Yuval Noah Harari Eine kurze Geschichte der Menschheit

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Inhaltsangabe zu „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ von Yuval Noah Harari

Vom Höhlenmenschen bis zum Devisenhändler. 100.000 Jahre Homo sapiens! Vor 100.000 Jahren war Homo sapiens noch ein unbedeutendes Tier, das unauffällig in einem abgelegenen Winkel des afrikanischen Kontinents lebte. Die Rolle, die unsere Vorfahren im Ökosystem spielten, war nicht größer als die von Gorillas, Libellen oder Quallen. Vor 70.000 Jahren dann vollzog sich ein mysteriöser und rascher Wandel mit dem Homo sapiens, und es war vor allem die Beschaffenheit seines Gehirns, die ihn zum Herren des Planeten werden ließ. Bis heute hat sich diese Vorherrschaft stetig zugespitzt: Der Mensch hat die Fähigkeit zu schöpferischem und zu zerstörerischem Handeln wie kein anderes Lebewesen. Und die Menschheit steht jetzt an einem Punkt, an dem sie entscheiden muss, welchen Weg sie von hier aus gehen will.

Guter Gesamtüberblick - Fakten sollte man aus diesem Buch nochmal gegenprüfen

— mysticcat
mysticcat

Hörbuch - das war eine gute Idee

— Yogamama
Yogamama

Super interessantes Buch, man spürt wie man beim Lesen schlauer wird!

— Frankapo
Frankapo

Die Geschichte der Menschheit einfach und klug in einem Buch zusammengefasst und viele interessante Zusammenhänge haben mich überzeugt.

— Elisabeth0503
Elisabeth0503

Knackige Thesen, nüchterner Blick auf die Menschheit, erfrischend undogmatisch. Ein Gewinn für neugierige LeserInnen.

— alasca
alasca

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  • Guter Gesamtüberblick - Fakten sollte man aus diesem Buch nochmal gegenprüfen

    Eine kurze Geschichte der Menschheit
    mysticcat

    mysticcat

    04. August 2017 um 11:33

    In "Eine kurze Geschichte der Menschheit" von Yuval Noah Harari geht es um die Entwicklung der menschlichen Rasse "homo sapiens".Einige Aspekte des Buches stören mich jedoch, bzw. sind mir aufgefallen:1.) Die Geschichte endet nicht beim Erscheinen des Buches, sondern es wird noch ein möglicher Ausblick auf die Zukunft gegeben. Für mich gehört das nicht zur Geschichte und ist daher eine Themenverfehlung.2.) Fakten sollten nicht ungeprüft aus diesem Werk übernommen werden. Es befindet sich zwar am Ende eine Angabe aller Quellen, jedoch ist nicht ersichtlich, welche Informationen aus welchen Quellen entnommen wurden, wo der Autor selbst eine Brücke geschlagen hat und was wie gesichert belegt ist und wo es sich nur um Theorien handelt.Außerdem werden häufig exakte Zahlen angeführt (z.B. wie lange der Urknall her ist), ohne zu erwähnen, wie groß die Schwankungsbreite dieser Rückrechnung ist. Alle unsere Berechnungen basieren auf Messungen - und jede Messung basiert auf Messfehlern. Insgesamt handelt es sich jedoch um einen gelungenen ersten Einblick und eine gute Aufgliederung der historischen Forschung. Wer mehr wissen möchte oder nach Quellen für wissenschaftliche Arbeiten sucht, sollte weiterführend auf andere Werke ausweichen.Fazit: Für ein Sachbuch gut lesbar und spannend geschrieben,  Fakten sollte man aus diesem Buch nochmal gegenprüfen.

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  • Liebe Yuval Noah Harari - ein schlauer Mensch

    Eine kurze Geschichte der Menschheit
    Yogamama

    Yogamama

    30. July 2017 um 15:54

    So wie auch Homo Deus ist "Eine kurze Geschichte der Menschheit" gut durchdacht. Ich finde sehr viele Zusammenhänge interessant und das Buch bringt einem zum Nachdenken. Er erläutert außerdem geschichtliche Zusammenhänge, die (zumindest mir) bis dahin nicht geläufig waren. Einer meiner Lieblingsautoren - aber nicht zur Entspannung geeignet :) 

  • Super

    Eine kurze Geschichte der Menschheit
    Frankapo

    Frankapo

    21. July 2017 um 11:47

    Super interessantes Buch, man spürt wie man beim Lesen schlauer wird!

  • LovelyBooks Challenge Sachbücher und Ratgeber

    Gott und der Urknall
    Wedma

    Wedma

       LovelyBooks Challenge 2017 Sachbücher und Ratgeber Liebe Leserinnen und Leser, LovelyBooks lädt im neuen Jahr zu einer neuen, spannenden Challenge ein: „Sachbücher und Ratgeber“. Liest du gerne Sachbücher und Ratgeber? Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich. Jetzt gibt es die Möglichkeit, sich auf Lovelybooks darüber auszutauschen! 12    Bücher (6 Sachbücher und 6 Ratgeber) möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen und rezensieren. Es gelten alle Bücher in deutscher oder englischer Sprache, die als Sachbücher oder Ratgeber bezeichnet werden können. Ausschlaggebend sind hier die Angaben der Verlage. Auch andere Formate wie E-books, Hörbücher sind willkommen. Die Regeln: Melde dich mit einem Beitrag hier im Thread an. Hier kannst du aus den aufgeführten Bereichen deine Leseliste festlegen. Diese kannst du jederzeit verändern. Die vordefinierten Bereiche sind lediglich als Gedankenstütze da. Wenn ein Bereich, aus dem du gerne lesen willst, nicht aufgeführt ist, wird er eingepflegt. Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Mitmachen, sich austauschen und Spaß dabei haben sind primären Ziele unserer Challenge. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks und verlinke diese in deinem einzigen Sammeleitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag wird unter deinem User-Namen zu der Teilnehmerliste verlinkt und gilt als dein Teilnahmeschein, eine wichtige Grundlage zur Ermittlung der Gewinner. Die Preise, die du gewinnen kannst. Ein Buchpaket von Lovelybooks wird unter allen Teilnehmern, die die Challenge geschafft haben, verlost. Ein weiteres Buchpaket wird an den fleißigsten Leser/ die fleißigste Leserin vergeben, der/die mengenmäßig am meisten an Sachbüchern und Ratgebern in 2017 gelesen hat. Ein tolles Buch, Neuerscheinung 2017, wartet auf den Teilnehmer/die Teilnehmerin, der/die die Challenge geschafft hat und dabei die schönste, i.e. aussagekräftigste Rezension in gutem Stil und nötiger Portion Begeisterung geschrieben hat. Entdeckerpreis (unter Neuerscheinungen 2017) gibt es ebenfalls. Im Anhang findest du die Liste der Neuerscheinungen 2017. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dient lediglich der Inspiration. Die Bereiche bei Sachbüchern und Ratgebern dienen ebenfalls der Inspiration und können ergänzt werden, wenn Bücher aus noch nicht aufgeführten Bereichen rezensiert werden. Anzahl der Bücher in den Buchpaketen kann erst zum Schluss ermittelt werden. Die oben genannte Zahl der zu verlosenden Bücher ist lediglich ein Richtwert und wird 5 Bücher übersteigen! Nimmst du die Herausforderung an? Ich freue mich auf Eure Anmeldungen!  Teilnehmerliste: aliinaa1309Ambermoon ban-aislingeach Bellis-Perennis Bücherwurm CelinaS Cornelia_Ruoff c_awards_ya_sin ech fasersprosse Filzblume Ginevra gst Igelmanu66 kellerbandewordpresscom Kleine8310 Kopf-Kino leucoryx Mabuerele Mattder peedee PhilippWehrli Schluesselblume Seschat Sikal StefanieFreigericht Talathiel Tallianna wandablue Wedma widder1987

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    • 1845
    • 01. January 2018 um 23:59
  • Woher kommen wir und wohin geht die Reise?

    Eine kurze Geschichte der Menschheit
    Sikal

    Sikal

    09. July 2017 um 09:05

    Diesen Fragen versucht Yuval Noah Harari mit seinem Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ auf den Grund zu gehen. Es geht hier um die Entwicklung des Menschen vom Primaten bis hin zum aufrecht gehenden, eigenständig denkenden Homo sapiens – und trotzdem findet man keine anthropologische Abhandlung von wissenschaftlichen Fakten vor (wäre in der Kürze von gut 500 Seiten wohl auch kaum machbar), sondern der Autor teilt die großen Schritte der Evolution in einzelne Bereiche: Die kognitive Revolution, bei der im Grunde die Veränderung des menschlichen Gehirns zum Thema gemacht wird. Der Jäger und Sammler vereint den Gedanken von Angriff und Flucht und verfeinert diesen. Als der Mensch sesshaft wird, spricht man vom Beginn der landwirtschaftlichen Revolution, bei der letztendlich die Organisation des Zusammenlebens großer Gruppen und deren Funktionsweisen in den Fokus gerückt werden, ebenfalls entsteht in diesem Zeitraum die Schrift. Spätestens hier merkt man, dass Harari mit seinem Buch oftmals mit provokanten Gedanken aufwartet, spricht vom Segen als Jäger und Sammler zu leben und bezeichnet die Landwirtschaft als „größten Betrug“. Aus seiner Sicht war mit dem Weizenanbau der Startschuss für den Menschen als „Arbeitstier“ gegeben, der Alltag richtete sich plötzlich nach dem Getreide aus. „Die Schuldigen waren eine Handvoll Pflanzenarten, zum Beispiel Weizen, Reis oder Kartoffeln. In Wirklichkeit waren es diese Pflanzen, die den Homo sapiens domestizierten, nicht umgekehrt.“ Ein weiterer Bereich beschäftigt sich mit dem großen Thema: Entstehung von Sprache, Kultur, Religionen. Wie hat sich unser Geld entwickelt? Welchen Stellenwert bekommt der Handel. Ebenso spricht Harari noch von der wissenschaftlichen Revolution, in der Wissenschaft und Kapitalismus sich immer weiter entwickeln, von medizinischen und wissenschaftlichen Errungenschaften, gibt Bespiele, die uns allgemeine bekannt sind und doch wieder ins Bewusstsein gerückt werden (z.B. Magellan umsegelte die Erde in drei Jahren – für uns heute unvorstellbar). Mit dem „Ende des Homo sapiens“ beschließt Harari sein Werk, provoziert noch einmal mit einem Ausblick auf die Zukunft, in der Designer den Nachwuchs gestalten, Cyborgs an der Tagesordnung stehen und Frankenstein nicht in die Science-Fiction-Ecke gehört. Durch den kurzweiligen, humorvollen Schreibstil denkt man nicht, mitten in einem Sachbuch zu stecken. Das Buch liest sich angenehm und leicht, oftmals stellen einfache Erklärungen den Sinn plakativ dar, sodass Zusammenhänge leicht verständlich gemacht werden. Viele Interpretationen des Autors sind jedoch nicht jedermanns Sache, hier scheint die Leserschaft gespalten – mich haben diese nicht gestört sondern eher einen weiteren Gedankengang angeregt. Dass wir heute eine enorme Macht auf unsere Umwelt ausüben, ist unbestritten – unbedacht und ahnungslos wird damit umgegangen, immer streben wir nach Größerem, nach Besserem. Gibt es jemals Zufriedenheit oder ist diese Unzufriedenheit des Menschen der Grundstein für die Evolution? Hier könnte man unzählige Gedankenexperimente platzieren, Harari trifft es auf den Punkt: "Gibt es etwas Gefährlicheres als unzufriedene und verantwortungslose Götter, die nicht wissen, was sie wollen?"  

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  • Kurzweiliger Überblick der Geschichte des Homo Sapiens

    Eine kurze Geschichte der Menschheit
    TAndres

    TAndres

    31. August 2016 um 17:56

    Im Gegensatz zu manch anderen Büchern, die einen Überblick über die Geschichte der Menschheit bieten, fängt das Buch von Yuval Noah Harari schon vor den Homo Sapies an. Der erste Schwerpunkt liegt bei der kognitiven Revolution, die sich vor etwa 70.000 Jahren ereignete. Um diese Revolution geht es im ersten Teil des Buches, um die Entdeckung der Sprache, die auch die fiktive Sprache beinhaltet.Der zweite Teil handelt von der landwirtschaftlichen Revolution, die vor etwa 10.000 Jahren begann. Es wird erklärt, warum der Homo Sapies seßhaft wurde, Tiere domestizierte, Siedlungen vergrößerte, Schrift und Zahlen erfand und warum Männer einen höheren Stellenwert als Frauen in den Gesellschaften hatten. Im dritten Teil wird die Entwicklung der Kulturen beschrieben, die Entwicklung der drei universellen Ordnungen, der wirtschaftlichen, der politischen und der religiösen Ordnung, Detailliert geht es um den Geruch des Geldes, dem Traum vom Weltreich und das Gesetz der Religion. Der vierte Teil des Buches handelt von der wissenschaftlichen Revolution, die um das Jahr 1500 begann. Ein Schwerpunkt ist die Entdeckung der Wissenschaften und die daraus folgende Expansion Europas. Des Weiteren geht es um die verschiedenen Religionen, zu denen der Autor auch den Kapitalismus und den Kommunismus zählt, und um unsere Ernährung, die Massentierhaltung und die neuen Gemeinschaften als Ersatz für die Familie und die Dorfgemeinschaft. Den Abschluss bildet ein Ausblick über die Zukunft des Homo Sapiens.Mein Fazit: Ich bin bei dem Buch etwas zwiegespalten. Es ist gut geschrieben und lässt sich gut lesen. Der Tonfall ist sehr locker, am Anfang musste ich an einigen Stellen sogar schmunzeln. Später stört dieser lockere Ton etwas. Das Buch ist interessant und bietet einen schnellen Überblick über die Geschichte des Homo Sapiens. Allerdings gibt es auch einen größeren Kritikpunkt. Der Autor Yuval Noah Harari fragt immer wieder, ob die Jäger und Sammler vor der landwirtschaftlichen Revolution nicht glücklicher waren, als alle anderen Menschen seitdem. Er meint, dass der Mensch eigentlich als Jäger und Sammler geboren wurde und die Sesshaftigkeit eigentlich nicht unserem Typ entspricht und wir nicht mehr so glücklich sind, wie die Menschen damals. Nun, beurteilen kann man dies nicht wirklich, aber ich bin mir nicht sicher, dass die Menschen damals glücklicher waren als wir heute. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Leben damals aus Friede, Freude, Eierkuchen bestand. War es so einfach zu jagen? Und was haben sie sonst gemacht? Umhergewandert? Oder den Himmel angeschaut? War es angenehm bei Regen und Kälte ohne festem Dach über den Kopf? Warum sieht der Autor das heutige Leben so negativ? Diese immer wiederkehrende Frage empfand ich als sehr negativ und sie zerstört meiner Meinung nach viel von dem Buch. Das ist der größte Kritikpunkt. Kleinigkeiten gab es auch noch, die mir überwiegend beim Lesen aufgefallen sind.Daher gibt es von mir nur 3 Sterne. Das Buch ist sehr interessant, aber diese immer wiederkehrende Frage zieht die Bewertung herunter.

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  • Von Affen, Menschen und Cyborgs

    Eine kurze Geschichte der Menschheit
    Nirtak_Ehcstuk

    Nirtak_Ehcstuk

    07. April 2016 um 23:14

    Im Allgemeinen lese ich nur selten Sachbücher. Für naturwissenschaftliche oder philosophische Thematiken habe ich allerdings schon einiges übrig und mache gern mal eine Ausnahme. Eine kurze Geschichte der Menschheit ist eine solche und bei weitem nicht so trocken, wie der Titel zunächst vermuten lässt. Denn um Geschichte im Sinne blanker Daten und Fakten geht es im Buch von Yuval Noah Harari lediglich ganz am Rande.Stattdessen bekommt der Leser eine ordentliche Ladung Denkanstöße präsentiert, die sich an Wendepunkten der Entwicklung des Menschen orientieren. Das Buch gliedert sich daher in vier Kapitel: die kognitive sowie die landwirtschaftliche Revolution, die Vereinigung der Menschheit und wissenschaftliche Umwälzungen. Wirklich genial finde ich, dass sich ein Kapitel ganz ohne wahrnehmbare Brüche aus dem anderen ergibt. Auf diese Weise werden vom Autor nach und nach verschiedene Fragen behandelt: Wie organisierten sich die ersten Menschengruppen? Führten Jäger und Sammler ein besseres Leben als Bauern? Welchen Einfluss hatten Religion oder die Erfindung des Geldes auf soziale Strukturen? Wird sich die Menschheit in Zukunft neu erschaffen? Immer wieder spekuliert der Autor über andere mögliche Ausgänge der Geschichte. Weiterhin stellt er moderne Verhaltensweisen in Bezug zu unseren Instinkten und erforscht mögliche Zusammenhänge. Indem entscheidende Konzepte anhand historischer Beispiele erläutert werden, deckt der Autor schonungslos Motive und Fehler, aber auch die schier endlose Fantasie unserer Spezies auf.Oftmals werden dabei genauso viele Fragen aufgeworfen, wie beantwortet, wodurch man Lust bekommt, sich im Nachhinein mit einigen der angeschnittenen Themen näher zu befassen. Mir selbst hat das Sachbuch wirklich Freude bereitet, weil es prägnant die Entwicklung des Menschen vom unauffälligen Tier bis hin zu künftigen Möglichkeiten künstlichen Lebens zusammenfasst. Besonders gegen Ende des Buches, das bevorstehende Entwicklungen skizziert, nehmen die Kapitel fast philosophische Qualitäten an. Diese Lektüre ist genauso spannend, wie überraschend und aufwühlend, denn trotz seines spielerischen Tonfalls ist Harari in seinen Betrachtungen stets kritisch und fordert dazu auf, selbst nachzudenken. Genau so sollte gutes Lesefutter doch sein, oder?Katrin, www.inkunabel.wordpress.com

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  • Hirnfutter für flexible und tolerante Verwerter ;)

    Eine kurze Geschichte der Menschheit
    thursdaynext

    thursdaynext

    15. January 2016 um 11:44

    Woher kommen wir und wohin wollen wir? Yuval Noah Harari hat hier ein völlig drogenfreies, bewusstseinserweiterndes Buch zur Menschheitsgeschichte dargelegt. Fast wäre es mir aufgrund des wirklich beschämend miserablen, ja erbärmlichen Lektorats entgangen. Zeiten, Beugungen, Grammatik, Rechtschreibung hier wurde so grandios gepfuscht wie ich es bis dato wirklich noch nie! erlebt habe. Ärgerlich, wenn das Buch nicht so gut wäre sollte man Schadenersatz verlangen. Glücklicherweise überwiegt die Faszination der Sammlung, die der Autor zusammengetragen und erdacht hat, die Lektoratssünden. Die Entwicklung des Menschen, vom Tier zum vorausplanenden, abstrakt denkenden, empathischen Wesen mit dem Willen zum Streben nach Glück und den dazugehörigen Irrungen und Wirren ist einzigartig auf unserer Welt. Diese Sinnsuche, die Geschicklichkeit mit der wir diesen Aufstieg vollbracht haben fesselnd, besonders durch die Gedankengänge die Harari aufzeigt und verfolgt. Durch sein infragestellen archäologisch wissenschaftlicher Schlussfolgerungen und „Erkenntnisse“ verleiht er seinem Werk eine viel ernstzunehmendere Tiefe als viele andere Bücher mit demselben Thema die davon leben und ausgehen, bereits der Weisheit letzten Schluss wiederzukäuen. Befreiend auch, wie er schildert, wozu die menschliche „Herrschaft“ über diesen Planeten geführt hat. Unter anderem zur völligen Unterdrückung der von uns genutzten tierischen Mitbewohner. Was wir mit der Massentierhaltung veranstalten ist brutal und hat mich veranlasst wieder an meinen heißgeliebten Douglas Adams zu denken, der in seinem „Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ – es war wohl im Band um das „Restaurant am Ende des Universums“ die sprechende Kuh erfand, die sich selbst als Fleischlieferant anpries und ihre schmackhaften Teile werbewirksam empfahl – der damals schon viel weiter war, als wir es heute sind. So ist „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ auch ein gefundenes Fressen – bleiben wir doch bei diesen Begriffen – für Liebhaber der Science Fiction Literatur, speziell jener, die sich mit der Darstellung anderer Existenzwahrscheinlichkeiten, Welten, Evolution und Gesellschaftssystem befasst. Dabei geht Harari ganz klassisch vor: Er beginnt mit der „Kognitiven Revolution“, die uns befähigte in größeren Gruppen zusammenzuarbeiten und Kultur erst ermöglichte, indem sie uns befähigte Informationen und Vorstellungen miteinander zu teilen und gemeinschaftlich zu handeln. Weiter geht es mit der „Landwirtschaftlichen Revolution“. Herrlich seine These, wie wir vom Weizen ausgetrickst und manipuliert worden sind. In die „Luxusfalle“ hineingetappt aus der wir bis heute nie wieder herausgekommen sind. „Die Währung der Evolution ist weder Hunger noch Leid, sondern DNA. So wie sich der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens in Dollar auf einem Bankkonto messen lässt, so lässt sich der evolutionäre Erfolg einer Art an der Anzahl der vorhandenen DNA Moleküle messen. ...So gesehen sind tausend Exemplare besser als Hundert. So funktioniert unterm Strich auch die landwirtschaftliche Revolution.: Sie ernährte mehr Menschen, wenn auch unter schlechteren Bedingungen. Warum...? ...diese Frage stellt sich so nicht, denn niemand entschied sich bewusst für dieses Tauschgeschäft. ...Die Menschen liefen in eine Falle....Die Luxusfalle. ....Der Traum vom besseren Leben fesselte die Menschen ans Elend.“ Dann widmet er sich der „Vereinigung der Menschheit“ um letztendlich in Teil 4 die „Wissenschaftliche Revolution“ unter seine speziell eingefärbte Lupe zu nehmen. Das Ganze ist nicht immer standfest, aber seine Betrachtungsweise der Staaten und Imperien, ihrer Auswirkungen immer des reflektierens wert. Besonders mochte ich, speziell als Steuerzahlerin, die These von den mafiösen Schutzgeld erpressenden Staaten, die sich von früher bis in die Neuzeit erhalten hat. Dazu noch die, endlich einmal positive Sichtweise auf unsere heutigen Systeme. Harari schreibt erfrischend und umfassend. Fazit: Eine kurze Geschichte der Menschheit – kurz ist allerdings irreführend, weil immerhin ein fetter, über 500 Seiten Wälzer – ist für geistig flexible Menschen mit Fehlertoleranz, unbedingt eine Lesereise quer durch die Zeiten, Gesellschaftssystem und Entwicklungen durchaus wert. Bestes Hirnfutter!

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  • Ein kurzer Überblick über die Menschheitsgeschichte

    Eine kurze Geschichte der Menschheit
    seitenweiser

    seitenweiser

    Ein wundervolles Sachbuch! Es ist humorvoll, unterhaltsam, aber auch lehrreich und anders. Harari zeigt die Geschichte aus einer anderen Perspektive! Ein super Buch! Mehr erfahrt ihr hier: https://seitenweiser.wordpress.com/2015/07/10/kurzer-ueberblick-ueber-die-menschheitsgeschichte/

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  • Die Menschheit - Krone der Schöpfung oder Schrecken des Ökosystems?

    Eine kurze Geschichte der Menschheit
    thelauraverse

    thelauraverse

    15. September 2015 um 09:55

    Das Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit" verspricht schon im Klappentext, einige der großen Fragen, die wir uns an die Geschichte stellen, beantworten zu wollen: Wie haben wir (also der Homo sapiens) es geschafft, als einzige menschliche Spezies zu überleben? Warum entschieden sich Jäger und Sammler für ein sesshaftes Leben als Bauern? Warum wurden Städte und Königreiche gegründet? Und warum gibt es Geld, Gesetze, Konsum und Bürokratie? Vor dem Lesen hatte ich den Eindruck, dass Yuval Noah Harari sich für lediglich 500 Seiten etwas viel vorzunehmen scheint. Um es gleich einmal vorwegzunehmen: Wer erwartet, in diesem Buch eine detaillierte Beschreibung der Universalgeschichte zu finden, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Doch das ist auch nicht das Ziel des Autors. Harari bietet eine gut durchdachte Reise durch unsere Vergangenheit an, die er in vier große Teilbereiche teilt. Die kontinuierliche (Weiter?-)Entwicklung der Menschheit wird durch verschiedene Revolutionen angetrieben, beginnend mit der kognitiven Revolution. Von da an schreibt Harari nahezu chronologisch, bis wir in der heutigen Zeit angekommen sind, die als wissenschaftliche Revolution bezeichnet wird. Positiv aufgefallen ist mir, dass das Weltbild keineswegs eurozentrisch ist, wie man es von vielen Geschichtsbüchern aus dem europäischen Raum gewohnt ist. Nein, es werden Geschehnisse und Erkennnisse aus den verschiedensten Regionen der Welt beschrieben. Anders als man es von einem Geschichtsbuch erwartet, ist "Eine kurze Geschichte der Menschheit" sehr leicht und interessant zu lesen. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Theorien werden in einer verständlichen Weise erklärt und interpretiert. Man muss also kein Geschichte-Professor sein, um Hararis Ausführungen zu verstehen. Ich kann dieses Buch jeder und jedem empfehlen, der sich für die Menschheitsgeschichte interessiert, egal ob historischer Laie oder Historiker. Mich hat "Eine kurze Geschichte der Menschheit" sehr überzeugt und mir viele Ansätze zum Nachdenken gegeben.

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  • Die Errungenschaften des homo sapiens - und seine Fehler

    Eine kurze Geschichte der Menschheit
    Eva-Maria_Obermann

    Eva-Maria_Obermann

    20. April 2015 um 16:07

    Wie konnte der Mensch es schaffen, zu glauben, die Erde zu beherrschen? Welche Errungenschaften, Freiheiten, Möglichkeit, Zwänge und Fehler haben ihn dazu geführt? Welche Schritte sind wir gegangen, vom aufrechten Gang bis zum digitalen Zeitalter? Yuval Noah Harari erklärt es. In seinem – im Vergleich zur Erdengeschichte doch sehr kompaktem – Buch erzählt er von der kognitiven, landwirtschaftlichen und wissenschaftlichen. Mit den vielen Vielleichts der Historiker zeigt er dabei nicht nur einen möglichen Weg auf und gibt zu, wo Lücken sind. Biologische wie kulturelle und industrielle Phänomene werden beleuchtet, erklärt und mit Beispielen versehen. Das – natürlich – offene Ende stellt die Frage nach dem Götterstatus der Menschen und den selbst auferlegten Normen. Ich war von dem Buch gefesselt. Gerade der erste eher biologische Teil von Eine kurze Geschichte der Menschheit war faszinierend und aus meiner Sicht überaus interessant. Nicht, dass die späteren kulturellen Entwicklungen nicht ebenso beachtenswert sind, aber die natürliche Auslese, die Entwicklung zum homo sapiens ist ein reines Wunder der Natur aus meiner Sicht und ebenso eine erschreckende Entwicklung. Das zeigt auch das Buch auf. So führt Harari beispielsweise die Vermehrung der Menschen in Bezug zur Vermehrung von domestizierten Tieren (Hühnern, Schafen, Kühen) und zeigt gleichzeitig, dass dieser massentechnische Evolutionssieg für diese Lebewesen oft mit einem einzigen Leidensweg (Nahrungsmittelproduktion) verbunden ist. Ohne zu belehren geht Harari diesen Weg. Stellt die Aufgabe des Normadentums eben nicht nur als geniale Entwicklung dar, sondern belegt welche Einbußen der Mensch dafür hingenommen hat. Dieser reflektierte Blick zieht sich durch das Buch, das mitnichten eine Lobpreisung des großartigen Menschen ist, sondern Positives wie Negatives gegeneinander stellt. So bleibt das Buch auch relativ wertfrei, zeigt kein: Nur so ist es richtig, sondern vielmehr ein: So ist es nunmal. Etwas schwieriger zu lesen, aber nicht weniger interessant, ist das Buch in Bezug auf die „jüngere“ Geschichte. Vielleicht fand ich die wissenschaftliche Revolution aber auch deswegen nur bedingt ebenso fesselnd wie die kognitive, weil mein Kulturwissenschaftlicher Hintergrund mir da einiges schon vorher klar gemacht hat. Vielleicht ist es aber auch einfach leichter mit einem weiteren Blick auf die frisch entstandenen Menschen zu sehen, als die Fehler der direkteren Vorfahren vorgeführt zu bekommen – und damit mitunter die eigenen. Höchst wissens- und damit auch lesenswert ist Eine kurze Geschichte der Menschheit. Mit einem wunderbar unterhaltsamen Stil, der weniger belehrt, als anekdotenreich informiert und die großen Punkte der Menschheitsgeschichte auf so einfache Weise darlegt, kann ich es nur empfehlen.

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  • Leserunde zu "Eine kurze Geschichte der Menschheit" von Yuval Noah Harari

    Eine kurze Geschichte der Menschheit
    DVA_Verlag

    DVA_Verlag

    Krone der Schöpfung? Vor 100 000 Jahren war der Homo sapiens noch ein unbedeutendes Tier und die Rolle, die er im Ökosystem spielte, war nicht größer als die von Gorillas, Libellen oder Quallen. Vor 70 000 Jahren dann vollzog sich ein mysteriöser und rascher Wandel mit dem Homo sapiens, und es war vor allem die Beschaffenheit seines Gehirns, die ihn zum Herren des Planeten und zum Schrecken des Ökosystems werden ließ … Leseprobe Was ist das Erfolgsgeheimnis des Homo Sapiens? Wie gelang es uns, so schnell so unterschiedliche und so weit auseinander liegende Lebensräume zu besiedeln? Wie haben wir es geschafft, alle anderen Menschenarten zu verdrängen? Yuval Harari erzählt in seinem Buch die Geschichte der Menschheit – anschaulich, unterhaltsam und so spannend, das man das Buch nicht mehr aus der Hand legen will! Yuval Harari ist Professor für Geschichte an der Hebrew University of Jerusalem. Er hat sich auf Universalgeschichte spezialisiert und veröffentlicht eine regelmäßige Kolumne in »Haaretz«. Sein Buch »Eine kurze Geschichte der Menschheit« wurde bei seinem Erscheinen in Israel 2011 ein Nr. 1-Bestseller. Im November 2012 wurde Harari mit 25 weiteren Nachwuchswissenschaftlern in die neugegründete »Junge israelische Akademie der Wissenschaften« gewählt. Unter allen Bewerbern vergeben wir 20 Testleseexemplare dieses Buches. Hier könnt ihr könnt euch dafür bis einschließlich 1. Oktober 2013 bewerben - sagt uns einfach in einem Beitrag, warum ihr mitlesen möchtet Vielleicht habt Ihr auch schon eine Ahnung, was das Erfolgsgeheimnis des Menschen sein könnte? Gerade als leidenschaftliche Leserin kommt man möglicherweise ganz leicht drauf …  

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    • 301
  • Erfrischend anderer Blick auf die Menschheitsgeschichte

    Eine kurze Geschichte der Menschheit
    Leserin71

    Leserin71

    06. August 2014 um 14:36

    Yuval Harari, geboren 1976, ist Professor für Geschichte in Jerusalem. Sein Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit" erschien in Israel im Jahre 2011 und war dort über 100 Wochen auf Platz 1 der Sachbuchbestsellerliste. Als nun die Möglichkeit bestand, dieses Buch im Rahmen einer Leserunde zu lesen, habe ich nicht gezögert und angefangen zu lesen. Harari teilt das Buch in 4 Kapitel ein: Die kognitive Revolution, die landwirtschaftliche Revolution, die Vereinigung der Menschheit und die wissenschaftliche Revolution. Die ersten Kapitel  sind sehr flüssig geschrieben und die Entwicklung des Menschen verfolgte ich mit wachsendem Interesse. Eine erfrischend anderen Blick auf die Menschheit wirft Harari auf die landwirtschaftliche Revolution. Beinahe hat man das Gefühl, er würde gerne das Rad der Geschichte zurück drehen und zum Nomadentum zurückkehren, damit die Menschheit glücklich ist. Gegen Ende fiel mir das Lesen schwerer. Die Entstehung von Imperien ist sicher auch wichtig, für mich zog sich das Buch. Erst am Ende, wo der Autor einen Ausblick wagt, hatte er meine volle Aufmerksamkeit wieder. Das Buch verknüpft die biologischen, religiösen und wirtschaftlichen Faktoren wie ich es noch nie gelesen habe. Manche Zusammenhänge wurden mir durch das Buch erst klar. Ich finde auch die pointierte Sichtweise des israelischen Autors, der die Geschichte eben nicht nur aus der Sicht Mitteleuropas oder Nordamerikas beschreibt, als erfrischend und bereichernd. Ein paar kleine Fehler sind beim Übersetzen wohl passiert, über die Wahrheit der wissenschaftlichen Thesen kann ich nichts sagen, außer dass sie schlüssig erklärt wurden. Mein Fazit: Lesenswert!!!

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  • Unterhaltsam, aber kein Sachbuch

    Eine kurze Geschichte der Menschheit
    WildRose

    WildRose

    14. April 2014 um 12:32

    Von "Eine kurze Geschichte der Menschheit" erwartete ich einerseits Unterhaltung, andererseits Information. Yuval Noah Harari schreibt sehr flüssig, locker und teilweise witzig. Somit ist der Unterhaltungswert dieses Buches hoch. Natürlich erfährt man in dem Buch auch Fakten über die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Menschheit, die man davor noch nicht kannte. Allerdings erklärt der Autor immer wieder Sachverhalte, die eigentlich gar keiner Erklärung bedürfen (und das schreibe ich als Laie ohne großes historisches Wissen). Zudem vereinfacht er viele Sachverhalte stark, bezeichnet beispielsweise "kognitive Dissonanz" als psychische Störung. Durch solche Behauptungen verliert das Buch eindeutig an Glaubwürdigkeit. Hinzu kommt noch, dass Harari, je weiter das Buch fortschreitet, desto öfter auch seine persönliche Meinung mit einbringt. Manchmal ist es nicht so einfach zu erkennen, was denn jetzt Fakt ist und was einfach Hararis private Überzeugung. Gerade in den letzten paar Kapiteln, die eigentlich interessant sind, spekuliert er drauflos und stellt Behauptung über die nahe Zukunft der Menschheit an, die teilweise kaum wissenschaftlich belegbar sind und wohl einfach seiner eigenen, persönlichen Einschätzung der Lage entsprechen. Mit über 500 Seiten ist das Buch nicht besonders kurz, aber da es sich leicht liest, ist das kein Problem. Für die Seitenanzahl gibt es keinen Punkteabzug, sehr wohl aber für die unübersichtliche Vermischung von persönlicher Meinung und wissenschaftlich belegbaren Tatsachen sowie den Vereinfachungen, denen sich Harari immer wieder bedient.

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  • 'Wozu der ganze Aufwand?'

    Eine kurze Geschichte der Menschheit
    sabatayn76

    sabatayn76

    Inhalt: Yuval Noah Hariri erzählt in 'Eine kurze Geschichte der Menschheit', welche Konsequenzen die drei großen Revolutionen der Menschheit (die kognitive Revolution vor ca. 70000 Jahren, die landwirtschaftliche Revolution vor etwa 12000 Jahren und die wissenschaftliche Revolution vor knapp 500 Jahren) für den Homo sapiens und für seine Mitlebewesen hatten, haben und haben werden. Mein Eindruck: Da ich sehr begeistert von populärwissenschaftlichen Büchern wie Bill Brysons 'Eine kurze Geschichte von fast allem' war sowie sehr interessiert an Geschichte und an der Evolutionstheorie bin, stand 'Eine kurze Geschichte der Menschheit' schon länger auf meiner Wunschliste. Von Hariris Buch bin ich nach der Lektüre jedoch extrem enttäuscht. Hariris schreibt auf Seite 141: 'Vielleicht hat es Sie bei der Lektüre [...] geschüttelt'. Ja, das hat es, und zwar fast durchgehend. 'Eine kurze Geschichte der Menschheit' ist eine Ansammlung von Fehlern, Halbwahrheiten, Spekulationen, Verallgemeinerungen und Vereinfachungen. Ich weiß nicht, wie es anderen Lesern geht, aber mir ist es auch bei einem populärwissenschaftlichen Buch wichtig, dass ich etwas lerne und dass ich dem Autoren glauben kann. Das Buch beginnt mit einem Fehler ('Vor rund 13.5 Milliarden Jahren entstanden Materie, Energie, Raum und Zeit in einem Ereignis namens Urknall.'), wobei eine korrekte Recherche unglaublich einfach gewesen wäre. Auch im weiteren Verlauf geht es gerade so weiter: der Autor spekuliert manchmal wild ohne jede wissenschaftliche Grundlage (z.B. wenn er über den Menschen an der Spitze der Nahrungskette schreibt), er ist für meine Begriffe oft zu dramatisch, fast reißerisch (z.B. wenn er beschreibt, dass die Bändigung des Feuers der erste Schritt zur Atombombe war) und ist zudem arrogant und anthropozentrisch (z.B. wenn er sagt, wieso Menschen die Welt beherrschen und wieso Schimpansen in Zoos und Forschungslabor dahinvegetieren). Hariris Ausführungen zu Ackerbau und Viehzucht waren so abwegig, dass ich kaum glauben konnte, dass er solche Spekulationen tatsächlich in ein Buch aufgenommen hat. Ich bin durchaus offen für neue Ideen, aber diese sollten logisch begründet werden, doch Hariris Argumentation konnte mich zu keiner Zeit überzeugen. Auch in der zweiten Hälfte häufen sich Tipp- und Übersetzungsfehler, der Autor beschreibt Sachverhalte in verschiedenen Kapiteln ganz unterschiedlich, die Recherchetätigkeit des Autors scheint bisweilen minimal gewesen zu sein (z.B. kognitive Dissonanz als psychische Störung, Jiddisch als deutscher Dialekt). Zudem spielt Hariri das Problem der Armut und des Hungers in der Welt herunter und meint, dass Adipositas ein viel größeres Problem ist. Mein Resümee: Für mich war das Buch ein durchgehendes Ärgernis. Ich habe noch überlegt, ob ich 2 Sterne geben soll, da sich das Buch flüssig liest, doch was nutzt ein flüssiger Schreibstil, wenn der Inhalt fehlerhaft, spekulativ, reißerisch, schwafelig und arrogant ist?

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