Yvonne Hofstetter Das Ende der Demokratie

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Inhaltsangabe zu „Das Ende der Demokratie“ von Yvonne Hofstetter

Wird die künstliche Intelligenz Wirtschaft und Alltag in Zukunft dominieren und den Menschen tendenziell verdrängen? Werden intelligente Maschinen Politik machen? Yvonne Hofstetter sieht deutliche Anzeichen für diese Entwicklungen. Big Data speichert unser Verhalten, künstliche Intelligenzen analysieren unsere Absichten. Und weil sie uns kennen, können sie uns manipulieren, uns unmerklich bevormunden. Der Umbau der Gesellschaft in die Herrschaft der künstlichen Intelligenz ist in vollem Gange. Ob wir sie tatsächlich wollen, darüber haben wir niemals demokratisch abgestimmt. Drohen also Freiheit und Demokratie zwischen Politikversagen und Big Data zerrieben zu werden? Hofstetter warnt davor, Big Data einfach zu verteufeln, nur um dann doch weiterzumachen wie bisher. Anhand hochbrisanter Szenarien – der Wahl einer rechtsradikalen Regierung, der Eurokrise und der Schließung europäischer Binnengrenzen – zeigt sie, wie intelligente Maschinen selbstständig politische Herausforderungen berechnen und bewältigen würden.

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  • Die „Übernahme der Welt“

    Das Ende der Demokratie
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    25. October 2016 um 14:36

    Die „Übernahme der Welt“Es ist das Grundthema Yvonne Hofstsetters. Das Fortschreiten der Digitalisierung der Welt und die „Übernahme“ demnächst vielleicht auch zentraler Schnittstellen der politischen Entscheidungen durch die exponentiell wachsende künstliche Intelligenz.Noch nicht einmal „demnächst“ ist da der passende Begriff, denn wie man am Börsenhandel bereits sieht, wie in weiten Teilen der Industrie bereits fortgeschritten und unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ noch klarer am Horizont übernehmen mehr und mehr Algorithmen auch entscheidende Funktionsstellen, kaufen und verkaufen in Sekundenbruchteilen Milliardenschwere Vermögenswerte.Und das Ganze verlegt Hofstetter nun auf die politische Ebene. Einerseits als „Geschichte in der Geschichte“, in der sie im Buch plastisch „AI“ nachgeht. Eine künstliche Intelligenz, die aufgrund ihrer Berechnungen die europäische Demokratie bestmöglich „nach vorne“ denken soll und damit auch Entscheidungen zu fällen hat. Ein kleiner Roman, eingewoben in das Sachbuch, der sich auf realistische Grundlagen stützt und nur das plastisch und konkret dem Leser vor Augen führt, was eigentlich technisch bereits durchaus auch in Bezug auf politische Digitalisierung möglich wäre.Dies aber ist im Gesamten des Buches betrachtet nur ein Puzzlestein, ein Thema unterhalb des Grundthemas des Werkes. Denn im eigentlich geht es Hofstetter darum, dass „Wenn der Computer Geld verdient“ klassische, demokratische Regulations- und Kontrollmechanismen außer Kraft gesetzt werden. Gerade was die gedankliche „Freiheit“ des Handels mit Nutzer-Daten in einem radikal liberalen Wirtschaftsverständnis angeht.Einerseits also spielt „der Kunde (User)“ das Spiel bis zur Grenze mit (wie die langen Schlangen vor Apple Stores zeigen, wenn ein neues Gerät auf den Markt kommt), andererseits unterminieren Internetgiganten und die digitale Industrie als Ganzes die Bereiche der persönlichen Freiheiten und des Schutzes der Privatsphäre in solch hohem Maße, dass tatsächlich die demokratischen Institutionen in Gefahr geraten, nur mehr „berechenbare Vorgänge“ im Dienst der Industrie.„Letztlich geht es um den Schutz des Verbrauchers vor der Macht spärlich regulierter Märkte“ Märkte, die nur mehr eine „Illusion der Freiheit“ vorgaukeln, Die „Freiheit des Konsumenten“ aber ist eine ganz andere Form als die „Freiheit des mündigen Bürgers“.Wenn nun aber der alte Satz noch stimmt das „Wissen Macht ist“, dann ist es höchste Zeit, die Macht der demokratischen Institutionen zu stärken und das „erworbene Wissen“ von Generationen über das „generierte Wissen“ der digitalen Welt zu stellen. Sich zu wehren, um es mit einem Satz zu sagen.Das nötige Grundwissen vermittelt Hofstetter sehr verständlich. Denn nicht nur ein Fanal ist dieses Buch, sondern vor allem bietet Hofstetter Erläuterungen, wie das funktioniert und beschreibt plastisch, wie das, im schlechtesten oder im besten Falle, sich weiter entwickeln könnte.Dass die Welt zum Computer wird, wie weit die politischen Technologien (Nudger) bereits fortgeschritten ist, wieweit eine Demokratie, ein Staat bereits „digital gesteuert“ werden kann.Ganz hervorragend dann, auf der Basis des vermittelnden Wissens, bringt Hofstetter die genauen Abläufe in Form von „Simulationen“ vor die Augen, die über ein „Wegbrechen Frankreichs“ aus der Eurozone den weiteren Verlauf einer möglichen europäischen Geschichte bis ins Jahr 2025 (unter Mitaufnahme der Veränderungen der Arbeitswelt) drastisch vor Augen führt.Grundlegende Informationen, praktische „Simulationen“, präzise, konkret, fundiert und aufrüttelnd, so verbleibt Hofstetter am Ende mit eigentlich alten, traditionellen, teuer erkauften Werten und Grundlagen der Demokratie, die drohen, verloren zu gehen und daher immer wieder benannt werden müssen:Dass die Politik den Primat vor der Wirtschaft haben muss (ein Verhältnis, dass immer bereits unter Reibung und Revierkämpfen stand und steht). Dass die Grundrechte der Person geschützt werden müssen, auch auf ganz neuen Wegen, denn ansonsten erleidet die Demokratie unabwendbaren Schaden.Und wie das Zusammengehen könnte? Damit endet Hofstetter und bietet vielfache Anregungen zur weiteren Diskussion und, vor allem, zu Taten und Regulierungen, die jetzt bereits schon länger überfällig sind.„Denn was wir nicht selbst entscheiden, entscheidet der Computer“. Das ist die reale Alternative, die in keiner Weise ignoriert oder gar verniedlicht werden sollte. Denn je mehr dies voranschreitet, desto geringer werden die echten persönlichen Freiheiten (auch wenn man das gar nicht merkt zunächs).Eine hervorragende Lektüre.

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