Nr. 983

von Yvonne Bauer 
5,0 Sterne bei2 Bewertungen
Nr. 983
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Hervorragend verarbeitet - ein Stoff, der nicht leicht zu verdauen ist - spannend und lebendig geschrieben, lässt nachdenklich zurück

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Inhaltsangabe zu "Nr. 983"

Mühlhausen 1941:
Luise tritt eine Stelle im Schreibbüro der hiesigen Nervenheilanstalt an und lernt hier Ernst, die Liebe ihres Lebens, kennen. Würde nicht Krieg herrschen, so wäre sie die glücklichste Frau auf der ganzen Welt.
Doch dann erfährt sie von Zwischenfällen in der Klinik, ohne jedoch im Geringsten deren Ausmaße zu erahnen. Sie ignoriert die scheußliche Wahrheit bis zu dem Tag, an dem sie und ihre Familie selbst in die furchtbaren Ereignisse verstrickt werden.
Im Laufe der Jahre hüllt die Zeit den Mantel der Vergessenheit über die grausamen Geschehnisse bis zu jenem Tag, an dem Luises geliebter Mann stirbt. Nun wird sie von den Schatten der Vergangenheit eingeholt. Ein schreckliches Familiengeheimnis kommt ans Licht ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783744834865
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:252 Seiten
Verlag:Books on Demand
Erscheinungsdatum:14.12.2017

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    Livillas avatar
    Livillavor 8 Monaten
    Ein trauriges Kapitel Zeitgeschichte

    Ergreifend, traurig und rührend ist die Geschichte von Luise und Ernst, die mitten im 2. Weltkrieg zueinanderfinden und am eigenen Leib erfahren, wie Nazis mit Kranken umgehen, die nicht in ihr Menschenbild passen.


    Beide arbeiten in einer psychiatrischen Klinik, wo sie sich auch kennenlernen.
    Er ist Krankenpfleger, sie Sekretärin. Kurz darauf feiern sie eine Kriegshochzeit. Stramme Nazis sind beide nicht. Sie verschließt höchstens ein bisschen die Augen vor dem, was dort mit Kranken geschieht. 


    Er hat Schuldgefühle. Ihm ist bewusst, was er macht – machen muss. Aber er sieht keinen Weg aus dem Sumpf, den Zwängen und Nöten. Er will anständig bleiben, aber wie soll er gleichzeitig für die Familie zu sorgen? Als Luise mit dem zweiten Kind schwanger ist, schlägt das Schicksal unbarmherzig zu.


    Alle Protagonisten, besonders aber Luise und Ernst sind stimmig gezeichnet. Beklemmend ist das Klima der Unterdrückung und Angst geschildert, der Bespitzelung, der Unsicherheit, des Verrats. Der ausgezeichnet recherchierte Roman ist eingebettet in eine Rahmenhandlung der Jetztzeit, das Inhaltsverzeichnis ist interaktiv.

    Mein Fazit: Ein ausgezeichneter, lesenswerter, sehr gut recherchierter Roman über ein trauriges Kapitel der Zeitgeschichte.

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    HEIDIZs avatar
    HEIDIZvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Hervorragend verarbeitet - ein Stoff, der nicht leicht zu verdauen ist - spannend und lebendig geschrieben, lässt nachdenklich zurück
    Brisante Thematik erstklassig verarbeitet

    Wir befinden uns im Mühlhausen des Jahres 1941 und lernen Luise kennen, die in der Nervbenheilanstalt der Stadt im Schreibbüro beginnt zu arbeiten.
    Hier lernt sie Ernst kennen und lieben. Es herrscht Krieg und Ausnahmezustand. Kann die Liebe eine Zukunft haben?
    Luise wird auf misteriöse Zwischenfälle in der Klinik aufmerksam. Bald wird die junge Familie in diese schrecklichen Geschehnisse verwickelt, die Luise eigentlich nicht wahrhaben wollte.
    Jahre vergehen, und die grausamen Geschehnisse verblassen - werden fast vergessen, bis .... Luises  Mann stirbt. Die Vergangenheit holt die Familie ein ...

    Mehr möchte ich nicht verraten, in jedem Fall beschäftigt sich das Buch mit einer düsteren Zeit - geht dieser auf den Grund - klagt sicher nicht an, ist aber ungemein aufrüttelnd verarbeitet und spannend lebendig. Man fühlt mit den Charakteren und die Szenen laufen wie ein Film vor dem geistigen Auge ab.

    Mir hat es Freude bereitet, das Buch zu lesen, wobei Freude bei diesem Thema wohl nicht der richtige Ausdruck ist, ich wurde spannend und nachhaltlig unterhalten. Die Thematik war für mich sehr interessant, da ich nicht weit von dieser Stadt, in der diese ehemalige Nervenheilanstalt befindlich war, lebe.

    Leseprobe:
    ========

    Minna drehte die Lautstärke des Transistorradios nach oben. Der Nachrichtensprecher war gerade dabei, von der Invasion der deutschen Truppen in Griechenland und im Königreich Jugoslawien zu berichten. Vor zwei Tagen hatte mit dem Luftangriff auf Belgrad der Balkanfeldzug begonnen.

    Man spürt während des Lesens, dass sich die Autorin sehr intensiv mit der Zeit beschäftigt hat und auch mit ihrer Stadt in dieser Zeit, das lässt sie den Leser spüren, auch fühlt sie sich wohl im mal ganz anderen Genre, da sie eigentlich im historischen Roman beheimatet ist.

    Gern mehr !!!

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