Yvan Goll Germaine Berton

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Inhaltsangabe zu „Germaine Berton“ von Yvan Goll

Im Januar 1923 erschoss die einundzwanzigjährige Germaine Berton einen Wortführer der rechtsnationalen »Action Française« und versuchte anschließend, sich selbst zu töten. Dieser politische Mord erschütterte die Dritte Republik und ist bis heute in Frankreich ein kontrovers diskutierter Kriminalfall. Die junge Frau hatte eigentlich den Kriegstreiber, Monarchisten und Antisemiten Léon Daudet töten wollen, um mit einem Fanal den Tod des Sozialisten und Pazifisten Jean Jaurès zu rächen, der im Sommer des Jahres 1914 ermordet worden war. Sie sah in den nationalistischen Kriegstreibern die wahren Schuldigen an dem großen Gemetzel. Der Strafprozess wurde zum politischen Tribunal und endete mit einem Freispruch. In hohem Tempo und mit expressionistischer Wucht erzählt Yvan Goll das Leben der Germaine Berton und schildert, wie sie sich radikalisierte und schließlich existentiell zur Tat getrieben wurde. Atemlos wird auch der Prozess geschildert, während vor den Türen des Gerichts die erregten Massen das Urteil erwarten. Golls fesselnder Bericht erschien 1925 in der von Rudolf Leonhard herausgegeben legendären Buchreihe »Außenseiter der Gesellschaft« im »Verlag die Schmiede« in Berlin. Die Neuausgabe verwendet den von Georg Salter gestalteten historischen Umschlag.

Die Biographie einer starken, anarchistischen Frau Anfang des 20. Jahrhunderts.

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  • "Germaine Berton - Die rote Jungfrau" von Yvan Goll

    Germaine Berton

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. July 2017 um 22:03

    Autor: Yvan GollTitel: Germaine Berton - Die rote Jungfrau Gattung: Erzählung, Historisches, BiographieErschienen: 1925Gelesene Ausgabe: Wagenbach, 2017ISBN: 978-3-8353-1984-4Gelesen auf: DeutschGelesen im: Juli 2017Zum Buch:Yvan Goll, der expressionistische Vorzeigedichter, Surrealist und Dadaist, Deutsch-Franzose und selbst gewählter Ortsloser veröffentlichte in der Reihe "Außenseiter der Gesellschaft" des Berliner Verlages die Schmiede, 1925 eine Biographie der Anarchistin und Mörderin Germaine Berton. Im Januar 1923 hatte die erst 21-jährige Germaine in Paris einen der Wortführer der rechtsnationalen "Action Francaise" erschossen. Als Motiv gab sie an, sie wollte die Ermordung des linken Aktionisten Jean Jaurès rächen. Ihr eigentliches Ziel war der rechte Léon Daudet, der an dem Mord neun Jahre vorher beteiligt gewesen sein sollte. Stattdessen erschoss sie kurzerhand Marius Plateau. Er wurde zum Symbol für einen Kampf.Der Strafprozess von Berton wurde zum politischen Tribunal. Massen verfolgten den Freispruch und beteiligten sich an dem Prozess über eine ungewöhnliche Frau.Ungewöhnlich trifft wohl auch am besten als Beschreibung des schmalen Bändchen zu. Es ist vier geteilt, in die Beschreibung des Lebens der Germaine Berton und ihrem Weg zur Radikalisierung, der Tat und dem Prozess, einer Reflektion des Autors und schließt mit einem Nachwort der Herausgeberin. Während die ersten beiden Teile, der eigentliche Text also, sehr gelungen sind und expressionistisch sprüht, hätte man eines der beiden Nachworte sich sparen können, weil es sich arg wiederholt. Auch holpert hier die Sprache das ein um das andere Mal. Ich habe es mit Vergnügen gelesen, allerdings wäre es mir nicht die fast zwanzig Euro wert gewesen.Ein paar der Lieblingsstellen Zitat 1: "Weil ihr zur Dichterin die Tiefe fehlte, wurde sie zur Mörderin." (S.8)Zitat 2:"Sie haßt, wie eine Frau nur hassen kann: sie haßt ganz unlogisch, ganz indirekt, ganz intensiv, sie haßt, daß sie davon krank wird. Später erklärt sie, wie sich das Gefühl langsam in ihr kristallisiert hat. Sie nimmt Haß zu sich wie Kokain." (S.18)Stil und Sprache: ausdrucksstark, teils surrealistisch, gewöhnungsbedürftig im Präsens erzählt.Zitat: "Da ist die Anarchie. Sie ist eine lockende Illusion, sie negiert Staat, jegliche Autorität und proklamiert die Freiheit des Individuums. Ziel: die arbeitenden Massen sollen Arbeitsgemeinschaften bilden und alle Produktionsmöglichkeiten an sich reißen. Keine Politik, direkte Tat. Es ist nur eine Illusion. Aber sie tröstet. Viele kommen zu ihr." (S.7)Schlüssigkeit der Handlung: Leben, Prozess, Nachwort, Kommentar der Herausgeberin - alles schön der Reihe nach. Teilweise unnötige Wiederholungen.Das hat mir gefallen: Die außergewöhnliche Frauengestalt und der Einblick in ihr Innenleben.Das hat mir nicht gefallen:  Sehr kurz, mehr über das Leben hätte ich mir gewünscht.In One Sentence: Die Biographie einer starken, anarchistischen Frau Anfang des 20. Jahrhunderts.Sterne: 3

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