Yves Petry In Paradisum

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Inhaltsangabe zu „In Paradisum“ von Yves Petry

Marino, dieser unscheinbare, farblose Marino, hat einen Mann getötet; und er hat ihn nicht nur getötet, er hat ihn zuerst entmannt, ihm dann die Kehle durchgeschnitten und Teile seines Körpers im Gefrierschrank aufbewahrt, um davon zu essen. Marino hat das allerdings auf Wunsch seines Opfers getan. Jetzt sitzt er im Gefängnis und schreibt alles auf. Eigentlich ist es nicht er, der schreibt, es ist nicht seine Stimme, die hier spricht, er notiert nur, was er diktiert bekommt ... Diese Geschichte ist tatsächlich geschehen. Dennoch ist Yves Petrys In Paradisum keine Rekonstruktion der realen Ereignisse, sondern eine Reaktion darauf. Aus einer Anekdote der Skandalpresse erschafft Petry einen tiefgründigen Roman, macht mit literarischen Mitteln das Bizarre plausibel und das Schreckliche erträglich. Er verleiht dem Opfer pos-tum eine Stimme und stellt diese düstere folie à deux in ein überraschend romantisches Licht.

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  • Yves Petry - In Paradisum

    In Paradisum
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    18. December 2016 um 05:19

    Man kennt die Geschichte aus den Nachrichten: ein Mann, Marino, tötet einen anderen, Bruno, auf Verlangen. Der Mörder wird verurteilt und muss ins Gefängnis. Dabei hat er doch lediglich einen Wunsch seines Geliebten erfüllt. Dieser steht ihm aus dem Jenseits bei uns erzählt, wie sich alles zugetragen hat. Marinos Kindheit, das Leben mit der Mutter, die Einsamkeit in seinem Computerladen, ein unscheinbares Leben. Anders dagegen Bruno, als Literaturprofessor eigentlich intellektuell am beruflichen Olymp, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Als sie sich begegnen, hat Bruno seinen Gehilfen gefunden. Zunächst als eine Art Liebesbeziehung – oder doch nur eine sexuelle Vereinigung – die nur die höchste Lust zum Ziel hat, ausgelebt im Moment des Todes.Yves Petry zeichnet den Fall des Kannibalen von Rothenburg nach, verlegt die Handlung jedoch nach Belgien und verzichtet auf jede Form von reißerischem Gaffen. Dadurch, dass er dem Getöteten eine Stimme verleiht und nicht dem Mörder, schafft er eine völlig unerwartete Perspektive, die den Täter nahe an eine Opferrrolle heranrückt – die aus dieser Perspektive durchaus gerechtfertigt zu sein scheint. Die Tat selbst ist sekundär. Zwar wird geschildert, in welcher Weise Bruno letztlich den Tod findet, aber es geht hier nicht um Sensationsgier und Geheische um möglichste grausame Detailschilderung. Auch hat man mit der Stimme des gebildeten Literaturdozenten einen unerwarteten Erzähler, kein primitiver Mörder beichtet uns sein Leben, sondern ein eloquent und analytisch versierter Beobachter. An manchen Stellen empfand ich den Roman als grenzwertig. Insbesondere die Schilderungen der Sexualität der beiden Männer, die schnell von Gewalt geprägt ist und ihre unverblümte Darstellung, war mir persönlich etwas zu viel. Auch die Wahl der Perspektive, die eine deutliche Absicht des Getöteten nahelegt, geradezu Nötigung des Mörders, bleibt für mich als Leserin problematisch. Man fühlt sich dahingedrängt, den Ausführenden zu bemitleiden – ist er aber wirklich so frei von Schuld? Konnte er wirklich nicht anders und mit freiem Willen handeln? Darf die problematische Kindheit und Jugend alles rechtfertigen, was danach geschieht? Ein interessanter Roman, der nicht auf ausgetretenen Pfaden wandelt. Sicherlich nicht für das breite Publikum gemacht und mit sehr viel Verstörungspotenzial. 

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