Zülfü Livaneli

 4.2 Sterne bei 34 Bewertungen
Autor von Glückseligkeit, Serenade für Nadja und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Zülfü Livaneli

Er beschreibt die Türkei zwischen Tradition und Moderne: Zülfü Livaneli ist ein echtes Multitalent. Er ist nicht nur als Schriftsteller tätig, sondern auch als Sänger, Komponist und Regisseur bekannt. Geboren wurde er im Jahr 1946 in Ilgin in der türkischen Provinz Konya. In den 1970er Jahren musste er sein Heimatland aus politischen Gründen verlassen und lebte zeitweise in Stockholm, Paris und Athen, bevor er 1984 in die Türkei zurückkehrte. Sein erstes Buch „Ein Kind im Fegefeuer“ kam 1978 auf den Markt. Es folgten unter anderem die Werke „Lieder zwischen Vorgestern und Übermorgen“ (1981) und „Diktator und Clown“ (1992). 2001 erschien „Katze, Mann und Tod“. In dem Buch setzt sich der Autor mit den Themen Exil und Folter auseinander. Mit dem Roman „Glückseligkeit“ aus dem Jahr 2002 gelang Livaneli ein weltweiter Bestseller. In diesem Werk gibt der Schriftsteller Einblick in die Traditionen der Türkei und stellt diese dem modernen Leben in der Großstadt gegenüber. Zu der zugehörigen Verfilmung „Mutluluk – Der Ehrenmord“ von Abdullah Oğuz aus dem Jahr 2007 steuerte Zülfü Livaneli auch den Soundtrack bei.

Neue Bücher

Unruhe

 (5)
Neu erschienen am 04.11.2018 als Hardcover bei Klett-Cotta.

Alle Bücher von Zülfü Livaneli

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Glückseligkeit

Glückseligkeit

 (12)
Erschienen am 01.04.2010
Serenade für Nadja

Serenade für Nadja

 (7)
Erschienen am 12.01.2015
Unruhe

Unruhe

 (5)
Erschienen am 04.11.2018
Roman meines Lebens

Roman meines Lebens

 (3)
Erschienen am 21.02.2011
Schwarze Liebe, schwarzes Meer

Schwarze Liebe, schwarzes Meer

 (3)
Erschienen am 13.02.2017
Der Eunuch von Konstantinopel

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 (2)
Erschienen am 11.07.2002
Katze, Mann und Tod

Katze, Mann und Tod

 (1)
Erschienen am 25.04.2005
Kardesimin Hikayesi

Kardesimin Hikayesi

 (1)
Erschienen am 26.07.2013

Neue Rezensionen zu Zülfü Livaneli

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booklovings avatar

Rezension zu "Unruhe" von Zülfü Livaneli

Schonungsloser, nachdenklich stimmender Roman
booklovingvor 3 Monaten

INHALT
Ein aufstrebender Journalist reist aus Istanbul in seine Heimat an die türkisch-syrische Grenze. Dort sucht er nach Spuren eines Freundes und stößt auf die Berichte junger Jesidinnen, die dem IS entkommen konnten. Immer tiefer gerät er in einen Sog aus aktuellen und alten Geschichten, Leidenschaften und Gewalt, der ihn zwingt, seine Herkunft und sein Leben neu zu bewerten.
Als Ibrahim, der in Istanbul ein geschäftiges aber gewöhnliches Leben führt, vom Tod seines Jugendfreundes Hüseyin erfährt, kehrt er zum ersten Mal seit vielen Jahren in ihre gemeinsame Heimatstadt Mardin zurück. Auf den Spuren des Freundes erfährt er von dessen geheimnisvoller Verlobten Meleknaz. Fasziniert von den Berichten über die junge Jesidin taucht er ein in die Mythen und Überlieferungen ihrer Kultur und trifft auf eine Gruppe von Frauen, die aus der Gefangenschaft des IS fliehen konnten.
(Quelle: Klappentext Klett Cotta)


MEINE MEINUNG
Mit „Unruhe“ hat der bekannte türkische Schriftsteller Zülfü Livaneli einen beeindruckenden, gesellschaftskritischen Roman mit einer sehr aktuellen Thematik verfasst. Es ist ein überaus gelungener, unaufgeregt erzählter Roman, der mit seiner emotionalen Geschichte aufrüttelt und den Leser sehr betroffen und nachdenklich zurücklässt.
Angesiedelt ist die Handlung in der Stadt Mardin nahe der türkisch-syrischen Grenze gelegen, wo viele vor dem Islamischen Staat und seinen Gräueltaten geflüchtete Menschen aus Syrien in Flüchtlingslagern untergekommen sind. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der sympathische Ich-Erzähler Ibrahim, ein engagierter Journalist aus Istanbul, der wegen der Beerdigung seines Jugendfreundes Hüseyin nach langer Zeit in ihren Heimatort Mardin zurückkehrt. Wir begleiten ihn auf seiner Spurensuche, die ihn zu früheren Bekannten mit ihren Geschichten führt und alte Erinnerungen in ihm heraufbeschwört. Aus Ibrahims Blickwinkel erleben wir seine fesselnden Nachforschungen zu den mysteriösen Hintergründen des Tods seines Freunds und zu dessen geheimnisvoller Verlobten Meleknaz, einer jungen geflohenen Jesidin mit einem blinden Baby. Sehr eindringlich und einfühlsam beschreibt Livanali in verschiedenen Episoden, wie sehr die jesidische Glaubensgemeinschaft mit Vorurteilen und offenen Anfeindungen selbst im muslimischen Exil durch die Bewohner im Grenzland zu kämpfen hat. Nach und nach lässt der Autor uns in die faszinierenden jesidischen Mythen und befremdlichen Traditionen dieser recht archaischen Kultur eintauchen. Was Ibrahim schließlich aber über die grausame Verfolgung der Jesiden, ihren Massenmord durch den IS und ihr leidvolles Schicksal von einer jesidischen Frau im Flüchtlingslager erfährt, rüttelt ihn auf und lässt auch uns Leser sehr betroffen zurück. Zunehmend beginnt er – konfrontiert mit den dörflichen Mythen und islamischen Traditionen - seinen westlich geprägten Lebensstil und seine bisherigen Überzeugungen zu hinterfragen. Ibrahims obsessive Suche nach Hüseyins verschollener Verlobten wandelt sich immer mehr zu einer eigenen Sinnsuche.
Trotz der eher schweren, schonungslosen Thematik versteht es Zülfü Livaneli mit seinem oftmals blumigen Erzählstil, eine gewisse Leichtigkeit in seine Geschichte zu bringen und dem Leser sein Anliegen nicht belehrend, sondern unterhaltsam und anschaulich zu vermitteln.

FAZIT
Eine schonungslose, nachdenklich stimmende Geschichte über Schmerz, Hass, Verfolgung und Gewalt, aber auch über die versöhnlich stimmende Kraft der Liebe, die bisweilen alle Grenzen überwinden kann.
Sehr lesenswert!

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Buecherschmauss avatar

Rezension zu "Unruhe" von Zülfü Livaneli

Unruhe
Buecherschmausvor 4 Monaten

Unruhe – eine unerklärliche innere Unruhe plagt den Erzähler Ibrahim, einen modernen, westlich orientierten Journalisten in Istanbul, der quirligen, weltoffenen Stadt am Bosporus.
„Man meint immer, es sei umgekehrt, doch eigentlich ist Unruhe der normale Zustand im Leben, und innerer Friede nur etwas sehr Seltenes, Vergängliches.“
Ist es seine Scheidung, die in quält, oder die politischen Veränderungen in der Türkei, oder sind es die Dinge, die jenseits der Grenze geschehen, so nah und doch so fern. Seit sieben Jahren tobt vor der Haustür der Türkei ein blutiger, grausamer, aussichtsloser Krieg in Syrien, führt der islamische Staat einen Terrorfeldzug, werden Menschen getötet, verschleppt, gefoltert, vergewaltigt. An den Grenzen spürt man den Krieg, hier kommen die an, denen die Flucht gelang, existieren riesige Flüchtlingslager, man spricht mittlerweile von fast drei Millionen syrischer Flüchtlinge in der Türkei.
Auch wenn sich die Stimmung im Land langsam verschärft, dürfte man in der Metropole Istanbul davon ähnlich wenig direkt betroffen sein wie wir Westeuropäer. Ibrahim allerdings wird recht unsanft mitten hinein gestoßen.
Auslöser ist eine kurze Nachrichtenmeldung aus den USA. Dort wurde ein Türke aus Mardin ermordet, ein rassistischer Hintergrund wird vermutet. Ibrahim stammt selbst aus dieser Stadt in Südostanatolien, nur 20 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt, ist aber bereits als junger Mann aus deren Enge geflohen. Nun stolpert er über diese Meldung. Der Ermordete war gleichaltrig und hieß Hüseyin. Sehr bald erweist sich, dass es sich tatsächlich um Ibrahims alten Schulfreund handelt. Die Zeitung ist interessiert an der Geschichte, zeitgleich wird die Sondergesandte der UNO-Flüchtlingshilfe in der Gegend unterwegs sein, und so schickt sie ihn mit Kameramann in die Provinz zur Berichterstattung. Für ihn wird es nicht nur eine Reise in die eigene Vergangenheit, sondern auch eine Reise in das Flüchtlingselend und vor allem in die Geschichte der Jesiden, einer kurdisch sprechenden religiösen Gemeinschaft, die außerhalb der Weltreligionen steht und besonders vom IS brutal verfolgt wird. Inzwischen kann von einem regelrechten Völkermord gesprochen werden.
Hüseyin hat sich seit einiger Zeit als Helfer in den Flüchtlingslagern betätigt. Dort hat er, wie Ibrahim durch Gespräche mit alten Schulkameraden und Hüseyins Familie erfährt, eine junge Jesidin mit einem blinden Baby kennengelernt und sich in sie verliebt. Seine Verlobung mit Safiye hat er daraufhin gelöst, was ihm nicht nur Probleme mit deren, sondern auch der eigenen Familie einbrachte. Und da waren noch die islamischen Fundamentalisten, die diese Verbindung auch nicht gerne sahen und Hüseyin bedrohten. Einen Anschlag überlebte er nur knapp. Daraufhin schickte ihn die Familie in die USA zu seinen Brüdern, die dort schon eine Weile lebten. Dass dies kein gutes Ende nahm, erfuhr der Leser ja bereits zu Beginn.
Für Ibrahim setzt sich die Geschichte in den Bruchstücken zusammen, die er von verschiedenen Erzählerfiguren in Gesprächen erhält. Er erfährt darüber hinaus auch einiges über die Geschichte der Jesiden, ihre Verfolgung und vor allem das Schicksal der jungen Meleknaz und ihrer Freundin Zilan, die vom IS verschleppt, missbraucht und verkauft wurden, und denen die gefährliche Flucht über das Sindschar-Gebirge in die Türkei gelang. Hinzu kommen noch Briefe und Gedichte, die Hüseyin an seine Geliebte schrieb. Am Ende gelangt Ibrahim derart in den Bann der Geschichte der unbekannten Meleknaz, dass er auf eigene Faust ihren Spuren nach Istanbul folgt.
Zülfü Livaneli will mit seinem Roman das Schicksal der Jesiden ansprechen, aufklären und aufrütteln. Das ist für ein solches wichtiges, und tatsächlich bisher wenig bearbeitetes Thema, unbedingt richtig. Diese Erzählabsicht tut einem Roman aber nicht immer gut. Einige Kritiker bemängelten das Thesenhafte, die Nähe zur Kolportage, ja, sehen sogar „infamen Kitsch“. Das lässt sich nicht gänzlich von der Hand weisen, aber greift meines Erachtens auch nicht gänzlich.
Zülfü Livaneli ist der Zwiespalt zwischen anteilnehmendem Erzählen und sachlicher Berichterstattung durchaus bewusst. Und er thematisiert sie sogar im Roman selbst. Das allzu Gefühlige versucht er durch einen sachlichen Ton, durch kurze Kapitel und die Aufsplitterung des Erzählten in verschiedene Erzählerfiguren, in meinen Augen erfolgreich, zu vermeiden. Er thematisiert zudem das Erzählen.
„War es wirklich so? So musste es doch gewesen sein, oder dachte ich mir da manches nur hinzu?“
Dennoch ist es ihm um das Allgemeingültige, eben um die Botschaft seines Erzählens, zu tun. Ein wenig ähnelt sein Roman einer Art Parabel. Die Zerrissenheit des orientalischen Menschen, zwischen Ost und West, zwischen Gefühl und Verstand, Tradition und Moderne, ist dabei ein bestimmendes Thema. Er benennt das daraus erwachsende mangelnde Selbstvertrauen als einen Grund für Nationalismus, religiösen Fundamentalismus und Terrorismus.
Dabei spürt er diese Zerrissenheit sehr deutlich auch in sich selbst. Einerseits verdammt er die fundamentalistischen Strömungen im Nahen Osten, die Grausamkeit der Verhältnisse, andererseits romantisiert er bestimmte orientalische Gefühle und Traditionen.
Einerseits ist für ihn der Orient der Vergangenheit ein Ort der Toleranz:
„In der Stadt, in der Schule, überall waren Aramäer, Muslime, Juden und Zoroastrier miteinander befreundet und feierten gemeinsam die jeweiligen Feiertage. Dagegen verkommt die Stadt unter dem Schatten eines in sich gekehrten, verhärteten, wütenden Islam.“
Andererseits erzählt er auch von dem alten tradierten Ehrbegriff, der den Bruder des Nachbarn Hasan dazu brachte, seinen ehebrechenden Bruder zu erschießen und die aus der Affäre hervorgegangenen neugeborenen Zwillinge qualvoll verhungern zu lassen. Ohne dass irgendeiner der Nachbarn eingegriffen hätte.
„So eine Gegend ist das hier, in der es nie an Blut und nie an Grausamkeit fehlt.“
Toleranz oder Grausamkeit? Den Westen verdammt er in recht platter Konsumkritik.
„Ich hielt es nicht mehr aus, dass der konsumierende Mensch viel mehr galt als der schaffende, produzierende.“
Auch auf westliche Hilfsprojekte schaut er äußerst kritisch, hier am Beispiel des Besuchs von Angelina Jolie in einem Flüchtlingslager. Über die Rolle Gottes urteilt er hingegen relativ milde.
„Was tat eigentlich der Gott so vieler Religionen, während all das geschah, fragte ich mich und hatte die Antwort auch gleich parat. Er ruhte sich wohl aus, denn es musste der siebte Tag sein; in sechs Tagen hatte er die Welt erschaffen, und nun, am siebten Tag, hatte er sich zum Ruhen zurückgezogen. Und darum vermutlich die Schreie nicht gehört.“
Soll uns das trösten? Oder ist das Ironie?
Immer wieder thematisiert der Erzähler seine eigene Zerrissenheit. Augenzwinkernd zitiert er einen Roman, den er vor ein paar Jahren gelesen hat – Glückseligkeit, aus der Feder von: Zülfü Livaneli. Darin vergleicht er türkische Intellektuelle mit Trapezkünstlern, die ins Leere fallen, „denn das östliche Trapez haben sie losgelassen und das westliche nicht erwischt.“ Seine Hinwendung zum Orient nennt der Erzähler dabei seine „Hüseyinisierung“.
Wie die Position des Autors ist, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Dass er diese Zerrissenheit anspricht, ist neben der aufrüttelnden Geschichte über die Jesidin Meleknaz und das Schicksal ihres Volkes sicher ein großes Verdienst dieses schmalen, aber wichtigen Buchs.
Auch wenn der Erzähler diese aufklärende Absicht bestreitet:
„Nicht um der Welt etwas mitzuteilen, nicht um die Menschen aufzurütteln, das kann Angelina Jolie nämlich tausendmal besser. Ich schreibe vielmehr, um mich selbst zu therapieren, um wieder die Kraft zu schöpfen, die ich für ein Leben unter den Wesen, die sich Menschen nennen, so dringend brauche. Zumindest kommt mir das so vor.“

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katzenminzes avatar

Rezension zu "Unruhe" von Zülfü Livaneli

Ich war ein Mensch
katzenminzevor 4 Monaten

Ibrahim hat seine kleine Heimatstadt an der türkisch-syrischen Grenze eigentlich längst hinter sich gelassen. Er arbeitet schon seit Jahren als Journalist in Istambul und hat keinen Gedanken mehr an seine Kindheit verschwendet. Doch als er hört, dass ein alter Schulfreund von ihm in Amerika erstochen wurde reist er zurück. In Mardin mit seinem roten Sand und den Flüchtlingslagern praktisch vor der Tür begibt er sich auf Spurensuche: Wieso wurde der herzensgute Hüseyin getötet? Was trieb ihn nach Amerika? Und was hat es mit seiner jesidischen Verlobten auf sich, wegen der es fast zum Bruch mit seiner Familie gekommen wäre?

Livanali lässt neben Ich-Erzähler Ibrahim viele Menschen zu Wort kommen, was für verschiedenste Blickwinkel sorgt. Wie auch der ruhige Grundton hat mir das sehr gefallen. Wie nebenbei informiert der Roman über die jesidische Glaubensgemeinschaft und die Vorurteile mit denen sie zu kämpfen haben. Er informiert über Leid und Missstände und lässt schließlich auch Ibrahim sich selbst und sein Leben hinterfragen. Allein an Hüseyin Geschichte wird die Absurdität der Welt sichtbar: Aus der Türkei musste er fliehen, weil der IS ihm vorwarf kein richtiger Muslim zu sein. In Amerika wurde er dann von Extremisten getötet, eben weil er Muslim war.

„Was tat eigentlich der Gott so vieler Religionen, während all das geschah, fragt ich mich und hatte die Antwort auch gleich parat. Er ruhte sich wohl aus, denn es musste der siebte Tag sein; in sechs Tagen hatte er die Welt erschaffen, und nun, am siebten Tag hatte er sich zum Ruhen zurückgezogen. Und darum vermutlich die Schreie nicht gehört.“ S 92

"Unruhe" ist ein kurzer aufrüttelnder Roman, der einfach rund ist. Mir hat die Sprache unheimlich gut gefallen. Der Aufbau hält den Leser durchweg bei der Stange. Ich hatte nie den Eindruck, dass ich belehrt werden sollte und die ernsten Themen wurden immer wieder mal humorvoll aufgelockert. Livaneli informiert ohne zu belehren. Er klagt an ohne zu verurteilen. Er schafft eine wunderbar mystische Atmosphäre und findet auch bei schweren Themen einen leichten Ton. Nach dem Beenden des Buches hätte ich gleich wieder von vorne anfangen können. Einfach ein wunderbarer Roman zur richtigen Zeit.

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Zülfü Livaneli wurde am 20. Juni 1946 in Ilgin (Türkei) geboren.

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