Yvonne Hofstetter

 4,3 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor*in von Sie wissen alles, Der unsichtbare Krieg und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Yvonne Hofstetter, geb. 1966, Juristin, begann ihre Karriere in international führenden Unternehmen der Informationstechnologie und Rüstungsindustrie im Jahr 1999. Seit 2020 leitet sie als CEO das KI-Unternehmen 21strategies und stellt den Streitkräften das Defense Metaverse zur Verfügung. Hofstetter tritt für die wertebasierte Entwicklung von KI-Systemen ein. 2018 wurde sie dafür mit dem 53. Theodor Heuss Preis ausgezeichnet, 2020 zur Honorarprofessorin für Digitalisierung und Gesellschaft der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ernannt und 2023 vom Außenministerium als deutsche Abgesandte an das Data and AI Review Board der NATO entsandt. Yvonne Hofstetter veröffentlichte die Bestseller »Sie wissen alles« (2014), gefolgt von »Das Ende der Demokratie« (2016) und »Der unsichtbare Krieg« (Droemer 2019).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Yvonne Hofstetter

Neue Rezensionen zu Yvonne Hofstetter

Cover des Buches Der unsichtbare Krieg (ISBN: 9783426562604)
D

Rezension zu "Der unsichtbare Krieg" von Yvonne Hofstetter

Denise43437
Interessante, aber beunruhigende Erkenntnisse aus der heutigen Zeit

Das Buch „Der unsichtbare Krieg“ von Yvonne Hofstetter ist im Droemer Verlag erschienen. Hofstetter ist Juristin, hat in führenden Unternehmen der Informationstechnologie und Rüstungsindustrie gearbeitet und leitet seit 2020 als CEO das KI-Unternehmen 21strategies. Im gleichen Jahr wurde sie von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg zur Honorarprofessorin für Digitalisierung und Gesellschaft ernannt. 2023 wurde sie vom Außenministerium an das Data and AI Review Board der NATO entsandt.

 

Was ist Krieg? Die Begrifflichkeit hat sich gewandelt und die alten weltweit gültigen Spielregeln dazu gelten heute nicht mehr. Er wird einfach so unterschwellig geführt, dass er gerade noch als „Nicht-Krieg“ wahrgenommen wird. Krieg wird heute auch nicht mehr nur mit Waffen geführt, sondern viel mehr mit Computern. Die Ziele sind oft infrastruktureller Art. Die Autorin gibt im Buch viele Beispiele, wie wir angegriffen werden und wie verletzlich wir doch eigentlich sind.

 

Dieses Buch hat in vielen Fällen meine diesbezüglichen Vermutungen bestätigt und mir darüber hinaus die Augen über Zusammenhänge, die ich bisher nicht so gesehen habe, geöffnet.

 

Beim Lesen des Buchs wurde ich sehr nachdenklich über die aktuelle globale Sicherheitslage, eine vielleicht trügerische Hoffnung, dass der Frieden ewig wärt und wie die Reaktionen auf Angriffe auf uns aussehen. 

 

Das Buch ist sehr informativ und lässt sich gut lesen. Dass der Inhalt den Leser nicht in Jubelströme verfallen lässt, kann man der Autorin nicht anlasten, ist aber auf Grund des Titels zu erwarten. Vorsorglich ist zu Beginn des Buchs ist eine entsprechende Triggerwarnung abgedruckt.

 

Für mich ist es ein sehr gutes Buch in spannenden Zeiten.

Cover des Buches Sie wissen alles (ISBN: 9783570102169)
LisbethRs avatar

Rezension zu "Sie wissen alles" von Yvonne Hofstetter

LisbethR
Wissen ist Macht

Untertitel:

Wie intelligente Maschinen in unser Leben eindringen und warum wir für unsere Freiheit kämpfen müssen.


„Die schöne neue Welt des allseits optimierten Homo oeconomicus …“ heißt es auf dem Buchumschlag und weiter: „… die schrankenlose Herrschaft von Internetgiganten und Technologiekonzernen.“ Das sind die Zutaten der spannenden Geschichte von Yvonne Hofstetter.

Was ich erwartete, macht den zweiten Teil des Buches mit den Kapiteln Diktatur und Aufbruch aus. Doch oft ist das Unerwartete besonders interessant. In diesem Fall war das für mich die Historie von Big Data, Datenfusion und künstlicher Intelligenz. Ursprünglich vom Militär entwickelt, laufen sie in der Finanzindustrie Amok.

Auch wenn ich nicht jedes technologische Detail verstanden habe, finde ich das Thema insgesamt sehr anschaulich und gut verständlich dargestellt. Der zunehmenden Selbstorganisation und Selbstoptimierung der Maschinen folgt die ständige Selbstoptimierung des Menschen.

Bequemlichkeit ist das Lockmittel, des realen Informationskapitalismus, der unseren Alltag durchdringt. Und das funktioniert ausgezeichnet. Womit wir beim zweiten Teil des Buches angekommen wären. Nach dem Messen und Bewerten kommt das Beeinflussen. Es gibt nichts umsonst, es geht immer um Profit. Wir verweilen länger auf einer ausgewählten Plattform, wir nutzen kostenlose Apps mit kostenpflichtigen Zusatzfunktionen, wir kaufen die Produkte, die ganz oben auf der Liste stehen und erhalten speziell für uns ausgewählte Nachrichten.

Wissen ist Macht.

Wer weiß was über uns?

Auch wenn – vielleicht dem Marketing geschuldet – die Risiken auf den ersten Blick hervortreten, geht es der Autorin ebenso um die Chancen von KI.

Es geht darum, aus der Analyse die richtigen Schlüsse zu ziehen. Wie wollen wir unsere vernetzte Zukunft gestalten? Wie soll unsere Gesellschaft im Zeitalter der Digitalisierung aussehen? Was soll künstliche Intelligenz tun und was nicht? Wer trifft die Entscheidung, zu wessen Nutzen, welche Algorithmen eingesetzt werden?


Ich freue mich schon auf das neue Buch von Yvonne Hofstetter.

Cover des Buches Das Ende der Demokratie (ISBN: 9783570103067)
M

Rezension zu "Das Ende der Demokratie" von Yvonne Hofstetter

M.Lehmann-Pape
Die „Übernahme der Welt“

Die „Übernahme der Welt“

Es ist das Grundthema Yvonne Hofstsetters. Das Fortschreiten der Digitalisierung der Welt und die „Übernahme“ demnächst vielleicht auch zentraler Schnittstellen der politischen Entscheidungen durch die exponentiell wachsende künstliche Intelligenz.

Noch nicht einmal „demnächst“ ist da der passende Begriff, denn wie man am Börsenhandel bereits sieht, wie in weiten Teilen der Industrie bereits fortgeschritten und unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ noch klarer am Horizont übernehmen mehr und mehr Algorithmen auch entscheidende Funktionsstellen, kaufen und verkaufen in Sekundenbruchteilen Milliardenschwere Vermögenswerte.

Und das Ganze verlegt Hofstetter nun auf die politische

Ebene. Einerseits als „Geschichte in der Geschichte“, in der sie im Buch plastisch „AI“ nachgeht. Eine künstliche Intelligenz, die aufgrund ihrer Berechnungen die europäische Demokratie bestmöglich „nach vorne“ denken soll und damit auch Entscheidungen zu fällen hat. Ein kleiner Roman, eingewoben in das Sachbuch, der sich auf realistische Grundlagen stützt und nur das plastisch und konkret dem Leser vor Augen führt, was eigentlich technisch bereits durchaus auch in Bezug auf politische Digitalisierung möglich wäre.

Dies aber ist im Gesamten des Buches betrachtet nur ein Puzzlestein, ein Thema unterhalb des Grundthemas des Werkes. Denn im eigentlich geht es Hofstetter darum, dass „Wenn der Computer Geld verdient“ klassische, demokratische Regulations- und Kontrollmechanismen außer Kraft gesetzt werden. Gerade was die gedankliche „Freiheit“ des Handels mit Nutzer-Daten in einem radikal liberalen Wirtschaftsverständnis angeht.

Einerseits also spielt „der Kunde (User)“ das Spiel bis zur Grenze mit (wie die langen Schlangen vor Apple Stores zeigen, wenn ein neues Gerät auf den Markt kommt), andererseits unterminieren Internetgiganten und die digitale Industrie als Ganzes die Bereiche der persönlichen Freiheiten und des Schutzes der Privatsphäre in solch hohem Maße, dass tatsächlich die demokratischen Institutionen in Gefahr geraten, nur mehr „berechenbare Vorgänge“ im Dienst der Industrie.

„Letztlich geht es um den Schutz des Verbrauchers vor der Macht spärlich regulierter Märkte“ Märkte, die nur mehr eine „Illusion der Freiheit“ vorgaukeln, Die „Freiheit des Konsumenten“ aber ist eine ganz andere Form als die „Freiheit des mündigen Bürgers“.

Wenn nun aber der alte Satz noch stimmt das „Wissen Macht ist“, dann ist es höchste Zeit, die Macht der demokratischen Institutionen zu stärken und das „erworbene Wissen“ von Generationen über das „generierte Wissen“ der digitalen Welt zu stellen. Sich zu wehren, um es mit einem Satz zu sagen.

Das nötige Grundwissen vermittelt Hofstetter sehr verständlich. Denn nicht nur ein Fanal ist dieses Buch, sondern vor allem bietet Hofstetter Erläuterungen, wie das funktioniert und beschreibt plastisch, wie das, im schlechtesten oder im besten Falle, sich weiter entwickeln könnte.

Dass die Welt zum Computer wird, wie weit die politischen Technologien (Nudger) bereits fortgeschritten ist, wieweit eine Demokratie, ein Staat bereits „digital gesteuert“ werden kann.

Ganz hervorragend dann, auf der Basis des vermittelnden Wissens, bringt Hofstetter die genauen Abläufe in Form von „Simulationen“ vor die Augen, die über ein „Wegbrechen Frankreichs“ aus der Eurozone den weiteren Verlauf einer möglichen europäischen Geschichte bis ins Jahr 2025 (unter Mitaufnahme der Veränderungen der Arbeitswelt) drastisch vor Augen führt.

Grundlegende Informationen, praktische „Simulationen“, präzise, konkret, fundiert und aufrüttelnd, so verbleibt Hofstetter am Ende mit eigentlich alten, traditionellen, teuer erkauften Werten und Grundlagen der Demokratie, die drohen, verloren zu gehen und daher immer wieder benannt werden müssen:

Dass die Politik den Primat vor der Wirtschaft haben muss (ein Verhältnis, dass immer bereits unter Reibung und Revierkämpfen stand und steht). Dass die Grundrechte der Person geschützt werden müssen, auch auf ganz neuen Wegen, denn ansonsten erleidet die Demokratie unabwendbaren Schaden.

Und wie das Zusammengehen könnte? Damit endet Hofstetter und bietet vielfache Anregungen zur weiteren Diskussion und, vor allem, zu Taten und Regulierungen, die jetzt bereits schon länger überfällig sind.

„Denn was wir nicht selbst entscheiden, entscheidet der Computer“. Das ist die reale Alternative, die in keiner Weise ignoriert oder gar verniedlicht werden sollte. Denn je mehr dies voranschreitet, desto geringer werden die echten persönlichen Freiheiten (auch wenn man das gar nicht merkt zunächs).

Eine hervorragende Lektüre.


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