Yvonne Schütze Die gute Mutter

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Inhaltsangabe zu „Die gute Mutter“ von Yvonne Schütze

Die traditionelle gesellschaftliche Annahme einer genuinen Zuständigkeit von Frauen für Haus-, Familien- und Erziehungsarbeiten gehört zu den fundamentalsten und hartnäckigsten Geschlechtsrollenstereotypen unserer Gesellschaft. In diese normative Rolleninterpretation fließen immer noch wirksame Vorstellungen von universellen, natürlich-biologischen Kompetenzen und Verantwortlichkeiten von Frauen für diese Arbeitsbereiche ein. In einer direkten Wechselbeziehung zu dieser geschlechtsspezifischen Zuschreibung steht das kulturelle Deutungsmuster von der „Mutterliebe“ als einem historisch invarianten, biologisch bedingten Verhaltensmuster von „Mütterlichkeit“, das nicht nur die Mutter-Kind-Beziehung, sondern gleichermaßen die Binnenstruktur der Familienarbeit und die Rolle der Frau schlechthin normativ interpretiert. Gedacht wird dabei – mit einem Blick auf die so genannten Naturvölker – an „natürlich-richtige“ Verhaltensformen von Mütterlichkeit, die quasi als unverfälschte Natur, frei von sich wandelnden Normen, wirken. Yvonne Schütze setzt sich in ihrem Buch mit dem Mythos „naturgegebener“ mütterlicher Verhaltensmuster auseinander. Dabei geht es allerdings nicht um eine anthropologische Aufarbeitung der Mutterliebe als einem universellen Ausdruck menschlicher Gefühle, sondern um die Analyse gesellschaftlich-normativer Bestimmungen dessen, wie sich Mutterliebe darzustellen und im Einzelnen zu äußern hat. Bisherige Untersuchungen zur Mutter-Kind-Beziehung kommen zu dem Ergebnis, dass dieses Verhältnis etwa seit der Mitte des 18. Jahrhunderts eine neue Qualität als gesellschaftlich ausgeprägtes Handlungsmuster erhält. Die vorliegende Arbeit stellt die Geschichte des normativen Musters „Mutterliebe“ in Deutschland von diesem Zeitpunkt an bis zur Gegenwart dar. Die Analyse erfolgt unter Einbeziehung zeitgenössischer Quellen – medizinische und pädagogische Ratgeber, autobiographische Materialien, Stellungnahmen der Frauenbewegung – und zeigt auf, welchen „Wechselbädern“ von Verhaltensanforderungen, Erziehungskonzepten und –zielen Mütter und Kinder im Verlauf von über 200 Jahren ausgesetzt waren. Die Quellenauswahl folgt der historischen Entwicklung der „Ratgeberliteratur“, in der seit dem späten 18. Jahrhundert in erster Linie Ärzte und Pädagogen die Konzepte dessen, was „Mutterliebe“ bedeuten soll, definieren .Ab den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts sind es primär Psychologen und psychologisch argumentierende Ärzte, die die Normen für die „Mutterliebe“ setzen. Aber auch die Frauenbewegung hat in ihren verschiedenen geschichtlichen Phasen und Fraktionen das Mutter-Kind-Verhältnis in unterschiedlichen Intentionen normativ zu bestimmen versucht und beispielsweise einmal die gesellschaftliche Zuschreibung der „natürlichen“ Alleinverantwortung für die Kinder bekämpft und zum anderen die Mütterlichkeit als die Quelle weiblicher Identität propagiert.

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