches Emotional Female (ISBN: 9783759600219)
A

Rezension zu "Emotional Female" von Yumiko Kadota

Ancaxyz
Der steinige Weg einer jungen Ärztin durch Burnout, Sexismus und das Gesundheitssystem“

Yumiko Kadotas „Emotional Female“ liefert einen schonungslos ehrlichen Einblick in die Herausforderungen, mit denen junge Ärztinnen im australischen Gesundheitssystem konfrontiert werden. Kadota beschreibt ihren Weg von der ambitionierten Chirurgin bis hin zum Burnout – ausgelöst durch ein toxisches Arbeitsumfeld, Sexismus, Rassismus und permanente Überforderung. Das Buch beschränkt sich dabei nicht nur auf persönliche Erfahrungen, sondern adressiert auch strukturelle Probleme im medizinischen Sektor und gesellschaftliche Stereotype.

Besonders hervorzuheben ist Kadotas offene Darstellung psychischer Belastungen und ihr reflektierter Umgang mit Rückschlägen. Ihre Authentizität verleiht dem Bericht Glaubwürdigkeit und macht deutlich, wie dringend Reformen im Gesundheitswesen benötigt werden.

„Emotional Female“ ist daher nicht nur für medizinisches Fachpersonal relevant, sondern spricht alle an, die sich für Arbeitsbedingungen, mentale Gesundheit und Diversity am Arbeitsplatz interessieren. Kadotas Mut, kritische Themen offen anzusprechen, macht ihr Werk zu einer wertvollen Inspirationsquelle für Unternehmen, Führungskräfte und HR-Verantwortliche, die nachhaltige Veränderungen anstoßen möchten.

Cover des Buches Emotional Female (ISBN: 9783759600219)
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Rezension zu "Emotional Female" von Yumiko Kadota

Elchi130
Zu seicht

Yumiko, wurde zwar in Japan geboren, lebte dort jedoch nie. Ihre Schule beendet sie in Sydney als Musterschülerin, um dort im Anschluss Medizin zu studieren. Das Studium dauert 6 Jahre. Im Anschluss arbeitet sie als Ärztin im Praktikum und nicht-akkreditierte Assistenzärztin in unterschiedlichen Kliniken in Australien. Dabei hat sie stets ihr Ziel im Blick – Chirurgin der plastischen Chirurgie. Diesem Ziel ordnet sie alles unter. Und dann erleidet sie nach 8 Jahren, in denen sie in verschiedenen Krankenhäusern tätig war, jedoch noch nicht in das Ausbildungsprogramm zur Fachärztin der plastischen Chirurgie aufgenommen wurde, einen Burnout.

Ich war sehr neugierig auf die Lebens- und Leidensgeschichte von Yumiko Kadota. Schnell musste ich jedoch feststellen, dass mir ihre Schilderungen zu sehr an der Oberfläche blieben. Sie breitet ihre Ausbildung in aller Breite vor uns aus. Gefühlt lässt sie keinen Arzt, keine Erkrankung und keinen Patienten aus, denen sie begegnet ist. Das ist natürlich eine Übertreibung, Die Geschichte fühlte sich für mich jedoch so an. Lieber wäre mir gewesen, wenn die Autorin in einzelne Szenen tiefer eingetaucht wäre. Weniger wäre hier mehr gewesen. So plätscherte das Buch für mich vor sich hin.

Mit Yumiko konnte ich mich weder identifizieren noch konnte ich ihr Leid nachfühlen. Bei vielen Belastungen/Beschwernissen, die sie beklagte, dachte ich mir, dass das im Arbeitsleben ganz selbstverständlich und normal ist. Sie erschien mir oft zu sensible und auf sich selbst bezogen. Dazu möchte ich jedoch anmerken, dass ich die Arbeitswelt generell als toxisch beschreiben würde, Yumikos als auch meine. Chefs spielen eigentlich immer ihre Macht an einem gewissen Punkt aus und erwarten, dass der Arbeitnehmer/Untergebene Folge leistet. Arbeit bedeutet keine Beziehung auf Augenhöhe, es gibt stets ein Machtgefälle.

Emotionen konnte ich bei Yumiko erst spüren, nachdem sie im Krankenhaus gekündigt hatte. Ihren Weg aus dem Burnout und der Depression konnte ich fühlen.

Im gesamten Buch wird Yumikos Sozialisation deutlich. Als Kind musste sie neben der regulären Schule am Nachmittag noch eine japanische Schulbildung meistern. Daher und aufgrund ihrer Erziehung durch ihre japanischen Eltern, verfügte sie über großen Ehrgeiz, eine hohe Opferbereitschaft, einen strengen Umgang mit sich selbst. Das alles führte neben einem unmenschlichen Krankenhaussystem zu ihrem Zusammenbruch. Diese Wechselwirkung ist sehr deutlich geworden.

Im Großen und Ganzen wird mich das Buch jedoch nicht sonderlich begleiten und ich werde den Inhalt bestimmt schnell wieder vergessen haben. Es war einfach nicht eindringlich genug. Zu fremd ist mir der Mensch Yumiko geblieben.

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